(19.05.2019) The Final Countdown

Ich habe wage Erinnerungen, das ich morgens um sechs von einem Hund attackiert wurde. Man ist sich aber nicht mehr so sicher.

Schlussendlich haben wir dann gegen neun doch mal versucht, probeweise die Augen aufzumachen… und dann lagen wir da, haben über Gandalf und die Welt geredet und irgendwann wars plötzlich halb 12 und uns ist aufgefallen, dass wir eventuell mal Frühstück machen sollten.

Da kam dann der final countdown.

Ich präsentiere: die epischste Eieruhr der Welt!

Und so haben wir gefrühstückt, haben noch ein bisschen mit ihrer Mama zusammengesessen und irgendwann ist uns dann eingefallen, dass morgen ja Montag ist und damit Matheklausur.

Und damit hat ihre Mutter uns dann hochgeschickt und äh ja… wir haben bestimmt auch mal kurz an ein Mathebuch gedacht. Oder eventuell auch nicht. Ich glaube eher nicht.

Das ist aber auch ganz verheerend, wenn man so Menschen hat, mit denen man einfach endlos lange reden kann. Ernsthaft. Wir sind gefühlt schon überall hängen geblieben. Am Eingang der U-Bahn, auf einem Steg, an der Bushaltestelle, auf dem Teppich, in der Korbschaukel, auf einem Felsen, auf einer Leitplanke, auf einem weiteren Felsen, einem Klettergerüst, einem weiteren Klettergerüst, vielen Bäumen, Fußwegen, Fußwegen im Regen, Restaurants, Parkbänke, viele Parkbänke. Und jedes Mal wars ein „Oh, wir sollten los“ – „Och ja, definitiv“ und dann saßen wir da noch ne zusätzliche Stunde rum.

Im Endeffekt bin ich dann nachmittags doch einfach nach Hause gefahren, uns ist bewusst geworden, dass Tara nie im Leben zum Lernen kommt, wenn ich da rumsitze.

Und so haben wir den flauschigen Hund der Welt geschnappt und sind mit ihm zum Bus gelaufen.

Inzwischen kann ich die Bushaltestellen auch auswendig und irgendwie macht es mich wehmütig, einfach weil ich weiß, dass ich das hier bald nicht mehr wöchentlich sehen werde.

Aber hey, wir wollen ja nicht deprimiert sein, solange wir das hier noch haben.

Schlussendlich hab ich den Rest des Tages damit verbracht mit der Lilli Fee zu skypen (hurra, wir haben Skype zum Laufen gebracht!!!) und im ANschluss daran dann auch noch mit meiner Familie.

Irgendwann hab auch ich mich dann ins Bett gerollt.

Bis dann und wann, Jenna

(18.05.2019) Von den Bergziegen

„I am a mountain goat“ sagte sie, und rannte davon.

Aber dazu später mehr.

Erstmal mussten wir von Punkt 2 zu Punkt 3, was zunehmend dadurch erschwert wurde, das einige Mitglieder der Reisegruppe sich beispielsweise an Punkt 1 befanden, was sich nicht mal annähernd in der Nähe von Punkt 3 ist.

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Nach ein bisschen „Wo bist du?“ – „Ich bin hier, wo bist du?“ hatten wir uns dann aber doch alle irgendwann am Busterminal in Slussen gefunden und schlussendlich saßen wir dann auch irgendwann im richtigen Bus.

An Viktoria geklammert haben wirs sogar an der Hundeschule vorbei geschafft und schlussendlich saßen wir auf meinem Lieblingsfelsen.

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Ich dachte ja eigentlich, dass der Platz gar nicht schöner werden kann, aber wenn man seine besten Freunde mitnimmt, dann wird so ungefähr jeder Platz gleich noch viel viel besser, egal wie grandios er vorher eh schon war.

Und so haben wir dann den Rest des Tages effektiv nichts gemacht. Wir haben gegessen, haben am Wasser gesessen, haben aufs Wasser geguckt, haben Moos ins Wasser geschmissen… und das wars dann ehrlich gesagt auch.

Die zwei sind auch so Menschen, mit denen einem nie die Gesprächsthemen ausgehen.

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Im Endeffekt haben wir sehr viel gegessen und ich schwöre hoch und heilig, da waren auch Vitamine dabei… wirklich.

