(24.06.2017) Guten Morgen und was alles nicht klappt, wie es soll.

Wieso hat dieser Blogeintrag einen so schrecklich pessimistischen Titel? Vielleicht damit es zum Start meiner ganzen Reise hier passt, aber lest selbst…

Fangen wir einfach mal ganz vorne an, wie ich hierzu überhaupt gekommen bin und so Zeugs.

In meinem Umfeld, vor allem auch in meinem direkten familiären Umfeld, haben viele einen Austausch in die USA gemacht (viele ist wohl relativ, mein Bruder und zwei meiner Cousinen, damit steht der Counter bei 3, aber darüber sehen wir kurz hinweg), wobei das nicht der einzige ausschlaggebende Aspekt war, lediglich ein Faktor, der mir das alles noch näher gebracht hat und vor allem, der es in mein direktes Blickfeld gerückt hat.

Der Grundgedanke kam vor einiger Zeit daher, dass klein Jenna die USA einfach ziemlich cool fand, wahrscheinlich weil sie noch nicht wirklich nen Plan hatte, was da so abgeht. Ich fürchte, mein Bild von den USA bestand aus Pan Pizza, Speedboot fahren um die Freiheitsstatue, großen Häusern mit schön geschwungenen Driveways, übergroßen, bunten Plüschfiguren auf dem Times Square und Brunnen voller lachender Kinder in Philadelphia. Das klingt so nämlich wirklich nett, dass da nicht alles ganz so rosig ist, versteht man mit 10 nicht so wirklich.

Trotzdem hat sich der Wunsch dort hinzugehen gehalten, bis besagtes Ländchen ein neues Staatsoberhaupt bekommen hat und ich mir plötzlich sehr sehr sicher war, dass ich da doch nicht mehr hin will. Eine Alternative muss her, denn der Wunsch ins Ausland zu gehen bleibt irgendwie.

Es folgt der Januar diesen Jahres und eine Freundin, die gerade nach einem halben Jahr in Norwegen wiedergekommen ist. Die metaphorische Glühbirne über meinem Kopf blinkt um ihr Leben und damit hatte sich Skandinavien als vortreffliche Idee in meinem Kopf festgesetzt.

Stellt sich nur die Frage, ob Norwegen, Schweden oder Finnland, wobei sich Finnland verdammt schnell aus dem Rennen geschossen hat, nachdem ich die finnische Sprache auch nur mal kurz gegoogelt hatte. Meine Bereitschaft, eine Sprache mit 14 Kasus (Kasusse, Kasen, Kasu, Kasi, Katzen, hä was?) zu lernen, hielt sich wirklich stark in Grenzen und so blieben mir noch Norwegen und Schweden.

Die Frage war schon bedeutend schwieriger, denn die Sprachen sind sich auf den ersten Blick nicht allzu verschieden und landschaftlich ist beides wirklich wunderschön.

Zwei Faktoren waren in dem Fall ausschlaggebend, Punkt eins, Norwegen ist nochmal teurer (hey, ich bezahle gern 8 Euro für meinen verdammten Orangensaft, kein Ding) und Punkt zwei ist eben doch die Sprache.

Man nehme sich das gleiche Lied (zu Vergleichszwecken: Wencke Myhre: Säg ja till kärlek / Si ja til kjærlighet), nur ein mal auf Schwedisch und ein mal auf Norwegisch, lässt es ein wenig laufen, nimmt sich dann den Text zur Hand und versucht die Stelle zu finden, die grade gesungen wird. Vielleicht liegts an mir, aber im Schwedischen empfinde ich es als wesentlich einfacher, die entsprechende Stelle zu finden. Allgemein erscheint mir die Aussprache im Schwedischen wesentlich einfach und ich hab das dumpfe Gefühl, das vereinfacht mir das Lernen ungemein.

Damit stand der Entschluss, das Zeil ist Schweden.

Kommen wir mal zu dem pessimistischen Titel:

Besagte Freundin, die in Norwegen war, war eben für etwa 5 Monate dort, also das erste Schulhalbjahr, sodass sie pünktlich zum zweiten Halbjahr eben wieder in Deutschland war. Ich, in meiner naiven Denkweise dachte mir, das muss ja für Schweden auch so funktionieren, mit dem halben Jahr. Denkste.

In dem Fall hab ich das Glück, dass meine Schwester nebenbei mal bei solch einer Austauschorganisation gearbeitet hat und dementsprechend wusste, was es da so gibt. Und Pustekuchen, für Schweden ist eigentlich wohl generell immer ein ganzes Jahr angesetzt, weswegen auch immer, ich habs nur so halb verstanden, da ist wohl irgendwas mit der Schule oder so.

Jetzt heißt es halt erstmal fleißig suchen, ob es nicht irgendwie möglich ist, doch bloß ein halbes Jahr dort hinzugehen und wenn nicht muss ich in den sauren Apfel beißen und ein ganzes Jahr gehen.

Was macht den Apfel sauer? Ich hab hier mein Motorrad stehen, was in der Zeit verstaubt und irgendwie hab ich ein wenig Angst, dass ich die frischen Fahrkenntnisse einfach wieder vergesse und zweitens werde ich in der Elften gehen, eben weil ich wieder G9 habe, also 13 Jahre Schule, statt 12. Das heißt, dass die Elfte ein wenig Lehrlauf ist, quasi Eingewöhnung in die Oberstufe etc, aber eben noch nicht wirklich Oberstufe.

Bedeutet aber, ich müsste ja in der Elften dann die Kurse für 12 und 13 wählen, was super ist, wenn ich nicht da bin und vor allem in der Elften ganz neues Fächer bekomme, die ich dann eventuell wählen kann/muss, ohne sie je gehabt zu haben (da wären so Zeug wie Darstellendes Spiel, Informatik, Wirtschaftslehre etc), die ich halt vorher nicht hatte, sondern zum ersten Mal in dem Jahr, dass ich aber nicht da bin. Wenn ich die Fächer also auch in Schweden dann nicht hab, kann ich sie für die Oberstufe wohl kaum wählen, weil ich sie eben vorher nie hatte und mir somit jegliche Grundkenntnisse fehlen. Sicher, die könnte ich mir mit Büchern und dem Internet selbst beibringen, na herzlichen Dank auch.

Was sich in dem Punkt also noch ergibt wird sich zeigen, in dem Punkt werden sowieso noch Gespräche mit der Schule folgen und viel Infos einholen bei den Organisationen, aber erstmal wollte ich meine Bedenken doch ganz gern hier festhalten.

Abschließend für diesen ersten Beitrag ist wohl noch zu sagen, dass es eh ein kleines Wunder ist, dass ich das hier jetzt schreibe, weil zwischenzeitlich das hier doch ziemlich auf der Kippe stand und ich mir eigentlich doch sicher war, ich würde nicht gehen.

Unter anderem eben wegen des Kletterns, des Motorradfahrens, einzelnen Menschen hier (wobei andere auch einer der Gründe sind, warum ich gehe… von einigen braucht man einfach mal ne Auszeit) und eben dem Problem mit der Schule.

Schlussendlich ist es aber doch so, dass man eben auch nicht jünger wird und man die Möglichkeiten nutzen sollte, wenn sie sich einem bieten. Der Mensch realisiert oft nicht, welche Möglichkeiten er hat, bis sie nicht mehr da sind und dann steht man da und denkt sich so „Hättestes mal bloß getan.“

Also von daher, ich bin gespannt, was das alles noch so mit sich bringt und ich freu mich drauf, das alles hier festzuhalten.

In dem Sinne und bis dann und wann, Jenna.

 

 

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s