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(16.04.2019) Ich möchte spontan meine Beine ampuieren

Abgesehen davon war heut einer der grandiosesten Tage seit langem! Oder genau deswegen. Also das eine war mehr so eine Nebenwirkung des anderen. Na wie auch immer.

Ich hab mich heute morgen aus dem Bett gerollt, hab mehr so nebenbei Frühstück in mich reingestopft, hab meine Tasche zusammengepackt und bin aus dem Haus gestolpert, immerhin hatten Tara und ich ja Pläne.

Ich hab dann festgestellt, dass Coop Kladdkaka verkauft und konnte natürlich nicht widerstehen und hab dann – zusammen mit einem Berg Keksen – einen ganzen Kuchen gekauft.

Was könnte man mehr vom Leben wollen?

Tara hat mich dann schon ne Station früher eingesammelt, denn so sind wir rein zufällig am Supermarkt vorbeigekommen und konnten praktischerweise noch mehr Süßkram kaufen. Na wir wollten uns ja eh bewegen.

Zuhause haben wir dann eigentlich nur noch die Rucksäcke gepackt, haben die Flaschen aufgefüllt und haben uns dann auf die Fahrräder geschwungen und schwupp waren wir auf dem Weg in den Tyresta Nationalpark.

Durch den Wald, wo wir neulich schon durch die Bäume gekraxelt sind, dann durch noch mehr Wald, dann durch ein bisschen Häuser, denn der Waldweg, den wir nehmen wollten, war wegen Bauarbeiten geschlossen.

Und irgendwann, nach langem herumradeln, waren wir dann in irgendeinem lustigen Naturreservoir und scheiße man, das war unglaublich schön da!

Es sah ein bisschen aus, als hätte jemand den Harz und den Salzgittersee genetisch vereint, das ganze Tyresta genannt und et voilà, da hätten wir den Nationalpark.

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Wir sehen doch alle diesen lustigen Berg da links oben in der Ecke, oder? Der ist höher als er aussieht und wir – blöd wie wir waren – wollten unbedingt oben drauf.

Gesagt, getan.

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Ansonsten saß man da oben wirklich nett… bis der Wind aufkam und uns Dreck in die Brötchen gepustet hat… das war dann der Punkt, wo wir unsere gesamte Picknickdecke en bloc angehoben haben und irgendwo rechts zwischen den Bäumen verschwunden sind.

Wenn man jetzt noch Dinge sehen wollte oder Sonne abkriegen, musste man sich in ein Äffchen verwandeln.

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Das großartigste Ding überhaupt ist übrigens die Tatsache, dass Tara genau so ist wie ich und dementsprechend ohne ein zweites Mal nachzudenken auch in den Baum gekraxelt ist. Und dann saßen wir da. Wie so wie Affen. Oder mehr so Faultiere.

Speaking of Faultiere:

Ich fotografiere doch jetzt wieder auf Film. Einfach bloß weil ichs kann.

Irgendwann sind wir dann doch auch wieder von unserem Berg runtergeklettert und haben – wie Menschen, die dieses Jahr noch 18 werden das so machen – das Klettergerüst beschlagnahmt.

Ja natürlich, ich bin völlig bereit für dieses ominöse „Erwachsensein“!

Tatsächlich sind wir dann aber doch irgendwann (mit Umweg zu den Ziegen) auf den Weg nach Hause gemacht. Taras Papa hats im Rücken und irgendwer musste ja deswegen mit Legolas rausgehen. Also wir. Wir haben das große Los gezogen.

Aber erstmal mussten wir ja irgendwie bis nach Hause kommen und das war irgendwie nur so mäßig cool. Da sind so viele Berge, das ist mehr wie die Alpen und nicht grade wie irgendwas, was man sich jetzt per se unter „Stockholm“ vorstellt.

Als wir dann tatsächlich zuhause waren, sind wir mehr so zusammengebrochen und als ihre Mutter dann raus gekommen ist, hat sie doch etwas besorgt ausgesehen… und uns dann Torte gebracht.

