(14.10.2018) Neue Abenteuer vom Kiwihüter

Das trifft es eigentlich ziemlich perfekt.

Miene Gastmama und drei ihrer Freundinnen haben an diesem netten Sonntag eine Pride and Prejudice-Marathon abgehalten. Man hatte mich mit der Aussage geködert, dass Colin Firth mitspielt.

Was irgendwie aber nicht zu mir durchgesickert ist, war, dass das ganze ja ein elendiges Liebesdrama ist (worauf der Titel natürlich überhaupt nicht schließen lässt).

So hab ich mein Leid dem Kiwihüter geklagt, der mich promt zum Essen zu ihm zitiert hat (und für Politik, schließlich hat man mich, die deutsche Austauschschülerin mit der Aufgabe betraut, einen Vortrag über Schwedens momentane politische Lage zu halten. Läuft. Rückwärts und Bergab.

Irgendwie haben der Kiwihüter und ich vergessen, dass wir tatsächlich Politik machen sollten und nicht den Tag mit Puffer braten (ja Oma, ich hab selbst Puffer gemacht!), Bratwürsten grillen, Youtube gucken und uns auf dem Sofa mit Plüschtieren bewerfen verbringen sollten.

Well, shit happens.

Manchmal vergisst man, wie viel ein Mensch wert ist, dem man einfach sein Herz ausschütten kann (@1/2Pinguin, fühl dich angeguckt) und das wird einem erst klar, wenn man ihn nicht mehr hat.

Aber eins muss man dem Kiwihüter lassen, er ist der beste Freund, den ich mir hier wünschen könnte. (@Kampfkarpfen, dich ersetzt das trotzdem nicht).

Trotzdem, Menschen zu finden, mit denen man notfalls auch Sunden in Stille sitzen kann, weil man sich einfach bloß an der Gesellschaft des anderen erfreut, völlig egal ob man nun irgendwas aktiv zusammen macht oder bloß irgendwie koexistiert. Ich glaube man schätzt solch Menschen einfach viel zu wenig.

An dieser Stelle also immensen Dank an den Kiwihüter, du hast mich nicht nur vor der unvermeidbaren Zersuppung (das kommt von Suppe, also wenn das Hirn zu Suppe wird) gerettet, sondern mir ein echt grandioses Wochenende beschert. Danke an dieser Stelle!

Ich kann meine Augen kaum offen halten. Gut’s Nächtle!

Bis dann und wann, Jenna

(13.10.2018) Pumpa, was so viel bedeutet wie Kürbis

Ich würde gern über so vieles schreiben. Übers Angekommensein. Übers Freisein. Über das Gefühl, sein zu können wer man will und doch niemand anders sein muss, als der, der man ist. Über die Stille im Kopf, die noch nie da war. Und das Gebrüll im Kopf, das zum ersten Mal da ist, weil es still genug ist da oben, um das überhaupt hören zu können.

Ich würde gern jeden kleinen Gedanken niederschreiben und jedes Gefühl in Worten festhalten.

Doch das ist alles unbeschreiblich.

Ich glaube, wer das selbst nie erlebt hat, wird nie nachvollziehen können, wie das ist.

Ich hab ja selbst nie geglaubt, dass ich jemals frei sein könnte.

Jaja, wer mir jetzt vorwerfen möchte, ich spiele hier möchtegern-Poet, war wirklich nie selbst Austauschschüler. Es gibt keinen anderen Weg, das hier in Worte zu fassen.

Nein, es bezahlt einen auch keiner dafür, sich in irgendeiner Form positiv zu äußern, ich hab einfach bloß so beschissen viel Glück wie noch nie zu vor. Meine Gastfamilie, der Haufen liebenswürdiger Chaoten in der Schule, die Stadt selbst, einfach alles.

Meine Theorie, dass liebe Menschen meistens auch liebe Freunde haben, wurde hie übrigens allemal bestätigt. Ausnahmslos alle Bekannten, Familie und Freunde meiner Gastfamilie sind so elendig nette Menschen, es ist schon fast unnormal.

Und meine Family selbst, es ist schlimm wie lieb sie sind. Sie haben ganz am Anfang mal gesagt, dass sie versuchen werden, mich wie ihre eigene Tochter zu behandeln und scheiße, sie kriegen das ziemlich perfekt hin. Ich bin definitiv nicht nur ein Mal einfach in Tränen ausgebrochen, schlichtweg weil ich unfassbar glücklich bin (und weil es nicht wirklich in meinen Kopf geht, wie man einfach ein fremdes Mädchen bei sich aufnimmt und ihr die schönste Zeit ihres Lebens ermöglicht).

