(10.03.2019) Ein Sonntag sondergleichen

Okay, das ist eventuell ne geringe Übertreibung, immerhin war ich ja vorher schon mal im Stadion und mit dem Mello von gestern im Kopf ist der Tag heute vielleicht doch nur ein bisschen außergewöhnlich gewesen, aber trotzdem. Er war grandios!

Ich war nämlich Mit Ante, Olle und meinem alten Gastpapa beim Saisonauftacktspiel von Hammarby und scheiße man, was war das episch!

Also erstmal bin ich heute Morgen halb tot aus dem Bett gefallen weil ich die Nacht ja nur so mäßig viel geschlafen hab, aber hey.

Und weil ich definitiv die Zeit ein bisschen vergessen hatte, bin ich dann auf dem Weg nur noch schnell ins Espresso House gehüpft und hab den großen Fehler gemacht, mein Frühstück nach Farbe auszusuchen. Ernsthaft. Ich hab ein knallpinkes Gebäckstück gekauft – und habe mich dann beim Verlassen des Espresso Houses perfekt ins Stockholmer Stadtbild integriert gefühlt!

Und so bin ich dann also bei Ante und co. angekommen, mit meinem Kakao und meinem Frühstück in der Hand, und wer hätts gedacht, die waren grad auch noch am Essen und so hab ich mich einfach mit an den Tisch gesetzt.

Notiz an mich selbst: Frühstück nächstes Mal nicht nach Farbe aussuchen.

Ansonsten haben wir dann irgendwie noch zwei Stunden rumgeschlagen, bevor Olle dann einfiel „Ach ja, in 17 Minuten treffen wir uns ja mit Wille“ und schwupp waren alle mehr oder weniger warm angezogen (Ich war die einzige, die mehr als nen Pulli anhatte) aus der Wohnung gestoplert und in Richtung U-Bahn gestolpert.

Hab ich mal erwähnt wie klasse die beiden sind? Wenn man zwischen den beiden durch die Gegend läuft, dann fühlt man sich einfach als wär man Teil der Familie und ich weiß nicht wie ich das Gefühl in Worte packen soll, aber das ist einer der Momente, wo alles ganz kurz mal okay ist.

Alle reißen dumme Sprüche, ein leichter Hauch von gegenseitigem Gestichel liegt in der Luft und letztendlich haben sich dann doch aber alle lieb.

Schließlich hatten wir Wille dann in der U-Bahn getroffen und dann gings ab Richtung Stadion.

Die gesamte U-Bahn war voller Hammarby-Fans und wir vier haben da natürlich bestens reingepasst (außer Wille, der hat nen EINTRACHT BRAUNSCHWEIG Schal getragen!!!) und irgendwie ist das doch n ziemlich episches Gefühl, in mitten der Fußballfans (die in Schweden bedeutend weniger alkoholisiert sind als in Deutschland, dank der hiesige Gesetzeslage) in der U-Bahn gequetscht zu stehen während alle laut Fußballlieder gröhlen und der ganze Wagen wackelt.

Ernsthaft, Fußball ohne betrunkene Menschen ist etwa 1317% schöner!

Schlussendlich sind dann alle in Richtung Stadion gepilgert, und wenn ich sage gepilgert, dann meine ich gepilgert!

Nur, dass anstatt Mönchen (oder wer da auch sonst so typischerweise auf Pilgerreise geht) wahlweise grün-weiß oder blau-gelb-rot gekleidetet Fußballfans rumpilgerten.

Verglichen mit Spielen in Deutschland wenn Derby ansteht (wir erinnern uns als Braunschweig gegen Hannover gespielt hat und man am liebsten das Haus nicht verlassen würde), ist das Polizeiaufgebot hier relativ beschränkt. Also nicht, dass die Polizisten selbst beschränkt sind, ich meine zahlentechnisch!

Die einige Gewalttat die ich gesehen hab war, dass son Typ knapp hinter mir ne Bierflasche auf den Kopf gekriegt hat weil er irgend nen anderen Fan blöd angemacht hat.

