(09.05.2019) SURPRISE!!!!

Värsta. Överraskning. Någonsin.

Ich bin ja morgens generell immer zu früh, genau wie der Rest der Truppe, auch wenn die meistens noch viel mehr zu früh sind und dann schon im Klassenraum saßen. Nur saßen im Klassenraum keine Schüler, bloß meine Lehrerin, die mich im schnurstracks wieder aus dem Raum beförderte.

Meine Freunde saßen im Nebenraum und als ich mich dann niedergeschlagen hatte, guckte mich Viktoria mit nem schmerzverzerrten Grinsen an: „Überraschungsklassenarbeit“.

Unsere Lehrerin steckte dann den Kopf in durch die Tür und hat mich rangewinkt und hat dann gesagt, dass ich die Klassenarbeit ja eigentlich nicht schreiben muss, aber ich natürlich herzlich willkommen bin, es trotzdem zu tun. Dumm wie ich bin, hab ich abgewunken und irgendwas gesagt wie „Ach was, ich schreib mit, kein Ding“ und bin wieder zurück in de Raum… wo ich dann auch bloß Viktoria angeguckt hab und mich mit den Worten „Wie dumm bin ich eigentlich?“ zurück auf meinen Stuhl geworfen hab. Ich hätte mir – hätte ich meine allerletzte Gehirnzelle benutzt – einen freien Vormittag bescheren können. Aber nein, warum auch?

Dass ich meine letzte Gehirnzelle nicht angestrengt hab, hab ich noch mehr bereut, als dann alle am Platz saßen und uns erklärt wurde, was wir jetzt eigentlich machen.

Unsere Lehrerin meinte, dass die Ergebnisse der letzten Klassenarbeit auseinandergehen wie Tag und Nacht und weil sie ja doch niemanden per so durchfallen lassen will, ist das hier jetzt unsere Chance, nochmal zu zeigen, was wir können. Sie lässt alle schreiben, damit sich die, die wirklich schreiben müssen nicht so unter Druck gesetzt fühlen und angekündigt hat sies nicht, damit wir uns nicht noch mehr stressen. Alles super lieb gedacht, aber trotzdem… keine schöne Überraschung.

Im Endeffekt haben wir dann einen Artikel zu lesen gekriegt und sollten dann entweder – basierend auf dem Titel – ne Argumentation zur These schreiben, die sie uns vorgeschlagen hat, oder aber ne eigene These aufstellen.

Schön ists übrigens, wenn man grade erst die Hälfte der ersten Seite gelesen hat und um einen rum schon Menschen anfangen zu tippen. Danke auch. Mein Selbstvertrauen (was meine Lehrerin wirklich wirklich gut hochgepäppelt hatte, Bild folgt) war dann mehr so am Bröckeln. Aber hey. Wird schon.

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(Das war nämlich da Feedback zum letzten Aufsatz. „Sehr gut geschrieben Jenna, mit ein Schwedisch, das schwer beeindruckt! Du wirst die Kommentare im Aufsatz sehen, wenn ich den in einer Unterrichtsstunde austeile. Der Aufsatz ist sprachlich gesehen so gut, dass ich die gleiche Matris (das ist die Vorgaben, nach denen dann eben Inhalt, Struktur usw. bewertet werden) verwenden kann, wie für deine Muttersprache-sprechenden Mitschüler – beeindruckend“. Alter Schwede, das hat mich sehr sehr sehr gefreut, das zu lesen. Also so richtig.)

In dem Artikel gings darum, dass uns ja das Internet den freien Willen wegnimmt und dementsprechend war die vorgeschlagene These dann auch „Das Internet nimmt uns den freien Willen weg“… nur bin ich ein Kind, dass in der Zeit des Internets geboren ist und das dementsprechend die Schnauze voll davon hat, dass Wissenschaftler das Internet immer so schön verteufeln.

[Achtung, Exkurs in Sachen „Ihr habt sie doch nicht mehr alle“

Ich schmeiße hier jetzt mal nen Screenshot aus dem Wikipedia-Artikel über die Generation Z rein:

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Ich liebe es besonders, dass sie das Zurückgehen der Zahlen in Sachen Alkohol, Partys und co als „Entwicklungsrückschritt“ bezeichnen. Als wär das eine Entwicklung, die in irgendeiner Form erstrebenswert ist. Weil Minderjährige, Kinder, die sich betrinken, feiern gehen und am Ende schwanger werden definitiv erstrebenswert sind und man in dem Feld auch definitiv frühzeitig erfahrungen sammeln muss. Total.