Scheiße, Scheiße, Scheiße. Verflixt und zugenäht, womit hab ich das hier alles verdient?

Aber genug vom Geschwafel.

Was genau hab ich heute gemacht? Welch große Überraschung, ich war beim Kiwihüter und wir haben gebacken.

Wir präsentieren: „The life of a pumpkin“, oder auch „Klar, wir backen jetzt mal kurz nen Kürbis.

Alle instructions die man mir gegeben hatte, waren übrigens ein Standbild eines Youtube-Videos, in dem ein aufgeschnittener Kürbis mit Kuchenfüllung zu sehen war. „Das backen wir jetzt“, wurde mir erklärt.

Bis zum Einkaufen habe ich übrigens gedacht, dass wir echte Kürbisse kaufen und mit Kuchen füllen, aber nein, es war bloß Frosting, aus dem dann am Schluss ein ganzer Kürbis modelliert wird. Heiliger Gandalf, ich war mir sehr lange nicht besonders sicher, ob das so gut geht.

Aber so buken wir fleißig (*hust* das korrekter Adjektiv ist nicht fleißig sondern singend *hust*) (die Mischung aus Can I get a witness, Can you tame wild wimmen, und Rakkaus on Lumivalkoinen hat den ganzen Prozess etwas verlangsamt) unsere Muffins vor uns hin.

Wie bastelt man denn jetzt genau Kürbisse? Ehrlich gesagt, ich möchte wirklich nicht wissen, was der Kiwihüter da für Kleister zusammengerührt hat, wahrscheinlich kriegt man vom Zuhören schon Diabetes.

Aber schlussendlich konnte man aus dem Kram (und mit freundlicher Unterstützung des Gefrierschranks) Kürbisse modellieren.

Wer den ganzen Tag in der Küche steht, will abends nicht mehr Kochen und so kam es, dass wir dann doch Essen vom Imbiss um die Ecke geholt haben und das in Begleitung eines Batman-Filmes und von Günther dem Kiwi geschaut haben.

Als ich dann irgendwann nach Hause gestapft bin, war es schon lange, sehr lange dunkel und wie jedes Mal (wenn ich egal bei welcher Tageszeit) laufen muss, war ich unendlich froh, dass ich tatsächlich bloß genau drei Blocks die Straße hochlaufen muss und schon zuhause stehe.

Müde.

Bis dann und wann, Jenna

 

(12.10.2018) Das hier soll die größte Stadt des Landes sein? Zustimmen wieherte das Pferd, neben dem ich stand. Klasse.

Es ist Freitag und wir fangen mit Sport an. Wie immer. Wie außerordentlich spannend und ich glaube ich wiederhole mich etwas.

Wobei man sagen muss, das wir dieses Mal wieder Sport auf dem Uni-Gelände hatten und heilige scheiße, da geh ja sogar ich freiwillig laufen.

Man schau sich nur mal kurz die Bilder an (die nicht besonders atemberaubend gut sind, wenn man sie nur schnell mit dem Handy knipst, aber man hat beim Sportunterricht doch relativ selten seine Kamera um den Hals hängen.

Wir rufen uns alle bitte noch mal in Erinnerung, dass das hier Stockholm ist. Eine Stadt mit etwa einer Millionen Einwohner. Ja, also wenn man sich dann mal so umschaut, fühlt sich das wirklich sehr großstädtisch an. Also wirklich. Sehr. Das Pferd, neben dem ich beim Denken dieses Gedankens stand, wieherte sehr zustimmend.

Also falls jemals jemand auf diesem Gelände rumlaufen will:

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Das da ist eine wirklich nette Strecke, für die man – wenn man nicht geht – natürlich nicht 51 Minuten braucht. Wobei ich im Endeffekt irgendwie doch, weil ganz so gerade wie diese lustigen blauen Punkte, die Google Maps mir da reingezeichnet hat, bin ich definitiv nicht gelaufen. (Aber alle markierten Punkte sind die Orte, bei denen ich mir relativ sicher bin, sie gesehen zu haben).

Zwischen den beiden Punkten „Unnamed Road“ (dem nördlichst gelegenen) und dem Ding namens „Dansbanan“ (Dansbanan ist, wo das Foto mit dem Wasser her ist), bin ich dann einfach aus Frust einen Hügel hochgelaufen, weil ich jede Art von Weg aus den Augen verloren hatte und oben auf dem Hügel hatte ich eine Straßenlaterne gesichtet.