Schlussendlich haben wir dann doch irgendwann Legolas geschnappt und der hat heute so viel Zeit zum Dinge beschnüffeln gekriegt, wie er haben wollte… denn Tara und mir war nicht so wirklich zum Laufen zu Mute.

Und dann kamen wir an einem See vorbei… und Tara hat mir ihren kleinen Rückzugsort gezeigt. Also den Platz, wo sie sich hinverkrümelt, wenn sie allein sein will. Da, wo man keine Menschen mit hinbringt.

Und doch hat sie mich über den kleinen halb versunkenen Steg mit da raus genommen… hab ich schon mal erwähnt, wie froh ich bin, diesen Menschen in meinem Leben zu haben?

Sehr froh. Froher, als irgendwelche Worte auf dieser Welt beschreiben können.

Es folgen ein paar Bilder.

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Irgendwann, nachdem wir dann doch ne Stunde da draußen rumsaßen, haben wir dann doch mal auf den Weg gemacht, denn irgendwie wurdes dunkel und kalt da.

Ich dann hab ich bloß noch meinen Kram zusammengepackt und hab mich auf den Weg nach Hause gemacht… wir waren doch beide mehr so halb tot.

Aber glücklich. Ehrlich glücklich.

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Bis dann und wann, Jenna

(15.04.2019) Mamma mia, here we go again

My, my, how can I resist you?

Ich kann nicht, so einfach ist das.

Und so bin ich freiwillig um acht aus dem Bett gerollt, hab geistesungegenwärtig ein ABBA-Shirt aus meinem Schrank gekramt, dann ist mir aufgefallen, dass ein Mamma Mia Shirt wahrscheinlich angemessener wäre, schließlich haben sie ne neue Mamma Mia Ausstellung!

Ja, manchmal frage ich mich wirklich ob bei mir noch alles okay ist.

Speaking of Mamma Mia Ausstellung:

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Ich ziehe jetzt übrigens auf eine kleine griechische Insel und gründe ein Hotel!

Ansonsten hat mein kleines Fangirlherz fast einen Anfall gekriegt, sie hatten ganz viele Originalkostüme ausgestellt, unter anderem die schicken Outfits von Bill, Sam und Harry aus dem Abspann.

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Was könnte man sich denn sonst wünschen? Ach ja warte, eventuell Donnas Latzhose? Oder Sofies Brautkleid? Aber immer gern!

Ansonsten standen natürlich die übrigen Lustigkeiten an… und ich hab ganz schnell gelernt, dass der Greenscreen sich mit meinem blauen Shirt nicht vertragen hat, denn ich hab zwar noch Hände, aber keine Arme.

Aber hey, was solls.

Ansonsten hab ich glaub ich meinen persönlichen Rekord in Sachen „One Night In Bangkok“ gebrochen! Und ich hab ja noch zwei Monate Zeit, den noch ein bisschen mehr rauszupolieren. Höhö.

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Abgesehen davon, hier kommt das absolute Meisterwerk des Tages:

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Es heißt „Herzanfall“.

So, jetzt mal ganz kurz zurückspulen zum Anfang des Tages, denn ich stand nicht grundlos am Museum, fast ne halbe Stunde bevor es aufmachte.

Zu Osterzeit haben sie da nämliche ne Ostereiersuche und hey, das lass ich mir doch nicht entgehen.

Ich hab dann nur ganz schnell meine Tasche und alles en bloc in ein Schließfach gequetscht, hab die ersten zwei „Räume“ des Museums komplett übersprungen und hab mich dann auf die Suche nach Ostereiern gemacht, komplett ohne andere Menschen drumrum.

Irgendwie hatte ich ja gedacht, dass da Mengen kleine Ostereier versteckt sind und man die dann halt an der Kasse gegen nen Schokohasen eintauschen kann (oder sowas), aber nix da. Zwischendurch hab ich schon geglaubt, dass ich mich im Tag geirrt hatte, denn mir ist vieles begegnet, aber keine Eier.

