(15.05.2019) Liebeslieder und Einkaufswagen, Klappe die Erste

Theaterstück. Heute. Alter Schwede.

Und so standen wir morgens um 8:30 alle im Theaterraum und hatten eine letzte Probe. Es lief gut genug, sodass niemand durchgedreht ist und schlussendlich gegen 10:30 haben wir dann allen Scheiß runter zur Bühne geschleppt.

Wir haben die Schirme (oder wie auch immer man die tragbaren Wände nennen will, aus denen wir nen Backstage Bereich gebaut haben) aufgestellt, haben alle Requisiten dahinter versteckt, haben unmengen Stühle aufgestellt und haben schlussendlich dann zum ersten Mal das ganze Stück geprobt.

Zwei Akte und 28 Menschen im selben Stück.

Irgendwie wars ziemlich episch zu sehen, wie die anderen Menschen aussehen, die den selben Charakter spielen, wie man selbst.

Man selbst verbindet mit dem Charakter ja dann nach knappen fünf Monaten des Zusammenarbeitens dann doch irgendwas und man wächst in den Charakter hinein und man freundet sich mit ihm an und man entwickelt ihn weiter und zu sehen, wohin andere Menschen diesen Charakter tragen, was sie aus ihm machen, ist irgendwie super spannend zu sehen.

Wir haben dann irgendwann zwischendurch noch Essen in uns reingezwungen (auch wenn mir ein kleines bisschen kodderig war) und dann war es auch schon 13.:30 und ich musste mich beeilen, dass ich zurück zum Odenplan komme, denn ich hatte ja noch Chemie und wir hatten ein Lab.

Sofia (meine Laborpartnerin) und ich haben dann auch nur rumgewitzelt von wegen „Tänk om någon skulle fråga vad du har gjord idag“ – „Ja… jag har kollat på vatten som droppar“ – „Jävligt spännande“

(Stell dir vor, jemand fragt, was du heute gemacht hast – Ja, ich hab Wasser beim Tropfen zugeschaut – Scheißn spannend)

Schlussendlich durften wir dann unsere Laborergebnisse twittern.

Also ernsthaft. In den Labinstructions stand, dass wir unsere Laborfunde in einem Tweet (140 Zeichen) an der Tafel kommentieren sollen.

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Schlussendlich hab ich dann die Beine in die Hand genommen, Linnea am Bus abgepasst und wir sind zurück nach Jarlaplan, schließlich wartet da eine Theatervorstellung auf uns.

Irgendwie vergingen die letzten eineinhalb Stunden dann unendlich schnell.

Wir haben uns umgezogen, 28 Leuten mussten Haare und Make Up gemacht werden (oder am man ist wie ich und flüchtet vor dem Mädchen mit der haarspraydose, dann erspart man sich da nen großen Teil) und schlussendlich wars so weit, dass wir alle hinter der Bühne verschwinden mussten.

Wobei, ich hab Tara vorher noch meine Kamera gegeben damit sie filmen kann.

Hinter der Bühne wars so unendlich eng. Es war so gedacht, dass 14 Leute und alle Requisiten da gut Platz finden… wenn man jetzt aber noch mal 14 Menschen obendrauf quetschen soll, dann wirds lustig.

Dann ist uns auch noch aufgefallen, dass wir ja in ner bestimmten Reihenfolge da raus müssen und dass wir uns dementsprechend noch mal komplett  umsortieren müssen da drinnen.

Schlussendlich standen wir so eng, dass ich mich an jemandem festhalten musste, um nicht nach hinten zu fallen.

Der Rest des Stücks ging dann ganz ganz schnell vorbei. Kaum ist man raus und hat dem Publikum von seinem Herzschmerz erzählt, steht man auch schon Hand in Hand mit den anderen da und verbeugt sich.

Wir haben uns dann noch mal alle zusammengesetzt, den kommenden Freitag besprochen und ich hab die 69 Lovesongs LP rausgekramt und alle haben sie unterschrieben. Die häng ich dann zuhause in mein Zimmer und ich glaub es ist ne schöne Erinnerung.

Auf dem Weg nach Hause hab ich dann ganz langsam gemerkt, wie furchtbar müde ich eigentlich bin, und als Tara und ich dann zuhause durch die Wohnungstür sind, hab ichs noch genau bis in die Küche geschafft, bevor ich mehr so kollabiert bin und in der Ecke lag.

Das ist nun mal so wenn dann mit einem Mal all die Anspannung abfällt und der Adrenalinspiegel sinkt und der Körper sich so denkt… schlafen.

Schlussendlich hat mein Gastpapa und dann noch ganz ganz schnell Essen gekocht, bevor ich mich dann doch noch mal aufgerafft hab und Tara zur U-Bahn gebracht hat. Immerhin hat sie mir ja geholfen all meinen Scheiß hin-und herzuschleppen, da kann ich mich ja wohl noch aufraffen, sie bis zur U-Bahn zu bringen.

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Übrigens hab ich festgestellt, dass die Jacke, die ich so liebe ganz hervorragend (hust hust) zu meinem Bühnenoutfit passt (das ich weil wegen Faulheit noch anhatte). Ich seh aus wie ne Mischung aus Kunststudent und Jarlaplanare. Ne warte. Das ist ja eh das gleiche.

Danach bin ich mehr so zusammengebrochen und ins Bett gekippt.

Bis dann und wann, Jenna

Autor: jenthehitchhiker

Hi, ich bin Jenna, 17 Jahre alt und habe nicht halb so viel Ahnung vom Leben, wie ichs gerne hätte. Außerdem ist hier ein schwedischer Zungenbrecher: "Sju skönsjungande sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän på skeppet "Shanghai"."

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