Wie das nach dem Sport so ist (wenn man wie ich definitiv das Glück des Todes hat), schlumpft man kurz nach Hause und duscht, um dann mit nassen Haaren zurück in die Schule zu latschen und an seinem Matheunterricht teilzunehmen.

Bevor wir zum ätzenden Teil kommen (Mathe, wer hätts gedacht), noch mal kurz was zum Mittagessen.

Es gab einfach Tacos. TACOS. Und es war wahrhaft furchtbar gut. Man konnte sich einfach so viele Taco-Schalen nehmen wie man tragen konnte, den Teller mit Füllmaterial von einer Art Buffet vollschaufeln und sich irgendwo ein ruhiges Plätzchen suchen, um sich beim Essen völlig zur Sau zu machen.

Mathe war dann so lala. Ich dachte mir „hey, gib doch der Lehrerin noch ne Chance und versuch ein paar ganz neutrale Worte mit ihr zu wechseln“.

Da sie mal erwähnt hatte, in Deutschland an einer IGS unterrichtet zu haben, dachte ich mir „hey, das ist sowas wie ne Gesprächsgrundlage“ und hab sie, als sie grade nichts zu tun hatte mal vorsichtig gefragt, frei nach dem Motto „Du hast doch mal in Deutschland unterrichtet, wie fandest du das System so im Vergleich zum Schwedischen?“. Aber ich hab den Gesprächsversuch dann doch ganz schnell für gescheitert erklärt

Aber da ist ein Licht am Ende des Tunnels – der Kiwihüter und ich backen morgen.

Abends hat meine Gastmama Lasagne gemacht (holy guacamole – nicht das Gericht (oder Beilage, Dipp oder was-auch-immer-es-ist, sondern der Ausruf (es ist wirklich einer, steht im Urban Dictionary) – die war gut!).

Dann stand das Debakel Film an. Meine Gastschwester wollte kein Action sehen, ich hab mich gegenüber Dramen verweigert und Tom Hanks durfte auch nicht drin vorkommen, außerdem sollte es einer sein, den noch niemand von uns gesehen hatte.

Wir haben dann aufgegeben.

Meine Gasteltern haben ein Doku über den zweiten Weltkrieg geschaut, ich hab im Sessel gehangen und gelesen und Gandalf weiß, was meine Gastschwester mit ihrer Zeit angestellt hat.

Jetzt bin ich dann doch ziemlich unendlich müde.

Bis dann und wann Jenna

(11.10.2018) Life is life, nanananana

Heute war nur so mäßig spannend, wie manche Tage nunmal einfach so sind.

Fangen wir an mit Schwedisch, was ich – da sie ja alle ein Buch lesen, was ich nicht lese – dazu genutzt habe, an diesem Blog hier zu basteln. Spannende Sache, wirklich. Besonders auf einem Schullaptop, der so gut funktioniert, wie wenn man versucht einen Nagel mit einem Wattebausch in die Wand zu hämmern.

Physik war so mäßig viel spannender, aber immerhin ist Energie mal ne Abwechselung zum 117ten blöden s-t-Diagramm, dass ich ansonsten wohl hätte zeichnen müssen.

Mein Kopf ist heute einfach nicht wach genug um viel zu sagen.

Bis dann und wann, Jenna.

(10.10.2018) This day was 10/10 (tschuldigung, der musste sein) [Achtung, dieser Tag war quasi die Gefühlsachterbahn aller Gefühlsachterbahnen]

Nicht meine Schuld, ich hab diesen blöden Spruch nur etwa 17 Mal irgendwo im Internet rumspuken sehen.

Theater also. Wir sollten eine Analyse zum Stück schreiben. Okay, kein Problem. Denkt man.

„Macht euch bitte Notizen, vor allem auch zum Einsatz von Licht und Ton.“, sprach die Lehrerin noch.

Dunkel. Das wären dann meine ganzen Notizen gewesen.

Denn es wurde nicht gesprochen im ganzen Stück und das Licht haben sie gefühlt vergessen. Das macht das Mitschreiben irgendwie auch so ätzend schwer, wenn man nicht nur kaum was auf der Bühne sieht, sondern im Zuschauerraum gar kein Licht ist und man sein eigenes Notizbuch nicht erkennt.

ALs das Licht anging, zum Ende dann, musste ich doch ein kleines Bisschen lachen, das Gekrakel als „Notizen“ zu betiteln, wär definitiv ein schlechter Witz. Das sieht aus wie die ersten Schreibversuche eines Kindergartenkindes.

