(22.09.2018) Guck mal, ich hab was Grünes zu meinem Kakao gekauft

Samstag.

Ich mag Samstag, especially in Stockholm.

Um 10:30 aus dem Bett fallen, verschlafen in die Küche schlurfen, aus Ermangelung an Brötchen (ist nicht zu dramatisch) einen Berg Schokomüsli in sich reinschaufeln und dann einfach mal zum schönsten Fleck der Welt fahren – Riddarholmen.

Es gibt keinen einzigen Fleck auf der Erde, der so schön sein kann.

Wenn man aus der Tunnelbana nr. 17/18/19 Richtung Skarpnäck/Färsta strand/Hagsätra an der treffend benannten Station „Gamla stan“ fällt, den Ausgang „Riddarholmen“ nimmt, und durch den gefliesten Tunnel aufs Wasser zu läuft, dann wird einem innerlich irgendwie warm.

Weil alles so schön ist.

Aber auf Anfang.

Der hier ansässige Fußballclub – Hammarby – hat irgendwie seit meiner Ankunft kein einziges Spiel mehr gewonnen – morgen müssen sie aber dringlichst gewinnen.

Mein werter Gastvater schiebt den Verlust auf mich und weil ich doch unter dieser Schuld so sehr leide, musste ich heute die Bürde auf mich nehmen und ein Hammarby-Trikot kaufen  – es ging nicht anders.

Gesagt, getan. Blöderweise wurde der Fanshop geschlossen. Idioter!

„Intersport geht auch“, meinte meine Gastmama. Gesagt getan. Der nächste Intersport ist Richtung Sergels torg (das ist auch der Platz wo die beiden Herren in diesem Lied nackt baden wollen – scheint mir aber irgendwie ungeeignet).

Nur hatten sie da überhaupt gar keine Trikots. Saftladen. Der nächste Intersport lag zufälligerweise auf der anderen Seite von Gamla stan… und wenn man (nachdem ich erfolgreich ein Trikot erstanden hatte (auf Schwedisch)) schon mal quasi halb da ist, kann man auch noch mal nen Abstecher machen.

Meine Liebe für 7-eleven wächst und nachdem ich mich mit Kakao, Smoothie und einem gigantomanischen Brötchen ausgestattet hatte, gings dann ab zum schönsten Platz auf Erden.

Über eine verdammte Stunde ab ich einfach bloß aufs Wasser gestarrt.

Und Achtung, hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass ich das mal sage, hätte ich ihn zum Mond und wieder zurück gejagt, aber; Ich habs ernsthaft versucht, aber es war mir nicht möglich, mir Sorgen zu machen. Ich habs wirklich mit ganzem Kopf und Herz versucht. Es funktioniert nicht. Scheiße, gottverdammte Scheiße, ich bin so unfassbar glücklich, das glaubt mir kein Schwein.

Auf dem Weg nach Hause war ich dann in neun (NEUN) verschiedenen Touri-Shops, in der Hoffnung, dass irgendwer Festival-Bändchen mit Stockholm drauf verkauft. Pustekuchen. Gabs nicht.

Danach war mir dann aber ausreichend schlecht, so herrscht in diesen Shops doch ein recht billiger, plastikhafter Geruch.

Deprimiert trieb es mich dann in die altbekannte Science-Fiction-Bokhandeln. Im Angebot war grade Hitchhiker’s Guide To The Galaxy, alle fünf Bände in einem. Für umgerechnet nicht mal 12€. Wie kann man da nein sagen?

Übrigens war es etwas windig heute, wie mein sehr glückliches Gesicht bezeugt.

Dann ab ich die beste Entscheidung des Tages getroffen – den Bus nach Hause nehmen! Dauert etwa drei Mal so lange, ist aber dafür nicht so drängelig und die Strecke ist unendlich schön zum Angucken.

Jetzt bin ich allerdings hundemüde. Meine Gasteltern hatten Spieleabend mit einem befreundeten Pärchen.

Bis dann und wann, Jenna

(21.09.2018) Das Fach, dessen Name nicht genannt werden darf

…weil die arme Autorin dieses Blogs sonst an einem Wutanfall stirbt.

Pschhht, es klingt wie Turnmatte, nur ohne „Turn“ und mit Rechtschreibfehler.