Und dann… dann blitzte mich irgendwas oranges aus dem Winkel meines Auges an… Hinter den Kufen des Arrival-Hubschraubers lag ein Ei. Ha.

Äh ja. Ich bin danach dann zurück zum Anfang des Museums gelaufen und bin dann durch alles noch mal in Ruhe durchgegangen… jetzt musste ich ja nach nichts mehr Ausschau halten.

Im Shop hab ich dann mein Ei abgegeben und hab – entgegen aller Erwartungen – eine ganze Tüte in die Hand gedrückt gekriegt.

Ansonsten hab ich heute nicht mehr viel gemacht. Ich hab die Tüte ausgepackt und drin waren ein Mamma Mia Poster, eine Tasse und ein Block, ich hab ne halbe Ewigkeit mit Tara gequatscht und irgendwann hab ich mich dann in mein Bett geworfen und den fehlenden Schlaf nachgeholt.

Oh, und ich hab mal wieder versucht zu zeichnen und äh ja naja… es sieht zumindest aus wie ein Mensch.

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Andererseits, es war auch mehr so ne Nebenbeschäftigung beim Youtube schauen… während ich im Bett gelegen hab.

Bis dann und wann, Jenna

(14.04.2019) Auf, auf und davon… diesmal nach Osten

Heute Morgen hat mich dann mal wieder mein Wecker geweckt (witzig, wer auch sonst… von allein wach is ja sicher nicht auf) und tatsächlich war ich sowas ähnliches wie wach.

Und dann hab ich Google Maps aufgemacht, bin durch die Inseln im Osten von Stockholm gescrollt und hab mir einfach eine ausgesucht.

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Das Ding war nur, als ich aus dem Haus gelaufen bin, stand da noch irgendwas von wegen „2h 17min“ oder so… nur dann musste ich ja noch Proviant besorgen und hab somit dann indirekt die Fähre verpasst (oder hätte sie nicht mehr kriegen können) und hätte ich die nächste genommen, hätte es nun mal dreieinhalb Stunden gebraucht… und außerdem war das dann die letzte Fähre des Tages… ich hätte dann auf dieser gottverdammten Insel festgesessen!

Ich hab dann also ganz ganz schnell umdisponiert und bin irgendwann aus der roten U-Bahn gestiegen und hab mich am Danderyds Sjukhus dann in den nächstbesten Bus geworfen, dessen Nummer ebenfalls mit 6 anfing, denn das heißt ja, dass er zumindest ungefähr in die gleiche Richtung fährt.

Und so trug es sich zu, dass ich nicht viel später plötzlich auf Vaxholm stand.

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Und versteht mich nicht falsch, Vaxholm ist echt unglaublich schön (auch wenns heute minimal grau und recht frisch (um nicht zu sagen arschkalt) war)und so saß ich dann da erstmal auf ner Bank, hab gefrühstückt und über meinen weiteren Tagesverlauf nachgedacht. 

Und während ich da so saß, kam da son großes gelbes Bötchen. Und dann fuhren Autos auf das große Bötchen. Und dann fuhr das Bötchen weg. Und dann kam es wieder. Und dann sind da Autos rausgerollt.

Und irgendwann hats dann klick gemacht. Das ist ne Autofähre. Natürlich. irgendwie müssen die Menschen ja auch von Insel zu Insel kommen.

Und so bin ich kurzerhand auf die Fähre gelaufen und hab einen alten Mann, der aussah als wär er Eingeborener (oder zumindest jemand mit Ahnung) gefragt, was denn dieses gelbe Ding hier sei. Er sagte, dass es eine Fähre sei. Okay, dumme Frage, dumme Antwort.

Schlussendlich hat er mir dann aber noch erklärt, dass die Fähren kostenlos sind und dass man als Fußgänger einfach hinter der Markierung stehen bleiben kann und dann wird man – genau wie all die Autos – einfach zur nächsten Insel transportiert.