Irgendwann sind wir dann bis ganz runter ans Wasser geklettert und haben so auf die vorbeifahrenden Boote geguckt und irgendwer meinte noch so „Oh guck mal, da ist aber ein großer Schiffchen, das macht aber voll die Wellen“ und dann hatten wir das auch eigentlich wieder vergessen… bis die Wellen dann irgendwann bis ans Ufer gerollt waren (was locker ne Minute oder zwei gebraucht hat) und uns minimal durchweicht haben.

Im Endeffekt wars ja warm und niemand hat sich ne Erkältung eingefangen. Allerdings hat das dann Viktoria dazu veranlasst aufzuspringen und mit den Worten „I’m a mountain goooaaaat“ die Felsen hochzurennen/klettern/hüpfen.

Irgendwann neigte sich dann aber auch dieser Tag zuende und wir haben uns auf den Weg nach Hause gemacht… und haben uns im selben Waldstück verlaufen, wie ich damals.

Dieses Mal hatten wir zwar ne ehemalige Pfadfinderin und den Optimismus in Person dabei, aber nicht mal das in Kombination mit meinem „Äh, ich glaub das kommt mir bekannt vor“ hat besonders viel geholfen.

Schlussendlich haben wirs dann aber doch zurück zum Bus geschafft, und noch ne Stunde später saßen wir alle in den entsprechenden U-Bahnen (aka ich war auf dem Weg zu Tara und Viktoria auf dem Weg nach Hause, die wollte nämlich per se nicht mit uns ESC gucken).

Tara und ich mussten dann erstmal mit dem flauschigsten Hund der Welt raus und in der Zeit haben ihre Eltern Pizza für alle bestellt.

Kurz danach ist uns ein Reh begegnet.

Und schlussendlich haben wir Pusteblumen entdeckt. Ganz böse. Wir sind doch absolute Kleinkinder!

 

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Versuch das mal aus den Haaren wieder rauszukriegen. Ahahahahaha.

Als wir uns dann nach dem Essen grade häuslich auf dem Sofa eingerichtet hatten, kam ihre Mama dann rein und meinte, dass wir wir doch bitte noch mal mit legolas vor die Tür müssten, er hätte zu viel Energie.

Und so gings auf auf zu Runde zwei.

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Wir haben dann Legolas beste Freundin getroffen (natürlich mit ihren Besitzern am anderen Ende der Leine) und die Frau fragte mich dann „Ach, du bist die deutsche Austauschschülerin?“ und ich nur so etwas perplex (aber ohne mir was anmerken zu lassen) „Öh ja, so isses“  und dann hab ich mich mit der Frau auch nett unterhalten… bis uns aufgefallen ist, dass ESC bald weitergeht und wir ganz dringend schnell nach hause müssen.

Ich mein, neee es ist gar nicht merkwürdig dass die Besitzerin des besten Freundes des Hundes deiner besten Freundin weiß wer du bist, weil die Mutter deiner besten Freundin ihr von dir erzählt hat. Mein Gehirn kriegt nen Knoten wenn ich versuche, da auch nur irgendwie ansatzweise drüber nachzudenken.

Ansonsten fing der ESC dann an und hier ist ein Bild von einem Schweden neben dem Fernseher (ich hatte keine schwedische Flagge zur Hand, deswegen musste ein ganzer Schwede her).

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Irgendwann während des Votings sind wir dann beide eingenickt, immerhin haben die Schweiz und Spanien nicht annähernd die Punkte gekriegt, die sie verdient haben und das hat mich ausreichend deprimiert um auf Taras Schoß einzuschlafen. Zum Glück ist Tara dann auch eingepennt und wir sind erst zu Madonnas überaus peinlichen Auftritt wieder wachgeworden (und danach doch gleich wieder eingenickt).

Schlussendlich haben wir uns irgendwann (unterschiedlich) schwer enttäuscht ins Bett geschleift und sind mehr oder weniger auf der Stelle eingeschlafen. Es war ein langer Tag.

Bis dann und wann, Jenna

(17.05.2019) Theater, Klappe die Zweite

Aber erstmal Projekttage.

Oder eher uns-wird-erklärt-was-wir-eigentlich-machen und außerdem ist das ein ganz merkwürdiges Projekt und wir bekommen auch ne Note drauf. Wenn ich an Projekttage denke, fällt mir im-Keller-sitzen-und-Dinge-zusammenschrauben ein, oder möglicherweise auch übergroße-Weltkarten-malen-und-Umfragen-auswerten.