Ansonsten ist Freitag eigentlich immer ganz okay. Immerhin muss ich erst um 9:55 in der Schule sein. Wobei Schule nicht ganz stimmt, einfinden musste ich mich exakt hier:

map.blog.1

Es ist aber ganz okay, wenn man den Bus nimmt, die Strecke ist nämlich landschaftlich sehr schön gelegen. So muss ich die große Bürde auf mich nehmen und an einem WOCHENTAG doch tatsächlich schon um 8:30 aufstehen. (@Freunde in Germany, ist es nicht sehr dramatisch?). Ich leide sehr.

Nein okay ohne scheiß, es gibt keinen Tag der so entspannt startet wie Freitag. Wie auch? Sport ist hier ne ganz andere Sache. Wir erinnern uns, dass unsere Aufgabe letzte Woche drin bestand, „Trainingspläne“ zu erstellen (und die auch tatsächlich zu machen (hah, wer’s glaubt wird selig)). Nun, jetzt sollten wir einen Tag aus dem Plan aussuchen und durchführen.

Ich hab mich nach langem Überlegen (*hust*) ganz geschickt für das am wenigsten anstrengende entschieden, was aber gleichzeitig irgendwie viel laufen beinhaltet.

Dann fing das Schlamassel an.

„Wo sollen wir denn langlaufen“, fragte ich, „gibt es hier irgendwo eine Bahn?“ –  „Einfach auf dem Uni-Campus rum“, bekam ich die nicht besonders zufriedenstellende Antwort. „Öhm toll, gibts irgendwelche Alternativen?“, erkundigte ich mich hoffnungsvoll – „Ja, da ist son Garten-Hof-Park-Dings, aber nimm Google Maps mit, ist scheiße kompliziert da“. „Oh, das klingt gut“, horchte das Kind ohne Orientierungssinn nach, „Wie find‘ ich da denn hin?“- „Aus der Tür, nach links, den Weg runter und zwischen den zwei Gebäuden durch, dann immer da lang wo nix ist.“

Gesagt, getan.

Und wirklich, es war landschaftlich ganz entzückend.

Und so lief ich, und lief und lief und lief und lief. Plötzlich waren alle Gebäude und asphaltierte Straßen weg, dafür hatte ich einen See zu meiner Rechten. Und während ich brav im Takt vor mich hin laufe, stehe ich plötzlich neben einer Pferdekoppel. You know, Millionenstadt und so. Von den Pferden aus, begegneten mir der Reihe nach Schweine, Kaninchen, Hühner und ein Schaf. Mir dünkte, ich war in einen Bauernhof geraten. Großstadtleben.

Und ich lief weiter und weiter und irgendwann packte mich dann doch mal die Frage, wo zum Geier ich eigentlich genau gelandet war.

map.blog.1 (2)

Ich war dann kurz sehr stolz, dass ich für Jenna-Verhältnisse recht weit gelaufen war, dann fiel mir ein, dass ich auch wieder zurück musste. Verdammt noch mal.

Anyway, ein paar der Tiere sind übrigens im Titelbild zu begutachten.

Der große Vorteil so nah an der Schule zu wohnen ist übrigens, dass man danach einfach mal schnell zuhause vorbeihuschen kann, unter die Dusche hüpfen und auch bloß etwa 25 Minuten später als alle anderen in der Schule ist (und man hat dann eh noch 1 1/2 Stunden Pause).

An dieser Stelle möchte ich bitte das Essen loben, ich konnte nicht hundertprozentig sagen, was es war, aber es war sehr gut.

[Einschub! Sehr wichtig: Können wir uns alle kurz die finnische Variante von „Moskau, Moskau“ anhören? (zum anklicken→) „Volga, Volga“ mit Text(optional ist Estnisch auch ganz witzig: Tadaaa)]

Ansonsten ist definitiv nicht viel spannendes passiert.

Ein Kumpel meines Gastvaters ist halb-spontan aufgeschlagen, oder eigentlich überhaupt nicht spontan, aber wie das mit Menschen gehobenen Alters und modernen Kommunikationsmitteln so ist, kann da schon mal was schief gehen. So war der Kumpel dann hier, nur mein Gastvater irgendwie nicht wirklich.

Liebenswerter Weise hat meine Gastmama ihn und mich dann mit essen versorgt (und sich selbst), mein Gastvater musste dann (ich vermute zur Strafe xD) selber kochen.

Anyways, bis jetzt kann ich attestieren, dass diese Familie irgendwie nur furchtbar nette Freunde hat (ich vermute da einen gewissen Zusammenhang, schließlich sind sie ja auch furchtbar liebe Menschen).

