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(10.12.2018) Wie das alles mit Zaphod Beeblebrox’ äußerst lukrativem Geschäft mit gebrauchten Kugelschreibern zusammenhängt, wird im Anhalter nicht ausführlich beschrieben

Allerdings reden wir hier in Schweden nicht schon Kugelschreiber, sondern von Stiften im Allgemeinen.

Irgendwie sind schwedische Schüler der Meinung, dass ein einzelner Stift reicht und selbst den vergessen sie gern mal und sind dann völlig aufgeschmissen, wenn sie dann plötzlich auf Papier schreiben sollen.

Anyway, zuerst hatten wir Geschichte.

Wir machen jetzt Infographics. Das ist ein fancy Wort für digitale Plakate. Es ist totaler Bullshit, es würde etwa drei Mal so schnell gehen, wenn wir einfach alles auf Papier malen würde. Nein, wir müssen ein komisches Programm benutzen, ähnlich kompliziert aufgebaut ist wie Photoshop, weniger Funktionen hat, als Paint und sich etwa so professionell anfühlt wie Gimp. Es ist komplette Scheiße.

Wir verbringen jetzt Ewigkeiten damit, uns an dieses Programm zu gewöhnen, nur um es dann ein Mal zu benutzen und danach nie wieder.

Noch viel schlimmer ist ja, dass, anders als bei nem Plakat, nur ein einzelner Mensch gleichzeitig dran arbeiten kann und der Rest der Gruppe sitzt doof daneben.

Deutsch war dann ganz nett. Nächste Woche steht die Klassenarbeit an (oh oh, ich hab schon ANgst), so war heute dann noch Mal großes Üben angesagt.

Um 16:00 war dann Lucia-Konzert in der Kirche. Unser Schulchor hat gesungen. Teil unseres Schulchors ist unter anderem auch der Kiwihüter (und der Rest der Truppe, außer Tara).

Ich hab den Sachverhalt (aka. dass ich dringlichst in die erste Reihe will um zu filmen) meiner Deutschlehrerin erklärt und *schwupp* hatte ich die Erlaubnis, früher zu gehen, sodass Tara und ich dann im Endeffekt etwa um 15:15 vor der Kirche standen und uns den Hintern abgefroren haben.

 

[[[TO BE CONTINUED ABER ICH BIN SEHR MÜDE GERADE]]]

 

(09.12.2018) Welch ein Wunder, dass so viele Menschen überhaupt in unsere Wohnung passen!

Adventsfika!

Also um 15:00 dann, erstmal bin ich dann doch irgendwie lieber im Bett geblieben, immerhin hab ich irgendwo auch noch Sonntag und gestern (oder eher heute) ist es dann ja auch irgendwie spät genug geworden.

Irgendwann, so gegen zwölf, bin ich dann doch auch mal aus dem Bett gefallen und hab meinen Magen geflissentlich ignoriert, schließlich brauch ich da noch viel viel Platz für Kuchen.

Während meine Gastmama die Wohnung ein bisschen weihnachtlich gemacht hat, hab ich meinen Kuchen und die Kekse auf Teller drapiert und wir haben versucht, Platz für alles zu finden. Dann ist uns aufgefallen, dass wir die Tische höchst wahrscheinlich brauchen, und so musste sämtliches Essen aufs Klavier ausweichen.

Gegen zwei kamen dann die besten Freunde meiner Gastfamilie (zu denen ich gestern schon geflüchtet war) und brachten zumindest das erste Kind mit. Wir saßen dann also ein bisschen rum und der Herr hat sich über meinen Musikgeschmack lustig gemacht.

Ich mein, es ist wirklich schön, wenn jemand Interesse daran zeigt, was man so macht und deshalb kann ich auch ganz gut damit Leben, dass er knappe zwanzig Minuten damit verbracht hat, sich über meine Plattensammlung zu beömmeln.

