(28.09.2018) Der kleine Eskimo

Oh Freitag.

Ein Tag, der katastrophaler nicht hätte sein können, ach wenn er gleichzeitig gar nicht so schlimm war.

Fangen wir vorne an, und zwar mit Schulsport. Früh morgens um zehn. Da ich unfassbar viel Zeit hatte, weil ich – aus Ermangelung an Beschäftigung – schon um 8:45 aus dem Haus gefallen war, war noch Zeit um Kekse und Smoothie zu kaufen. Schließlich sind meine Bauchmuskeln noch immer nicht der Meinung, dass wir uns bewegen.

Der erste große Fehler war, auf alte Gewohnheiten zu vertrauen. So bin ich dann einfach in den selben Bus wie immer gehüpft, der eigentlich ganz entspannt bis zum Sportplatz durchfährt (und zwar langsamer ist, als die U-Bahn, aber dafür muss man nicht umsteigen). Nur fuhr der Bus ganze 4 Stationen weit, bevor er alle zum Aussteigen aufforderte und stehen blieb, mit „Ej i traffik“ (nicht in Betrieb) auf der Anzeige.

Oh yay. Wir kennen mich schon länger, ich hasse zuspätkommen und neige zum Panikschieben.

Wie durch ein kleines Wunder und die relativ gute Zuverlässigkeit der stockholmer U-Bahnen, bin ich dann doch noch irgendwie pünktlich angekommen. Danke Gandalf.

Zweiter großer Fehler, nur vier Schichten Klamotten anhaben. Und heiliger Gandalf, ich bin halb zu Tode gefroren. Zurück in der Schule, wurde mir auch überhaupt nicht mehr warm (also nicht mal annähernd), auch wenn ich inzwischen noch mehr Klamotten anhatte. Drinnen. Der Kiwihüter hatte beispielsweise nur ein T-Shirt an.

Übrigens hatte jemand Apfelmuffins mit. Die waren absolut herzzerreißend gut. Die Fotos sprechen Bände.

So kam es dann auch, dass mich meine Mathelehrerin bei betreten des Klassenraums quasi direkt nach Hause geschickt hat. Oh yay. So fantastisch gesund muss ich also ausgesehen haben.

Stellt sich nur das Problem, dass eigentlich Eltern hier auch nen Schoolity-Account (Schoolity ist wie IServ in Deutschland) haben und darüber ihr Kind krankmelden können. Nur hat meine Gastmama keinen.

Da funkte das erste Mal Menschlichkeit bei meiner Lehrerin durch, denn als ich das Problem anmerkte, meinte sie bloß „Jaja, kümmern wir uns später drum, du gehörst ins Bett“.

Und danke dafür, und an all die anderen Schweden, die mich ins Bett gestopft haben und so lieb auf mich aufpassen.

Nachdem ich dann einfach mal sechs Stunden am Stück geschlafen hatte, hab ich mich auch wieder ziemlich menschlich gefühlt und das Bedürfnis, mich eskimomäßig dick anzuziehen, war relativ verflogen.

Abends kam dann ein befreundetes Pärchen. Oder ein Teil vom Pärchen. Also quasi ein Mensch. Das Pendant lag krank zuhause.

Meine Gastschwester hatte derweil Freundinnen zum Mean Girl schauen da.

Es war wirklich furchtbar nett und ich bin immer wieder erstaunt, wie viele unglaublich liebe Freunde diese Familie hat.

Übrigens wollen sie, dass ich Hanseaten zur Weihnachts-Fika backe. Meine Proteste bezüglich „langweilig“, „dröge“ und „unter meiner Back-Würde“ wurden einfach ignoriert. Bitteschön, dann ist das aber nicht mehr meine Schuld, wenns nicht schmeckt.

Schlaf gut Welt.

Bis dann und wann, Jenna

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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