(24.04.2019) Wohin soll ich meinen Einkaufswagen rollen?

Das ist wohl die Frage des Tages.

Ansonsten ist mein Gehirn völlig gebraten, ich hatte heute mal locker vier Stunden Theaterprobe am Stück. Das erste Mal ohne Script, ergo mussten alle Repliken sitzen. Schöne scheiße.

Andererseits wars irgendwie auch n ziemlich episches Gefühl endlich ohne Handy oder Zettel in der Hand dazustehen (meistens aber doch Handy, das ist bedeutend einfacher zu halten als n Stapel Zettel in dem man hin- und herblättert muss) und irgendwie gehts tatsächlich… halbwegs… ein bisschen.

Okay, eventuell entstehen dazwischen dann so schönes Situation, wo beide dann in irgendeiner mildly uncomfortable Position einfrieren und hilflos zur Lehrerin gucken, die auch nur angefangen hat zu lachen und uns dann auf die Sprünge geholfen hat.

Also wirklich, wenn man mitten in einem dramatischen „Scheint ja nicht so, als ob du mich liebst“ stecken bleibt, dann ist das irgendwie nur so mäßig Stimmungsfördernd… aber lustig.

Theoretisch wär die Stunde ja um 11:15 zu ende gewesen, aber genau da kam dann der ganze andere Theaterkurs unserer Lehrerin, also die, die den zweiten Akt spielen, denn wir haben ein paar Szenen wo alle 30 zusammen auf der Bühne stehen.

Ohne jetzt unendlich fies klingen zu wollen, ich bin froh, dass ich meine Gruppe hab und nicht die andere, denn von denen konnte kaum jemand ihren Text und vor Motivation triefend waren sie jetzt auch nicht gerade.

So oder so, wir haben dann angefangen.

Eine meiner Lieblingsszenen ist die mit dem Einkaufswagen. Da laufen alle 30 Menschen einfach bloß wild durcheinander und jeder sagt für sich in seinem Tempo folgenden Monolog auf:

(Folgendes ist ohne irgendwas nachzugucken frei von meinem müden Gehirn übersetzt, ich nehme keine Haftung für Genauigkeit)

szene36

„Soll ich meine Liebe abladen, was soll ich mit meiner Frustration machen, in welchem Raum soll ich es wagen, die Paranoia abzuschütteln & der Staub & an welchen Wänden darf man wackeln? Was soll ich mit dem öffentlichen Raum in meinem Herzen machen, mit allen öffentlichen Pavillons & Baldachine in meiner Brust zum drin hängen, alle öffentliche Anschlagsbretter, das Private unten montiert in meinem Brustkorb? Alle Littfaßsäulen auf der Innenseite meines Augenlids, mit den Werbefilmen übers Schlachtfeld & geschlechtslose Körper & schreckliche Schuhe um von den Häusern im Hintergrund wegzulaufen & die Träume & der Himmel. Wo soll ich mit meiner Liebe gehen, wo soll ich meinen Einkaufswagen rollen, wo soll ich mit meinem Einkaufswagen gehen, meiner Liebe? Wo soll sich mit meinem Einkaufswagen gehen, wo soll ich mit meiner Liebe gehen, wo soll ich mit meiner Liebe gehen, wo soll ich meinen Einkaufswagen rollen?“

Und nein, auf Schwedisch macht das auch nicht viel mehr Sinn als auf Deutsch.

Anyway, grandiose Szene, aber pures Chaos.

Am Ende der vier Stunden war mein Gehirn einfach völlig gebraten und an Chemie hab ich keinerlei Erinnerungen.

Zuhause bin ich einfach nur noch erschlagen ins Bett gefallen und hab wahrscheinlich von Einkaufswagen geträumt.

Bis dann und wann, Jenna

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s