Als ich zurück im Wohnzimmer war (und damit auch bei meinem Handy), kam dann die Nachricht, dass meine äußerst liebenswerte Freundin schon quasi an der U-Bahnstation ist. Me being me, bin ich dann also aus der Tür gerannt, die Straße runtergesprintet, hab dabei das zweite Kind von den besten Freunden meiner Gastfamilie getroffen, dem ich nur entgegengebrüllt hab „Jag ska hämta en kompis“ (Ich muss ne Freundin abholen), bevor mir dann der Kiwihüter entgegen kam, der mich grade anrufen wollte. Dem hab ich aber auch nur entgegen gerufen, dass er mitkommen soll und bin schnurstracks weiter gerannt.

Schlussendlich saßen wir alle im Wohnzimmer uns alles war gut.

Der Kiwihüter hasst soziale Events und sah dementsprechend irgendwie uncomfortable aus, so haben Tara und ich ihn dann in die Mitte zwischen uns gesetzt und mit viel Gebäck versorgt.

Gegen fünf mussten die beiden dann aber wieder los und so verblieben Ante und ich als einzige Mensch in unserem Alter (seine Familie hatte sich nämlich auch aus dem Staub gemacht und ihn zurückgelassen).

Ich hab ganz viel Lob für meine Kekse gekriegt, sie waren von allen Backwaren auch das einzige, was weggegangen ist.

Ante und ich saßen dann da also und haben locker mal ne Stunde damit verbracht, uns die beschissensten Kinderbilder zu zeigen, die wir haben. Außerdem sind meine Winterferien so langsam auch schon gut verplant, wir beide legen einen Hobbit-und-Herr-der-Ringe-Marathon hin.

Besonders schön war dann auch Essen kochen, wir hatten uns für Nudeln entschieden.

Ich so: „Sagst du stopp, wenn genug Salz im Wasser ist?“, „Ja“, kam die Antwort. Nur kam kein „Stopp“, sondern bloß Gelächter. Sehr schön. Es wurde etwas salzig.

Irgendwann neigte sich aber auch der Tag zu Ende und ich bin müde.

Bis dann und wann, Jenna

(08.12.2018) I’m gonna visit the Ministry of Magic

Sagte sie, und rutsche rückwärts aus dem Raum. Dazu aber gleich mehr.

Du weißt schon, dass der Tag anstrengend wird, wenn er damit beginnt, dass um 5:30 der Wecker klingelt, nur damit du pünktlich um sechs in der Küche stehen kannst.

Schließlich steht morgen dann großes Advent-Fika an und da wollen viele Dinge gebacken werden. Meine Gastmama und ihre beste Freundin fanden, dass Hanseaten so besonders schön und festlich aussehen und so wünschten sie sich Hanseaten. Und die sollten sie bekommen.

Auch wenn die Hanseaten im Endeffekt mit Marmelade gefüllt wurden, dachte ich mir, dass die ja doch irgendwie ganz schön unspannend sind und das ich vielleicht doch noch was anderes machen könnten. Da viel mir dann Omas Pflaumen-Streuselkuchen ein. Nach großer Verwirrung hab ich dann gestern auch das heilige Rezept gekriegt und so konnte das große Backen beginnen.

Angefangen hab ich mit dem Kuchen, bei dem ich statt Omas Quark-Öl-Teig erstmal nen Hefeteig gemacht hab, einfach weil ich den inzwischen wirklich auswendig kann und weil wir keinen Quark hatten. Dann kriegte ich irgendwann ne SMS, dass meine Backhilfe, die sich angekündigt hatte, gar nicht vorbeikommt. Toll. Welch Freude.

Die nächsten zwei Stunden wurde mein Backen etwas mürrisch und es wurde auch nicht besser, als ich dann zwei ganze Kilo Pflaumen entsteinen durfte. Was ein Spaß.

Schlussendlich hab ich die Dinger dann brav geviertelt, dicht an dich auf den Kuchen gelegt und mit Mengen an Streuseln überkippt und ab damit in den Ofen.

Dann hab ich erstmal Oma via Skype (oder eher Whatsapp Video) konsultiert um zu fragen, wie lange mein Kuchen da jetzt eigentlich drin sein soll.

Während der Teig gegangen ist, hatte ich schon mal den Teig für die Hanseaten gemacht.

