(13.01.2019) Idiocracy

Ich habe jemanden getroffen, der diesen Film genauso sehr liebt, wie ich!

Ein Mal mehr machte ich mich auf den Weg zu Ante, der mir in Sachen Türen immer noch nicht traut. Und wie eigentlich immer haben wir essentiell nichts gemacht.

Allerdings muss ich doch anmerken, dass der Weg von mir zu denen wirklich schön ist. Also an sich ist es absolut nicht speziell, aber wenn man aus der U-Bahn kommt, dann läuft man ein paar hundert Meter eine Straße runter und im Winter, wenn die Sonne so tief steht, dann scheint sie perfekt gerade in die Straße rein und alles glitzert (weil alles gefroren ist) und irgendwie ist es einfach wirklich schön.

Außerdem ist es schweinekalt!

Ansonsten haben Ante und ich viel Brooklyn Nine-Nine geguckt und viel (sehr viel) mit Musse gespielt. Musse ist die Katze von deren Opa, die gerade bei ihnen wohnt und Musse mag Ladekabel aller Art.

Essentiell haben wir eigentlich versucht, Musse dazu zu bringen, uns gegenseitig anzufallen, aber nachdem ich einmal ein bisschen zusammengezuckt bin, nachdem er mir seine Krallen in den Oberschenkel gebohrt hat, war er dann sehr lieb.

Ich glaub seine Mutter hat uns irgendwann für ein bisschen bekloppt gehalten, aber Musse ists wert. Er ist niedlich.

Zum Abendbrot hat man dann versucht, uns Brokkoli-Pizza anzudrehen. Äh. Ja. Das ist bestimmt giftig. Es wurde auch nicht besser, als man dann versucht hatte, uns weiszumachen, dass Pizza mit Brokkoliboden statt Teig besser schmecken würde, als normale Pizza. Wir haben dann einstimmig beschlossen, dass die doch echt ein Rad abhaben.

Apropos ein Rad abhaben. Ich hab neulich versucht, jemandem zu erklären, was das bedeutet und ich meinte dann so „That means quite literally ‚You’re missing a wheel‘, which then again means, thats its not ‚running so round’… okay forget about ist“. Das war der Tag am dem ich gelernt hab, dass man ein deutscher Sprichwort nicht mit einen zweiten deutschen Sprichwort übersetzen kann. „Ein Rad abhaben… na das heißt halt, dass es nicht mehr so rund läuft“. Schlau Jenna, ganz schlau.

Auf dem Weg nach Hause stand ich dann auf einer meiner Lieblingsbrücken und hab auf die Gleise geguckt und mal wieder festgestellt, dass ich wirklich unendliches Glück hab.

Dann hab ich auf mein Handy geschaut und festgestellt, dass ich wirklich keine Zeit mehr hab und mich mal beeilen sollte, nach Hause zu kommen.

Bis dann und wann, Jenna

 

(12.01.2019) Der Beautiful Boy, der nicht so beautiful war und der Tag der vertauschten Rollen

Dieser Tag begann ein bisschen zu früh.

Aber für den einzigen netten Hannoveraner auf Erden steht man auch gerne vor zehn auf. Auch an einem Samstag.

Und so sammelt ich Nanja also ein und wir saßen schlussendlich einfach bloß in meinem Zimmer rum. Manchmal muss man erst in ein anderes Land ziehen, um Menschen zu treffen, die so grandios sind. (Denn unter natürlichen Umständen hätte ich niemals einen Hannoveraner kennengelernt. Ih.

Schließlich hatten wir dann um eins Austauschschülertreffen. Oder eher wir dachten, es wär um eins. So kam es, dass wir um eins also vorm Kino standen, nur war niemand anders da. Kurzerhand haben wir dann also unsere Koordinatorin angerufen, die uns dann erklärt hat, dass wir zu früh sind und außerdem am falschen Kino. Toll.

Wir hatten also Zeit, um Kakao fr mich zu kaufen und wollten dann eigentlich noch Bubble Tea erstehen, aber der Laden (zu dem wir tatsächlich mit der U-Bahn hin sind) hatte zu. Große Freude.

Immerhin hatten wir so die Zeit bis zum Kind totgeschlagen und wir waren dann pünktlich da um Karten für „Beautiful Boy“ zu kaufen. Dann gings erstmal weiter um standartmäßig Fika zu uns zu nehmen. Eins muss ich ja sagen, es gibt im Espresso House das wahrscheinlich beste Brötchen, dass ich jemals irgendwo hatte. Also ohne scheiß, es ist unglaublich gut.

