(30.10.2018) Zuhause ist immer am schönsten

Ich warte noch auf den Moment, wo mir meine Gastfamilie vollends glaubt, dass ich hier glücklich bin und mich zuhause fühle.

So meinte ich dann morgens beim Tasche packen auf dem Schiff, dass ich mich jetzt doch langsam auf die Heimat freue, auch wenn Finnland sehr schön war. Es sehe zwar aus wie Stockholm, aber es ist halt doch nicht ganz Stockholm. Und sie guckten mich erstaunt an und meinten „Ach, du redest von Stockholm und nicht Deutschland?“.

Aber lassen wir das.

Ja, Heimat. Und nix schaukelt mehr, das ist auch sehr sehr schön!

Ich hab den Tag lang dann einfach gar nichts mehr gemacht. Also wirklich nichts. Mit viel Schwung hab ich mich ins Bett geschmissen, die Taschen in die Ecke gestapelt und dann erstmal ein Nickerchen gehalten.

Es ist wirklich nicht mehr passiert. Ich könnte jetzt irgendwas von Unwettern, Aliens oder Kaninchen aus den Fingern saugen, um auf meine angestrebten 300 Wörter zu kommen, aber ganz ehrlich? Wozu?

Bis dann und wann, Jenna

(29.10.2018) ES SCHNEIT, ES SCHNEIT, KOMMT ALLE AUS DEM HAUS

Du weißt, dass es ein guter Tag wird, wenn du fünf Stücke Kuchen zum Frühstück hast.

Ich hab meine Gastmama noch gefragt „Tycker du att man kan äta kaka till frukost?“ und sie meinte noch so „Ja“, völlig unwissend, dass sie nicht einem, nicht zwei, sondern fünf Stücken Kuchen den Weg ebnete.

So oder so, ein guter Tag.

Und es wurde besser, denn noch während wir beim Frühstück saßen, passierte das hier:

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Und alle (oder meine Gastmama und Gastschwester) erklärten mir noch, neee, das bleibt nicht liegen. Das schmilzt alles weg.

Und sie hatten recht…

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Etwa 12 Minuten lang!

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Denn innerhalb nicht einmal einer Stunde, sah Helsinki so aus:

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Und im Schneegestöber liefen wir dann also weiter. Ein zweites Mal ins Mumin-Cafe (das ich vergessen hab zu verlinken, deswegen jetzt hier und hier (zweiteres ist eine Folge Mumin auf Youtube))  und dann shopping. Meine Family wollte shopping betreiben. Wenn man mit mir im Schlepptau shopping betreibt, sehe ich dabei so aus (Bild ganz links).

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In der Mitte ist dann der Beginn unserer Rundfahrt, denn meine Familie ist ehrlich gesagt genau so faul wie ich. Oder zumindest meine Schwester und meine Gastmama mag bloß keinen Schnee (was sehr unpraktisch ist in Schweden). Ganz Rechts ist dann der Beweis, dass mein Egoland-Pulli dabei war, denn ich hab ja das Versprechen abgelegt, ihn durch die Welt zu tragen.

Das Schneevergnügen ging weiter, und während ich immer fröhlicher wurde, konnte man meier Gastfamilie das Leiden langsam ansehen. Ihnen geht Schnee auf den Puffer.

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Danach gings auch schon bald wieder aufs Schiff.

Während wir also zurück nach Schweden schipperten, hab ich versucht mit Weiki zu skypen. Wenn irgendwas überhaupt nicht ging, dann das. Nicht nur, weil das Internet ständig weg war, sondern auch, weil der einzige Ort, wo man genug Ruhe hatte, draußen an Deck war. Da war aber so viel Wind, dass man eigentlich auch wieder nix verstanden hat. Es war also ein absoluter Traum.

Abendbrot gabs dann auf dem Schiff in einem sehr niedlichen, kleinen italienischen Restaurant.

Aber geschlafen hab ich dieses Mal tatsächlich. Aber wen wundert das, wenn man die Nächte davor irgendwie vergisst zu schlafen.