An dieser Stelle würde ich gerne anmerken, dass diese Familie keinen Mixer besitzt und schon gar keine Knethaken. So habe ich sowohl den Hefeteig, als auch die Streusel und natürlich auch die Kekse mit der Hand verknetet. Gigantomanischer Spaß!

Nachdem der Kuchen Oma-approved war, blieben mir nur noch die Kekse zum Anmalen.

Wir kennen mich schon länger. Ich mach das gern ordentlich.

Bewaffnet mit einem richtigen Malpinsel, verbrachte ich knappe zwei Stunden mit anmalen. Immerhin hatte ich so ganz viel Zeit um nebenbei mit meiner Familie zu reden.

Schlussendlich war alles bemalt und die ganze Schose musste bloß noch zusammengeklebt werden. Laut Rezept sollte man dafür Marmelade mit extra Zucker aufkochen. Leider hatte ich keine Lust auf am-Herd-stehen, so entschloss ich mich kurzerhand, den ganzen Scheiß in die Mikrowelle zu stellen. Und siehe da, es funktionierte.

Dann schmiss ich alle Pläne für den Tag überbord (@Nanja, ich hoffe du verzeihst mir das) und machte mich auf den Weg zu der Familie, die mich mit in den Skiurlaub nehmen wollen. Das erschien mir kurzfristig nach einer schönen Lösung für meine Laune.

Plötzlich war es dann fast ein Uhr nachts und ich musste meinen Heimweg antreten. Glücklicherweise wohnen die nur eine U-Bahnstation entfernt und man kann die Strecke auch gut nachts bewältigen.

Bis dann und wann, Jenna

(07.12.2018) Übrigens, ich kann nen Salto springen

Und so sollte es ein.

Der Tag find mit Sport an und wie immer trafen der Kiwihüter und ich uns an der U-Bahnstation um in den Bus zu steigen.

Es war unfassbar voll darin und wir standen grade weit genug auseinander, sodass man sich nicht ordentlich unterhalten konnte. Wir haben uns also geschrieben.

Ansonsten stand dann heute Turnen an und ich war sehr sehr sehr glücklich. Denn auch wenn ich das ja nie im Verein gemacht hab, hab ich glücklicherweise einfach keine Angst und irgendwie will mein Kopf auch nicht verstehen, dass manche Sachen eventuell einfach nicht gehen.

So wurden wir dann in Gruppen eingeteilt, in denen wir dann in der nächsten Zeit eine lustige kleine Gruppenübung ausarbeiten sollen. Wir haben dann mal angefangen, auszuprobieren wer welche Sachen von der „List of Requirements“ kann.

Es lief unglaublich (also ehrlich und ganz ohne Ironie) gut. Sogar mein blöder Handstand stand still und im zweiten Versuch bin ich tatsächlich fast acht Meter weit gelaufen, was definitiv ein neuer Rekord ist.

Dann wurden lange Matten auf dem Boden ausgerollt und als jemand in unserer Gruppe fragte „Wer kann denn sonst noch was?“, meinte ich nur so „I think I can do a frontflip“.

Dann fiel mir ein, dass ich ja jetzt auch einen machen muss, reden kann ja jeder.

Blöder Weise standen am anderen Ende der Matte Menschen und mein „Weg da“-rufen hatte irgendwie zur Folge, dass so ziemlich alle Augenpaare auf mir waren.

Aber der heilige Gandalf im Himmel war bei mir und obwohl es der erste Vorwärtssalto, der nicht auf einem Trampolin oder Airtrack stattfand, war, den ich seit über einem Jahr gemacht hab, hab ich ihn quasi gestanden (auch wenn ich nen kleinen Schritt nach vorne gestolpert bin). Das muss eins der besten Gefühle auf Erden gewesen sein!

Zum Mittagessen gab es undefinierbaren Schlumps, der auch noch komisch roch. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie übel es war, wenn ich erzähle, dass ich lieber Gemüse gegessen hab.

Es folgte Mathe und das lief eigentlich ganz okay, wenn auch wenig eventful. 