Eher weniger erste-Hilfe-Prüfung-und-Campingkocher-im-Wald-bedienen.

Aber hey, man kann ja nicht alles haben.

Und so hatten wir dann heute statt Sport Vorbereitungen und haben schon mal unsere Gruppen bekommen und durften uns dann auch schon mal mit den gewöhnlichen Wanderverletzungen auseinandersetzen und die Symptome und Maßnahmen für Gehirnerschütterungen, Schlangen- und Zeckenbisse, verstauchte Füße, Verbrennungen, Hitzschlag und co. raussuchen und in einer Nützlichen Tabelle zusammenstellen. Juhu. Das macht richtig Freude aufs wandern.

Irgendwann war dann aber auch die Stunde vorbei und nach dem Mittagessen sind Tara und ich dann los und haben meine Filme abgeholt, die ja heute fertig entwickelt sein sollten.

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Irgendwann muss ich mich nochmal hinsetzen und die einscannen, aber erstmal hatten wir ja noch Mathe und dann war auch schon wieder Theater angesagt. Also wirkliches Theater, niemand hat sich mit irgendwem gestritten.

Und so haben wir dann all unseren Plunder gegriffen und sind zurück nach Jarlaplan.

Wenigstens wussten wir diesmal alle schon, was wie funktioniert und wer wann wo sein muss und so lief alles doch viel viel stressfreier heute.

Also nicht völlig stressfrei, aber stressfrei genug, dass Backstage solche Bilder entstehen konnten:

Und nein, es war physisch unmöglich das Knie aus dem Bild zu nehmen. Man hat da hinten nämlich vieles, aber vor allem keinen Platz.

Danach wurdes dann doch etwas emotional, denn das war unsere letzte Theaterstunde und äh nun ja… ich werde viele der Menschen da jetzt wahrscheinlich nie wieder sehen, denn immerhin ist die Hälfte der Gruppe ja sogesehen gar nicht auf meiner Schule und ich hab jetzt absolut keinen Grund, jemals wieder nach Jarlaplan zu fahren.

Es ist noch schlimmer wenn einen jemand in den Arm nimmt und dir dann in die Augen guckt und dir sagt, dass er dich ganz ehrlich vermissen wird und man sehen kann, dass de Mensch das ernst meint. Das ist ganz ganz schwierig auszuhalten. Ernsthaft.

Abgesehen davon hat mir Tara dann wieder geholfen meinen ganzen Scheiß nach Hause zu transportieren und auch wenn wir heute wirklich versucht haben, Tara pünktlich nach Hause zu kriegen, sind wir bloß anstatt auf dem Küchenfußboden an der U-Bahnhaltestelle hängen geblieben und haben dann eben da noch ein bisschen über Gandalf und die Welt philosophiert.

Schlussendlich musste aber auch Tara nach Hause und ich ganz dringen ins Bett, außerdem seh ich sie ja morgen schon wieder, da wollen Tara, Viktoria und ich nämlich raus ans Wasser, zu diesem entzückenden kleinen Platz, den ich da damals gefunden hatte, und von dem auch diese Fotos kommen:

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Auf die Bilder bin ich übrigens immer noch ganz schön stolz, immerhin hat die Kamera kein Display und ich konnte auch nicht einfach ne Serienaufnahme oder irgendwas starten.

Müde.

Bis dann und wann, Jenna

(16.05.2019) Die Chemie des Todes

Ich habe jetzt lange genug überlegt, mit welchem Tumblr-Spruch ich diesen Blogpost beginnen soll, bin zu keinem Entschluss gekommen und habe schlussendlich ganz aufgegeben.

Hätte ich mich entschieden, wärs bestimmt irgendwas wie „Man hört nie auf zu lernen“ oder so.

Anyway. Heute lernen wir, wie wir uns nicht schuldig dafür fühlen, unsere eigene Gesundheit gegenüber den eigenen (und vermeintlichen fremden) Erwartungen zu priorisieren. Ich sag ja, ich arbeite dran.

Schlussendlich bekomm ich ja nun mal keine Noten und ich hab mit meinem Lehrer gesprochen und mit meiner Mama und der einzige Mensch, der ein Problem damit hat, in der Sonne zu sitzen anstatt eine Physikklausur zu schreiben, der bin ich.