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Super. Wo ich doch Boote so mag.

Schlussendlich hab ichs ja überlegt und dann war ich hier:

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Rindö. Wie schön. Da wollte ich ja schon immer mal hin.

Meine weiteren Reiseoptionen waren dann irgendwie doch mehr so eingeschränkt, denn auf der ganzen Insel gab es genau einen Bus. Einen einzigen. Der von einer Seite der Insel zur anderen fährt… und dann wieder zurück… und dann wieder hin… und zurück und äh ja… ich glaub es ist nicht so kompliziert.

Und so hab ich dann ne halbe Stunde da gesessen, mehr Brötchen gegessen, und irgendwann kam mein Bus dann auch und hat mich auf die andere Seite der Insel transportiert.

Und auch da waren meine Wahlmöglichkeiten irgendwie… mehr so einseitig. Ich hätte wieder zurückfahren können, oder auf die nächste Fähre steigen. da waren keine weiteren Alternativen.

Okay, eventuell schwimmen, aber äh ne danke?

Ich hab dann das Bötchen genommen.

Und das war vielleicht eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen hab, denn ich hab definitiv einen meiner neuen Lieblingsflecken auf dieser ganzen gottverdammten Erde gefunden.

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Und dann saß ich da, hab über Gandalf und die Welt nachgedacht und es hat sich irgendwie angefühlt, als hätte ich allen scheiß irgendwie auf dem Weg gelassen.

Ich weiß nicht wie ichs anders beschreiben soll… aber es fühlte sich an als würde ich am Anfang einfach ne riesige Kiste voll mit allem möglichen Scheiß rumtragen, der dafür sorgt, dass es mir ganz schön scheiße geht (entschuldigt meine Wortwahl) und um so weiter man läuft, fährt, oder was auch immer, um so weiter man von allem weg ist, um so mehr fällt auf dem Weg aus der Kiste raus und als ich auf diesen Holzplanken da angekommen war, war meine Kiste irgendwie leer und weil ich nicht so genau wusste, was ich jetzt mit meiner leeren iste machen soll, hab ich sie erstmal an die Seite gestellt und beschlossen, nicht dran zu denken.

Und dann kam der Übermut.

Ich schmeiß hier jetzt erstmal ein paar Bilder rein…

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Und zu guter Letzt:

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Meine ersten sieben Versuche in Sachen Salto lassen sich mit den drei einfachen Worten „Aua mein Steißbein!“ beschreiben. Video folgt.

Es ist übrigens völlig Schnuppe, ob man sich wehtut oder nicht, das einzig entscheidende ist, dass die Stulpen noch sitzen!

Irgendwann musste aber auch ich wieder nach Hause und so hüpfte ich auf die nächste Fähre… und sah auf der anderen Uferseite meinen Bus. Der genau in dem Moment abfuhr, als die Fähre anlegt. Toll.

Das bedeutete dann eine volle Stunde warten. Aber ganz ehrlich? Es hätte mich schlimmer treffen können!

Irgendwann hab ichs dann ja doch nach Hause geschafft (mit kleinen Herzinfarkt, als auf einmal der ganze Bus auf die Autofähre draufgefahren ist).

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Zuhause war ich dann doch ganz schön fertig und hab mich ganz schön schnell schlafen gelegt, immerhin wartet morgen ABBA the Museum auf mich.

Bis dann und wann, Jenna

(13.04.2019) Raus, raus und ganz weit raus

Der einzige Gedanke, den ich heute Morgen hatte, war „RAAAUUUUUUUUS!!!“

Und so sollte es geschehen. Für meine Verhältnisse ungewöhnlich früh, hab ich mich aus dem Bett gerollt, in Klamotten geschmissen und bin aus der Tür gestolpert.

Mit kleinem Umweg über den Supermarkt – ich brauchte ja schließlich Kekse, Himbeer-Apfel-Saft (ich habe da eine gewisse Abhängigkeit entwickelt) und Käsebrötchen – hab ich mich dann auch in den nächstbesten Bus geworfen.

