(27.02.2019) Året var 1943…

Sprach Olle und erzählte eine Geschichte.

Aber erstmal fing der Tag noch ein bisschen müder und ein bisschen weniger aufgeregt an, als gestern. Es war schon fast wie ein gewöhnlicher Abend.

Übrigens nehme ich Lena nicht ab, dass es ihr keine innerlichen Schmerzen bereitet hat, mein Frühstücksei 15 Minuten lang zu köcheln. Aber sie hats trotzdem gemacht und ich hab mich gefreut.

Und wie jeden Morgen brach die Diskussion aus: „Wollen wir nicht los?“ – „Näääää“ – „Komm schon“ – „Aber… nur noch ne Stunde“ – „Ne Viertelstunde?“ – „Na gut“ – „Aber nääää“ – „Kommt schon Leute“

Da schaltet sich dann für gewöhnlich deren Papa ein, der dann den Kopf in die Tür steckt und nur so fragte „Seid ihr nicht eigentlich zum Skifahren hier“ und das hilft dann meistens, um die Truppe in Gang zu kriegen.

Rückblickend möchte ich Morgen-Jenna gerne danken, dass sie dran gedacht hat, sich Sonnencreme ins Gesicht zu schmieren, ansonsten wär das definitiv sehr unlustig gewesen.

Ansonsten schmeiß ich hier jetzt erstmal ein paar Bilder vom heutigen Tag rein, denn wir hatten endlich Sonne und ich hab mich sehr gefreut!

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Wie man auf dem letzten Bild sehr gut sehen kann, wars manchmal ein bisschen steinig, einfach weils schon lange nicht mehr geschneit hat und es definitiv warm genug war, dass es langsam aber sicher taut.

Ich warte übrigens noch auf den Moment, in dem ich irgendwas fallen lasse oder mich im Lift auf die Schnauze lege, aber hey, dann haben wir wenigstens auch davon ein lustiges Video.

Zum Mittag sind wir dann wieder nach Hause gefahren… also wortwörtlich bis nach Hause gefahren. Wir sind auf dem Eis bis vor die Haustür geschliddert.

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Abgesehen davon ists sehr schön jemanden zu haben, der am Tisch sitzt und sich den Kopf zerbricht, ob er seine Nudeln mit Ketchup oder Bolognesesoße essen will. Und niemand verurteilt irgendwen. Das ist eigentlich noch viel mehr als schön. Da fühlt man sich gleich wie zuhause.

Wir hatten heute im Lift ne lustige Diskussion über die ganze Thematik.

Okay, die Diskussion begann, weil wir lauthals Country Roads gesungen haben, und irgendwie an der Zeile „Country roads, take me home to the place I belong“ hängengeblieben sind und uns dann gefragt haben, was denn ist, wenn „zuhause“ und „der Platz, wo man hingehört“ gar nicht der selbe ist.

Schlussendlich haben wir dann irgendwie beschlossen, dass zuhause genau das ist, was man zu seinem zuhause macht und der Platz, an dem man gehört, den muss man für sich selbst ausmachen, dass kann einem niemand vorschreiben.

Anyway, der Gedanke verfolgt mich noch immer und vielleicht schreib ich dazu die nächsten Tage noch was, je nachdem ob ich Zeit finde, drüber nachzudenken.

Ansonsten war besonders das im-Lift-sitzen meistens besonders witzig, vor allem weil Ante und Olle meistens durch schreien von einem Sessel zum anderen kommuniziert haben… ich hab das mal auf Video festgehalten und mit Untertiteln versehen.

Ich werd die Tage, wenn ich Ruhe hab, mal n richtiges Video zusammenbauen und das hier irgendwo einfügen. Wir haben schon beschlossen, dass es den Titel „Året var 1943 – en historia berättat av Olle“ und direkt nach dem Titel folgt ein Zusammenschnitt von allen Schreien (und davon haben wir viele auf Video… holla die Waldfee).

Ansonsten tut mir inzwischen alles mittelmäßig doll weh,was aber nur ne Mischung aus blauen Flecken und Muskelkater ist… also nichts dramatisches und ich werde definitiv nicht sterben.

Zum Abschluss des Tages wollten wir uns dann so ne abseits gelegene Piste runterschlagen und so haben sich Ante, Olle, deren Papa und ich uns auf den Weg gemacht. knappe fünf Kilometer sollte die lang sein und direkt runter ins Zentrum gehen wo uns Lena dann mit dem Auto einsammeln wollte.

„Vereist“ wär eine Untertreibung. Es war entweder spiegelglatt (also wirklich so, dass man sich darin spiegeln konnte), oder es hat schon Dreck und Grasreste durchgeschaut. Es war ein echter Traum.

Keine 100 Meter vor dem Ende hats mich dann zum ersten Mal so richtig zerlegt.

Ante hat mir noch irgendwas zugerufen und ich hab mich umgeguckt um zu sehen, ob ich nicht falsch abgebogen war oder ähnliches, und genau in dem Moment bin ich auf dem Eis ausgerutscht und volles Brett auf die Knie. Die sind inzwischen schon so blau, dass ich tatsächlich angefangen hab, zu weinen.

Natürlich konnte ich fühlen, dass es meinem Knie an sich okay geht, nix verdreht, nix gebrochen und alles noch am Platz, es war wirklich nur der Schmerz, der auftritt, wenn man zum neunten Mal auf den selben blauen Fleck fällt und es einfach bloß unschön ist.

Sie haben mich dann in den Arm genommen, an die Seite geschafft und haben sich dann zu mir in den Schnee gesetzt und meinten bloß „Na dann warten wir jetzt einfach, bis es aufhört wehzutun, und jetzt ja nichts“.

Schlussendlich hats das dann auch irgendwann und Lena hat uns eingesackt und zurück zur Piste gebracht.

Wir drei sind dann doch noch ein bisschen gefahren, bevor wir uns schlussendlich alle auf der Hütte getroffen haben.

Zum Abendessen gabs dann die schwedische Version von Gulasch und auch wenn es bei weitem nicht an Omas rankommt, war es ganz gut.

Danach haben wir alle noch so rumgedölmert und jetzt ist der Rest schon im Bett und ich muss meinem Blogpost noch fertig schreiben.

Bis dann und wann, Jenna

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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