Danach bin ich mal wieder mit zum Kiwihüter gestiefelt und wir haben effektiv zwei Stunden rumgesessen, weil mein Kopf beschlossen hatte, dass jetzt auch mal alles reicht und wir Jenna jetzt erstmal in ein Gefühl der akuten Panik versetzen, ohne ihr zu erklären, warum sie eigentlich Panik hat.

Der Kiwihüter hat mich dann ins Wohnzimmer gebracht, mich in eine dicke Decke gewickelt, mir ein Plüschtier in den Arm gesteckt und bloß neben mir gesessen und gewartet, dass mein Kopf aufhört, so zu sein.

Und wirklich, nach langer, langer Zeit hatte mein Kopf sich wieder gefangen und ich konnte meine Einkaufsliste für morgen schreiben, denn da steht ja dann das große Backen an.

Schlussendlich sind wir dann also brav zusammen einkaufen gegangen und danach saßen wir wieder rum und haben über Gott und die Welt geredet. Wie eigentlich immer.

Bis dann und wann, Jenna

(06.12.2018) Der Nikolaus war da

Naja oder so halb, aber dazu gleich mehr.

Ich hätte heute eigentlich erst um 13:30 in der Schule sein müssen. Ich war aber um 8:30 da. Freiwillig.

Die eine Hälfte der Klasse hatte heute sowas wie ne mündliche Prüfung in Schwedisch und die andere Hälfte hat das nächste Woche. Da die Prüfung aber in Gruppen gemacht wird, war ich nirgends dabei und muss so weder diese noch nächste Woche zum Unterricht kommen.

In Physik haben wir Experimente gemacht und das macht mein Physiklehrer gerne in zwei Durchgängen, also erst die eine Hälfte der Klasse und in der zweiten Hälfte der Stunde dann die andere Hälfte der Klasse. Ich war in der zweiten Hälfte und so hätte ich dann wirklich theoretisch erst um 13:30 aufschlagen müssen.

Das Experiment war übrigens Wasser kochen.

Dazwischen gab es Mittagessen und ich weiß nicht genau, was es darstellen sollte. Es waren alle Dinge da, die man brauch um sich einen Döner zusammenzubauen, nur Brot gab es nicht, also war es wohl mehr ein Döner-Teller. Wie auch immer, es war wie meistens wirklich gut essbar.

Während wir nach dem Essen so im Flur rumsaßen, kam mein amerikanischer Geschichtslehrer vorbei, der dann stehen blieb, mir erklärte, dass ein paar Generationen zurück väterlicherseits jemand aus Deutschland kommt und sie deswegen Nikolaus feiern und er sich da dachte, er sollte der deutschen Austauschschülerin einen kleinen Schokonikolaus vorbeibringen, weil sie das bestimmt vermisst. So wurde mir also ein Nikolaus in die Hand gedrückt.

Nach der Schule wollten der Kiwihüter und ich irgendwas machen, nur waren da noch meine Weihnachtsgeschenke für meine Family, die zur Post wollten und so kam es, dass ich (in Erwartung, dass ein „Mach du mal, ich warte bei mir zuhause“ kommt) fragte, „Kommst du kurz mit, die bei mir zuhause einsammeln und dann zur Post bringen?“ und er sagte „Ja“.

Im Endeffekt ist er tatsächlich nicht in Flammen aufgegangen, als er die Wohnung betreten hat und ne halbe Stunde später war ich locker-flockig 60€ ärmer (ja, das Porto für ein Paket (4,2kg) und ein Päckchen (0,7kg) waren zusammen 60€) und meine Pakete auf der Reise.

Der Kiwihüter und ich saßen dann wie meistens eigentlich rum und haben ein bisschen über Gott und die Welt geredet, bevor er zu den Pfadfindern musste. Ich bin mitgegangen und hab ihn da abgeliefert. Es waren etwa 700 Meter. Für den Rückweg hab ich dann die U-Bahn genommen. Ich bin jetzt ja ein fauler Stockholmer.

