(08.03.2019) Heut war nicht so mein Tag

Letzte Nacht hab ich richtig beschissene Neuigkeiten bekommen. Also beschissen ist ein Understatement!

Ich hab dann den Rest der Nacht nicht mehr geschlafen und hab bloß noch im Fensterbrett gesessen und die Straßenlaterne vor dem Haus angeguckt.

Wir kennen mich alle, ich bin ich nicht besonders gut darin, emotional belastende Dinge zu handeln und so hat man dann ganz schnell das Gefühl, dass die ganze Welt so groß ist und man selbst ist so klein und alles erschlägt einen und nein ja, das sind die Momente, in denen ich mich dann in die allerallerengsten Räume quetsche, einfach bloß damit dieses beschissene Gefühl weg geht.

Ich wollte die meiste Zeit einfach nur schreien, schreien, wie scheiße es doch grade ist, dass ich so weit weg bin und wie allein und hilflos ich mich fühle und verloren und alles.

Irgendwann ist mir dann eingefallen, dass ich – entgegen allem, was mein Gehirn sagt – ich zumindest nicht allein bin, und machen könnte ich auch nichts, wenn ich jetzt vor Ort in Deutschland wär. Zum Glück hab ich die besten Freunde, die sich irgendwer wünschen kann.

Das sind die, die ohne dein Gesicht sehen zu können schon an der Art und Weise wie du läufst sehen können, dass irgendwas nicht okay ist.

Und so hab ich mich dann Tara auch nur mehr oder weniger in die Arme geworfen und alles war ein kleines bisschen besser.

All de anderen kamen dann irgendwann auch und haben mich ganz fest geknuddelt und wirklich, ich bin vieles, aber nicht allein.

Beim Sport steht jetzt Tanzen an, aber um meinen Rücken ein bisschen zu schonen hab ich dann doch lieber am Rand gesessen.

Tara verdient wirklich nen Orden, die ist mir den ganzen Tag nicht mehr von der Seite gewichen und scheiße man, was bin ich froh, dass ich die hab!

Irgendwann stand dann Mathe an und damit auch ein Test. Wie schon den Rest des Tages kamen mir aber doch irgendwie immer wieder schwallweise die Tränen und so hat mich meine Lehrerin auch nur angeguckt und meinte dann auch, dass ich den Test jetzt nicht schreiben brauche, wenn ich da weinend sitze ist das doch für alle Beteiligten und allen voran natürlich mich nicht besonders schön. Sie meinte dann, dass ich doch einfach um drei wiederkommen könnte, und genau das hab ich gemacht.

Ich bin dann erstmal raus aus der Schule, einfach weils da drinnen kaum ruhige Ecken gab, und hab dann Papa angerufen. Bei dem hab ich ja das Glück, dass der sich fast immer irgendwie Zeit einräumen kann und so hatte ich auch für die Zeit jemanden zum Quatschen.

Als ich dann wieder zurück in der Schule war, war ich irgendwie halb gefroren, was eventuell ein bisschen unpraktisch war, aber hey, man taut ja auch wieder auf.

Der Rest der Stunde lief nur so mäßig klasse. Chaos im Kopf in Kombination mit unbestimmten Integralen (oder auf Englisch dann antiderivative, was meiner Meinung nach doch irgendwie viel cooler klingt, aber in dem Moment doch etwa gleich-scheiße war) hat mich dann entgültig aus der Bahn geworfen und ich hab mich dann erstmal aufs Klo geflüchtet.

Nach dem Unterricht kam dann Tara wieder an und scheiße man, wie lieb ich diesen Menschen hab.

Sie hat mich nur angeguckt und hat gar nicht erst gefragt „Wollen wir was machen?“ sonders es war bloß ein „Okay bin bereit, was machen wir jetzt?“.

Schlussendlich haben wir nicht viel gemacht. Wir haben gequatscht und sind dann noch mal kurz in einen kleinen niedlichen Secondhandladen gelaufen um nach Büchern zu gucken – und tatsächlich! Ich hab ein Buch über Kent gefunden und war dann gleich ein großes Stück glücklicher.

Ansonsten hab ich noch mit Oma telefoniert und bin dann ganz schnell eingeschlafen, denn mir ist irgendwann aufgefallen, dass ich jetzt seit 40 Stunden wach bin und das kann nicht gesund sein.

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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