(12.09.2018) Oh hell yeah pt. 2: CHEMIE! CHEMIE! CHEMIE!

Ich habs ernsthaft geschafft, den gesamtem Unterricht ausschließlich Schwedisch zu sprechen. Während Theater und während Chemie. (Apropos, CHEMIE!)

Irgendwie macht mich das sehr sehr sehr happy. Es funktioniert nämlich. Und ich bin grade mal 3 1/2 Wochen hier. Oh hell yeah.

Heute war das Thema „Improvisation“ (also in Theater, nicht Chemie. Das stell ich mir leicht ungünstig vor) und hell yeah (again), das macht furchtbar Spaß.

Vor allem hat man hier nicht das Gefühl, dass einem in diesem Land irgendwer für irgendwas verurteilt. Scheißegal was man anhat, wie man aussieht oder wie man rumblödelt.

Das macht sowas bedeutend einfacher.

Ich muss die Geschichte, die dabei (auf Schwedisch!) entstanden ist, einfach aufschreiben. Aufgabe war, von unserem Tag zu erzählen, und alle Wörter, die der Partner reinruft, spontan einzubauen.

Ich bin also aufgewacht. Mein Wecker hat nicht geklingelt aber die Autos haben so laut gehupt, dass ich aufgewacht bin. Ich bin dann in die Küche geflogen um mir ein Sandwich zu machen, während ich eine Dokumentation über Frösche im Radio gehört habe. Übrigens trage ich heute ein rotes Kleid, dass ich gestohlen habe, was aber im Endeffekt auch egal ist, denn meine grüne Regenjacke ist ebenso geklaut. Draußen stürmt es, und auf dem Weg zur Schule, kracht ein Ast direkt vor mir auf den Boden. Gelähmt vor Angst brauche ich sehr lange für den Schulweg. Doch auch das ist egal, denn irgendwie ist kein Unterricht. Wir sitzen also da und schauen Cinderella, als wir plötzlich schrecklich Durst auf Milchshakes bekommen und eine „Freiwillige“ losschicken, welche zu kaufen. Als sie zurück ist, und wir grade alle am Schlürfen sind, sticht sich leider jemand mit einem Strohhalm ins Auge. Als ich mit der Schulsanitäterin zurück im Klassenraum bin, begrüßt mich die Polizei, denn sie haben Ermittlungen wegen Milchshakediebstahl eingeleitet.

Exakt so war mein Tag natürlich auch in echt!

Nein aber ganz im Ernst, Theater ist eins meiner Liebsten Fächer und ich glaube wir haben alle furchtbar Spaß.

Und nun, *Trommelwirbel* CHEMIE!

Ich bin positiv überrascht, in jeder Art und Weise.

Zu allererst schreiben alle auf Papier (ich vermisse das ernsthaft), dann haben wir Massen an ausgedruckten Blättern gekriegt und kein „Yea there’s a document in your google drive folder“ (DANKE!), dann sind wir relativ auf einer Höhe mit dem Deutschen Schulsystem (nicht komplett, aber doch ziemlich), so stehen für den Moment Gleichgewichtsreaktionen an und zum Ende des Jahres bewegen wir uns dann auf die organische Chemie zu.

Und ganz wichtig: Das leicht gehetzte Gefühl, was ich in Deutschland in fast ausnahmslos jeder Stunde habe, ist wieder da (und ich habs ehrlich vermisst). Das elende Hetzten, um schnell die Aufgabenstellung von der Tafel abzuschreiben, bevor der Lehrer sie abwischt (seht seht, handgeschrieben, keine PowerPoint) und dann blitzschnell irgendeine Rechnung zusammenschmeißen, damit man irgendein Ergebnis hat, bevor der Lehrer nach Lösungsansätzen fragt.

Ich funktioniere besser so. Vielleicht ist es in meinen Genen, aber ein gewisses Level an Hektik und Stress brauche ich.

Ich weiß nicht, was man im Titelbild entziffern kann (eventuell kann man das Bild größer ziehen? Oder in nem neuen Tab öffnen und dann größer ziehen?) aber das sind noch die ordentlichsten Seiten der in Eile abgeschriebenen, krakeligen Aufgaben, und noch völlig ohne Lösungen, aber es ist HANDGESCHRIEBEN.

Ich glaube, es ist kein gutes Zeichen, dass mich das so glücklich macht, aber das lassen wir mal unbeachtet und freuen uns einfach, dass ich glücklich bin.

Ich hab mir so unendlich gewünscht, dass Chemie gut wird (ich brauch nen Ausgleich zu Mathe (würg)), und ich hab definitiv mehr als Glück!

Aber Glück hin oder her, ich bin müde und muss dringlichst in die Heia.

Bis dann und wann, Jenna

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

2 Kommentare zu „(12.09.2018) Oh hell yeah pt. 2: CHEMIE! CHEMIE! CHEMIE!“

  1. Ich verwehre mich auf das Heftigste gegen die Andeutung, ich könnte auch nur homöopathische Dosen von Stress und Hektik in den Genpool eingebracht haben!!!

    Widerrufe!!! (Lieblings-)Hexe!!! 😀 😀 😀

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