Und so verschlug es mich nach Gamla Stan und weil ich zu faul zum Laufen war und außerdem grade ein Pendelboot angelegt hatte, hab ich mich dann ganz kurzfristig dazu beschlossen, einfach aus Boot zu steigen, und zu schauen, wos eigentlich hingeht.

Blöderweise war mir dann aber wieder eingefallen,d ass ich ja eigentlich Angst vor Booten hab und bin dann doch lieber schnell wieder ausgestiegen. War nicht so toll.

Und dann war ich hier:

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Also nicht, dass das da keine nette Ecke ist, es war nur nicht spannend und sieht aus wie jede andere Neubausiedlung, völlig egal ob Schweden oder Deutschland.

Glücklicherweise war da ne Bushaltestelle. Und da war son Bus. Mit der Nummer 402 kommt man dann irgendwie nach Slussen. Da kann man dann einfach in die grüne U-bahn einsteigen, unter der gesamten Stockholmer Innenstadt durchfahren, am Brommaplan wieder aus der U-bahn steigen und dann steht man da erstmal.

Und man weiß nicht so genau, wo man eigentlich hin will und dann guckt man ein bisschen doof aus der Wäsche und steigt dann in irgendeinen Bus.

In meinem Fall war es die Nummer 176, die mich bis nach Ekerö Centrum gebracht hat und dann stand ich da. In Ekerö. Und hatte keinen Plan, was ich da eigentlich wollte. Also so gar nicht. Da ist nix.

Ich bin dann einfach ein Stück an irgend ner Straße hochgelaufen und hab geschaut, ob ich irgendwo noch Mal ne Bushaltestelle sehe… und irgendwann hab ich einfach nur noch blöd gelacht. Ich bin froh, dass da kein Mensch in der Nähe war, ansonsten hätten die wahrscheinlich die Männer in den weißen Kitteln gerufen.

Mitten im Nirgendwo, ohne Plan, ohne Ziel, und trotzdem so richtig glücklich… und das erste Mal seit Wochen ohne Kopfschmerzen.

Und tatsächlich, da war eine Bushaltestelle… mit nem Bus, der jede Stunde kommt, und an man manchen Tagen auch nur jede zweite Stunde.

Dann hab ich vergessen, nachzudenken und weil der Bus doch grade kam, bin ich einfach eingestiegen… und hab dabei natürlich nicht bedacht, dass ich ja auch irgendwie wieder zurück kommen muss und dass der Bus in die andere Richtung nicht aus wundersame Weise häufiger fahren wird.

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Aber ganz ehrlich? Ich war ein bisschen zu glücklich zum Denken.

Und so bin ich schließlich bis fast zum Ende der Buslinie 309 gefahren und hey, wenigstens hatten die da ein Schloss.

Schlussendlich sah die Route dann etwa so aus:

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Wie wir eventuell an der Verteilung der gelben Markierungen sehen, spielt sich der Großteil meines Lebens dann doch irgendwie mehr so in Stockholm City ab… aber hey, auch das größte City Girl muss mal raus.

Ehrlich gesagt war da aber sonst nicht so viel spannendes und nachdem mein Bus dann irgendwann auch wieder aufgetaucht war, hab ich mich auf den Weg nach Hause gemacht. Schließlich hatte ich kein Zelt mitgebracht und ich wusste, das ich mindestens zwei Stunden brauche, um irgendwie wieder in die Innenstadt zu kommen.

Und so ging es zurück durch Ekerö…

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Durch endlose Bäume, Häuser und mehr Bäume…

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Und durch Drottningsholmen Da hinten ist son Schloss-Dings, aber aus nem fahrenden Bus Bilder zu machen war nur so mäßig einfach).

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Und irgendwann war ich dann auch wieder in der U-Bahn angelangt (kurz nachdem ich mich im „Industriegebiet“ von Solna verirrt hatte) und hab dann ein bisschen bemalte Würfel angeguckt, während ich auf meine U-bahn gewartet hab.