Aber – verglichen mit dem Rest – kann man bei mir noch was lesen, also ein Hoch aufs deutsche Schulsystem und die Tatsache, dass wir noch auf Papier schreiben, und man bei all dem Abschreiben von der Tafel irgendwann lernt, zu schreiben ohne ständig hinzusehen (dann braucht abschreiben nämlich ewig, wenn man nach jedem zweiten Wort zwischen Tafel und Blatt hin- und herschauen muss).

Auf jeden Fall war das Stück selbst nicht besonders gut, aber ich glaub da waren wir uns alle ziemlich einig. Andererseits, vielleicht haben wir auch alle einfach zu wenig Ahnung von Theater, um zu verstehen, was uns das sagen sollte.

Während dann alle nach Hause gegangen sind, hatte ich ein Komitee-Meeting. Gandalf, ich muss aus dieser Vereinigung mal ganz schnell wieder raus. Ein Haufen elendiger möchtegern-Weltverbesserer. Wie mir solche Menschen auf den Keks gehen.

Wenn ihr was ändern wollt, dann ändert was. Gerne. Steh ich voll dahinter. Aber wenn alles was ihr tut, ist, zu sagen, was andere falsch machen, anstatt selbst das Richtige zu tun, dann geht ihr mir einfach bloß auf den Keks. Bitte, danke.

Kurz gesagt, wers selbst nicht besser macht, hat kein Recht zu jammern. Das ist wie „Scheiß AfD“ brüllen und selbst nicht wählen gehen. Für Tierschutz protestieren und Abends das 0.99€ Schnitzel in die Pfanne werfen. Sich über die Produktionsbedingungen der Billigketten beschweren, während man in seinem Pulli für 6.99€ durch die Gegend marschiert.

Der Punkt ist ganz einfach, es ist jedem selbst überlassen, was und ob er wählt, woher das Essen, was man isst, kommt und wo man seine Klamotten kauft. Doch wer sich das Recht heraus nimmt, über seine Mitmenschen zu urteilen, schaut doch bitte erstmal in seinem eigenen Leben nach, ob man nicht vielleicht exakt das gleiche macht, wie die Menschen, die man verurteilt und in Schubladen stopft.

Jeder Mensch muss für sich selbst wissen, was mit seiner Moral und seinen Werten vereinbar ist. Das ist eine Entscheidung, die jeder Mensch für sich selbst treffen muss, und kein Mensch hat das Recht, anderer Menschen Entscheidungen zu treffen und für und über sie zu urteilen.

Menschen sind Menschen und man kann niemanden außer sich selbst verändern. Man kann die Werte eines Menschen abstoßend finden, und das ist das gute Recht eines jeden einzelnen, dafür haben wir unsere Meinungsfreiheit.

Aber liebe Menschen, dann macht es bitte besser.

Cut.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass mir der Schlag an möchtegern-Weltverbesserern echt die Laune verhagelt hat und all meine Freunde aber schon zuhause waren, denn niemand außer mir hat mittwochs Nachmittags noch Unterricht und so warten sie normalerweise einfach nur wegen mir in der Schule (was unfassbar lieb ist).

So war aber niemand da. Ich habe also, wie man das so macht mit seinen Freunden, dem Kiwihüter meinen Unmut geklagt und der war dann definitiv der Held des Tages.

Frei nach dem Motto „Ich koch Mittag, willst du rüberkommen?“.

Kurz danach hab ich mich allerdings in der Kühlabteilung des Supermarkts wiedergefunden, wir brauchten noch so einiges.

Trotzdem. Innerhalb von etwa 4,23 Minuten war alles vergessen und zwischen Essen, Bo Burnham und Jimmy Carr wär ich um ein Haar tatsächlich noch zu spät zu Chemie gekommen.

Was ein Drama gewesen wär, denn ich liebe Chemie.

Was ich übrigens sehr strange finde, ist, dass ich Mathe, wenn es Teil meines Chemieunterrichts ist, problemlos bewerkstelligen kann, ja gar Spaß daran hab und auch nicht verzweifle, wenn ich 15 Minuten brauche um irgend ne blöde Gleichung nach x aufzulösen, aber in meinem tatsächlichen Matheunterricht nicht mal 3+4 korrekt lösen kann, weil mich allein der Anblick der Lehrerin schon zu Tode frustriert.

Aber lassen wir das und freuen uns, dass Chemie existiert und Mathe ist ja auch nur so beschissen weils am Lehrer liegt.