Der Witz ist nämlich, dass sich alle drei Stockholmer Clubs das selbe Stadion teilen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie, wenn sie quasi beide zuhause spielen. Oder beide auswärts. Also offiziell wird eins als Heimspiel für die eine Mannschaft und das zweite Spiel dann als Heimspiel für die andere Mannschaft gewertet.

Heute hatte Hammarby Auswärtsspiel. Also quasi. Offiziell.

Übrigens haben sie kurz danach dann die zwei Fangruppen getrennt und jede hatte ihren eigenen abgesteckten Weg zum Stadion.

Kaum waren wir dann im Stadion drin (die Taschen werden hier übrigens nicht kontrolliert, man hätte also theoretisch echt was-auch-immer da reinschleppen können.

Was auch erklärt, warum das Spiel wortwörtlich on fire war.

IMG_20190311_213504_903.jpg

Die werten Herren aus Djurgården haben entschieden, das gesamte Stadion einzuräuchern… was gerade bei geschlossenem Dach echt toll ist.

Den Rest des Spiels saßen wir dann quasi im Nebel (der noch viel schlimmer als das hier wurde, aber davon hab ich verpennt n Foto zu machen).

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Ansonsten bin ich immer wieder ganz beeindruckt, was die hier jedes Mal in Sachen Fanprojekte auf die Bühne stellen. Während die blau-gelb-roten Idioten also ihren Block zuräucherten, haben wir das hier gemacht:

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Sieht nicht nach viel aus? Na dann verschieben wir mal den Blickwinkel.

hammarbyfotboll

[instagram/hammarbyfotboll]

Wenn ich bitten dürfte: Die zweitbesten Fans der Welt!

Okay, danach brach das große Papierwerfen aus und irgendwann fiel den Menschen auf, ey warte mal, man kann ja riesige Papierflieger daraus bauen und die von der Empore runterwerfen! Klasse!

Okay, ein bisschen hats bei uns auch gefackelt, aber dann doch vergleichsweise wenig!

Das ganze nahm dann ein deprimierendes Ende als wir im Elfmeterschießen schlussendlich verloren haben.

Dementsprechend furchtbar war dann der Weg nach Hause.

Natürlich waren die U-Bahnen BRECHEND voll. Also so voll, dass wir mindestens ne handvoll U-Bahnen haben durchfahren lassen müssen, einfach weil sie so voll waren,d ass wir nicht mehr reingepasst haben.

Dann passiert uns ein verheerender Fehler. Wir haben nicht aufgepasst welche Fans drinnen sitzen… und standen dann plötzlich als EINZIGE Hammarbyer in mitten aller Djurgården-Fans.

Das schönste Erlebnis muss das gewesen sei, als sie angefangen haben Lieder darüber zu singen, wie sehr sie Hammarby hassen und son breitgebauter Typ einfach die ganze Zeit auf mich gezeigt hat.

Ich mein Angst kriegt man da jetzt nicht per se, zumindest nicht in ner U-Bahn und mit drei freundlichen Menschen an seiner Seite, aber besonders toll fühlt sich das dann doch nicht an.

Andererseits, die Tatsache, dass die U-Bahn über zwanzig Minuten still stand weil sie nicht in die nächste Station einfahren konnte (weil in der ne andere U-Bahn mit ner kaputten Tür stand) und wir so mitten oben auf ner Brücke standen.

Zwanzig Minuten mehr eingequetscht zwischen Wille und Ante, umringt von grölenden blau-gelb-roten Idioten und keine Chance sich auch nur nen Millimeter zu bewegen. Ein Traum.

Schlussendlich haben wirs dann doch alle nach Hause geschafft und so hab ich nur noch mit denen Abendessen gegessen und hab mich dann doch ganz schön schnell auf den Weg nach Hause gemacht, ich war müde und Ante hatte erstmal genug von Menschen.

Can relate.

Zuhause bin ich dann doch relativ schnell friedlich eingeschlafen.

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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