Übrigens kann man hier in Schweden seine mitgebrachten Getränke und Speisen mitnehmen, was total klasse ist, denn im Pressbyrån gegenüber kriegt man so ziemlich alles etwa zum Drittel des Kinopreises.

Der Film hingegen war nicht gut. Also an sich war es ein guter Film, aber ich fand ihn nicht gut. Es ist nicht meine Art von Film. Ich muss mir keine psychisch instabilen Menschen mit Drogenproblem angucken, die dazu noch aus funktionierenden Verhältnissen kommen. Nein Danke.

Und so war ich auch nicht wirklich traurig, dass ich früher aus dem Film verschwinden musste, um Blumen für Linnea zu kaufen, die heute ihren 18. Geburtstag feiert.

Im Blumenladen ist mir mal wieder aufgefallen, wie viel leichter es ist, Schwedisch zu sprechen, wenn man merkt, dass die andere Person auch nen Akzent hat.

Schlussendlich hatte ich dann also meine Blumen erstanden und war mit ihnen im Restaurant angekommen. Es war ein wirklich fancy Restaurant!

Nach und nach trudelten immer mehr Menschen ein und der Raum füllte sich.

Es gab – je nachdem was man vorher gewählt hatte – entweder irgendein besonders tolles Geflügelvieh, Wild oder was Veganes, davor gabs natürlich ne Vorspeise und danach Brownies mit Eis und was-weiß-ich-was-das-war.

Das witzigste war eigentlich, dass Viktoria, Tara, der Kiwihüter und ich die Namenschilder getauscht hatten, und demnach auch die Identitäten.

Wenn ich also etwas aus meinem Leben erzählen wollte, musste ich in der dritten Person über mich selbst sprechen, dabei Viktoria (die meine Karte hatte, aber versteckt, weswegen sie gleichzeitig auch noch Teil des kollektivs Anonymous war) angucken und alles einleiten mit „Wie Jenna mir mal erzählt hat, hat sie…“

Es war grandios.

Hier sind ein paar Zitate:

Screenshot_20190114-210646.jpg

Irgendwann dachten wir vier uns dann, dass wir uns ja mal auf den Weg nach hause machen könnten, denn die ganze Gruppe stand so langsam vom Tisch auf und stand in Grüppchen rum und äh ne, wir vier waren alle equally uncomfortable.

Und so haben wir Tara dann zum Auto ihres Papas gebracht und der Kiwihüter, Viktoria und ich sind dann mit der U-Bahn nach Hause.

Zuhause hatte ich dann die übelsten Kopfschmerzen seit langem und ich wollte wirklich nicht mehr existieren für den Moment. schlussendlich hab ich mich dann ins Bett geschleift und war zum Glück so unfassbar müde, dass ich trotz allem eingepennt bin.

Es war alles in allem ein anstrengender, aber grandioser Tag!

Bis dann und wann, Jenna

(11.01.2019) Vorlesung – Den tredje gången

Heute fing der Tag um zehn an, was definitiv besser war, als gestern. Da hat man dann tatsächlich Zeit, um zu frühstücken.

An dieser Stelle würde ich gerne kurz anmerken, dass diese Familie ihr Brot im Gefrierschrank aufbewahrt. Dort bleibt es zwar 1A frisch, aber wenn mans dann morgens da raus nimmt, ist es so schwer, dass man Zahnstocker reinstecken könnte und die ganze Schose als Morgenstern benutzen.

Nach dem Frühstück gings dann in die Vorlseung Nummer drei.

Dieses Mal gings um den historischen Kontext des Buches und es war die erste Vorlesung, die wirklich spannend war.

Damit ich die Tafel (oder eher den Projektor) sehen konnte, saß ich also in der ersten Reihe. Den Lehrer, der die Vorlesung gehalten hat, kannte ich nicht, ergo kannte er mich auch nicht, ergo weiß er nicht, dass ich Austauschschülerin bin und deshalb überhaupt nicht besonders gern vor vielen Menschen Schwedisch spreche.

Er schrieb also folgende Phrase an das Whiteboard: „I framtiden ska jag…“ (In der Zukunft werde ich…) und dann schaute er erwartungsvoll in die Runde und traf dabei auf 60 Schüler, die seinem Blick alle mehr oder weniger geschickt auswichen.

Das hat mich schrecklich an Deutschland erinnert und irgendwie kam dann der Reflex durch, dass ich meinen Arm hochgehalten hab, um die unbehagliche Stille zu füllen.

Dann viel mir ein, dass ich meine Zukunftspläne jetzt gleich auf Schwedisch erklären muss und dass ich mich wirklich gerne nicht zum Affen machen würde.

