(03.02.2019) Was bin ich froh, dass ich grade in Schweden bin

Und warum ich so froh bin?

Weil Karneval ist und ich hasse Karneval.

Zum Glück feiert man das in Schweden aber nicht. Ha!

Das ist glaub ich eine relativ neue Entwicklung weil noch so vor nem halben Jahrzehnt fand ich das Klasse, aber andererseits ist ein halbes Jahrzehnt aber auch etwa ein Drittel meines ganzen bisherigen Lebens und in so nem Drittel kann sich echt scheiße viel verändern.

Abgesehen davon hab ich quasi nicht geschlafen, weil ich wegen meinem Rücken nicht liegen kann und im Sitzen schlafen klappt nur so mäßig gut.

Ich hab dann heute also essentiell nichts gemacht, außer versucht, mich nicht zu bewegen, dabei ein paar Folgen Blindspot geschaut und Knoppers gegessen.

Irgendwann ist mir dann doch aufgefallen, dass ich Agatha Christie’s „A Pocket Full Of Rye“ mal fertig lesen müsste und hab mich dann in mein Lieblingscafe verkrümelt. Also wortwörtlich verkrümelt. Ich hab Wienerbröd gegessen und das krümelt wie Sau.

Wienerbröd kommt – entgegen seines Namens – übrigens aus Dänemark.

Ich glaub das Cafe ist eins der Dinge, die ich in Deutschland echt unendlich vermissen werde.

Ich werde inzwischen schon mit meinem Namen angesprochen, wenn ich reinkomme und sie erkundigen sich immer ganz lieb, wie es mir denn eigentlich so geht und das Essen ist nebenbei auch toll und ach… es ist einfach so gemütlich da.

Irgendwie hab ich Angst davor, zurück nach Deutschland zu kommen, denn ich weiß jetzt schon, dass ich zurück in alte Muster fallen werde und mir so viele Dinge, die ich hier schätzen gelernt hab, verbauen werde, einfach weil mein Kopf sagen wird „Jenna, so bist du nicht, das machst du nicht, das hast du noch nie getan.“

Ich geh gern spazieren und sitze gern allein draußen rum, ich sitze gern allein mit einem Buch im Cafe und vor allem der Gedanke, dass Alleinsein etwas ist, für das man sich schämen oder rechtfertigen muss, der ist endlich weg und ich hab Angst, dass der wiederkommt.

Ich will den nicht zurück. Der ist scheiße.

Verdammt, wie Sookee schon sagte: „Alleinsein ist schön“

Und warum kann ich sagen, dass es schön ist? Weil ich inzwischen gelernt hab, zwischen allein und einsam zu unterscheiden.

Der Unterschied ist nämlich verdammt gewaltig und mit all den Menschen hier um mich rum, all den Menschen, die ich so sehr liebe und die mir so viel geben und von denen ich so viel lernen kann und die mich sein lassen, wer ich bin. Menschen, die keine Erwartungen haben. Menschen, die nicht sagen „Warst du nicht früher immer so und so?“. Menschen, die mir das Gefühl geben, dass ich als Mensch okay bin, genau so wie ich bin.

Und wenn man dann draußen rumläuft, dann ist man zwar allein, also so in Sachen Anzahl, aber man ist nicht einsam und das ist was, was von unschätzbarem Wert ist.

Ich drifte ab. Aber das passiert wahrscheinlich, wenn man in den letzten drei Nächten zusammen nicht mehr als acht Stunden geschlafen hat und es inzwischen auch schon drei ist und in dreieinhalb Stunden der Wecker klingelt und ich definitiv weit entfernt von Schlaf bin.

Anyway, ich leg jetzt mein Laptop weg.

Bis dann und wann, Jenna.

 

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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