Müde. Bett.

Bis dann und wann, Jenna

(20.09.2018) Sing along to our swedish fika!

„… say kex with if you wanna stay“  (falls sich irgendwer das glorreiche, titelgebende Lied anhören möchte)

Heute war ein wirklich glorreicher Tag! Morgens beim Frühstück (stellt euch vor, ich habe ausnahmsweise gefrühstückt), hab ich von Mama die Nachricht gekriegt, dass mein Paket (mit dem wundervollen Kent-Pulli) nicht zugestellt werden konnte.

Mit den Worten „Na das kennt man ja von DHL hier in Schweden“, hat meine Gastmama dann angeboten, sich dem Problem anzunehmen.

Jetzt allerdings erstmal Schule. Es folgte Schwedisch. An sich gar nicht so ätzend, hätte ich nicht aufgegeben, Dvärgen zu lesen. Das hat dann die zwei Stunden, in denen nacheinander alle Schüler eine Argumentation zur selben Fragestellung vor der Klasse vortragen mussten, etwas unspannend gemacht.

Zum ersten Mal war ich sehr dankbar für die Laptops. So hab ich mich dann einfach in die hinterste Ecke verkrümelt, die fehlenden Blogbeiträge der letzten Tage ergänzt und schlussendlich sehr spannende Wikipedia-Artikel gelesen. Ja, genau diesen Artikel. Es war tatsächlich recht interessant.

Dann gabs Mittagessen. Um 10:50. Was ein Leben.

Physik war besser. Die Klasse wurde in zwei Hälften geteilt, da mit nicht so viele Schüler im Raum sind und die Verbleibenden in Ruhe ihre Experimente zum Archimedischen Prinzip machen konnten. Die andere Hälfte hatte entgegen meiner Vermutung allerdings nichts zu tun. Sie konnte tun was sie wollt. Was ein Leben – again.

Der Kiwihüter und ich waren in der einen Hälfte, der Rest unserer Truppe in der anderen und so saßen wir – während wir darauf warteten, dass die anderen dann auch mal fertig werden- da und haben Disney-Songs gehört. Ja, Disney. Und der Kiwimitbewohner hat den Joker gezeichnet.

Dann kam das kleine Hüngerchen, doch die Rettung nahte. FIKA.

Gesagt getan. Während ich also meine gesamte Tasche vor den Kiwihüter gekippt habe (nein, ich wollte meinen ganzen Scheiß nicht zu 7-eleven schleppen) und dessen Bestellung aufgenommen hatte, bin ich zu eben genau diesem Laden getrottet.

Und wenn man seine student-ID vorlegt, geht das preislich ehrlich gesagt völlig klar. Für zwei Zimtschnecken, zwei Riesenkekse und zwei riesen Becher Kakao (also wirklich riesig. Mehr als n halber Liter) habe ich umgerechnet nicht mal acht Euro bezahlt.

So hatten wir also ganz entspannt Fika und plötzlich war die Stunde auch schon um.

Zuhause hat mich meine Gastmama dann informiert, dass mein Paket wohl tatsächlich in einem Supermarkt um die Ecke abgegeben wurde (ja, der Supermarkt hat eine Poststation). In 0,374 Sekunden war ich auch schon wieder aus der Tür, da wollte ein Pulli abgeholt werden.

Und heiliger Gandalf, das Paket war schwer. Meine furchtbar liebe Familie hat nämlich das ganze Paket mit deutschen Süßigkeiten (die ich doch etwas vermisse) vollgestopft – und Schmalz für meine Gastfamilie – aus irgendeinem Grund ma die das nämlich. Das ist sehr eigenartig. Es ist Schmalz. das kann man nicht mögen (@ tschuldigung Oma).

Und ein sehr sehr lieber Brief an meine Gastfamilie, den ich dann weitergereicht habe. Ich glaube sie haben sich gefreut – auch wenn mein Gastvater nächstes Mal gerne einen Brief auf deutsch hätte – er ist jetzt gekränkt, dass ihm niemand zutraut, einen Brief auf deutsch zu lesen.

Ansonsten hab ich heute mal wieder gemerkt, wie unendlich glücklich ich mich doch zu schätzen habe, in diese Familie geraten zu sein. Scheiße hab ich ein Schweineglück. Und sie haben gesagt, dass eigentlich sie das Glück haben, mich zu haben und was? Was? Was? Was? Ich verdien‘ die alle nicht.

