(14.02.2019) Der Kampfengel und all die Pärchen

Toll. Valentinstag.

Aber erstmal gabs dann einen Test in Sachen schwedischer Grammatik.

Hab ich mal erwähnt, dass ich Grammatik eigentlich mag? Also so richtig. Außer in der Schule. Und ich benutze sie nicht gerne korrekt (deswegen möchte ich meinen Blog auch keinem Linguisten (oder wie die Sprachwissenschaftsmenschen auch immer heißen) zeigen, dem wird dann bestimmt schlecht.

Auf jeden Fall ist Grammatik, wie ich letzte Wochen schon berichtet hab, ja den schwedischen Schülern ein absolutes Fremdwort.

Und tatsächlich, ich glaub der Test lief ganz okay.

Das Ding ist nämlich, dass ich ja im Kopf alles einfach ins Deutsch übersetzten kann (also wirklich Wort für Wort, ohne die Satzstruktur zu verändern) und dann kann ich die gesamte Satzanalyse im Kopf auf Deutsch machen und dann kann ich alles wieder zurück ins Schwedische übersetzten… und bin immer noch schneller als die meisten schwedischen Schüler.

Die Schweden wussten nicht mal was ein eingeschobener Relativsatz ist. (Oder ein inskuten bisats). Das ist ja wohl definitiv das schönste Ding in der gesamten deutschen Sprache. Ich liebe ihn. Ich glaube, mein Deutschlehrer in Deutschland stimmt mir da nicht zu.

Ich neige nämlich dazu, eingeschobene Relativsätze in einem eingeschobenen Relativsatz im eingeschobenen Relativsatz zu haben. Es ist lustig und ich mags.

Ich kann da Jean-Jacques Rousseau empfehlen, der hat den selben Hang zu komischen Satzkonstruktionen.

Es folgte dann Mittagessen und dort gabs dann Donuts zum Essen. Vielleicht ist Valentinstag doch nicht so übel.

Ich mag den schwedischen Namen eh lieber. Alla hjärtans dag. (Quasi „Tag aller Herzen“).

Dann hatten wir Physik und zu meinem großen Glück hat sich meine Gruppe aus Zeitgründen davor drücken können, dass wir unsere Präsentation heute halten müssen.

Das bedeutet nicht, dass ich nicht am Liebsten jemanden erdrosselt hätte. Oder einen spezifischen Menschen in meiner Gruppe. Den einen, der sagt „Klar, ich mach die Präsentation“ und der dann ganz mysteriös an dem Tag nicht da war und natürlich auch keine Präsentation gemacht hat aber auch nicht Bescheid gesagt hat.

Den einzigen Menschen aus meiner Gruppe, den ich gefunden hab, hat nur mit den Schultern gezuckt und gesagt „Vi tar det som det kommer“ (Wir nehmen es, wie es kommt) und dass er nicht gedenkt, jetzt noch irgendwas zu machen. Ich find das aber hochgradig peinlich, dem Lehrer zu sagen „Ja du, wir können unsere Präsi jetzt leider nicht halten“.

Ich hab dann also schon beim Mittagessen nebenbei schon mal angefangen, ne Präsentation zusammenzubasteln.

Die Rettung kam dann in Form meines letzten verbleibenden Gruppenmitglied, das mir dann zwanzig Minuten vor Stundenbeginn nen Snap geschickt hat von wegen „Ey du, kanns sein, dass die, die unsere Präsentation machen wollte, jetzt nicht da ist? Wollen wir mal was zusammenbasteln?“

Gesagt getan, wir haben dann in Rekordzeit echt noch was relativ brauchbares zusammengeschustert.

Aber wie schon gesagt, am Ende mussten wir sie dann doch nicht halten.

Ansonsten gabs während der Stunde dann sogar noch Zimtschnecken und ich hatte ja auch noch die Muffins und hach, ich sag ja, bei all dem Gebäck werd ich vielleicht doch noch Freund vom Valentinstag.

[Ich möchte den Blick übrigens gern mal in die ganz obere, rechte Ecke des Bildes lenken… dieser Plastikhefter der da liegt, das ist wahrscheinlich die dickste Mappe, die ich je in irgend nem Fach hatte!]

IMG_20190215_100524_110.jpg

Oder auch weniger, aber hey.

Nach der Schule hab ich dann Ante abgeholt, immerhin kommt heute Alita: Battle Angel in die Kinos.

Hab ich mal erwähnt, wie froh ich bin, die se ganze Familie kennengelernt zu haben? Man oh man.

Übrigens mussten wir erstmal den gesamten Kühlschrank umsortieren… das war ein Spaß. Nein okay, um Muffins unterzubringen kann man das schon mal machen.

Wir sind dann irgendwann zum Kino, haben uns auf dem Weg noch Burger besorgt und als wir dann im Kino saßen, haben wir uns dann mal so umgeschaut und dachten uns so „Oh ja. Valentinstag. Ein Kino voller Pärchen. Toll.“

Die Begeisterung war riesig.

Aber ohne scheiß, der Film war unglaublich episch! Definitiv einer der besten, die ich in den letzten drei Jahren gesehen hab!

Schlussendlich neigte sich der Film dem Ende zu und wir sind nach Hause gefahren. Ich weiß nicht, aber – wie ich auch schon mit Tara gemerkt hab – wenn man mit den  richtigen Menschen in der U-Bahn sitzt dann ist das wie ein völlig neues Zeitfenster. Wie so ne alternative Realität, de fernab der normalen Zeitschiene existiert.

Ich kann das nicht wirklich beschreiben, aber manchmal hat man so Momente, so Momente wo alles okay ist und man so richtig glücklich ist und plötzlich, während man da so sitzt und lacht, vergeht die Zeit wie in Zeitlupe und es fühlt sich an, als würde der Blick wie so ne Fernsehkamera nach oben zur Seite rausschwenken und man sie die Gesamtsituation so von außen und man denkt sich so „Scheiße man, was hab ich für ein gottverdammtes, beschissenes Glück“.

Ich weiß nicht, das ist schwer in Worte zu packen.

Auf jeden Fall haben wir noch ein bisschen mit seiner Mama gequatscht und dann musste ich auch irgendwann wieder nach Hause.

Bis dann und wann, Jenna

 

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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