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So hab ich wenigstens was für mein Schwedisch getan und in der Sonne gesessen und Dödens Kemi gelesen, was immer noch eins der besten Bücher ist, die ich je gelesen hab. Ich bin voll gegeistert! Jetzt ist nur die Frage, ob ich Simon Beckett auch in Originalsprache mag oder ob ich jetzt immer schwedische Übersetzungen seiner Bücher auftreiben muss. Hitchhiker’s Guide To The Galaxy gefällt mir auf Deutsch nämlich tatsächlich viel besser (und ich habs sowohl in Deutsch, als auch in Englisch gelesen), wohingegen ich Der Hobbit auf Englisch besser finde, als auf Deutsch übersetzt. WIr werden sehen.

Irgendwann wurdes dann zwölf und mein Beutel voll Toffifee und Haribo und ich haben uns auf den Weg in die Schule gemacht, denn auch wenn ich die Klausur nicht geschrieben hab, mussten die armen Schweine sie ja trotzdem schreiben und da helfen Süßigkeiten bestimmt.

Das Bild was sich mir dann geboten hat, zeigte dann doch ganz deutlich, dass das Schulsystem doch minimal flawed ist. Aber was genau passiert ist, gehört nicht ins Internet.

Schlussendlich wollten wir alle bloß raus aus der Schule und so hats uns in eine Pizzeria verschlagen. Da ist dann irgendwann der Kiwihüter noch zu uns gestoßen und schlussendlich sind wir in den Park gegenüber gewandert.

Uns ist dann eingefallen, dass man in dem Eisladen auf der gegenüberliegenden Straßenseite Eis in ½-Liter oder 1-Liter-Boxen kaufen konnte, und wie kann man da nein sagen?

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Und nein liebe Familie, das ist Mango-Schokolade und nicht Senf-Ketchup!!!

Schlussendlich hat sich die Versammlung dann aufgelöst und ich hab mich auf den Weg zurück zu meiner Schule gemacht, denn Explorius hatte da ein Infotreffen für zukünftige Austauschschüler und sie wollten gern, dass ich da hinkomme und ein bisschen  erzähle.

Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten, hatte sich dann aber auch das gegeben und so stand ich dann auf der Bühne in meinem altbekannten Speisesaal und bin rot angelaufen wie ne Tomate.

Ich hab so viele Komplimente für mein Schwedisch bekommen und irgendwann hat sch jemand gemeldet und hat mich einfach bloß gefragt „Wie zur Hölle hast d so gut Schwedisch gelernt?“ und dann haben alle geklatscht und ich wär am liebsten kurz im Boden versunken (also versteht mich nicht falsch, das macht mich natürlich super stolz und glücklich, aber in genau dem Moment wusste ich nicht so recht was ich tun sollte).

Irgendwann bin ich dann nach Hause, hab noch kurz gegessen und bin dann ins Bett gekippt.

Bis dann und wann, Jenna

(15.05.2019) Liebeslieder und Einkaufswagen, Klappe die Erste

Theaterstück. Heute. Alter Schwede.

Und so standen wir morgens um 8:30 alle im Theaterraum und hatten eine letzte Probe. Es lief gut genug, sodass niemand durchgedreht ist und schlussendlich gegen 10:30 haben wir dann allen Scheiß runter zur Bühne geschleppt.

Wir haben die Schirme (oder wie auch immer man die tragbaren Wände nennen will, aus denen wir nen Backstage Bereich gebaut haben) aufgestellt, haben alle Requisiten dahinter versteckt, haben unmengen Stühle aufgestellt und haben schlussendlich dann zum ersten Mal das ganze Stück geprobt.

Zwei Akte und 28 Menschen im selben Stück.

Irgendwie wars ziemlich episch zu sehen, wie die anderen Menschen aussehen, die den selben Charakter spielen, wie man selbst.

Man selbst verbindet mit dem Charakter ja dann nach knappen fünf Monaten des Zusammenarbeitens dann doch irgendwas und man wächst in den Charakter hinein und man freundet sich mit ihm an und man entwickelt ihn weiter und zu sehen, wohin andere Menschen diesen Charakter tragen, was sie aus ihm machen, ist irgendwie super spannend zu sehen.