Ich kann die älteren Generationen schon sagen hören „Ich habs doch damals auch gemacht und mir hats auch nicht geschadet“. Gutes Argument. Nur weil etwas keinen Schaden anrichtet, ist es aber noch lange nicht der beste Weg.

Mein liebster Part ist aber „Twenge führt die Entwicklungsverzögerungen vor allem darauf zurück, dass junge Menschen, die viel Zeit mit dem Smartphone verbrächten, zu wenige Erfahrungen im analogen Leben sammelten“. Liebe Menschen, das Internet hat mir so viel mehr beigebracht, als die alten Generationen sich eingestehen. Das greift nämlich da, wo das normale „Bildungssystem“ versagt.

Meine Noten wären nicht annähernd so gut, wenn ich mich auf das verlassen müsste, was mir ein Lehrer in der Schule erzählt. Das meine ich nicht im Sinne von „Ich hab die Antworten zu den Aufgaben in meinem Chemiebuch im Netz gefunden und schreibe sie jetzt eins zu eins ab“, sondern eher „Oh, das hier im Buch verwirrt mich, ich glaube ich schlage lieber nochmal nach, was Chiralität war, vielleicht hatte ja schon jemand anders die gleiche Frage“.

Onlineforen haben mir wahrscheinlich schon mehr Antworten gegeben als irgendwer sonst. Das Internet gibt uns die Möglichkeit, aus anderer Menschen Fehler zu lernen, ohne, dass wir sie erst selbst machen müssen. Ich muss mich nicht erst betrinken um zu merken, was das mit dem Kopf macht oder wie die Welt wird, wenn man Drogen nimmt. Da draußen haben genug Menschen ihre Erfahrungen gesammelt und haben sie mit der Welt geteilt. Wir sehen die Fehler von Millionen Menschen und trotzdem können wir am Ende noch immer selbst entscheiden, ob wir diese Fehler trotzdem noch selbst machen wollen, oder ob uns die Erfahrung der anderen genug sind.

Das Internet schränkt uns nicht ein, es hält unsere Entwicklung nicht auf, es gibt uns eine breitere Palette an Informationen.

Wenn dann also irgendein toller Wissenschaftler, Psychologe oder meinetwege Graf Dracula schreibt, dass wir „zu wenig Erfahrungen im analogen Leben sammeln“, dann kotzt mich das an. Es tut mir dann auch aufrichtig leid, dass ich mich dazu entscheide, aus anderer Menschen Fehlern zu lernen und nur das selbst ausprobieren, was ich wirklich tun will.]

Wo waren wir? Ach ja, Aufsatz.

Ich, als der Gen-Z-ler, der ich bin und der die Schnauze voll davon hat, dass irgendwer das Internet schlechtredet, hab meine These (oder wohl eher Leitfrage) dann „Aber nimmt uns das Internet denn wirklich den freien Willen weg?“ und bin zu dem Schluss gekommen, dass nein, nein das tut es nicht. Nicht, so lange man zwischen „der Wegnahme des freien Willens“ und „Einfluss“ unterscheiden kann. Aber damit haben ja einige n Problem.

Ich mag darüber jetzt aber auch eigentlich nicht weiter nachdenken.

Der Rest des Tages war recht unspannend. Physik war eben Physik und zuhause hab ich auch nicht mehr viel gemacht… außer mich mental auf Englisch vorzubereiten.

Bis dann und wann, Jenna

(04.05.2019) Nix, nix und wieder nix

Akkurate Beschreibung meines Tages.

Ich hab nämlich beschlossen, heut nix zu tun. Manchmal muss man auch mal absolut gar nichts machen, zumindest wenn man plant in den kommenden Tagen zu funktionieren.

Im Endeffekt hab ich dann also im Bett gelegen, hab – und es ist immer noch ein wenig cringeworthy das zu sagen – Minecraft gespielt und äh ja, ich wünschte ich könnte sagen ich hätte mehr als das gemacht, aber ganz ehrlich, das war alles. Ich nehms zurück, ich wünsch mir nicht mal, dass ich mehr gemacht hätte, das war alles gut so wie es ist.

