(03.12.2018) We could easily have this conversation in swedish

… sagte sie zu ihrem Geschichtslehrer. Der aus Amerika kommt. Und auf Englisch unterrichtet.

Während wir die Stunde mal wieder mit malen verbracht haben (ich hatte das tolle Thema „Mellankrigstiden och andra världskriget“ (Zwischenkriegszeit und WK II) und „Efterkrigstiden“ (Nachkriegszeit), holte unser Lehrer einen Schüler nach dem anderen zu sich, und hatte ein lustiges, pädagogisch wertvolles Gespräch mit ihnen. Über ihre Noten. Ohne Noten zu nennen. Wir erkennen das Problem?

So folgten lustige Zeichnungen, von Frauen, die endlich wählen gehen durften, direkt neben deutschen Waffentransporten quer durch Schweden. Es war ein ziemlich obskures Bild. Das zweite wurde nicht viel besser, so mischten sich ein Radio, die NATO, ein Fernseher und ein ganz mies aussehender Finanzkries-Graph auf ein Bild. Es war ähnlich eigentümlich.

Irgendwann war ich dann dran und da ich ja keine Noten kriege, dachte er sich, wir könnten uns ja über meine Zeit hier an sich unterhalten, wie das mit dem Einleben und der Sprache und so geht.

Und da sagte ich den famosen Satz „We could easily have this conversation in swedish“, und so sollte es geschehen.

Irgendwie war das das erste Mal, dass ich dachte „ach, dass ist vielleicht doch ein ganz netter Mensch“, auch wenn ich von seinem Unterricht noch immer echt nichts halte.

Wir hatten also ein wirklich nettes Gespräch und ich musste doch feststellen (und er ebenso), dass ich nach drei Monaten des Schwedischlernens, verglichen mit ihm, quasi keinen Akzent mehr hab.

Natürlich hab ich den, aber immer mehr Menschen sagen mir, dass er nicht deutsch klingt, sondern vielleicht ein bisschen finnisch oder einfach aus irgend nem hintersten Winkel von Schweden. Kann sich irgendwer vorstellen, wie sehr mich das freut?

HOLLA DIE WALDFEE

Wie auch immer, es ist manchmal ganz nett, sich mit Leuten auf Schwedisch zu unterhalten, für die das selbst nicht die Muttersprache ist. Natürlich bringts einem selbst nicht allzu viel, denn sie werden einen kaum auf Fehler etc. hinweisen, aber man fühlt sich doch noch mal ein Stück weit freier.

Man hört die andere Person reden und man hört wie sie Fehler macht und man merkt bei sich selbst, dass man die Fehler zwar bemerkt, aber sie tun dem Verstehen keinen Abbruch und man schert sich nen absoluten Scheißdreck drum. Ein bisschen kann ich dann meinen Kopf immer überzeugen, dass es Menschen, die sich mit mir unterhalten genau so geht, was die ganze Sache irgendwie ein bisschen angenehmer macht.

Danach folgte noch Deutschunterricht.

Ich sollte anmerken, dass ich im Tokio Hotel Shirt unterwegs war. (@Lilli Fee, @Kampfkarpfen, ihr wisst schon warum… das Ding mit der Tomate).

In einer Hörübung hat jemand über Fettes Brot geredet und in der Pause hat mich jemand gefragt, ob ich das nicht mal anmachen kann. Natürlich kann ich. Fettes Brot sind toll!

Irgendwann wandelte sich die Konversation und zu meinem großen Erstaunen konnte ein Großteil der Schüler „Marmor, Stein und Eisen bricht“ singen. Und das Taten sie auch. Es war ein… Erlebnis!

Und dann viel irgendwem mein Shirt auf. Frei nach dem Motto „Ist das auch ne deutsche Band?“Ja, ist es.

Da die Pause zu Ende war, hatte meine Deutschlehrerin angeboten, ein Lied von denen via Projektor einfach an die Wand zu schmeißen.

Stelle sich einer dieses Bild vor.

Ein Raum voller schwedischer Schüler, die relativ fasziniert „Durch den Monsun“ hören. Und mittendrin eine deutsche Austauschschülerin, die sich ziemlich bepisst vor lachen. Es war umwerfend schön.

Zuhause hab ich mich dann dem Geschenkeeinpacken gewidmet. Ich hab zwei ganze Rollen Geschenkpapier aufgebraucht und bin noch nicht fertig. Ich frage mich ein bisschen, was genau bei mir falsch ist. Ehrlich! Ich hoff einfach mal, die knapp 23 Päckchen finden glückliche Besitzer.

Ansonsten geh ich jetzt nochmal durch meinen ganzen Mathekram und verkriech mich dann im Bett.

Bis dann und wann, Jenna.

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s