Und so zeigte er auf mich und bemüht, mich nicht volles Brett zu verhaspeln erklärte ich dann also „I framtiden ska jag flytta tillbaka till tyskland för att avsluta skolan och sen ska jag förhoppningsvis komma tillbaka till sverige igen för att studera mechanical engineering på nåt universitet här“ und hab dann nach Vollendung meiner Erklärung in völliger Panik Tara angeguckt, die mir erklärte, dass das doch super lief und ich mir nicht immer so nen Kopf machen soll.

Beim Essen – es gab Tacos – kam dann einer meiner Mitschüler zu mir und erklärte „That must have been the first time that I heard you speaking swedish“ und ich – witzig wie ich bin – antwortete auf Schwedisch „Ja, jag vet. För nån anledning brukar jag aldrig prata svenska i skolan, även om jag faktiskt skulle kunna“. Ein bisschen lebe ich ja für diese Momente, in denen ich Leute wahlweise schocken oder verwirren kann.

Mein Gegenüber war übrigens der inkompetenteste Taco-Esser, den ich je gesehen hab. Aus dem ersten Taco ist so viel rausgefallen, dass es doch genug war, um einen zweiten Taco zu füllen. Gut, das könnte auch der Grund sein, warum der erste völlig zermatscht ist. Es war überfüllt.

Nach dem Essen haben wir uns noch kurz als Projektgruppe getroffen, aber nach ner Stunde waren wir auch damit durch uns so waren bloß Tara, Sara und ich über, die dann irgendwie ernsthaft fast drei Stunden in einem leeren Klassenraum zugebracht haben.

Nach der Schule bin ich mit Tara noch eine Tasse kaufen gegangen, schließlich steht ja morgen Linneas 18. Geburtstag an und wenn man unter anderem eine Tassenkuchenbackmischung verschenkt, ist es vielleicht eine nette Geste, eine schicke Tasse dazu zu tun.

Den Rest des Tages hab ich rumgesessen, versucht, mein neues Handy einzurichten und schließlich war ich verhältnismäßig früh im Bett. Es war ein Wunder.

Bis dann und wann, Jenna

(10.01.2018) Vorlesung – En gång till

Auch der Tag heute fing wieder mit einer Vorlesung an, diesmal aber morgens um neun, was uns alle etwas weniger glücklich gemacht hat.

Es ging um Per Anders Fogelström (der Typ, der das Buch, was wir grade lesen, geschrieben hat). Die Lehrerin (diesmal war es unsere tatsächliche Schwedischlehrerin) leitete die ganze Schose mit den Worten „Ich könnte euch jetzt erzählen, dass er rote Haare hatte, aber das wär ein wenig irrelevant und außerdem falsch“ ein.

Tatsächlich hat sie das – zu unser aller Freude – ziemlich kurz gehalten, sodass wir verhältnismäßig schnell entlassen waren und uns unseren lustigen Gruppendiskussionen widmen konnten. Ich möchte an dieser Stelle mal kurz anmerken, dass das Diskussionsprotokoll inzwischen 14 Seiten fasst.

Zum Beweis, hier ist das ganze Ding, bzw der Teil, der bis zum heutigen Tag geschrieben war.paf-mds-b1.JPG

Das ist was, was mir echt aufgefallen ist. Die ganzen Schüler können alle so unendlich schnell tippen, das ist schon ein bisschen krank. Also mit nem Stift kann ich tempomäßig mithalten, aber ich würd mir wahrscheinlich die Finger brechen und irgendwas zerren, würd ich versuchen, in dem Tempo zu tippen.

Der ganze Murks war dann für heute auch irgendwann vorbei und Tara und ich saßen auf dem Boden im Flur an die Heizung gelehnt und stellten fest, dass wir echt absolut gar keinen Bock auf irgendwas haben. Wir haben dann kurz nachgedacht und uns kam die Idee, dass wir ja prima zu Pizza Hut gehen könnten.

Pizza Hut hat ein Mittags-Pizza-All-You-Can-Eat für knappe 10€ und es ist absolut glorreich und für schwedische Preise wirklich ein unglaubliches Schnäppchen.

Tara und ich haben ein eigenartiges Talent dafür, Zeit totzuschlagen.

Irgendwann ist uns dann aufgefallen, dass wir seit fast drei Stunden da saßen und dass wir uns eventuell vielleicht zu mir nach hause verlagern könnten.

Gesagt, getan.

Den Rest des Tages aßen wir dann zusammen mit dem Kiwihüter in meinem Zimmer und haben alte Melodifestivalen-Beiträge angeguckt und uns beömmelt. Es war glorreich.