 

(28.10.2018) Heyho Helsingfors (oder Helsinki, für alle die nicht aus Schweden kommen))

Als dieser Tag anfing, war ich immer noch wach. Ehrlich gesagt war ich die ersten fünfeinhalb Stunden dieses Tages noch wach. So hatte ich alles in allem so etwa zweieinhalb Stunden Schlaf. Schöne Sache das!

Der Kulturschock blieb aus, als wir von Board sind, es sieht doch alles ziemlich schwedisch aus (oder sieht Schweden Finnisch aus? Wer weiß das schon). Und so schleppten wir wir erstmal alles Gepäck ins Hotel. Oder ließen uns von der Straßenbahn hinfahren, wie mans nimmt.

Das Zimmer war noch nicht fertig uns so ließen wir erstmal allen Murks im Gepäckraum stehen und stiefelten durch Helsinki (oder Helsingfors, wie der Schwede sagt).

Wirklich lange gestiefelt sind wir allerdings nicht, denn wir hatten Brunch gebucht. Mit Blick auf den Dom (weißes großes Ding, Bild folgt) gabs Kuchen, Croissants, Obst und was-weiß-ich-ich-war-im-Fresskoma.

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Das andere Gebäude ist glaub ich die Uspenski-Kathedrale, zu meinem Erstaunen bin ich nicht direkt in Flammen aufgegangen (aber ein paar Verbrennungen hab ich dann doch davon getragen¹). Drinnen war sie ja auch ganz schick, muss ich zugeben.

[¹ = Anmerkung der Autoren (mir): Mein liebster Running Gag aka. der Behauptung, ich würde in Flammen aufgehen, wenn ich irgendein religiöses Gebäude betrete.]

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[Ich entschuldige mich übrigens für die Zusammensetzung der Collagen, die hab ich gebastelt, bevor ich was geschrieben hab, deswegen sind sie etwas ungeordnet. Oben links ist nämlich der Blick runter vom Dom und nicht von der Kathedrale]

Nachdem wir dann also Brunch hatten, folgte etwa zwei Stunden später auch schon Fika, wir sind ja Schweden after all!

Ich weiß nicht, ob Mumin irgendwem was sagt, ich schau mal, was ich finde, was ich dazu verlinken kann, aber das Ding ist einfach unendlich putzig und es gibt sogar ein Mumin-Cafe (in dem wir natürlich einkehren mussten).

Gegen drei konnten wir dann ins Zimmer (Video folgt) und holla die Waldfee, meine Gastfamilie ist ein kleines Bisschen durchgedreht. Ich bins ja gewöhnt, auf die Besuchercouch abgeschoben zu werden und plötzlich hatte ich das hier (Video folgt) für mich allein. Mitten in Helsinkis Innenstadt. Oh my!

 

[Also wen das da echt funktioniert, dann bin ich ein Genie. Jenna und Technik ey. WordPress meint, ich könne keine Videos hochladen, deswegen hab ich das als ungelistetes Video auf Youtube hochgeladen und dann den Einbettungscode hier irgendwie reingesetzt. Keinen blassen Schimmer, ob das klappt.]

Abends waren wir dann in irgendeinem kleinen netten Studentendings essen (also es war schon ein Restaurant, aber im Hipster-Studenten-Viertel und dementsprechend mit muffliger Bedienung, die eigentlich gar nicht hätte mufflig sein müssen, denn um Bestellungen aufzugeben, mussten man zu ihr an die Theke kommen, und sie nicht zu einem). Es war wirklich wirklich gut!

Nur geschlafen hab ich wieder nicht, auch wenn mein Bett absolut gigantomanisch war, und ich kein Wasser unter mir hatte.

Ganz vergessen, außerdem sind wir noch Riesenrad gefahren, nur die Fotos haben alle nen Blaustich, ich hatte nicht genug Zeit um dem Weißabgleich manuell zu erklären, dass er das blau wegmachen soll und der Automatikmodus hats nicht gepackt.