Bis dann und wann, Jenna

(05.12.2018) „Where are you?“ – „Dead“ – „What?“ – „Joking, found my people“

Der Tag begann schon überaus lustig.

Nach Frühstück fühlte sich aber überaupt nichts an und so schlürfte ich bloß meine morgendliche Dosis O’boy und machte mich dann auf den Weg zum Theaterunterricht.

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich mit ganz viel springen und rennen und drei Salti eventuell meinen Bus noch kriege (auch wenn der Nächste etwa sieben Minuten später kommen würde. Aber ich bin ja jetzt Stockholmer und alles was mehr als vier Minuten ist, ist zu lange zum Warten).

So wars auch und mein Bus und ich kamen etwa zeitgleich an.

Andere Leute hatten wohl nicht so viel Glück, denn beim Start des Unterrichts war noch niemand anders aus meiner Gruppe da.

Nach ner Viertelstunde kam dann ein Snap von einem der zwei lustigen Menschen, der mir mitteilte „Übrigens, ich sitz im selben Raum wie letzte Woche, ich hatte keinen Nerv, die Treppe hochzulaufen“, okay, also runter mit mir.

Der dritte Teil tauchte auch noch auf aber im Endeffekt haben wir nichts auf die Reihe gekriegt, denn wir sind in lustigen Diskussionen zwischen Ernährung, Religion, motorisierten Fortbewegungsmitteln und Musik gestrandet. Ach und dann hatten wir Hunger und mussten Frühstück kaufen gehen. Mit leerem Magen kann man nicht arbeiten.

Ja und dann war die Stunde plötzlich irgendwie zu Ende und bei der „Berichterstattung“ (aka. wir sitzen im Kreis und jeder erzählt, was er die Stunde gelernt hat), haben wir vortrefflich improvisiert.

Es folgte der Rückweg zur Schule und nach kurzem Blick auf den Essensplan, machte der Kiwihüter eine Kehrtwende und wir sind dann zu ihm nach Hause und haben uns selber Essen gekocht. Es hab Curry. Mal wieder. Es war sehr gut. Sie sollten es wählen.

Chemie war dann auch wirklich spaßig. Ich sag ja, Chemie ist mein absolutes Lieblingsfach auf Erden.

Übrigens sucht Schweden ganz dringend Chemiker. Ich betrachte das als grandiosen Alternativplan. Herr Müller, was zur Hölle haben sie mir da angetan?

Ich war zwischendrin etwa ne halbe Stunde völlig verzweifelt, dann ist mir eingefallen, dass ich auch ein bisschen blöd bin und ich ne Seite Berechnungen in die Tonne kloppen kann und schlussendlich lässt sich dann auch alles ganz prima ausrechnen.

Nachdem mir dann wieder eingefallen war, dass Salze ja aus Anionen und Kationen bestehen, man die Menge der Oxonium-Ionen und der Hydroxid-Ionen ja aus dem pH- bzw. pOH-Wert berechnen kann und das man mit Hilfe der Stoffmengenkonzentration und der Menge an Hydroxid-Ionen im Endeffekt auch die Menge der Anionen berechnen kann, was einem dann wiederum die Fähigkeit gibt die Säure- und Basekonstante zu berechnen, waren dann alle Mysterien gelöst und das Jenna war wieder glücklich.

Danach schlurfte ich im Endeffekt nur noch nach Hause und versumpfte irgendwie im Bett, bis schlussendlich der beste Freund meines Gastvaters zu Besuch kam und ich mich wieder aufraffen musste.

So wurde es ein wirklich netter Abend aber ich brauche Schlaf.

Bis dann und wann, Jenna

 

(04.12.2018) Schreiben wir doch mal eine Mathearbeit. Auf Schwedisch. Unterricht habe ich auf Englisch.

Aber erstmal fangen wir mit Physik an.

Es geht um Wärme. Das hatte ich ja zum Glück noch nie im Unterricht und das ist zum Glück auch überhaupt nicht unspannend oder sowas.

