(14.11.2018) Theater, was tust du mir an?

Das ist die Schlüsselfrage.

Wir spielen jetzt tatsächlich kleine Szenen (natürlich in Schwedisch) und ich hatte mich eigentlich sehr gefreut. Dann hab ich das Skript gelesen.

Warum genau der Mensch, den ich spiele, 17 und schwanger ist, weiß ich auch nicht genau. Genau so wenig weiß ich, wer eigentlich der Vater ist (das erzählen sie nirgendwo) und warum meine beste Freundin meinen „Freund“ (der mich neulich vorm 7-Eleven vergessen hat) hasst wie die Pest, versteh ich ebenso wenig. Außerdem hab ich wohl irgendein verbrechen begangen. Niemand von uns steigt durch. Auch nicht die, die schon immer in Schweden wohnen.

Ehrlich gesagt finde ich das einerseits sehr schön, dass es nicht an meinen Schwedischkenntnissen liegt, dass ich nichts verstehe, sondern dass die anderen auch keinen Schimmer haben, andererseits ist ebendas auch etwas unpraktisch. Wer soll mir den Murks denn jetzt erklären?

Auch wenn wir alle nicht so wirklich viel Ahnung haben, ist es unfassbar witzig. Ich darf nämlich verdammt viel rumbrüllen. Höhö.

Nur die damit verbundenen Hausaufgaben haben mich leicht fertig gemacht. Oder nicht die Hausaufgaben selbst, sondern die Tatsache, dass ich den „Aufsatz“ über das Gefühlsleben unseres Charakters, aus unerklärlichen Gründen unbedingt auf Schwedisch schreiben wollte.

Das Ding war nämlich, dass ich mit den anderen aus meiner Gruppe dann da rumsaß und die eine meinte „Wann bist du hier eigentlich hergezogen?“ und ich hab ihr dann erklärt, dass das vor drei Monaten war. Dann fragte sie „Warum sind deine Eltern denn nach Schweden gezogen?“. Dann war ich sehr verwirrt.

Und als ich ihr erklärt hab, dass ich Austauschschülerin wäre und deswegen natürlich ohne meine Eltern hier bin, da schaute sie verwirrt. Und als ich auf ihre Frage, ob ich denn vorher schon sehr lange Schwedisch gelernt hätte, mit „Eigentlich quasi gar nicht so sehr“ geantwortet hab, wars völlig vorbei.

Ich hab mich unendlich gefreut, irgendwie ist das ein riesiges Kompliment, wenn dir Menschen nicht glauben, dass du ihre Sprache tatsächlich in nicht mal drei Monaten halbwegs gelernt hast.

Dann gings weiter mit Chemie und hell yes!

Das Prinzip von Le Chatelier, oder auf gut Deutsch: Das Gesetz des kleinsten Zwangs.

Das ist tatsächlich gar nicht so schwer (nachdem mir jemand einen kleine Crashkurs in Sachen Enthalpie gegeben hatte) und super spannend. Und nützlich. Es sagt nämlich ganz prima vorher, was mit einem System im Gleichgewicht passiert, wenn man eben dieses Gleichgewicht stört.

Spoiler alert: Das chemische System versucht alles, um diese Störung auszugleichen.

Ich wär am Ende der knapp drei Stunden fast vom Stuhl gefallen, bin zwischendurch zweieinhalb mal verzweifelt und hab die gesamte Stunde über geflucht, aber spannend wars.

Besonders viel ist ansonsten nicht passiert. Ich bin nach Hause getrottet und irgendwann dann ins Bett gefallen.

Bis dann und wann, Jenna

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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