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(27.10.2018) Moi! (Nein, kein Ostfriese mit Sprachfehler, sondern hallo auf Finnisch)

Es folgt eine riesige Menge an Bildern, es tut mir fast leid.

Das Einzige, was mir grade leid tut, bin eh ich selbst, denn wer sein Laptop nicht mitnimmt, muss jetzt alles auf einmal schreiben, wenn er wieder zuhause angekommen ist.

Wir müssen dringlichst im Hinterkopf behalten, dass es (neben Nadeln und Hunden) relativ wenig gibt, vor dem ich so viel Angst hab, wie vor Booten. Nach Finnland fährt man aber Boot. Wir erkennen das Problem? Gut.

Wir sind ja Großstadtbewohner, so fährt man ganz entspannt mit der U-Bahn zum Hafen. U-Bahn. Zum Hafen. Das klingt irgendwie falsch. Wie irgendwas, was man vielleicht in New York machen kann, aber doch nicht in Schweden. Wie auch immer.

So wurden dann noch schnell die Tickets am Port ausgedruckt (die ausgedruckten Tickets waren auch gleichzeitig der Zimmerschlüssel und alles, denn der Automat druckt Karten mit Magnetstreifen. Wie auch immer er das macht).

Und so enterten wir am Nachmittag dann das Boot. Was ich hier immer so schön als Boot betitele, ist eigentlich ein ausgewachsenes Kreuzfahrtschiff, mit Einkaufsstraße, Restaurants, Casino, Showbühne, Klamottenläden, und Pool. Alle sehr schick und etwas überwältigend, aber nicht bling-bling genug, um mich vergessen zu lassen, dass ich auf einem Boot bin.

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Rechts das Schiff von innen, links die erste Stadt, in der das Boot einem Zwischenstopp eingelegt hat.

Wie ich schon vor zwei Jahren auf dem Weg nach Norwegen gelernt habe, ist es für meine Nerven besser an Deck zu sitzen. Und ich bereu es absolut keine Sekunde, auch wenn ich fast irgendwo angefroren wär. Das einzige, was ich eventuell doch bereue, ist, dass ich meine Fingerlosen Handschuhe und meine Kamera im Zimmer hab liegen lassen, denn so ne Handykamera tut sich doch etwas schwer mit Fotos (bzw. zumindest meine).

Trotzdem, den Sonnenuntergang würd ich für nichts eintauschen und in Kombination mit den Schären und allem drum und dran, wars jedes Zittern und Bibbern wert!

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Ich sag ja, ganz große Scheiße, dass meine Kamera im Zimmer lag.

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Oben rechts sehen sie übrigens Jenna auf der windgeschützten Seite des Bootes, dort war es sehr glücklich. Unten links sehen sie Jenna auf der windigen Seite des Bootes, es war etwas weniger glücklich und hatte außerdem schreckliche Angst, dass wahlweise die Mütze, das Handy oder das ganze Jenna weggepustet werden. (Obwohl ich mir die Mütze schon mit meinem Schal festgeknotet hatte, dann meine Pullikapuze drüber hatte, gefolgt von der zweiten Kapuze und alles war bis oben hin zugeklettet. Ihr habt alle keinen blassen Schimmer wie windig da da war).

Falls sich jemand fragt, was mich beim Schreiben bei Laune hält: Kent, Kent und nochmals Kent. (Und kalter Kaffee. Aber kalter Kaffee ist eventuell auch einfach bloß der Titel des Liedes. Wer weiß das schon…)

Als ich irgendwann wirklich das Gefühl hatte, ein einziger Eisblock zu sein, bin ich dann doch mal unter Deck gegangen. Oder rein, oder was auch immer man sagt.

Essen gabs am riesigen Buffet und ich möchte nicht wissen, wie viele Leute ich versehentlich im Gedränge erstochen hab, weil sie versucht haben sich an mir vorbeizuquetschen, während ich Besteck in der Hand hatte.

Das einzige was gar nicht ging, was schlafen. Und so war ich, als dieser Tag endete, noch immer hell wach und hab mich im _ nicht sonderlich breiten – Bett gewälzt.