(24.01.2018) „Det är veckans bästa torsdag!“

Zitat Lovisa, aber auch nur, weil die Woche nur einen Donnerstag hat.

Heute war wirklich nicht besonders spektakulär. Der Tag fing – wie jeder Donnerstag, ich glaube ich wiederhole mich – mit Schwedisch an. Heute ging es um schwedische Grammatik.

Offenbar hatten einige noch nie Grammatik in der Schule, denn etwa die Hälfte der Menschen um mich rum sahen etwa genau so verzweifelt aus wie ich. Und ich sah ganz schön verzweifelt aus. Also so richtig.

Also verglichen mit Deutsch ists immernoch ganz okay, aber schön und einfach würde ich das hier nicht nennen, und vor allem versuche ich mir ja selbst immer zu erklären, dass die schwedische Sprache nicht so schwer ist (damit ich nicht verzweifle). Das geht jetzt nurnoch so mäßig gut. Aber hey, der größte Trost ist wirklich, dass die Schweden um mich rum auch verwirrt sind und ähnlich lange rumrätseln.

Meine Notizen aus dieser Stunde sehen aus wie die Personifikation des Chaos (oder des Chaoses? Ich bin so verwirrt… aber das Internet sagte irgendwas wie „dass standardsprachlich die endungslose Variante ohne Apostroph vorzuziehen wäre“, also ist es wohl „des Chaos“).

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Ansonsten war heute dann noch Physik dran und äh ja… ja das war interessant.

Wir erinnern uns noch an das lustige und spannende Experiment von vor den Ferien (hier der Post), wo wir Wasser gekocht haben? Wir haben es heute noch mal wiederholt, diesmal aber mit verbesserte Methode und so… nur sind unsere Werte dieses Mal falscher geworden.

Das Internet sagt folgendes zur spezifischen Wärmekapazität von Wasser:

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Unsere erste Durchführung des Experiments ergab folgendes:

physik4.5

Was an sich sehr schön ist, denn dafür, dass niemand besonders viel Ahnung und/oder Bock hatte, waren wir echt nah dran. Wir leben irgendwie nach dem Motto „Bullshit your way through“. Das funktioniert aber nur, wenn alle wenigstens so ne gewisse Grundkenntnis haben, sodass man seine halb rohen Ideen dann irgendwie alle zusammenklatschen kann und am Ende kommt ein Brötchen bei raus.

Dieses Mal hatte ich etwas weniger Glück und wurde mit jemandem zusammengesteckt, der mir gleich erklärte „Ich finde das Dokument mit unseren Rechnungen vom letzten Mal nicht mehr, aber ist nicht so schlimm, wir hatten eh nen Wert so um 9000J/kg, das ist sowieso ein bisschen daneben glaub ich“. Sure mate, aber auch nur ein bisschen daneben.

Anyway, es sah am Ende dann irgendwie so aus, und während das zwar definitiv noch akzeptabel ist, hat wohl weder das tolle digitale Thermometer, noch die Thermoskanne, noch das Umrühren noch sonstwas irgendwas gebracht.

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Im Endeffekt hatte sie nämlich gar keine Ahnung und ich auch nicht mehr als beim letzten Mal und so hab ich dann schlussendlich einfach alle Rechnungen aus dem alten Dokument übernommen und die neuen Werte eingesetzt.

Und ich will Maschinenbau studieren. Wie lustig.

Nachdem ich durch war (wir haben das alles wieder in zwei Gruppen gemacht, also erst eineinhalb Stunde die erste Hälfte der Klasse, dann eineinhalb Stunden die zweite Hälfte), durfte ich dann also noch eineinhalb STunden auf Tara warten, die in der zweiten Gruppe war. Linnea und ich haben uns die Zeit dann mit einem zweiten Mittagessen bei Burger King vertrieben.

Irgendwann kam Tara dann da raus und wir konnten uns auf den Weg zu ihr machen, schließlich wollten wir Frozen gucken.

Oder Tara wollte, dass ich Frozen gucke.

Gesagt, getan.

Dann wurde es besonders lustig. Wir kamen aus der U-Bahn raus und mussten dann in den Bus umsteigen. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Schweden an der U-Bahn ja schon wirklich ordentlich an den Seiten warten, sodass alle, die raus wollen, auch erste aussteigen können und so, aber am Bus haben sie echt noch ne Schippe draufgelegt.

Der Bus brauchte laut Anzeigetafel noch elf Minuten und was machten die Schweden? Sie standen in einer langen Reihe. Also alle. Mindestens 50 Menschen. Niemand saß auf der Wartebank, niemand stand auch nur 20cm aus der Reihe. Nein, sie standen da wortwörtlich in Reih und Glied.

Und es wurden immer mehr Menschen und irgendwann ging die Schlange bis in den Ausgang der U-Bahnstation, aber die Menschen stellten sich trotzdem ordentlich an.

Das wird für immer eins der witzigsten Dinge sein, die ich je gesehen hab.

Blöderweise ist das einzige Bild, was ich am Busbahnhof da gemacht hab vom Himmel und nicht von den Menschen.

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Wenigstens war der sehr schön.

Das Bild trägt den Titel „That white smoke in the pink sky is so pretty“ – „Smoke usually means our environment is suffering though“ – „I guess it’s pretty suffering then?“

Ansonsten haben Tara und ich dann erstmal ganz schön viel Zeit darauf verwendet, ihrer Mama zu erklären, dass Blätterteigschnecken mit Käse und Obstsalat ein absolut angemessenes Abendessen ist, wobei wir sie dann schlussendlich damit überzeugen konnten, dass sie mitgucken darf und was vom Essen abgkriegt.

Tara und ich haben mal festgestellt, dass wir zwei zusammen nicht gerade die schlausten Menschen sind, denn anstatt uns von unseren mittelmäßig schlauen Ideen abzubringen, neigen wir dazu, uns zu ermutigen oder einfach mitzumachen. (Wie heute vor Physik, als wir auf dem Boden im Flur saßen und Tara am Tischbein gedreht hat (mit dem äußerst schlauen Kommentar „Look, you can kinda unscrew the table’s leg“) und mein Kopf sich denn den Urinstinkt-Modus zurückversetzte und sich nur so dachte „Höhö, Jenna auch Tischbein schrauben wollen“. Eventuell haben wir versehentlich zwei Tischbeine abmontiert… Zum Glück hatten wir Viktoria, die das alles wieder repariert hat).

Wir wollte Obstsalat machen… und haben schlussendlich Logos in Äpfel geschnitzt… Hier (oben Links) also der Beweis, dass ich der Sternenflottenakademi beigetreten bin.

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Das fluffige auf dem Bild ist übrigens Legolas. Legolas ist aus der Distanz sehr niedlich und nicht besonders schlau. Aber Legolas mag mich. Ich habe jetzt also einen neuen Freund. (Wer hätte gedacht, dass ich das mal über einen Hund sage…)

Ansonsten ist über Frozen wohl bloß zu sagen, dass er mich fast zum Weinen gebracht hätte.

Übrigens mögen mich Taras Eltern wohl (was so ziemlich das beste Ding überhaupt ist, denn die sind ganz schön kritisch mit den Freunden ihrer Tochter), also stehen die Chancen, dass Tara und ich auch in näherer Zukunft noch zusammen Dinge tun dürfen (wie Tischbeine losschrauben) gut.

Wie sollte es anders sein, bin ich dann abends irgendwann wieder nach Hause, hab noch ein bisschen mit dem Kiwihüter und meiner Gastfamilie gequatscht und bin dann schlafen gegangen.

Bis dann und wann, Jenna

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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