Vor allem ist jede vermaledeite Unterrichtsstunde exakt gleich. Nicht, dass sie schlecht wären, es ist einfach bloß langweilig. Es fängt damit an, dass er fragt, ob wir noch Fragen zu den Aufgaben der letzten Woche haben, dann werden fragliche Aufgaben an der Tafel geklärt. Es folgt eine knappe Stunde Gerede, in der man dann alles fleißig mitschreibt (was gut und gerne mal vier Zettel werden können) und den Rest der Stunde kriegen wir dann Zeit, um die Aufgaben im Buch zu lösen. Das sind pro Kapitel auch mal gerne 40 oder 45 Aufgaben. Freude.

Danach folgte Englisch und mit Englisch folgte American Psycho. Also ein Text. Über den Film. Oder das Buch. Keine Ahnung.

Ein Text voller bekloppter Vokabeln und ich frag mich wirklich, wer so spricht. Andererseits war genau das der Plan, nämlich uns so viele komische Wörter wie möglich unter die Nase zu halten und uns rätseln lassen, was sie eigentlich bedeuten. Ein Glück saß ich neben dem Briten.

Und als es dann zum Test kam (der nicht wirklich ein Test war, denn er wurde in Partnerarbeit geschrieben), war es dann ganz gut ausgeglichen. Jeden Vorteil, den wir uns irgendwie durch den britischen Teil erarbeitet hatten, hab ich als deutsche Kartoffel wieder rausgehauen. Lief ganz okay. Irgendwie. Für meine Verhältnisse.

Dann hatten wir knappe 25 Minuten, bevor die Mathearbeit anfing.

Prüfungen hier sind ziemlich formell. Die Rucksäcke müssen an der Tür stehen gelassen zu werden und auf den Tischen stehen richtige Trennwände.

Dann kam der Schock. Die ganze Arbeit war auf schwedisch. Was logisch ist, denn die beiden anderen Mathekurse in unserem Jahrgang sind ja auch auf Schwedisch. Nur ich hab den Englischen abgekriegt.

Anyway, nach ein paar Minuten hatte ich dann irgendwie auch verstanden, was genau ich machen sollte und tatsächlich war das Meiste machbar.

Nachdem die ganze Schose dann vorbei, durfte ich noch 45 Minuten vor dem Raum sitzen und auf den Kiwihüter warten, denn Menschen mit Legasthenie bekommen hier ganze 45 Minuten draufgeschlagen.

Aber wie man das mit Freunden halt so macht, wartet man. Einfach für den Fall, dass es bei ihnen nicht so besonders lief und sie sich auskotzen müssen.

Und so war es dann auch tatsächlich. Bestes Beispiel: Die ganz besonders famose Aufgabe Nummer fünf.

Man bekam einen Graphen und in Aufgabe a stand dann irgendwas wie wie „Berechne …“ und es folgte irgendwas von wegen f(2) – f(0) geteilt durch irgendwas anderes, ich habs nicht mehr im Kopf. In Aufgabenteil b folgte dann die tolle Aufgabe, die „Tangentengleichung“ an nem bestimmten Punkt (ist das das deutsche Wort? Equation of the tangent line) zu berechnen.

Also im Endeffekt ne Grade, die den Graphen streift. Irgendwas einfaches wie y=k*x+b. 

Sie können den Kiwihüter fragen, das ist ganz schön schwer, wenn man sich dann nämlich ewig fragt, wo man dann diesen vermaledeiten k-värdet (aka die Steigung) herkriegen soll, wenn man doch mit Polynomen dritten Grade rumwirft.

Er wurde auch überhaupt nicht glücklicher, als ich dann (ohne groß nachzudenken) meinte „Hä wieso, das Ding hast du doch in a schon ausgerechnet?“

Da brach irgendwas zusammen. Ich glaub wir kennen den Moment alle, wenn man an irgendwas verzweifelt und dann sagt jemand „Hä, das stand doch da“.

Zuhause hab ich dann noch die allerletzten Weihnachtsgeschenke eingepackt und alles in Kartons verstaut, die dann demnächst (aka. hoffentlich morgen) zur Post kommen.

Bis dann und wann, Jenna