(17.11.2018) Sie kennen das bestimmt auch (wenn ihre Traumvorstellung eines Samstages beinhaltet, drei Stunden in einem Türrahmen zu sitzen)!

Genau so wars.

Als ich dann morgens um elf auf meinem Schlaf erwachte, fragte mich ein gewisser Kiwihüter (wie jeden Morgen) ob ich gut geschlafen hätte.

Gut ist fraglich, aber lang.

Und wie irgendwie jeden anderen Tag in der letzten Woche auch, löffelte ich mein Frühstück in mich rein und machte mich auf dem Weg.

Ich glaube alle Menschen, die mich irgendwie auch nur ansatzweise kennen, wissen, dass ich ein Mensch bin, der, um zu funktionieren, darauf angewiesen ist, Pläne zu machen und daran festzuhalten. Wenn sich meine Pläne ändern, brauch ich Zeit. Wenn ich aber keine Zeit hab, dann dreht mein Kopf durch. Und genau das passiert im Moment in meinem Kopf.

So unglücklich ich irgendwo auch drüber war, dass ich im Januar schon zurück nach Deutschland musste, so war es doch der Plan und für den hatte ich irgendwie auch eine Begründung (nachzulesen in meinem allerersten Blogpost). Irgendwo hatte ich meinen Frieden ein bisschen damit geschlossen.

Und plötzlich bekommt man dann die Nachricht, dass man eine Familie hat, die einen aufnehmen würde. Und man ist glücklicher, als jedes beschissene Wort irgendwie beschreiben könnte. Und trotzdem bröckelt im Kopf alles. Weil auch wenn der neue Plan viel besser ist, ist es doch ein neuer Plan. Und den alten Plan hatte man doch nicht ohne Grund oder? Schieß ich mir grade selbst ins Bein, einfach bloß weil ich glücklich sein will? Hätte es keinen guten Grund gegeben, hätte den alten Plan doch niemand gemacht, oder? Verbock ich grade alles? Wollen mich die Leute wirklich aufnehmen, oder sind sie bloß höflich? Fragen über Fragen, die mein Kopf sich dann stellt. Auch gern nachts um halb vier, wenn ich eigentlich schlafen sollte.

Das alles ist der zweite Grund, warum ich so unglaublich viel Zeit beim Kiwihüter verbringe. Plötzlich ist alles ein bisschen mehr okay und mein Kopf wird leise.

Wir sitzen dann den ganzen Tag in einer komischen Suppe aus schlechten Witzen, Politik, wissenschaftlichem Gesülze, Zukunftsplänen und allen Ängsten und Sorgen, die ein Mensch haben kann.

Und es ist okay.

Weil alles, was mir im Kopf rumschwirrt, plötzlich gar nicht mehr so bescheuert klingt. Ich weiß nicht, warum ich erst nach Schweden ziehen musste, um jemanden zu finden, der alles irgendwie okay macht. Sogar die Momente, in denen ich durchdrehe.

Dann werde ich aufs Sofa verfrachtet, in eine Decke gewickelt, ein gigantischer Plüschhund zieht auf meinem Schoß ein und Kakao ist auf dem Weg. Und wieder. Plötzlich ist alles okay.

Ich weiß aus Erfahrung, dass mein Kopf in ein oder zwei Wochen sich an alle Veränderungen gewöhnt hat und dann wieder Ruhe gibt und bis dahin ist das hier wohl dass, was meine Nerven beisammenhält.

Anyway.

So schlenderte ich also auch heute so gegen zwölf zum Kiwihüter und im Endeffekt schaute ich ihm drei Stunden dabei zu, wie er seine ganzen Kunstsachen sortierte (Staffeleien, Stifte, Marker und was weiß ich).

Irgendwann begegnete mir ein altes Laptop (alt ist relativ, grade mal knappe 12 Jahre. Aber mit Blick auf die verbaute Technik in Kombination mit dem Neupreis. Holla die Waldfee. Alt.) und dann war ich eh glücklich. Wenn mich irgendwas überdurchschnittlich fasziniert, dann sind das alte Laptops.

Irgendwann war das Kunstregal dann organisiert, und wir widmeten uns (der Erschöpfung wegen!!) Netflix.

Sagt irgendwem Money Heist (Haus des Geldes zu deutsch) was? Selten so ne gute Serie geguckt! (Abgesehen von meinen All-Time-Favourites, natürlich! Das wären dann NCIS, Elementary, Bones, Charmed, Criminal Minds, Lie to Me und DR. House).

Und während wir da so saßen, kam der Vater rein und fragte, was wir essen wollen, er würde uns das dann ins Zimmer reichen. Ich war gleichermaßen glücklich und verwirrt. Dann erklärte der Kiwihüter, dass seine Eltern jetzt ein Vodka-Taste-Party abhalten und sämtliche zwischenmenschliche Interaktion nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Da war ich nur noch verwirrt. Dann schob uns jemand Buletten und Kartoffeln durch die Tür und es schlug definitiv in glück um.

Vor allem, nachdem ich festgestellt hab, dass da jemand meine Essgewohnheiten teilt und alles auf dem Teller zusammen mit Salz und Ketchup zu einer Pampe verrührt. Da fühlt man sich wirklich zuhause!

Nach den ersten sechs Folgen Money Heist, switchten wir zu Kim Possible um. Wir brauchten was fröhliches.

[Der kim Possible Theme Song auf Schwedisch ist übriges wirklich glorreich! Zu finden hier]

Gegen Mitternacht bin ich dann irgendwann auch mal nach Hause geschlumpft, ich muss ja irgendwie schlafen.

[Anmerkung des (müden) Autors: DAS HIER IST BEITRAG NUMMER 100! WER HÄTTE GEGLAUBT, DASS ES MAL SO VIELE WERDEN? HELL YES!]

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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