(13.10.2018) Pumpa, was so viel bedeutet wie Kürbis

Ich würde gern über so vieles schreiben. Übers Angekommensein. Übers Freisein. Über das Gefühl, sein zu können wer man will und doch niemand anders sein muss, als der, der man ist. Über die Stille im Kopf, die noch nie da war. Und das Gebrüll im Kopf, das zum ersten Mal da ist, weil es still genug ist da oben, um das überhaupt hören zu können.

Ich würde gern jeden kleinen Gedanken niederschreiben und jedes Gefühl in Worten festhalten.

Doch das ist alles unbeschreiblich.

Ich glaube, wer das selbst nie erlebt hat, wird nie nachvollziehen können, wie das ist.

Ich hab ja selbst nie geglaubt, dass ich jemals frei sein könnte.

Jaja, wer mir jetzt vorwerfen möchte, ich spiele hier möchtegern-Poet, war wirklich nie selbst Austauschschüler. Es gibt keinen anderen Weg, das hier in Worte zu fassen.

Nein, es bezahlt einen auch keiner dafür, sich in irgendeiner Form positiv zu äußern, ich hab einfach bloß so beschissen viel Glück wie noch nie zu vor. Meine Gastfamilie, der Haufen liebenswürdiger Chaoten in der Schule, die Stadt selbst, einfach alles.

Meine Theorie, dass liebe Menschen meistens auch liebe Freunde haben, wurde hie übrigens allemal bestätigt. Ausnahmslos alle Bekannten, Familie und Freunde meiner Gastfamilie sind so elendig nette Menschen, es ist schon fast unnormal.

Und meine Family selbst, es ist schlimm wie lieb sie sind. Sie haben ganz am Anfang mal gesagt, dass sie versuchen werden, mich wie ihre eigene Tochter zu behandeln und scheiße, sie kriegen das ziemlich perfekt hin. Ich bin definitiv nicht nur ein Mal einfach in Tränen ausgebrochen, schlichtweg weil ich unfassbar glücklich bin (und weil es nicht wirklich in meinen Kopf geht, wie man einfach ein fremdes Mädchen bei sich aufnimmt und ihr die schönste Zeit ihres Lebens ermöglicht).

Scheiße, Scheiße, Scheiße. Verflixt und zugenäht, womit hab ich das hier alles verdient?

Aber genug vom Geschwafel.

Was genau hab ich heute gemacht? Welch große Überraschung, ich war beim Kiwihüter und wir haben gebacken.

Wir präsentieren: „The life of a pumpkin“, oder auch „Klar, wir backen jetzt mal kurz nen Kürbis.

Alle instructions die man mir gegeben hatte, waren übrigens ein Standbild eines Youtube-Videos, in dem ein aufgeschnittener Kürbis mit Kuchenfüllung zu sehen war. „Das backen wir jetzt“, wurde mir erklärt.

Bis zum Einkaufen habe ich übrigens gedacht, dass wir echte Kürbisse kaufen und mit Kuchen füllen, aber nein, es war bloß Frosting, aus dem dann am Schluss ein ganzer Kürbis modelliert wird. Heiliger Gandalf, ich war mir sehr lange nicht besonders sicher, ob das so gut geht.

Aber so buken wir fleißig (*hust* das korrekter Adjektiv ist nicht fleißig sondern singend *hust*) (die Mischung aus Can I get a witness, Can you tame wild wimmen, und Rakkaus on Lumivalkoinen hat den ganzen Prozess etwas verlangsamt) unsere Muffins vor uns hin.

Wie bastelt man denn jetzt genau Kürbisse? Ehrlich gesagt, ich möchte wirklich nicht wissen, was der Kiwihüter da für Kleister zusammengerührt hat, wahrscheinlich kriegt man vom Zuhören schon Diabetes.

Aber schlussendlich konnte man aus dem Kram (und mit freundlicher Unterstützung des Gefrierschranks) Kürbisse modellieren.

Wer den ganzen Tag in der Küche steht, will abends nicht mehr Kochen und so kam es, dass wir dann doch Essen vom Imbiss um die Ecke geholt haben und das in Begleitung eines Batman-Filmes und von Günther dem Kiwi geschaut haben.

Als ich dann irgendwann nach Hause gestapft bin, war es schon lange, sehr lange dunkel und wie jedes Mal (wenn ich egal bei welcher Tageszeit) laufen muss, war ich unendlich froh, dass ich tatsächlich bloß genau drei Blocks die Straße hochlaufen muss und schon zuhause stehe.

Müde.

Bis dann und wann, Jenna

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

Ein Gedanke zu „(13.10.2018) Pumpa, was so viel bedeutet wie Kürbis“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s