Mit dem allergrößten Danke, das ein Mensch aussprechen kann;

bis dann und wann, Jenna

 

 

 

(19.09.2018) Jo, Schwedisch läuft. Und Chemie auch

Ich glaube ehlich gesagt, ich rede mir nur ein, ich wär gut in Chemie und dass ich dieses Fach so unendlich liebe. Und das ganze mach ich so überzeugend, dass ich das selbst glaube. Und es funktioniert. Man kann sich also selbst einreden, dass man Dinge kann.

Ich glaube ehrlich gesagt, dass ist eins der wichtigsten Dinge, die ich jemals gelernt habe.

Ich, als Mensch, der sich wahrscheinlich mehr Sorgen macht, als er andere Gedanken hat. Und trotzdem, mir selbst Dinge einreden, hat mich vor allem im letzten Monat so oft gerettet.

Wenn man sich einredet, dass man Schwedisch spricht, dass man Chemie kann, dass man Physik versteht, dass man die U-Bahn durchschaut hat, dass man Backen kann und dass man sicher und frei ist, dann ist Schweden das Land, in dem das tatsächlci funktoniert.

Ich bin mir bewusst, wie dankbar ich sein muss, in einer Welt, Land und Gesellschaft zu leben, in der das tatsächlich so umsetzbar ist, in der ich die Freiheit und Möglichkeiten habe, mir Dinge einzureden.

Und ganz erlich, die kleinen Erfolgsgefühle, die sich hier und da einschleichen, wenn völlig unterbewusst irgendwas umgesetzt wird, was man sich selbst die ganze Zeit einredet, weil man es verinnerlich und plötzlich ist es doch kein Engerede mehr, dann ist das eins der schönsten Gefühle, die ich jemals erleen durfte.

Heute stand also „Laboration“ an, und holy fuck! Das Labor dieser Schule ist mal ganz schön impressive. Jedes Zweierteam hat seinen eigenen Arbeitsbereich, mit Spüle, allen Anschlüssen, allen erdenklchen Utelsilien, Mengen an Schutzausrüstung (die uns alle wie Labor-Minions aussehen lässt) und einem Abzug.

Und hey, es geht wirklich auf Schwedisch. Und alle meine Notizen sind auf Schwedisch (und nichts ist von irgendeiner Tafel abgeschrieben, sondern nur nach hören oder tatsächlich selbst erdachte Beobachtungen.

An dieser Stelle hatte ich aber auch unfassbar Glück mit meiner Lab-Partnerin, die hatte nämlich seit einem Jahr kein Chemie mehr gehabt, und konnte sich etwa so gut an alles zum Thema Gleichgewichtsreaktionen erinnern, wie ich fachspezifisches, schwedisches Vokabular hatte. Aber ohn scheiß, ich hatte selten so viel Spaß.

Ein Mensch versteht das Thema und kann aber nichts sagen und der andere könnte was sagen, weiß aber nicht was. Schlussendlich haben wir aber alles irgendwie hingekriegt – und again – das ist so ein elendig episches Gefühl, wenn man merkt, dass es auf Schwedisch funktioniert (zwangsweise, die englischen Wörter hätten niemandem geholfen).

Erfolgserlebnis zwei stellt sich dann ein, als losgelatscht war, um Tipp-Ex zu kaufen. Blöderweise bin ich in mein lieblings Schreibwahrengescäft gegangen –  was glücklicher Weise preistechnisch sehr okay ist, aber ich habe totzdem Post-It’s mit Vögeln drauf gekauft. Wofür. Warum. Hilfe.

Af jeden Fall fragte mich der Herr an der Kasse dann ob ich eine Tüte haben möchte (was ich höflich (auf schwedisch) verneint habe), hat er irgendeinen Satz auf Schwedisch hnterher geschoben, den ich for the sake of my life nicht vertanden hab und – for the first time in my whole entire life – habe ich nicht in Panik „Sorry, I don’t speak swedish“ gesagt, sondern ohne auch nur ein Sekündchen nachzudenken auf Schwedisch gefragt, ob er erklären könnte, was er grade gesagt hat.

Und siehe da – alle Angst war völlig unberechtigt!

Er hat mir nicht den Kopf abgerissen, ich wurde nicht öffentlich bloßgestellt und nichts – alles was passiert ist, ist, dass mir langsam und deutlich erklärt wurde, dass ich die tolle Möglichkeit habe, Mitglied zu werden – was ich höflich dankend abgelehnt hab.

Also yay. Und müde as always!

