(27.04.2019) Ich wollte so vieles tun… und hab nicht gemacht

Also wirklich… ich wollte meinen Text fürs Theater üben, ich wollte Physik lernen, ich wollte durch meinen Englisch-Kram gehen, ich wollte meine Rede für Schwedisch schreiben… ich hatte viele Pläne.

Ich hab im Endeffekt ein bisschen geschrieben und hab mich dann gegen zwölf ausm Bett gerollt und hab Maya angerufen.

Und in dem Zuge hab ich meinen Kunstlehrer und die Klassenlehrerin meiner Patenklasse zu sprechen gekriegt und mein Gehirn wär fast durchgebrannt, ich musste mich so tierisch darauf konzentrieren, meine Lehrer wieder zu siezen… Wie soll das denn in Deutschland werden, wo dann nicht nur ich die Lehrer siezen muss, sondern die auch mich anfangen zu siezen. Hülfe. Nein. Bitte nicht.

Ich fands am Anfang ja irgendwie super strange, mit seinen Lehrern per Du (ja, ich musste grade im Duden nachgucken, ob man Du groß oder klein schreibt in dem Fall) zu sein, aber irgendwie mag ich inzwischen dann doch.

Ich hab das Gefühl, dass die Schüler hier viel mehr Respekt vor ihren Lehrern haben, grade deswegen weil ihnen eben nicht so klargemacht wird „Ich bin höhergestellt als du“.

Es gibt ja dieses lustige Prinzip von „Alles ist okay, solange man es aus freiem Willen macht“. Ich könnte grade dabei sein, mein Zimmer aufzuräumen und in dem Moment, wo jemand reinkommt und sagt „Jenna räum dein Zimmer auf“ (obwohl ich grade freiwillig dabei bin), da ist alle Motivation weg.

Ich glaub so ähnlich funktioniert das mit dem Respekt. Die Schüler hier zollen den Lehrern automatisch den nötigen Respekt, eben weil sie nicht von einem ständigen „Ihr müsst uns respektieren!!!“ in den Wahnsinn getrieben werden.

Ehrlich. Die meisten Schüler sind gar nicht so furchtbar. (Die Betonung liegt auf meisten)

Anyway.

Irgendwann nachmittags hab ich dann Maya nochmal angerufen und wir haben über Berlin im Sommer gequatscht, über Gott und die Welt und noch ein bisschen mehr. Ich bin ja doch froh, dass mit uns noch alles ist wie früher.

Ansonsten hab ich gar nicht mehr viel gemacht heute.

Bis dann und wann, Jenna

 

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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