(04.12.2018) Schreiben wir doch mal eine Mathearbeit. Auf Schwedisch. Unterricht habe ich auf Englisch.

Aber erstmal fangen wir mit Physik an.

Es geht um Wärme. Das hatte ich ja zum Glück noch nie im Unterricht und das ist zum Glück auch überhaupt nicht unspannend oder sowas.

Vor allem ist jede vermaledeite Unterrichtsstunde exakt gleich. Nicht, dass sie schlecht wären, es ist einfach bloß langweilig. Es fängt damit an, dass er fragt, ob wir noch Fragen zu den Aufgaben der letzten Woche haben, dann werden fragliche Aufgaben an der Tafel geklärt. Es folgt eine knappe Stunde Gerede, in der man dann alles fleißig mitschreibt (was gut und gerne mal vier Zettel werden können) und den Rest der Stunde kriegen wir dann Zeit, um die Aufgaben im Buch zu lösen. Das sind pro Kapitel auch mal gerne 40 oder 45 Aufgaben. Freude.

Danach folgte Englisch und mit Englisch folgte American Psycho. Also ein Text. Über den Film. Oder das Buch. Keine Ahnung.

Ein Text voller bekloppter Vokabeln und ich frag mich wirklich, wer so spricht. Andererseits war genau das der Plan, nämlich uns so viele komische Wörter wie möglich unter die Nase zu halten und uns rätseln lassen, was sie eigentlich bedeuten. Ein Glück saß ich neben dem Briten.

Und als es dann zum Test kam (der nicht wirklich ein Test war, denn er wurde in Partnerarbeit geschrieben), war es dann ganz gut ausgeglichen. Jeden Vorteil, den wir uns irgendwie durch den britischen Teil erarbeitet hatten, hab ich als deutsche Kartoffel wieder rausgehauen. Lief ganz okay. Irgendwie. Für meine Verhältnisse.

Dann hatten wir knappe 25 Minuten, bevor die Mathearbeit anfing.

Prüfungen hier sind ziemlich formell. Die Rucksäcke müssen an der Tür stehen gelassen zu werden und auf den Tischen stehen richtige Trennwände.

Dann kam der Schock. Die ganze Arbeit war auf schwedisch. Was logisch ist, denn die beiden anderen Mathekurse in unserem Jahrgang sind ja auch auf Schwedisch. Nur ich hab den Englischen abgekriegt.

Anyway, nach ein paar Minuten hatte ich dann irgendwie auch verstanden, was genau ich machen sollte und tatsächlich war das Meiste machbar.

Nachdem die ganze Schose dann vorbei, durfte ich noch 45 Minuten vor dem Raum sitzen und auf den Kiwihüter warten, denn Menschen mit Legasthenie bekommen hier ganze 45 Minuten draufgeschlagen.

Aber wie man das mit Freunden halt so macht, wartet man. Einfach für den Fall, dass es bei ihnen nicht so besonders lief und sie sich auskotzen müssen.

Und so war es dann auch tatsächlich. Bestes Beispiel: Die ganz besonders famose Aufgabe Nummer fünf.

Man bekam einen Graphen und in Aufgabe a stand dann irgendwas wie wie „Berechne …“ und es folgte irgendwas von wegen f(2) – f(0) geteilt durch irgendwas anderes, ich habs nicht mehr im Kopf. In Aufgabenteil b folgte dann die tolle Aufgabe, die „Tangentengleichung“ an nem bestimmten Punkt (ist das das deutsche Wort? Equation of the tangent line) zu berechnen.

Also im Endeffekt ne Grade, die den Graphen streift. Irgendwas einfaches wie y=k*x+b. 

Sie können den Kiwihüter fragen, das ist ganz schön schwer, wenn man sich dann nämlich ewig fragt, wo man dann diesen vermaledeiten k-värdet (aka die Steigung) herkriegen soll, wenn man doch mit Polynomen dritten Grade rumwirft.

Er wurde auch überhaupt nicht glücklicher, als ich dann (ohne groß nachzudenken) meinte „Hä wieso, das Ding hast du doch in a schon ausgerechnet?“

Da brach irgendwas zusammen. Ich glaub wir kennen den Moment alle, wenn man an irgendwas verzweifelt und dann sagt jemand „Hä, das stand doch da“.

Zuhause hab ich dann noch die allerletzten Weihnachtsgeschenke eingepackt und alles in Kartons verstaut, die dann demnächst (aka. hoffentlich morgen) zur Post kommen.

Bis dann und wann, Jenna

 

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 16 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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