(19.09.2018) Jo, Schwedisch läuft. Und Chemie auch

Ich glaube ehlich gesagt, ich rede mir nur ein, ich wär gut in Chemie und dass ich dieses Fach so unendlich liebe. Und das ganze mach ich so überzeugend, dass ich das selbst glaube. Und es funktioniert. Man kann sich also selbst einreden, dass man Dinge kann.

Ich glaube ehrlich gesagt, dass ist eins der wichtigsten Dinge, die ich jemals gelernt habe.

Ich, als Mensch, der sich wahrscheinlich mehr Sorgen macht, als er andere Gedanken hat. Und trotzdem, mir selbst Dinge einreden, hat mich vor allem im letzten Monat so oft gerettet.

Wenn man sich einredet, dass man Schwedisch spricht, dass man Chemie kann, dass man Physik versteht, dass man die U-Bahn durchschaut hat, dass man Backen kann und dass man sicher und frei ist, dann ist Schweden das Land, in dem das tatsächlci funktoniert.

Ich bin mir bewusst, wie dankbar ich sein muss, in einer Welt, Land und Gesellschaft zu leben, in der das tatsächlich so umsetzbar ist, in der ich die Freiheit und Möglichkeiten habe, mir Dinge einzureden.

Und ganz erlich, die kleinen Erfolgsgefühle, die sich hier und da einschleichen, wenn völlig unterbewusst irgendwas umgesetzt wird, was man sich selbst die ganze Zeit einredet, weil man es verinnerlich und plötzlich ist es doch kein Engerede mehr, dann ist das eins der schönsten Gefühle, die ich jemals erleen durfte.

Heute stand also „Laboration“ an, und holy fuck! Das Labor dieser Schule ist mal ganz schön impressive. Jedes Zweierteam hat seinen eigenen Arbeitsbereich, mit Spüle, allen Anschlüssen, allen erdenklchen Utelsilien, Mengen an Schutzausrüstung (die uns alle wie Labor-Minions aussehen lässt) und einem Abzug.

Und hey, es geht wirklich auf Schwedisch. Und alle meine Notizen sind auf Schwedisch (und nichts ist von irgendeiner Tafel abgeschrieben, sondern nur nach hören oder tatsächlich selbst erdachte Beobachtungen.

An dieser Stelle hatte ich aber auch unfassbar Glück mit meiner Lab-Partnerin, die hatte nämlich seit einem Jahr kein Chemie mehr gehabt, und konnte sich etwa so gut an alles zum Thema Gleichgewichtsreaktionen erinnern, wie ich fachspezifisches, schwedisches Vokabular hatte. Aber ohn scheiß, ich hatte selten so viel Spaß.

Ein Mensch versteht das Thema und kann aber nichts sagen und der andere könnte was sagen, weiß aber nicht was. Schlussendlich haben wir aber alles irgendwie hingekriegt – und again – das ist so ein elendig episches Gefühl, wenn man merkt, dass es auf Schwedisch funktioniert (zwangsweise, die englischen Wörter hätten niemandem geholfen).

Erfolgserlebnis zwei stellt sich dann ein, als losgelatscht war, um Tipp-Ex zu kaufen. Blöderweise bin ich in mein lieblings Schreibwahrengescäft gegangen –  was glücklicher Weise preistechnisch sehr okay ist, aber ich habe totzdem Post-It’s mit Vögeln drauf gekauft. Wofür. Warum. Hilfe.

Af jeden Fall fragte mich der Herr an der Kasse dann ob ich eine Tüte haben möchte (was ich höflich (auf schwedisch) verneint habe), hat er irgendeinen Satz auf Schwedisch hnterher geschoben, den ich for the sake of my life nicht vertanden hab und – for the first time in my whole entire life – habe ich nicht in Panik „Sorry, I don’t speak swedish“ gesagt, sondern ohne auch nur ein Sekündchen nachzudenken auf Schwedisch gefragt, ob er erklären könnte, was er grade gesagt hat.

Und siehe da – alle Angst war völlig unberechtigt!

Er hat mir nicht den Kopf abgerissen, ich wurde nicht öffentlich bloßgestellt und nichts – alles was passiert ist, ist, dass mir langsam und deutlich erklärt wurde, dass ich die tolle Möglichkeit habe, Mitglied zu werden – was ich höflich dankend abgelehnt hab.

Also yay. Und müde as always!

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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