Wir haben dann irgendwann zwischendurch noch Essen in uns reingezwungen (auch wenn mir ein kleines bisschen kodderig war) und dann war es auch schon 13.:30 und ich musste mich beeilen, dass ich zurück zum Odenplan komme, denn ich hatte ja noch Chemie und wir hatten ein Lab.

Sofia (meine Laborpartnerin) und ich haben dann auch nur rumgewitzelt von wegen „Tänk om någon skulle fråga vad du har gjord idag“ – „Ja… jag har kollat på vatten som droppar“ – „Jävligt spännande“

(Stell dir vor, jemand fragt, was du heute gemacht hast – Ja, ich hab Wasser beim Tropfen zugeschaut – Scheißn spannend)

Schlussendlich durften wir dann unsere Laborergebnisse twittern.

Also ernsthaft. In den Labinstructions stand, dass wir unsere Laborfunde in einem Tweet (140 Zeichen) an der Tafel kommentieren sollen.

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Schlussendlich hab ich dann die Beine in die Hand genommen, Linnea am Bus abgepasst und wir sind zurück nach Jarlaplan, schließlich wartet da eine Theatervorstellung auf uns.

Irgendwie vergingen die letzten eineinhalb Stunden dann unendlich schnell.

Wir haben uns umgezogen, 28 Leuten mussten Haare und Make Up gemacht werden (oder am man ist wie ich und flüchtet vor dem Mädchen mit der haarspraydose, dann erspart man sich da nen großen Teil) und schlussendlich wars so weit, dass wir alle hinter der Bühne verschwinden mussten.

Wobei, ich hab Tara vorher noch meine Kamera gegeben damit sie filmen kann.

Hinter der Bühne wars so unendlich eng. Es war so gedacht, dass 14 Leute und alle Requisiten da gut Platz finden… wenn man jetzt aber noch mal 14 Menschen obendrauf quetschen soll, dann wirds lustig.

Dann ist uns auch noch aufgefallen, dass wir ja in ner bestimmten Reihenfolge da raus müssen und dass wir uns dementsprechend noch mal komplett  umsortieren müssen da drinnen.

Schlussendlich standen wir so eng, dass ich mich an jemandem festhalten musste, um nicht nach hinten zu fallen.

Der Rest des Stücks ging dann ganz ganz schnell vorbei. Kaum ist man raus und hat dem Publikum von seinem Herzschmerz erzählt, steht man auch schon Hand in Hand mit den anderen da und verbeugt sich.

Wir haben uns dann noch mal alle zusammengesetzt, den kommenden Freitag besprochen und ich hab die 69 Lovesongs LP rausgekramt und alle haben sie unterschrieben. Die häng ich dann zuhause in mein Zimmer und ich glaub es ist ne schöne Erinnerung.

Auf dem Weg nach Hause hab ich dann ganz langsam gemerkt, wie furchtbar müde ich eigentlich bin, und als Tara und ich dann zuhause durch die Wohnungstür sind, hab ichs noch genau bis in die Küche geschafft, bevor ich mehr so kollabiert bin und in der Ecke lag.

Das ist nun mal so wenn dann mit einem Mal all die Anspannung abfällt und der Adrenalinspiegel sinkt und der Körper sich so denkt… schlafen.

Schlussendlich hat mein Gastpapa und dann noch ganz ganz schnell Essen gekocht, bevor ich mich dann doch noch mal aufgerafft hab und Tara zur U-Bahn gebracht hat. Immerhin hat sie mir ja geholfen all meinen Scheiß hin-und herzuschleppen, da kann ich mich ja wohl noch aufraffen, sie bis zur U-Bahn zu bringen.

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Übrigens hab ich festgestellt, dass die Jacke, die ich so liebe ganz hervorragend (hust hust) zu meinem Bühnenoutfit passt (das ich weil wegen Faulheit noch anhatte). Ich seh aus wie ne Mischung aus Kunststudent und Jarlaplanare. Ne warte. Das ist ja eh das gleiche.

Danach bin ich mehr so zusammengebrochen und ins Bett gekippt.

Bis dann und wann, Jenna

(14.05.2019) Ai…

Hab ich mal erwähnt, dass morgen das Theaterstück ist?

Morgen ist übrigens das Theaterstück.

