(24.11.2018) Aua, eine Kletterwand hat mich angefallen

Möglicherweise bin ich auch von ihr runtergefallen, wer weiß das schon.

Es war das erste Mal in über einem halben Jahr, dass ich wieder irgendeine Boulderhalle betreten hab und ich habs ehrlich gesagt doch mehr vermisst, als ich dachte.

Ansonsten war ja Samstags und an Samstagen stehe ich ungern auf. Ich weiß noch, dass ich an den ersten Wochenenden hier schon um neun aufgestanden bin, weil ich mir dachte, Oh je, was denkt meine Gastfamilie wohl von mir wenn ich bis mittags im Bett bleibe? Schon damals haben sie immer gesagt „Du musst nicht aufstehen, unser Sohn ist auch nie vorm Mittagessen aufgestanden“ und ich habs ewig nicht geglaubt.

Heute ist das irgendwie doch in meinem Gehirn angekommen und ich muss mir keinen Wecker mehr stellen und ganz friedlich und mit gutem Gewissen lange (sehr lange) schlafen.

Nun zum eigentlichen Punkt: Klettern. So bin ich dann also vorher erstmal losgestiefelt und hab mir Chalk und Tape besorgt, dass erschien mir dann doch irgendwie sinnvoll.

Ich hatte dann die Wahl zwischen 600 Meter zur U-Bahn laufen, die alle drei Minuten kommt, oder aber knappe 20 Minuten auf den Bus warten. Wir kennen mich schon länger, ich habe gewartet.

Und in der Zeit hab ich dann sogar die Gelegenheit gehabt, meiner Family väterlicherseits hallo zu sagen, die sich grade versammelt hat.

Dann hieß es ganz schnell Tasche packen und los zum Kiwihüter, die Boulderhalle ruft.

Ich glaube sein Papa hat sich zwischenzeitlich gefragt, was er sich da eigentlich antut, wenn man uns beide wirklich zusammenleben lässt. Nicht nur, dass der Kiwihüter und ich beide absolut kein Vertrauen in seine Fähigkeiten haben, das Internet zu bedienen, wir haben auch die grandiose Fähigkeit, über Stunden hinweg in wirklich komplett sinnlose Diskussionen zu verfallen.

Ansonsten ist es ein unglaublich schönes Gefühl gewesen, mal wieder Klettergriffe unter den Fingern zu haben, völlig zu verzweifeln und am Schluss dann unter Schmerzen und völlig euphorisch am letzten Griff zu baumeln und sich wie der König der Welt fühlen.

Und als ich mich am Schluss dann schlappe 30 Minuten in der selben Route verbissen hatte, hatten der Kiwihüter und sein Papa schon längst aufgegeben und sind dazu übergegangen, am Boden zu sitzen, schlaue Kommentare abzugeben und sich über mich lustig zu machen.

Es ging dann nach Hause denn wer sich bewegt muss auch was essen. Es gab also Kartoffelgratin mit Schnitzel und wir hatten ein sehr glückliches Jenna.

Außerdem hat sich der Kiwihüter dann „Der Tod steht ihr gut“ mit mir angeschaut und mochte den Film tatsächlich. Es folgten ein paar Folgen „Haus des Geldes“ und plötzlich war es ein Uhr nachts.

Eins muss man an dieser Stelle sagen, es ist jedes Mal irgendwie schön, wenn jemand zum Abschied „thanks for today“ sagt.

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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