(06.03.2019) Von der Chemie und der unpraktischsten Bühne der Welt

Was kam zuerst, die Bühne oder die Chemie?

Die Bühne. Zeitlich gesehen.

Wir hatten heute keinen richtigen Theaterunterricht, weil unsere Lehrerin anderweitig beschäftigt war. Auf Schoolity stand dann, dass sich doch alle bitte um zehn trotzdem am Raum einfinden sollen und eigenständig in ihren Gruppen weiterarbeiten sollen.

Ich glaub in Deutschland wär niemand aufgetaucht und hier waren wir tatsächlich ungefähr die Hälfte, was schon mal echt gut ist.

Wo denn die andere Hälfte ist, hatte sich dann aber schnell geklärt. Gestern war die große 100-Tage-bis-zum-Abschluss-Feier für alle die, die in die dritte Klasse (also die dritte Klasse des schwedischen Gymnasiums, sprich 12. Klasse in Deutschland) gehen. Die liegen wahrscheinlich alle mit mittelschwerem Unwohlsein im Bett.

So war auch das Mädchen, mit dem ich zusammen die Szenografie mache, weg und ich saß allein vor dem klitzekleinen Problem, dass ich jetzt Malins (unsere Lehrerin) Anforderungen und Visionen im Kopf hatte, aber keine Malin für Rücksprachen und auch sonst niemanden, den ich irgendwie um Rat fragen konnte.

Ich hab dann einfach angefangen Skizzen zu malen.

Aber ernsthaft, ich zweifle immer noch an der Sinnhaftigkeit von Malins Ideen.

Malin will nämlich den Raum, in dem sich die Bühne befindet, quer nehmen und die Bühne quasi an die Längsseite Schieben. Das ist ja sehr schön, aber wir brauchen definitiv Backstagebereich und die Leute, die dann ganz hinten links sitzen, haben nicht im entferntesten ne Chance zu sehen, was vorne rechts passiert.

So kam ich dann irgendwann auf Idee zwei, aber hey, wir werden sehen.

(Blau ist übrigens das Publikum).

bühne-teather-1.JPG

Ansonsten haben wir uns danach dann ganz schnell zurück zur Schule gehetzt, denn ausnahmsweise hatten wir mal nicht zwei Stunden Mittagspause, sondern sie haben uns Mentorstid (Klassenlehrerzeit) reingedrückt. Toll. Freude. Nichts lieber als das. Töte mich einer.

Aber wenigstens stand danach Chemie an und das hat mich dann wieder glücklich gemacht.

Ich hab da schon mal drüber geredet, eigentlich bin ich gar nicht überdurchschnittlich gut in Chemie, und vor allem nicht gut genug um im Chemiekurs der diesjährigen „Abiturienten“ (oder dem schwedischen Äquivalent, hier heißt der Abschluss ja nicht Abitur) zu sitzen. Das ist an sich das selbe, wie als wenn ich jetzt in Deutschland im Chemiekurs der 13. Klasse sitzen würde, mitten zwischen all denen, die im Sommer dann zur Uni gehen.

Übrigens möchte ich nur noch mal erwähnen, dass ich vorher noch nie organische Chemie gehabt hab und mir das jetzt alles so lustig nebenbei beibringen darf.

Aber hey, ich hatte ja mal beschlossen, dass es Spaß macht und jetzt macht es das auch wirklich.

Ansonsten ist heute gar nicht so viel mehr passiert und trotzdem hab ich quasi nichts von dem geschafft, was ich eigentlich schaffen wollte.

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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