Und irgendwann war ich wieder zuhause und bin auf die Minute pünktlich zum Abendbrot gekommen.

Danach bin ich einfach nur noch ins Bett gekippt und eingeschlummert.

Bis dann und wann, Jenna

(12.04.2019) Trigonometrie kann mich mal kreuzweise

Aber erstmal Sport.

Wir haben Prellball gespielt und unser Sportlehrer hat mich total hoffnungsvoll angeguckt und gesagt, dass er schon drauf gebaut hab, dass ich das kann, weil das doch aus Deutschland kommt. Nachdem er dann die Regeln erklärt hab und ich festgestellt hab, dass das quasi Faustball mit nem niedrigeren Netz ist, hab ichs nicht übers Herz gebracht, ihm zu sagen,d ass ich von Prellball noch nie was gehört hab, er hatte doch so viele Hoffnungen auf mich gesetzt.

Und so hab ich mir dann selbst eingeredet, dass meine grandiosen Faustball-Kenntnisse reichen, um jemanden davon zu überzeugen, dass ich weiß, wie Pressball funktioniert… und siehe da, es ging.

Mir tut Viktoria so unendlich leid, denn danach haben wir zu Volleyball gewechselt, und – logischerweise, wenn man das seit Jahren im Verein spielt – ist sie da richtig gut drin. Der Rest der Klasse ist aber mehr so ne Katastrophe.

Im Endeffekt hats mir dann mal wieder ein paar Pluspunkte eingebracht, dass ich so überhaupt keine Berührungsängste in Sachen Boden hab (also wortwörtlich, ich neige dazu mich hinzuschmeißen, um irgendwie noch den letzten Ball zu retten), aber wie schon gesagt, mittelschwere Katastrophe!

Danach sind wir dann alle zurück zur Schule gedackelt und dort gabs Osterbuffet, aka es gab Köttbullar, Würstchen, Kartoffeln, Eier, Hering und so Kram und hey, es hat auch nur ein kleines bisschen nach Schwamm geschmeckt. (Also die Köttbullar, alles andere war tatsächlich ganz gut!)

Mathe danach war ne mittelschwere Katastrophe. Sarah hatte gefragt, wer denn schon mal was von Trigonometrie gehört hat und ich hab – wahrheitsgemäß – gesagt, dass wir das in Deutschland letztes Jahr schon hatten, was sie logischerweise abgenickt hat, schließlich hat sie ja selbst mal in Deutschland unterrichtet.

Blöderweise war mir entfallen, dass wir Trigonometrie zwar als Thema hatten, aber ich das damals leider null verstanden hab. Also gar nicht. Nicht mal ansatzweise.

An sich wars aber irgendwie doch gut, dass ich das vergessen hatte, denn so hat mich fürs erste ein Gedanke von „Warte mal, das hier müsste ich doch können, ach das ist doch bestimmt nicht so schwer, das fällt mir doch bestimmt irgendwie wieder ein“ und so wars auch… plötzlich hat alles bedeutend mehr Sinn gemacht, als letztes Jahr. (Ja, da steht absichtlich „Sinn gemacht, denn pfff, es ist mein Blog und wenn wir uns mal kurz meine Zeichensetzung und co. angucken, dann sollte uns allen klar sein, dass ich auf sprachliche Richtigkeit nicht übermäßig viel Wert lege. Das ist so anstrengend.)

Vielleicht wars doch keine mittelschwere Katastrophe. Also ein bisschen. Wie auch immer.

Falls sich irgendwer fragt, wie es meinem Gehirn geht, es ist Matsch und ich hab einen schrecklichen Ohrwurm von diesem wundervollen Lied:

Ansonsten bin ich heute mal wieder mehr so straight ins Bett gefallen, ich bin doch echt froh, dass ich jetzt erstmal Ferien hab.

Bis dann und wann, Jenna

(11.04.2019) Uppsatsskrivning 2.0

Oh yay. Und zurück zum Aufsatz.

