(26.09.2018) SchwarzwälderkirschKUCHEN

Hab ich erwähnt, dass ich mir gestern die Bauchmuskeln gezerrt hab?

Ich wusste vorher auch nicht, dass das geht, tut es aber und tut weh wie sau! Nämlich ungefähr bei jeder Bewegung. Hinsetzten, aufstehen, laufen, atmen, essen, trinken, lachen, sprechen, Schuhe anziehen, Schuhe wieder ausziehen, aufs Klo gehen, Zopf machen (was praktisch nicht geht) und so ziemlich alles andere.

Dementsprechend spannend war dann mein Theaterunterricht auch, denn wer sich nicht bewegen kann, sitzt logischer Weise nur am Rand und guckt. Das war dann der Moment, wo 2:45h doch etwas lang wurden.

Ansonsten war aber Chemie sehr gut. Es fing mit einem Überraschungstest an – den ich nicht mitschreiben musste, aber wollte. Nur durften keine Laptops auf den Tisch, für nirgendwen und so auch für mich nicht – was ich verstehen kann – bedeutet aber auch; kein Wörterbuch!

Dementsprechend war ich dann doch sehr froh, dass ich den Test nicht abgeben musste und auch keinen Noten bekomme! Aber es wird besser, viel besser!

Ansonsten muss mal erwähnt werden, wie lieb doch die Menschen alle sind.

Nach dem Test hatten wir Pause und während alle regelrecht rausgestürmt sind, war mir so gar nicht nach bewegen zumute. Dann kam tatsächlich ein Mädchen wieder rein und hat mich regelrecht mit rausgezerrt, allein rumsitzen wär doch blöd.

Und meine Freunde sind sowieso die Helden!

Das sind nämlich die, die mich ernsthaft in die Fensterbank und wieder rausgehoben haben, damit ich was zum sitzen hatte, die meine Tasche durch die Gegend getragen haben (unter völliger Ignoranz meines Protests) und die sowieso die liebsten Menschen sind.

Zuhause hab ich dann gebacken.

(Achtung, das Titelbild ist verwirrend! Die Köttbullar waren nicht Teil des Kuchens sondern gehörten später zu meinem Abendessen.)

Schließlich musste ich Testläufe für den Geburtstagskuchen für meinen Gastvater starten! Der wünscht sich nämlich Schwarzwälder Kirschtorte. Okay, wünschen ist der falsche Ausdruck. Ich bezweifle, dass er mich drum bitten würde, aber meine Gastmama hat das mal vorsichtig an mich rangetragen.

Allerdings konnte ich ja schlecht mal kurz auf nem Mittwoch Nachmittag ne ganze Torte backen, deshalb die abgespeckte Version: der Schwarzwälder Kirschkuchen.

Dunkler Biskuitteig (nach Omas Rezept) in einer Kastenform, dann ausgehölt, mit Kirschfüllung (ebenfalls nach Omas Rezept… soweit möglich) befüllt, eine dünne Schicht grade rausgekratzen Teig wieder drauf, dann Sahne und denn den Deckel wieder ankleben. Sieht aus wie „öder“ Schokokuchen, ist aber eigentlich voller Überraschungen. Höhö.

An dieser Stelle muss ich kurz von den sich ergebenden Schwierigkeiten erzählen.

Punkt eins: Es gibt keine Kirschen im Glas. Punkt zwei: Es gibt kein Puddingpulver wie wir das in Deutschland haben. Punkt drei: Es gibt keine Sauerkirschen. Punkt vier: Es gibt kein Sahnesteif. Punkt fünf: Es gibt keinen Kirschsaft.

Wie haben wir das Problem gelöst?

Wir haben schrecklichst improvisiert.

Meine Gastmama hat (wörtlich übersetzt) „Kirschsoße“ gefunden. Die war aber klitschesüß, dickflüssig und hatte ganze Kirschen drin. Ich hab dann etwa 100ml „Soße“ abgeschöpft und den Rest schnell weit weggeräumt. Außerdem hat sie Tiefkühlkirschen gekauft und – aufgrund meiner dunklen Vorahnung – eine Zitrone.

Glücklicher Weise haben die Tiefkühlkirschen beim Auftauen getropft wie sonstwas und irgendwie kam doch eine halbwegs beträchtliche Menge an Saft zusammen – den ich – schlau wie ich war – in die Kirschsoße gekippt hab, wodurch das Problem „klitschesüß“ noch immer bestand. In einem Akt der Verzweiflung hab ich dann einfach die Zitrone ausgepresst und reingekippt – und siehe da, es schmeckte – dank Verzicht auf zusätzlichen Zucker – Quasi wie es sollte.

Aus Ermangelung an Puddingpulver hab ich das ganze dann einfach mit irgendwelcher Speisestärke (ich glaube es war Speisestärke? Ich bin mir allerdings nicht wirklich sicher) angedickt und siehe da – es hat funktioniert.

Alles in allem habe ich also einen (hoffentlich) essbaren Kuchen zusammengezimmert.

Meine Gastschwester war derweil im Kino und meine Gasteltern irgendwo essen – also absolut perfekte Voraussetzungen.

Übrigens kann ich seit gestern Dinge anbraten!

Nachdem meine Gastmutter sehr schockiert war, dass ich das irgendwie noch nie so richtig gemacht hab, hat sie mich dann quasi gezwungen das zu lernen.

Und tadaaa – so hab ichs tatsächlich geschafft, Köttbullar anzubraten! Ohne mich oder sie zu verbrennen! Ich hab sogar ein Beweisbild gemacht.

Apropos Beweisbild. Die anderen beiden Bilder zeigen meinen Resteteller, aka. der ausgekratze Teig, geschichtet mit den übrigen Kirschen und der überschüssigen Sahne.

Scheiße bin ich müde – auch wenn ich morgen glücklicher Weise erst um 12:05 in der Schule sein muss!

Bis dann und wann, Jenna.

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

Ein Gedanke zu „(26.09.2018) SchwarzwälderkirschKUCHEN“

  1. Hallo Jenna, erst mal möchten wir für deine Schmerzen gute Besserung wünschen. Schön dass du Freunde hast, die dir hilfreich zu Seite stehn. Mit deinem Improvisationstalent beim Backen, kann ich nur sagen: Hut ab!!! Wir haben heut noch mal einen richtigen Sommertag und haben ihn genossen, aber du magst ja lieber Mützenwetter.Wir wünschen dir weiterhin eine schöne Zt und sei geknuddlt von den 2 Os

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