Abgesehen davon hatte ich heute Physik, was aber nicht besonders spannend war und danach hatten wir Englisch und zu unserem Glück (und dem Unglück dem Rest der Welt) passiert ja grade überall große Scheiße. Unsere Lehrerin hat es für wichtiger befunden, dass wir verstehen, was grade in der Welt passiert, als das wir ne Klassenarbeit schreiben.

Dementsprechend stand heute Ireland auf dem Stundenplan.

Ich bin zu faul, das jetzt alles in eigenen Worten zu erzählen. Falls irgendwer noch nicht mitbekommen hat, was da grade passiert, der kann sich entweder das Video hier angucken, oder einfach mal so Suchwörter wie „Irland – IRA – Brexit“ bei Google eingeben und sich belesen (und dann bitte die Quellen angucken, in Zeiten des Internets muss man dann doch aufpassen, wo man seine Informationen hernimmt).

Am Ende haben wir dann angefangen, „Im Namen des Vaters“ zu schauen, ein Film aus den 90ern, in denen es um „The Troubles“ (also die Aufstände die in den späten 60ern anfingen, in deren Verlauf vier Unschuldige zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, auch wenn die eigentlichen Attentäter gestanden hatten und insgesamt 3500 Menschen starben).

Ganz ehrlich, wenn ich heute eins gelernt hab, dann ist es dieser Satz:

„The key to happiness is stupidity.“

Ernsthaft. Wer sich mit nem Film so richtig den Abend verderben will, dem kann ich „Im Namen des vaters“ wärmstens empfehlen. Grade weil er auf ner wahren Geschichte beruht, ist es so scheißn frustrierend anzusehen.

Aber am Ende bin ich dann doch froh, dass wir über sowas reden, denn wenn wir ehrlich sind, haben doch die meisten hier bei uns den Nordirlandkonflikt nicht wirklich aufm Schirm, aber das sollten wir.

Abgesehen davon hatten wir heute Frühlingskonzert in der Schule, und weil nunmal die Hälfte meiner Freunde im Schulchor sind, war ich natürlich zum Gucken da.

Oh, und ich hab mein Paket endlich von der Post geholt. Ich wollte doch zum Ende des Schuljahres allen Lehrern als kleines Dankeschön irgendwas kleines geben, und so sind jetzt frisch aus Deutschland Unmengen Milka-Pralinen hier angekommen.

Ansonsten hab ich nicht mehr viel gemacht.

Bis dann und wann, Jenna

(13.05.2019) Geschichte, juhu

Eins ist mir grade aufgefallen. Ich hab inzwischen über 100.000 Wörter geschrieben und ich bin noch immer nicht besser im Tippen, als ich vor nem Jahr war. Ich hab immernoch meine komische drei-Finger-Haltung, und ehrlich gesagt hab ich alle Hoffnung aufgegeben, jemals richtig tippen zu lernen. Ich mein, es ist okay, ich kann inzwischen so tippen, ohne dass ich auf die Tastatur gucken muss und an Geschwindigkeit hab ich auch bedeutend zugelegt, aber zehn-Finger-blind-Niveau werde ihr wahrscheinlich in meinem Leben nicht mehr erreichen.

Abgesehen davon hatte ich heute morgen mein Geschichtsseminar und zu meiner großen Freude hat sich mein Lehrer dran erinnert, dass ich keine Noten kriege und somit hat sich dann ein Teil der Panik auch gelegt und ich war ziemlich fein raus.

Deutsch danach war auch okay. Wir haben Klassenarbeiten wiederbekommen, die so alt waren, das ich schon vergessen hatte, dass wir sie jemals bekommen haben und den Rest der Zeit hab ich irgendwie nebenbei gelesen.

Anosonsten hab ich endlich die Filme von der Walpurgisnacht weggebracht und die kann ich Mittwoch abholen… also theoretisch, denn ich bezweifle, dass ich Mittwoch Zeit für irgendwas haben werde, denn da ist ja Theater. Ja, ich bekomm allein beim Gedanken daran schon Nervenflattern, aber hey, mehr als schiefgehen kanns auch nicht, nh?

Ansonsten ist heute einfach nicht mehr passiert. Ich bin furchtbar müde und platt und irgendwie… ach ich weiß nicht, wird schon alles irgendwie klappen.

Ich versuch heut gar nicht erst, mir noch irgendwas anderes auszudenken… dann ists halt n kurzer Blogpost.

Bis dann und wann, Jenna