Abends lief dann Green Zone. Man merkt inzwischen eventuell, dass meine Gastfamilie Matt Damon absolut liebt.

Ich bin noch etwas deprimiert, weil niemand mit mir Nanny McPhee schauen wollte, obwohl Colin Firth mitspielt. Aber gut, so ganz der Weltuntergang ist das dann auch nicht direkt.

Bis dann und wann, Jenna

 

 

(09.10.2018) Ein Dienstag

Das hier ist ein gutes Beispiel für einen wirklich gewöhnlichen Tag.

Starten wir doch mal mit Physik. Übungsklausur. Spaßig.

Ich glaube die allgemeine Stimmung war überwiegend gigantomanisches Glück, dass es keine echte Prüfung war und das es am Ende vor allem Selbstkontrole war und niemand anders dieses peinliche Dilemma gelesen hat. Was soll man sagen, wir fühlen uns wohl sehr gut vorbereitet.

Fairer Weise durfte ich mein Laptop als Wörterbuch behalten, sonst wär da so einiges wirklich komplett schiefgegangen.

Aber im Endeffekt war es ja nur zur Übung und nicht mehr und nicht weniger und wir alle wissen jetzt, dass da gewisse Diskrepanzen zwischen dem Unterricht und den ragen in der Klassenarbeit sind. Die Klassenarbeit könnte nämlich prima aus einer deutschen Schule kommen… nur der dahinführende Unterricht nicht per se.

Englisch war dann spannend wie immer, es geht um Shakespeare. Yay, Shakespear. (Nicht).

Beschweren kann man sich darüber trotzdem nicht, denn eins muss man unserer Lehrerin doch lassen, wenn sie über irgendwas extraordinary viel knowledge hat, dann Shakespeare. Und auch wenn dass Thema nicht besonders mein ist, ist es doch relativ faszinierend ihr zuzuhören, einfach weil sie unglaublich viel weiß!

Des Weiteren: Kennt irgendwer die Electric Banana Band? Ganz glorreich!

Der Frontmann, ein gewisser Herr namens Lasse Åberg, der inzwischen knappe 80 ist, hat in den Achtzigern wirklich furchtbare (und deswegen wirklich witzige) Filme gedreht. Mein Favorit bis jetzt muss Sällskapsresan II sein… schreckliches Ding, mit vielen schlimmen Klamotten und in teilweise echt fürchterlichem Deutsch (welch Wunder, es spielt in den Alpen (den Schweizer Alpen, aber sie haben alle nen Tiroler Dialekt) und sie lassen ein paar der Schweden doch tatsächlich Deutsch sprechen).

Falls irgendwer sich also mal ganz vorzüglichen schwedischen Humor anschauen will, das wär dann meine Empfehlung.

Morgen steht dann Theaterbesuch an. Mal schauen wie das wird.

Bis dann und wann, Jenna

 

 

(08.10.2018) What a weird day

Ich hab ehrlich gesagt nur drauf gewartet, dass dieser Tag kommt.

Der Tag, an dem mein Kopf beschließt „Oh Jenna, du fühlst dich so gut und bist so glücklich, jetzt ist der perfekte Zeitpunkt um über all das nachzudenken, was du in den letzten Jahren in den hinteren Teil deines Kopfes verbannt hast und mit „später bearbeiten“ betitelt hast“.

Warum schreibt man sowas ins Internet? Weil es mein Blog und meine Gefühle sind und ich immernoch hauptsächlich für mich selbst schreibe und deshalb alles Recht der Welt have, von mir zu geben was zur Hölle auch immer ich will.

So bin ich dann nach der Schule einfach mal spazieren gegangen. Ja ich. Spazieren. Zu einer U-Bahnstation. Und dann wieder zurück. Frag mich einer warum.

Hat aber im Endeffekt einen Scheißdreck gebracht und spätestens beim Essen kam mein innerer Schlosshund heraus. An dieser Stelle sei allerdings gesagt, auch in dem Punkt sind meine Gastfamilie die liebsten Menschen auf Erden und ich fühl mich furchtbar gut aufgehoben. Es musste nur einfach an irgendeinem Punkt passieren und das ist okay.

Inzwischen ist der nächste Tag und sitze ich wieder in der Schule, alles ist wieder in meinem Kopf verstaut und meine ganzen Freunde sind die besten. In allen Gesichtspunkten. Danke.

Das wars definitiv, ich möchte über den Tag gestern irgendwie nur so mäßig gern nachdenken.

Bis dann und wann, Jenna