(24.08.2018) Hier, nimm doch mal ein paar Bücher!

Das schwedische Schulsystem, da könnte ich mich ja jetzt schon ewig drüber auslassen.

Das einzige was ich jetzt grade allerdings loswerden möchte, ist, dass ich 3 Stunden gegen das starke Bedürfnis gekämpft habe, meine neue Mathelehrerin mit meinem Taschenrechner zu bewerfen oder ein bisschen zu erstechen oder so. Sie vereint alles in einem Menschen was mir endlos auf den Puffer geht und außerdem schlafe ich bei binomischen Formeln echt ein.

Bis auf diesen klitzekleinen, dauergrinsenden und sich selbst sehr tollfindenden Totalausfall, liebe ich diese Schule immernoch.

Da verbringt man dann auch einfach mal zwei Stunden damit in einem leeren Klassenraum zu sitzen und Musicals zu singen.

Bis dann jemand kam und meinte wir kriegen jetzt Bücher. Ich glaube ich sah glücklicher aus als der Rest, könnte aber auch daran liegen, dass ich glücklich über alles bin, was nicht mit diesem verdammten Computer zu tun hat. (Nicht, dass ich nicht dankbar wär, dass wir die einfach so bekommen, aber ich mag Papier und Stift wirklich viel, viel lieber).

Und es gab viele Bücher. Mehr Bücher als ich Fächer hab, was etwas beängstigend ist.

[Und @Herr Müller, sie können schon mal prophylaktisch für mich freuen (oder sich selbst auf die Schulter klopfen), ich verstehe Chemie immernoch, und das sogar auf Schwedisch. (Könnte aber auch daran liegen, dass die ersten drei Themen das Berechnen von Gasvolumen, Katalysatoren und dann Säuren sind, was wir eventuell schon hatten und was sie hier erst im Jahr vor dem Abschluss (aka. dem Äquivalent zur 13. Klasse lernen)].

Außerdem hab ich den Touri gespielt und bin ins Hard Rock Cafe gestiefelt. (Und Schwedisch gesprochen, hey!). Normaler Weise, wenn ich in irgendeinem Laden Schwedisch spreche steht meine Gastschwester hinter mir und hält mir ein metaphorisches Messer an die Kehle.

Am Ende werde ich ihr dafür sehr sehr dankbar sein, denn genau das brennt sich ziemlich in den Kopf ein.

Auch wenn es etwas komisch aussehen muss, wenn man durch die Straßen läuft und das Alphabet, die Wochentage, Adressen oder Zahlen runterbetet. Trotzdem, am Ende werde ich ihr unendlich dankbar dafür sein.

Abends war der beste Freund meines Gastvaters da, der wohl bald nach London zieht und sich verabschieden wollte. Und mitten, als wir grade in ein wirklich tolles Gespräch über Science-Fiction verwickelt waren, kam meine Gastschwester nach Hause und hat mir erklärt, dass wir jetzt losmüssen und ich die deutsche Austauschschülerin ihrer Freundin kennenlerne.

Was man mir allerdings verschwiegen hat, dass da noch etwa viele andere Menschen waren – und ich hasse Gruppen an Menschen in meinem Alter. Vor allem Schweden sind apparently ein bisschen zu all over the place (wie auch immer man das bitte auf Deutsch sagen soll). Es war sehr nett, sie alle mal kennenzulernen aber ja, nein.

Dann doch lieber wieder zurück nach Hause und zurück zu Science-Fiction und mehr (viel mehr) O’Boy, was wohl weitestgehend zum inoffiziellen Nationalgetränk erklärt wurde.

Ein Glück ist meine Gastschwester einer der liebsten und verständnisvollsten Menschen die mir je untergekommen sind, also all good!

Morgen backe ich hoffentlich Streuselkuchen (oder gehe ins Abba-Museum? Oder beides?), wir werden sehen.

Bis dann und wann, Jenna.

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

2 Kommentare zu „(24.08.2018) Hier, nimm doch mal ein paar Bücher!“

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