(13.04.2019) Raus, raus und ganz weit raus

Der einzige Gedanke, den ich heute Morgen hatte, war „RAAAUUUUUUUUS!!!“

Und so sollte es geschehen. Für meine Verhältnisse ungewöhnlich früh, hab ich mich aus dem Bett gerollt, in Klamotten geschmissen und bin aus der Tür gestolpert.

Mit kleinem Umweg über den Supermarkt – ich brauchte ja schließlich Kekse, Himbeer-Apfel-Saft (ich habe da eine gewisse Abhängigkeit entwickelt) und Käsebrötchen – hab ich mich dann auch in den nächstbesten Bus geworfen.

Und so verschlug es mich nach Gamla Stan und weil ich zu faul zum Laufen war und außerdem grade ein Pendelboot angelegt hatte, hab ich mich dann ganz kurzfristig dazu beschlossen, einfach aus Boot zu steigen, und zu schauen, wos eigentlich hingeht.

Blöderweise war mir dann aber wieder eingefallen,d ass ich ja eigentlich Angst vor Booten hab und bin dann doch lieber schnell wieder ausgestiegen. War nicht so toll.

Und dann war ich hier:

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Also nicht, dass das da keine nette Ecke ist, es war nur nicht spannend und sieht aus wie jede andere Neubausiedlung, völlig egal ob Schweden oder Deutschland.

Glücklicherweise war da ne Bushaltestelle. Und da war son Bus. Mit der Nummer 402 kommt man dann irgendwie nach Slussen. Da kann man dann einfach in die grüne U-bahn einsteigen, unter der gesamten Stockholmer Innenstadt durchfahren, am Brommaplan wieder aus der U-bahn steigen und dann steht man da erstmal.

Und man weiß nicht so genau, wo man eigentlich hin will und dann guckt man ein bisschen doof aus der Wäsche und steigt dann in irgendeinen Bus.

In meinem Fall war es die Nummer 176, die mich bis nach Ekerö Centrum gebracht hat und dann stand ich da. In Ekerö. Und hatte keinen Plan, was ich da eigentlich wollte. Also so gar nicht. Da ist nix.

Ich bin dann einfach ein Stück an irgend ner Straße hochgelaufen und hab geschaut, ob ich irgendwo noch Mal ne Bushaltestelle sehe… und irgendwann hab ich einfach nur noch blöd gelacht. Ich bin froh, dass da kein Mensch in der Nähe war, ansonsten hätten die wahrscheinlich die Männer in den weißen Kitteln gerufen.

Mitten im Nirgendwo, ohne Plan, ohne Ziel, und trotzdem so richtig glücklich… und das erste Mal seit Wochen ohne Kopfschmerzen.

Und tatsächlich, da war eine Bushaltestelle… mit nem Bus, der jede Stunde kommt, und an man manchen Tagen auch nur jede zweite Stunde.

Dann hab ich vergessen, nachzudenken und weil der Bus doch grade kam, bin ich einfach eingestiegen… und hab dabei natürlich nicht bedacht, dass ich ja auch irgendwie wieder zurück kommen muss und dass der Bus in die andere Richtung nicht aus wundersame Weise häufiger fahren wird.

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Aber ganz ehrlich? Ich war ein bisschen zu glücklich zum Denken.

Und so bin ich schließlich bis fast zum Ende der Buslinie 309 gefahren und hey, wenigstens hatten die da ein Schloss.

Schlussendlich sah die Route dann etwa so aus:

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Wie wir eventuell an der Verteilung der gelben Markierungen sehen, spielt sich der Großteil meines Lebens dann doch irgendwie mehr so in Stockholm City ab… aber hey, auch das größte City Girl muss mal raus.

Ehrlich gesagt war da aber sonst nicht so viel spannendes und nachdem mein Bus dann irgendwann auch wieder aufgetaucht war, hab ich mich auf den Weg nach Hause gemacht. Schließlich hatte ich kein Zelt mitgebracht und ich wusste, das ich mindestens zwei Stunden brauche, um irgendwie wieder in die Innenstadt zu kommen.

Und so ging es zurück durch Ekerö…

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Durch endlose Bäume, Häuser und mehr Bäume…

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Und durch Drottningsholmen Da hinten ist son Schloss-Dings, aber aus nem fahrenden Bus Bilder zu machen war nur so mäßig einfach).

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Und irgendwann war ich dann auch wieder in der U-Bahn angelangt (kurz nachdem ich mich im „Industriegebiet“ von Solna verirrt hatte) und hab dann ein bisschen bemalte Würfel angeguckt, während ich auf meine U-bahn gewartet hab.

Und irgendwann war ich wieder zuhause und bin auf die Minute pünktlich zum Abendbrot gekommen.

Danach bin ich einfach nur noch ins Bett gekippt und eingeschlummert.

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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