(13.08.2018) 5 scheiß Tage

Scheiße in der Tat.

Das ist wie sitzen auf heißen Kohlen mit Hummeln im Arsch, den Füßen Im Hornissennest, einem Braunbär der meine Hand für sein Mittagessen hält und gleichzeitig den Kopf tief im Sand stecken haben, und das alles zusammen.

Positiv anzumerken sei an dieser Stelle, dass meine Gastfamilie toll ist. Also so richtig. So sehr, dass ich mich überwinde und sogar Harzer Käse mitbringe. (Wobei das eine komplett andere Geschichte ist).

Mein momentanes Innenleben ist lässt sich mit diesem tollen Paint-Diagramm super erklären.

Mein Gott (oder Gandalf. Lieber Gandalf), ich hab Angst. Und mir ist praktisch 24/7 schlecht.

An dieser Stelle, ich freu mich tierisch um jeden Menschen, der Samstag gekommen ist um mir tschüss zu sagen! Nur leichter gemacht hats das nicht, jetzt weiß ich nämlich wieder sehr sehr doll, warum ich euch alle so vermissen werde.

Ich hab so viel Angst.

Angst, dass mein Schwedisch nicht reicht. Angst, von Fettnäpfchen in Fettnäpfchen zu stolpern. Angst, meiner Gastfamilie auf die Nerven zu gehen. Angst, keinen Anschluss zu finden. Angst, den Erwartungen nicht zu entsprechen. Angst, irgendwelche organisatorischen Dinge zu versauen. Angst, Dinge hier in Deutschland zu verpassen. Angst, dass Menschen hier für immer von mir gehen, denen ich nicht tschüss sagen konnte. Angst, dass mir in Schweden was passiert und niemand da ist. Angst, dass mich der Inhalt meines Kopfes auffrisst. Angst, dass mich das Heimweh packt. Angst, in der Schule hier nicht wieder reinzukommen. Angst, dass die Schule in Schweden zu schwer ist. Angst, allein zu sein. Angst von zu vielen Menschen umgeben zu sein, ohne wirklich von ihnen umgeben zu sein. Angst, dass Gefühl von Fremde nicht loszuwerden. Angst, zurück zu kommen und Schweden mehr zu vermissen als gesund ist. Angst davor, vor Angst blind zu werden.

Und niemand kann mir die nehmen, denn das ist meine Angst. Nur meine.

Und jeder Mensch, der mir sagt „Ach, mach dir keine Sorgen, das wird schon“, streut effektiv Salz in die Wunde (#DankeFürDeinVertrauenInMichEsSetztMichInnerlichUnterDruck)

Natürlich nimmt man sowas niemandem übel, ich bin froh um jeden Menschen der so viel in mir sieht, dass er an mich glaubt. Und wirklich dankbar, nebenbei gesagt.

Nichtsdestotrotz kann ich nicht schlafen, denn sobald meine Augen zufallen, schreit etwas in meinem Kopf „Willst du die letzten 120 Stunden in Deutschland wirklich verschlafen? Du bist bald weg, nutz sie sinnvoll“, danke lieber Kopf, aber es ist 1:00 und Produktivität zu dieser Zeit ist standartmäßig etwas fehl am Platz.

Kurzzeitig helfen so Dinge wie Gastgeschenke kaufen. Aber noch mehr Gastgeschenke kann ich wohl kaum kaufen, ohne dass es langsam komisch wird.

Und meine arme Gastschwester weiter vollheulen fühlt sich gleichermaßen falsch an.

Also bitte, kann mich irgendwer retten (oder meinen Kopf abschrauben)? Ansonsten werden die nächsten 5 Tage in Deutschland verhältismäßig unschön, und ich würde sie eigentlich gern anders in Erinnerung behalten.

Bis dann und wann, Jenna.

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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