Irgendwann hab ich Tara dann zur U-Bahn gebracht und auf dem Rückweg hab ich dann mein neues Handy abgeholt. ARGH ES WAR TATSÄCHLICH DA!

Den Rest des Tages hab ich dann damit verbracht, das neue Ding einzurichten und Kontakte und Daten und alles andere rüberzuschieben. Oh, und natürlich Abendbrot.

Dann bin ich totmüde ins Bett gekippt.

Bis dann und wann, Jenna

(09.01.2018) Vorlesung, Klappe die Erste

Heute war dann also der erste richtige Schultag und der hat damit angefangen, dass ich saumäßig müde war.

Alles fing an mit einer Vorlesung zum Thema „Arbeiterinnen in Stockholm im frühen neunzehnten Jahrhundert“, gehalten in der Schulbibliothek.

Ich hab mich wirklich gefreut, auch wenn das Thema nicht das spannendste der Welt war, denn ich konnte einfach dasitzen und zuhören. Also ohne groß irgendwas. Einfach bloß dasitzen, zuhören und ohne große Anstrengung verstehen. Das ist eins der epischsten Dinge überhaupt.

Wenn das Gefühl von „Scheiße man konzentrier dich, falls dir die Konzentration auch bloß für ein Sekundenbruchteil abhanden kommt, dann bist du komplett raus und verstehst nichts mehr.“ endlich weg ist, und man einfach bloß dasitzen kann wie alle anderen, komplett ohne Zusatzaufwand… das ist eins der epischsten Dinge, die passieren können.

Danach hat sich meine Gruppe (wie alle anderen auch) dann versammelt und wir haben die ersten 100 Seiten des Buches diskutiert.

Das ganze Buch ist vermutlich sehr realistisch, aber irgendwie nicht gut für meinen Gesundheitszustand.

Die meiste Zeit der Diskussion hab ich mit an-die-Wand-schauen verbracht, so spannend war die ganze Chose dann irgendwie doch nicht.

Danach stand nicht mehr viel an. Außer Hunger.

Das war der Moment, wo wir kurz beschlossen hatten, die gesamte Freundesgruppe zu Josef und mir nach Hause umzuquartieren und uns da essen zu kochen.

Es gab Nudeln. Also jede erdenkliche Art von Nudeln.

Unsere liebe Queen Viktoria hatte die glorreiche Idee alles, was scharf ist, in ihre Nudeln zu rühren und hatts dann irgendwie doch ein bisschen bereut. Tara hatte bloß eine Nudel probiert und hat danach erstmal ne Stunde nichts mehr geschmeckt oder gefühlt. Es war wohl wirklich sehr scharf.

Irgendwann sind dann alle Freunde nach Hause gegangen und ich bin nach Gamla Stan verschwunden, zurück in mein Lieblingscafe, mit der Intention, mein Buch da weiter zu lesen.

Die Leute, die da arbeiten, sprechen mich inzwischen mit meinem Vornamen an, aber hey, so ist das wohl, wenn man ja quasi schon fast Stammgast da ist.

Irgendwann wurde ich sehr, sehr SEHR müde und jetzt sind wir hier, beim Schreiben.

Bis dann und wann, Jenna

(08.01.2018) „Mina Drömmars Stad“… Stadt ja, Buch nein!

Der erste Schultag nach den Ferien. Spannende Sache!

Wir haben diese und nächste Woche erstmal Projektwoche. Niemand weiß, was genau wir machen, wir haben bloß eine Nachricht auf Schoolity gekriegt, dass unsere Klasse heute um 11 Uhr in Raum 206 zur Besprechung des Projekts sein soll.

Okay, das ist machbar.

Der Kiwihüter ist aus irgendeinem Grund schon um acht Uhr zur Schule gegange, da hab ich aber noch selig im Bettchen gelegen und geschlummert. Ich bin ja nicht völlig meschugge.

Als ich dann gegen neun aus Bett gefallen bin, hab ich erstmal noch Linneas Geburtstagsgeschenk eingeschlagen. Und während ich da also so auf dem Boden saß, noch in meinen Schlafklamotten, da kommt der Kiwihüter zur Wohnungstür rein, mit einem Teil von unserem Grüppchen im Schlepptau. Ganz klasse. Das war genau der Zustand, in dem ich meine Freunde nach fast drei Wochen begrüßen wollte!

Irgendwann haben die sich wieder in die Schule verzogen, ich hab meine Joggighose gegen Jeans eingetauscht und hab meine Tasche gepackt, bevor ich dann schlussendlich auch los bin.

In der Schule haben wir als erstes die Schullaptops abgeholt, die werden nämlich während langen Ferien in der Schule gelagert. Warum auch immer.

