(19.02.2018) Gefangen in einem Netzwerk und das Ding mit Aspirin und Heroin

Manchmal hab ich die grandiose Fähigkeit, durch sieben Wecker durchzuschlafen… zum Glück ist das schon immer so und so kann ich mir einfach noch viel mehr stellen.

Physik war einfach mal überhaupt nicht spannend und ich frage mich wirklich, was wir die Stunde über gemacht haben. Also ohne scheiß, ich hab keinen Schimmer.

Ansonsten war das Mittagessen heute auch etwas fraglich und irgendwie war alles ein bisschen komisch. Und Tara war krank, das kam als unschönes Event hinzu.

Ansonsten höre ich eine lustige Mischung aus „Tusen och en natt“ und „Ich will nur dass du weißt“ vor mich hin… warum grade die beiden in meinem Kopf stecken geblieben sind? Ich hab keine Ahnung.

Englisch war dann nicht besonders viel spannender.

Es ging weiter um die Bücher, die wir lesen und joa, das wars dann im großen und ganzen auch.

Ich wär zwischendrin fast eingeschlummert, denn wir sollten uns dann nämlich „The Black Cat“ von Edgar Allan Poe anhören und wir kennen mich alle schon länger, ich mag weder Horrorstorys, noch bin ich ein übermäßig großer Fan von Edgar Allan Poe.

Am Ende der Englischstunde wurde dann der Großteil der Klasse schon frühzeitig entlassen und alle die, die damals (also schon vor Wochen) krank waren, als wir diesen lustigen Artikel präsentieren sollten, haben das dann heute gemacht.

Ich muss mich an dieser Stelle bei Sophie entschuldigen, ich hab nämlich die blöde Eigenschaft mich beim Reden dann auf eine Person zu fixieren und in dem Fall war es – wahrscheinlich zu ihrem Leidwesen – sie.

Ansonsten kann ich dazu gar nicht so viel sagen, ich kann mich nämlich nicht mehr an besonders viel erinnern.

Ich hab inzwischen gar kein großes Problem mehr damit, vor Menschen zu sprechen. Zumindest wenn es ein Thema ist, in dem ich tief drinstecke und bei dem ich mich auskenne. Wir erinnern uns kurz mal an mein Geschichtsreferat über Doping in der DDR, das ich komplett ohne Notizen gehalten hab und das über ne Stunde lang war. Das ging, weil ich das super spannend fand und weil ich ganz viel dazu im Kopf hatte.

Das gleiche galt zum Beispiel auch für das lustige Referat über Strahlenschäden in Physik, da war das genau so.

Aber ich habs ja überlebt, auch wenn ich wirklich keinen Schimmer hab, ob ich alles wichtige gesagt hab, oder ob ich doch nur rumgestammelt hab oder was auch immer.

Danach haben der Kiwihüter und ich die Beine in die Hand genommen und sind auf, auf und davon, ab zu unserer Partnerschule.

Dort gabs dann heute ein obligatorisches Theaterstück.

An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, wie unfassbar fehl am Platz der Kiwihüter, Alex, Linn und ich uns da gefühlt haben. Wir gehen ja – anders als 95% der Menschen im Raum, nicht auf diese Schule.

Das wär ja gar nicht so dramatisch und auch gar kein so großer Unterschied, wär Jarlaplan nicht der Teil, der eben auf Ästhetik ausgerichtet ist. Darunter fällt alles von Kunst, Musik, bis hin zu Theater als eigener Zweig.

Und dann saßen da vier arme Naturwissenschaftler dazwischen und fragten sich, was sie in ihrem Leben falsch machen.

Das Theaterstück, es hier Fångad i ett nätverk („Gefangen in einem Netzwerk“) (ich setze hier mal nen Link hin, aber das ist alles auf Schwedisch) gehts eben genau darum, was da eigentlich für Gefahren im Internet lauern und dass man unfassbar vorsichtig damit sein muss, was man mit wem teilt, denn was, wenn deine Bilder irgendwie dann doch in falsche Hände geraten und man erpresst wird oder sie plötzlich weiter verschickt werden etc. Genau so ging es aber auch darum, wie scheiße schwer das sein kann, sich zu überwinden, Hilfe zu suchen und was da noch so dranhängt.

Ehrlich gesagt kann ich gar nicht in Worte fassen, wie überrascht (und definitiv glücklich) ich bin, das sowas in der Schule angesprochen wird und vor allem, dass alle das ernst nehmen und nicht ein dummer Spruch gemacht wird.

Es tut mir leid, dass ich das jetzt so sagen muss, aber das wär so in Deutschland einfach nicht möglich gewesen.

Und weil ich beschlossen habe, dass man Menschen zeigen sollte, dass sie was tun, was man selbst schätzt, bin ich danach dann zur Produzentin (oder was auch immer sie war) und hab ihr genau das gesagt, nämlich dass ich froh bin, dass sowas thematisiert wird, vor allem weil ich das so in der Form aus Deutschland gar nicht kenne, und sie hat sich sehr gefreut und ich hab mich gefreut und alle waren bedrückt-glücklich und joa.

Der Kiwihüter war dann schon verschwunden, der wollte nämlich schnell nach Hause, ich wusste aber nicht warum.

Der restliche Tag plätscherte dann so vorbei und irgendwann hab ich mich dann ins Bett geworfen.

Bis dann und wann, Jenna.

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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