(12.01.2019) Der Beautiful Boy, der nicht so beautiful war und der Tag der vertauschten Rollen

Dieser Tag begann ein bisschen zu früh.

Aber für den einzigen netten Hannoveraner auf Erden steht man auch gerne vor zehn auf. Auch an einem Samstag.

Und so sammelt ich Nanja also ein und wir saßen schlussendlich einfach bloß in meinem Zimmer rum. Manchmal muss man erst in ein anderes Land ziehen, um Menschen zu treffen, die so grandios sind. (Denn unter natürlichen Umständen hätte ich niemals einen Hannoveraner kennengelernt. Ih.

Schließlich hatten wir dann um eins Austauschschülertreffen. Oder eher wir dachten, es wär um eins. So kam es, dass wir um eins also vorm Kino standen, nur war niemand anders da. Kurzerhand haben wir dann also unsere Koordinatorin angerufen, die uns dann erklärt hat, dass wir zu früh sind und außerdem am falschen Kino. Toll.

Wir hatten also Zeit, um Kakao fr mich zu kaufen und wollten dann eigentlich noch Bubble Tea erstehen, aber der Laden (zu dem wir tatsächlich mit der U-Bahn hin sind) hatte zu. Große Freude.

Immerhin hatten wir so die Zeit bis zum Kind totgeschlagen und wir waren dann pünktlich da um Karten für „Beautiful Boy“ zu kaufen. Dann gings erstmal weiter um standartmäßig Fika zu uns zu nehmen. Eins muss ich ja sagen, es gibt im Espresso House das wahrscheinlich beste Brötchen, dass ich jemals irgendwo hatte. Also ohne scheiß, es ist unglaublich gut.

Übrigens kann man hier in Schweden seine mitgebrachten Getränke und Speisen mitnehmen, was total klasse ist, denn im Pressbyrån gegenüber kriegt man so ziemlich alles etwa zum Drittel des Kinopreises.

Der Film hingegen war nicht gut. Also an sich war es ein guter Film, aber ich fand ihn nicht gut. Es ist nicht meine Art von Film. Ich muss mir keine psychisch instabilen Menschen mit Drogenproblem angucken, die dazu noch aus funktionierenden Verhältnissen kommen. Nein Danke.

Und so war ich auch nicht wirklich traurig, dass ich früher aus dem Film verschwinden musste, um Blumen für Linnea zu kaufen, die heute ihren 18. Geburtstag feiert.

Im Blumenladen ist mir mal wieder aufgefallen, wie viel leichter es ist, Schwedisch zu sprechen, wenn man merkt, dass die andere Person auch nen Akzent hat.

Schlussendlich hatte ich dann also meine Blumen erstanden und war mit ihnen im Restaurant angekommen. Es war ein wirklich fancy Restaurant!

Nach und nach trudelten immer mehr Menschen ein und der Raum füllte sich.

Es gab – je nachdem was man vorher gewählt hatte – entweder irgendein besonders tolles Geflügelvieh, Wild oder was Veganes, davor gabs natürlich ne Vorspeise und danach Brownies mit Eis und was-weiß-ich-was-das-war.

Das witzigste war eigentlich, dass Viktoria, Tara, der Kiwihüter und ich die Namenschilder getauscht hatten, und demnach auch die Identitäten.

Wenn ich also etwas aus meinem Leben erzählen wollte, musste ich in der dritten Person über mich selbst sprechen, dabei Viktoria (die meine Karte hatte, aber versteckt, weswegen sie gleichzeitig auch noch Teil des kollektivs Anonymous war) angucken und alles einleiten mit „Wie Jenna mir mal erzählt hat, hat sie…“

Es war grandios.

Hier sind ein paar Zitate:

Screenshot_20190114-210646.jpg

Irgendwann dachten wir vier uns dann, dass wir uns ja mal auf den Weg nach hause machen könnten, denn die ganze Gruppe stand so langsam vom Tisch auf und stand in Grüppchen rum und äh ne, wir vier waren alle equally uncomfortable.

Und so haben wir Tara dann zum Auto ihres Papas gebracht und der Kiwihüter, Viktoria und ich sind dann mit der U-Bahn nach Hause.

Zuhause hatte ich dann die übelsten Kopfschmerzen seit langem und ich wollte wirklich nicht mehr existieren für den Moment. schlussendlich hab ich mich dann ins Bett geschleift und war zum Glück so unfassbar müde, dass ich trotz allem eingepennt bin.

Es war alles in allem ein anstrengender, aber grandioser Tag!

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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