Ein kleiner, übergebliebener Teil von mir freut sich ja doch noch, dass ich 10 Jahre des deutschen Schulsystems mitgenommen hab, denn so bin ichs gewöhnt, für Klassenarbeiten immer nur 90 Minuten zu haben.

Deswegen ists plötzlich unendlicher Luxus, wenn man zusammengerechnet vier Stunden bekommt.

Dann hab ich nämlich am Anfang Zeit, wie ne Besessene drauflos zu schreiben und wenn das Wortlimit erreicht ist und/oder wenn ich alles wichtige untergebracht hab, kann ich anfangen, Dinge umzustrukturieren, nach Formulierungen zu suchen, die schwedische Grammatik verfluchen (speziell den Passiv, der kann mich mal!!!), irgendwelche Sätze noch acht mal neu schreiben, nur um dann doch beim Original zu bleiben… und plötzlich sind auch vier Stunden locker vergangen.

Woher kommen plötzlich vier? Zu den zweieinhalb, die wir Dienstag hatten, kamen heute nochmal eineinhalb, und davor hatten wir 15 Minuten Zeit, unsere Gruppenmitglieder lustige Dinge zu fragen, sie durch unsere Texte durchlesen lassen und was weiß ich nicht was.

Und dann kam das, was mich wirklich scheiße stolz gemacht hat.

Sie haben beide meine Einleitung geklaut (also sie haben schon gefragt, ob sie dürfen), aber trotzdem. Ich mein, ich lern jetzt seit ein bisschen mehr als sieben Monaten Schwedisch und anscheinend ist es gut genug, dass die Eingeborenen meinen Text klauen wollen. Ach man was hab ich mich gefreut.

Das war dann die Motivation, die ich gebraucht hab, um dann doch noch mal alles umzustrukturieren, komplizierte Satzkonstruktionen zu basteln (okay, ich hab mein geliebtes Beamtendeutsch (hi Mama, das hast du mir schön beigebracht) ins Schwedische übersetzt, so wörtlich wie es ging, ohne dass es komisch klingt), und inhaltlich einen kompletten Paragraphen rauszustreichen.

Physik war danach war… interesting.

Wir haben ein lustiges Experiment in Sachen Halbwertszeit von Protactinium (234Pa) gemacht, dessen Messwerte aber echt all over the place waren und an sich recht sinnfrei, aber unser Physiklehrer meinte dann auch nur so „Na wir tun jetzt mal so, als hätten wir keine Vorkenntnisse und wüssten nicht, dass die Messwerte völliger Humbug sind“ und hey, es sind Zahlen. man kann sie zum Rechnen benutzen. Es kam auch eine andere Zahl am Ende raus… die war nur – wie ein ganz schneller Blick in die Nuklidkarte (fast hätte ich Periodensystem gesagt… oh man) verriet – furchtbar falsch war. Aber hey. Was solls.

Danach fing der Spaß dann richtig an.

Wir müssen morgen diese beschissene Geschichts-Mindmap abgeben… und es lief doch so gut, also das mit dem ich-rede-mir-ganz-fest-ein-dass-es-mich-echt-nen-Scheiß-interessiert… äh ja, ja ne.

Ich hab mich dann also auf meinen Hintern gesetzt und nach sechs Stunden festgestellt, dass mal eben sechs Stunden vergangen sind… aber dafür hatte ich eine Mindmap.

Eine historisch ziemlich falsche Mindmap, aber das geht mir jetzt echt komplett am Arsch vorbei, denn wenigstens sieht sie hübsch aus. Pah. Scheiß doch auf Akkuratheit. Pfff.

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Warum der Murks sechs Stunden gedauert hat? Weil Mindomo die größte Scheiße auf Erden ist. Ernsthaft. Nie wieder. Aber jetzt ist es ja fertig.

Danach bin ich völlig tot ins Bett gefallen und wollte mit nichts und niemandem mehr was zu tun haben.