Schlussendlich war es dann Zeit für die Besprechung unserem lustigen Projekt.

Nur war es gar nicht lustig.

Das Projekt bedeutet in dem Fall, dass wir in Gruppen aufgeteilt werden und ein Buch namens „Mina Drömmars Stad“ (Stadt meiner Träume) lesen. Und das analysieren. Und dann einen Aufsatz drüber schreiben. Und einen Kreativbeitrag machen müssen. Klasse.

Auf Empfehlung meiner Lehrerin hab ich mir das buch dann noch mal kurz auf Englisch zugelegt, dafür durfte ich dann einfach während des Unterrichts mal kurz in die Stadt fahren. Okay. Alles klar. Versuch das mal in Deutschland.

Da ich als Austauschschülerin ja eh keine Note kriege, durfte ich mir meine Gruppe dann auch noch selbst aussuchen und so hab ich mich zu Tara gepflanzt.

Schlussendlich steht jetzt zu Morgen eigentlich nur die ersten 130 Seiten lesen an. Was bei schlechten Büchern echt schwierig sein kann.

Wobei das Buch an sich gar nicht so schlecht ist, es ist nur sehr chaotisch geschrieben.

Morgen steht dann außerdem noch ein Vortrag zum Thema „Das Leben der Arbeiterinnen im Stockholm des neunzehnten Jahrhunderts“ an. Spaßig.

Bis dann und wann, Jenna.

(07.01.2018) Heute mach ich noch ein letztes Mal nix

Morgen fängt die Schule wieder an und ich freu mich ehrlich gesagt schon, denn ein bisschen vermiss ich meine Idiotentruppe ja doch.

Heute seh ich dann allerdings erstmal Ante wieder und ich hab das dumpfe Gefühl, wir machen genau nichts. Also gar nichts. Also alles wie immer.

Seit letztem Mal ist er irgendwie etwas misstrauisch, wenn ich anrufe, um zu sagen, dass er die gottverdammte Tür aufmachen soll. Er soll sich mal nicht so anstellen, dieses Mal hab ich geklingelt und wenn er die Klingel einfach nicht hört, dann ist das mal sowas von überhaupt nicht mein Problem!

Anyway, es war also wirklich wie immer.

Wir saßen in einem Berg von Kissen und Decken und haben Folge, nach Folge, nach Folge (nach Folge, nach Folge, nach Folge…) Brooklyn Nine-Nine geschaut. Wir sind inzwischen in der Mitte von Staffel drei. Oh man.

Irgendwann klopfte dann der Hunger an und wie es so ist, wenn man jemanden findet, der wirklich eins zu eins deine Lebensmittelpräferenzen teilt, dann ist das mit dem Essen sowieso völlig unkompliziert. Es war Tiefkühlpizza.

Ich weiß nicht, wie man so unverschämt viel Glück haben kann, ständig so tolle Leute zu treffen.

Es ist ja nicht oft so, dass man Menschen findet, bei denen man sich einfach irgendwie fallen lassen kann und die einen nehmen, wie sie sind. Und dann komm ich nach Schweden. Und dann find ich davon ganz viele. Und jetzt noch einen dazu. Oh man.

Schlussendlich haben wir also wirklich von morgens bis Abends Netflix geschaut, was in meinen Augen absolut den perfekten letzten Ferientag dargestellt hat.

Okay, es war nicht nur Netflix, wir haben auch eine Katze durch die Wohnung gejagt… also wir haben versucht, sie wieder einzufangen. Es ist die Katze von deren Opa, der sich aber gerade nicht um sie kümmern kann, deswegen lebt sie jetzt erstmal bei ihnen.

Irgendwann war es dann Zeit zu gehen, denn die neue Family wollte mich um neun zuhause haben und vorher musste ich noch ein Paket abholen, was bei meiner alten Familie ankommen war. Es waren die Adapter und die Hülle für mein neues Handy. Meine alte Family wollte mich eigentlich gern dabehalten, so zumindest fürs Essen, aber das mussten wir auf ein anderes Mal vertagen, leider.

Zuhause ist dann nicht mehr viel spannendes passiert. Wir haben ein bisschen am Tisch gesessen und geredet und irgendwann sind wir alle unserer Wege gegangen.

Bis es dann um kurz nach halb zwölf an meine Tür klopfte und meine Gastmama mich dann fragte, wann bei uns morgen die Schule anfängt. Ich hatte keine Ahnung, der Kiwihüter zum Glück auch nicht.

Schlussendlich war aber auch das Mysterium irgendwann gelöst und ich konnte friedlich im Bett verschwinden.

Bis dann und wann, Jenna