(06.09.2018) Gedanken aus dem Schwedischunterricht

Okay das ist doch etwas strange. Mein Plan, Deutschstunden zu machen, hat nur so halbwegs gut geklappt. Irgendwo hat sich da irgendwas vertauscht, auf jeden Fall sitze ich jetzt irgendwo (aka in der hintersten Ecke der Schwedischklasse) und schreibe.

Weil schreiben meistens das einfachste ist, wenn man sich irgendwie beschäftigen muss.

An dieser Stelle sei anzumerken, dass tippen jetzt bedeutend leichter ist, ich habs geschafft die Tastatur auf Deutsch umzustellen. Also yay.

Und tatsächlich ist es gar nicht so unendlich schwer, die Tastaturen umzuswitchen.

Da ich jetzt etwa zwei Stunden Zeit hab, kann ich die Zeit auch nutzen, um mal mit ein bisschen Zeug aufzuräumen, das sich in meinem Kopf ansammelt.

Zum schwedischen Schulsystem:

An dieser Stelle sei anzumerken, dass ich an diesem Punkt von meiner Schule ausgehe. Meine Gastschwester beispielsweise hat keinen Blockunterricht so wie ich, und was weiß ich, was genau bei ihr noch anders ist.

Ich für meinen Teil habe auf jeden Fall Blockunterricht. Das heißt, dass ich Englisch, Physik, Geschichte, Deutsch, Theater und Mathematik zu Stunden von je 2:45h habe. Schwedisch allerdings nur 1:50h und Sport 1:15h.

Pause gibt es dann, wenn der Lehrer es für angemessen hält und die Klasse angemessen erschöpft aussieht.

Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, von was genau man da übermäßig erschöpft sein kann, aber dazu später mehr.

Ansonsten hängt es vom Lehrer ab, in welcher Sprache unterrichtet wird. Manche Lehrer sprechen kein Schwedisch, daher ist der Unterricht allenfalls auf Englisch. Andere sprechen auch Schwedisch, unterrichten aber trotzdem auf Englisch, wieder andere mischen beides kunterbunt und nochmal ganz andere sind schwedisch sprechende Schweden.

Das erklärt auch warum sie alle wirklich gut in Englisch sind, müssen sie auch, ansonsten wird die Schule ganz offenkundig zur Hölle.

Bis auf ein paar Ausfälle sind die Lehrer allerdings unglaublich liebe Menschen und ich fühle mich wirklich gut aufgehoben.

Aber stofflich hängen sie absolut hinterher und das, mit Ausnahme von Englisch, in absolut jedem Fach.

So haben wir jetzt in Geschichte vier Stunden Zeit bekommen, eine Zeitstrahl zu basteln, in Physik haben wir Papierhelikopter fallen gelassen und die Fallzeit berechnet und in Mathe machen wir binomische Formeln. Oh Freude.

Schwedisch lässt sich natürlich recht schwer zu beurteilen, so habe ich doch für den Moment aufgegeben, Dvärgen zu lesen. Aber gut, es ist halt einfach simple Romananalyse. Erinnert mich stark an Andorra in der neunten Klasse (und begeistert mich auch ähnlich stark).

Und sonst so?

Des weiteren wird es langsam kalt. Also es wird Stiefel- und Pulliwetter. Ich freu mich sehr!

Außerdem fängt Parkour nächste Woche an, und ich bin definitiv überzeugt, dass es gut wird.

Und ich werde Apfelstrudel backen, das steht schon fest.

Abgesehen davon, bin ich glaub ich wirklich im Leben angekommen. Ich spüre die typische , mittelmäßige Motivation morgens aufzustehen, kann immernoch kein Frühstück essen und schlürfe deswegen bloß ein Glas O’Boy (das im Moment wohl nicht mehr produziert wird (zum Glück haben wir noch genug zu Hause) und deswegen online für gut und gerne 5000kr (500€) verkauft wird). Nc der Schule würde ich Hausaufgaben machen, falls ich denn welche aufkriegen würde und dann schau ich Criminal Minds, lese Spindelmannen (Spider-Man) Comics, latsche durch die Gegend und treffe mich mit Freunden (oder Günthers Hausherr). Leben also.

Ich bin unendlich glücklich und unendlich dankbar, hier sein zu dürfen und dabei noch solch unverschämtes Glück zu haben.

Meine Gastschwester hat, bevor ich gekommen bin gesagt, dass es wichtig ist, nicht zu erwarten the time of my life zu haben, sonst werde ich höchst wahrscheinlich schrecklich schwer enttäuscht. Aber grade eben? Grade eben bin ich glücklicher und sorgenfreier, als ich wahrscheinlich jemals war.

@Familie und Freunde zu Hause: Das heißt nicht, dass ich unglücklich war zu Hause, keinesfalls! Aber ich weiß nicht genau was es ist, aber Schweden ist wirklich unendlich unfassbar schön und ich kann nicht mal genau in Worte fassen, wo genau das herkommt oder was genau anders ist, es ist einfach alles wie es ist.

[Ich hab immernoch über eine Stunde Unterrichtszeit über und ich krieg langsam einen Krampf in der Hand, ich hatte es auf so kleinen Laptoptastaturen zu tippen.

Ernsthaft, ich glaube es wär angenehmer, auf meinem Handy zu tippen. Abr auch wenn ich mein Handy rausholen dürfte, fühlt sich das so komisch an, dass nein. Einfach nein.]

Um meine Hände zu schonen:

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

Ein Gedanke zu „(06.09.2018) Gedanken aus dem Schwedischunterricht“

  1. Hallo Jenna, hab grad deinen ausführlichen Bericht gelesen und kann dazu nur sagen: dein großes Glück macht auch uns unendlich glücklich!!! Nicht auszudenken, wenn es anders wär. Genieße die Zeit, O, O

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