Bis dann und wann, Jenna

(18.09.2018) Ein Monat. Ein ganzer Monat. Und was ich sonst noch gelernt habe.

Ich glaube, wir skippen heute mal alle Tagesberichte, es war eh nur so mäßig spannend.

Heute ist es genau ein Monat, seitdem ich morgens in einen Flieger gehüpft bin, 1 1/2 Stunden Panik geschoben hab und dann die liebste Gastfamilie getroffen hab, die ich mir jemals hätte wünschen können.

Ich hab unglaublich liebe Menschen in der Schule getroffen, die ich jetzt schon so fest in mein Herz geschlossen habe und die meinen Schulalltag so viel schöner machen, als alles, was ich mir irgendwie ausmalen könnte.

Ich liebe Stockholm mehr als ich dachte, dass man eine Stadt lieben kann. Ich hab so viele Plätze gefunden, die einfach von einem auf den anderen Moment alle Sorgen wegpusten. Und das ist sehr strange, es ist doch bloß ein bisschen Wasser mit ein paar Bänken davor.

Ansonstn kommen wir jetzt zu dem Teil, den ich eigentlich aufschreiben wollte:

Dinge, die ich in meinem ersten Monat bemerkt habe

  • Stockholm als Stadt ist (verglichen mit deutschen Großstädten) ist super sauber
  • Der gemeine Bewoher (der kein deutscher Tourist ist) ist wohl einer der höflichen Menschen, den ich je getroffen hab. man rempelt sie versehentlich an und anstatt böse zu gucken, entschuldigen sie sic auch noch.
  • Es ist unfassbar still im Bus, der U-Bahn oder dem Zug, weil irgendwie niemand spricht.
  • Außerdem schaut sich irgendwie niemand an. Wenn sich auf dem Gehweg zwei Menschen entgegen kommen, dann schauen beide angestrengt überallhin, nur nicht auf den anderen Menschen
  • Plastiktüten sind hier noch viel verbreiteter, man muss sie nicht extra bezahlen und meistens werden sie zusammenmit dem Einkauf schon hochgehalten und man muss tatsächlich sagen „nein danke, ich hab mene eigene Tasche“.
  • Die Menschen stehen an der Bushaltestelle, der u-Bahn oder sonstwo soweit auseinander wie möglich. Steht an der Bushaltestelle ein Mensch in dem Häuschen, stehen die Chancen sehr gut, dass der zwete Mensch tatsächlich nicht mal im Häuschen steht, sondern außen daneben.
  • Der Großteil der Lehrer sieht zuspätkommen überhaupt nicht als kritisch an und es wird auch nicht particularly vermerkt.
  • Große Wocheneinkäufe sind irgendwie auch nicht besonders verbreitet, stattdessen geht man lieber jeden Tag oder jeden zweiten Tag los und kauft zwei einzelne Dinge.
  • Die Menschen sehen größtenteils aus, wie aus irgendeinem Modekatalog gefallen, und das mene ich genau so wie ichs sage.
  • Samsung ist nicht halb so verbreitet wie bei uns in Deutschland, man hat entweder iPhone oder irgendwas anderes, aber kein Samsung.
  • So gut wie niemand benutzt WhatsApp, alle haben Snapchat und der ältere Teil der Bevölkeung benutzt SMS oder den Facebook Messager
  • Die Coffee-to-go-Becher sind gigantomanisch. Wenn man einen „großen Kaffee“ besteltt, bekommt man weit, weit mehr als einen halben Liter.
  • Das Schulessen ist besser (also viel besser) als in Deutschland, sodass man es tatsächlich sehr gut essen kann.
  • Ich hab noch nie ein Volk gesehen, was so wenig am judgen ist, wie die Menschen in dieser Stadt. Man fühlt sich so unendlich frei, weil niemand einen Scheiß gibt, wie andere aussehen, was sie machen und mit wem sie sind.

Kurz gefasst, ich liebe diese Stadt und das Leben hier mehr, als ich jemals dachte, das man etwas lieben kann.

Bis dann und wann, Jenna

(17.09.2018) Montag, Nudeln, Schnitzel, Tastaturbeleuchtung und Fanta 4

Eigentlich beschreibt das meinen Montag ganz treffend.

Über Geschichte spechen wir wie immer nicht. Es gibt bis heute nicht viel, was ich so ätzende finde und wenn ich auch nur dran denke, verdirbt es mir direkt die Laune.