Bis dann und wann, Jenna

(10.04.2019) Uns fehlen… Menschen, und außerdem gehe ich demnächst unter die Schallplattenfälscher

Das beschreibt den Theaterunterricht heute sehr gut. Wir waren nämlich nur fünf Leute. Ein Mensch war krank und alle anderen hatten heute nationale Prüfung in Schwedisch, die zeitlich genau im Theaterunterricht lag.

Wir haben also nicht besonders viel gemacht, außer im Detail durch den ganzen Kram wie Szenenbild, Maske. Kostüme, Licht, Ton etc. zu reden, weil uns zum Proben ja irgendwie Menschen gefehlt haben.

Und da ich ja ein Teil derer bin, die für die ganze Szenographie und Requisiten zuständig sind, hab ich dann heute den tollen Auftrag erhalten, eine 69 Lovesongs Schallplatte zu fälschen, denn wir hatten mal gegoogelt, wo die preislich so liegen und 84€ sprengten dann doch etwas das Budget.

Ansonsten durften wir dann früher gehen, einfach weil wir wirklich nichts machen konnten, es war ja kaum jemand da.

Das Mittagessen war schlichtweg ekelerregend und traurig und mich würde nicht wundern, wenn wir nen neuen Rekord in Sachen „Essensabfälle“ aufstellen. (Meine Schule wiegt das weggeworfene Essen und hängt dann jede Woche ne Liste aus, wie viel Essen an welchem Tag der Woche weggeschmissen wurde).

Ich glaube „matsvinn“ und „hållbarhet“ (Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit) sind die beiden Lieblingswörter einer ganz bestimmten, pseudo-umweltbewussten Schicht in der Stockholmer Gesellschaft, zu der größtenteils Menschen der gehobenen Mittelklasse gehören, die sich gerne was auf sich selbst einbilden, aber damit natürlich – sie sind ja Schweden – nicht so offen prahlen können und so verstecken sie sich hinter Gerede über Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, aber lassen dann das Licht brennen, wenn sie das Haus verlassen und nehmen das Flugzeug nach Göteborg, weil ihnen der Zug zu lange braucht. Ich hasse so Menschen.

Ich möchte hier niemanden als scheinheiligen Heuchler betiteln, aber genau das ist das, was sie sind. Ernsthaft. Hyprocrites!

Anyway, wo waren wir stehengeblieben? (Ich könnte mich darüber auch noch 800 Wörter lang aufregen, aber ich glaub das hab ich vor Wochen schon mal alles niedergeschrieben und grade bin ich schlichtweg zu müde dafür).

Genau, ich hatte dann Chemie und wir haben mit Reaktionsmechanismen angefangen und ich liebe es! Es ist irgendwie alles so faszinierend und spannend und ach ja… schön ists.

Kleine Anekdote an dieser Stelle: Ich hatte meine Mappe zuhause liegen lassen und so hab ich meinen Lehrer dann gefragt „Får jag springa ner och hämta min mapp?“ (Darf ich runter laufen und meine Mappe holen?) und natürlich durfte ich. Warum sollte ich auch nicht dürfen?

Das einzige, was ich eventuell nicht erwähnt hatte, war, dass mit „runter laufen“ nicht runter zu den Schließfächern gemeint war, sondern runter zu mir nach Hause.

Aber hey, ich hab die Beine in die Hand genommen und weiß jetzt, dass es nicht mal vier Minuten braucht, um durch die gesamte Schule zu rennen, über die Straße, den Berg runter, durch die Häuser durch, durch ein Tor und zwei Türen, in mein Zimmer und dann den ganzen Weg wieder zurück.

Ansonsten ist nicht mehr viel spannendes passiert. Ausnahmsweise haben Tara und ich uns mal nicht festgequatscht und ich bin nach Hause gelaufen und hab mich in mein Bett verkrümelt… an Energie für mehr als bloß Schule mangelt es mir dann doch noch.

Bis dann und wann, Jenna