Aber Deutsch war wie immer sehr gut. Auch wenn ich die Vermutung angestellt abe, dass meine Deutschlehrerin nie wirklich in Deutschland gelebt hat, denn das Lehrbuchdeutsch hat sie ziemlich perfekt drauf (wenn auch mit (recht putzigem) Akzent), aber wenn ich Deutsch spreche und mich nicht übermäßig sauber artikuliere, versteht sie nicht mehr besonders viel.

Aber ganz ehrlich? Das ist jmmern auf allerhöchstem Niveau, dewegen stell ich das jetzt mal ganz schnell ein.

Abends hat dann Hammerby (der stochkolmer Fußballverein) gespielt – es war enttäuschend. Gegen Uppsala war gerade mal ein 1:1 drin, was ihnen damit die Chance auf den Meistertitel verbockt hat. Schön wärs gewesen!

Zum Fußball gabs dann Nudeln mit Schnitzel –  eine überaus witzige Angelegenheit. Auch wenn ich an dieser Stelle itte anmerken möchte, dass es verdammt schön ist, jemanden zu haben, der meine skurrilen Essenspläne teilt. Hipp, hipp, hurra!

Ansonsten war wirklich nicht viel. Meine Deutschlehrerin hat mich – nachdem ich ihr in Anlehnung an die Stunde (in der es um förkortningar (Abkürzungen) ging, erzählt habe, dass da ein deutsches Lied gibt, dass ausschließlich aus Abkürzungen besteht – gebeten, ob ich besagtes Lied beim nächsten Mal nich vrstellen und übersetzten und ausschreiben könnte. Yay, Fantas!

Müde.

Bis dann und ann, Jenna

(16.09.2018) Oh yay, Austauschschülertreffen und blaue Jeans

Sonntag. Ein sehr sonntäglicher Sonntag faktiskt.

Ausschlafen, Frühstück suchen, feststellen, dass die Gasteltern laufen sind und die Gastschwester mit ner Freundin weg ist, sich aufs Sofa schlumpfen und einen Berg Schokomüsli verdrücken. Was kann man mehr von seinem Morgen wollen?

Als meine Gasteltern wiederkommen, wurde mein Wunsch erhört, irgendwas zu gucken, was mein Gastvater geschrieben hat und so fiel die Wahl auf „Fyra år till“, eine vortreffliche romantische Komödie (die ich eigentlich nicht ausstehen kann, aber diese war sehr schön), die ich jedem empfehlen kann, der Schwedisch spricht, es gibt nämlich keine synchronisierte Fassung (in irgendeiner Sprache, nicht nur nicht Deutsch).

Außerdem geht das mit dem Schwedisch sprechen wirklich gut und auch wenn ich es nicht hören will, es ist irgendwo doch schön, wenn einen die Gastfamilie und alle in der Schule und was weiß ich wo dafür loben.

Am Nachmittag war das das erste Richtige Treffen für alle Austauschschüler im Raum Stockholm (auch wenn Stockholm wohl etwas weiträumig gegriffen ist, manche tun mir anreisetechnisch echt leid (vor allem verglichen mit mir, so hatte ich 250m Fußweg, gefolgt von ganzen drei Sationen U-Bahn).

Wir haben uns für eine Runde Kaffeekränzchen (aka. Fika) getroffen.

Auch wenn es ganz schön war, alle mal etwas besser kennenzulernen, war es doch etwas gestelzt und ich hätte mir bessere Dinge vorstellen können, als bloß in einer Runde zu sitzen, in der ständig peinliches Schweigen herrscht.

Keine Ahnung, vielleicht wären Gesprächskärtchen gut gewesen.

Aber hey, da war ein Mädchen, dass ähnlich viel auf diese Treffen hält, wie ich und wie das meistens so ist, wenn sich zwei Menschen aus den selben Gründen über das selbe Ding aufregen, kommen sie ganz gut miteinander aus.

So wars dann und. Nach dem das Ganze vorbei war, sind wir, zusammen mit einer anderen, dann noch ein kleines Ründchen durch die Stadt gelaufen (und ich hab endlich blaue Jenas gefunden (ich hab schlauer Weise nur ein Paar eingepackt), die nicht am Knöchel aufhören , sondern ewig fiel zu lang sind – perfekt also!

Zurück zuhause gabs Abendbrot (bzw. Abendpizza) und danach Jason Bourne pt. 3.

Jetzt bin ich wirklich jävla trött und muss dringend schlafen.

Bis dann und wann, Jenna