Irgendwann bin ich dann aber doch tatsächlich kurz ausm Bett gefallen und hab sogar das Haus verlassen… aber auch nur um Schokopudding zu kaufen. Ich weiß, ich weiß, living the most healthy life.

Ansonsten hab ich abends noch mit Mama geskypt und wirklich, das war alles.

Ansonsten geh ich morgen meine alte Gastfamilie besuchen und vormittags muss ich mich dann mal wieder um meinen Blog kümmern, da häng ich ja doch son bisschen hinterher mit allem. Aber heute hatte ich mir ja vorgenommen überhaupt nix zu tun und das Haus zu verlassen und Pudding zu beschaffen hat das Maß an Produktivität eigentlich schon überstiegen.

Ansonsten hab ich ein neues Kent-Lied entdeckt und scheiße man, wahrscheinlich ist das eines der brillantesten, die sie je gemacht haben.

Ich mag vor allem die Lyrics. Also mögen ist das falsche Wort. Sie treffen mitten ins Herz.

Mama hat mal gesagt „Ich will da wirklich nicht in deiner Haut stecken“ und ehrlich gesagt… grade will ich auch nicht. Und das ist super strange, weil ich alles dafür geben würde, um hier nicht wegzumüssen. Dabei bin doch ich, der Mensch, der in dieser Haut steckt, der einzige Mensch, der grade genau hier ist, der in meiner Position ist. Niemand außer mir kann das hier erleben, kann genau das tun, was ich doch eigentlich will, aber so kann auch niemand anders den Schmerz fühlen, der Schmerz der unweigerlich da ist wenn man weiß, dass man seine besten Freunde bald zurücklassen muss.

Mit dem Gefühl von endloser Freiheit kommt dieses Gefühl von Unnahbarkeit, von Unendlichkeit, von Glückseligkeit. Es fühlt sich an, als könnte einem niemand was anhaben. Oder vielleicht kommt das Gefühl von Freiheit auch erst mit dem Gefühl von Unnahbarkeit. Ich weiß es nicht.

Ich weiß noch, dass Tara und ich vor ein paar Wochen auf einem Steg lagen, die Arme überm Wasser baumelnd und irgendwann haben wir auch einfach aufgehört zu reden. Aber keine Worte der Welt wären für den Moment angemessen gewesen. Das war einer der Momente wo alles okay war.

„Andas in och andas ut
Orkar jag så orkar du“

Ich weiß nicht wohin dieser Gedankenstrang mal gehen sollte. Ich bin zu müde.

Bis dann und wann, Jenna

 

(28.04.2019) Once again

Ich dachte, ich könnte mir heute mal wieder meinen alten Blogpost vornehmen, also den von vor der Abreise, da wo ich über all die Dinge geredet hab, vor denen ich Angst hab. Ich hab den ja schon mal auseinanderklamüsert, aber ich glaube seitdem hat sich doch einiges verändert.

Here we go.

Angst, dass mein Schwedisch nicht reicht.

Witzig. Ich bin jetzt seit acht Monaten hier und ich kann ne flüssige Konversation haben, ich kann meine Aufsätze auf Schwedisch schreiben und ich kann (hoffentlich, das sehen wir nächste Woche) auch meine Vorträge auf Schwedisch halten. Inzwischen ist es mir unangenehmer im Laden Englisch zu sprechen, als wenn ich Schwedisch spreche, einfach weil sich Englisch für meinen Kopf falsch anfühlt.

Angst, von Fettnäpfchen in Fettnäpfchen zu stolpern.

Öhm… ich fühl mich 1A integriert und meine Freunde haben mich so sehr eingemeindet, dass sie mich inzwischen mehr so als quasi-Schweden sehen (zumindest was Popkultur-Wissen angeht, haha) und ich kann mich tatsächlich nicht erinnern wann ich das letzte Mal in irgendein Fettnäpfchen getreten bin.

Angst, meiner Gastfamilie auf die Nerven zu gehen.

Also vielleicht gehe ich ihnen auf die Nerven, aber nicht unaushaltbar doll und ein bisschen ist das auch beidseitig… auch wenn ich ihnen noch immer unendlich dankbar bin, dass die mich aufgenommen haben.

Angst, keinen Anschluss zu finden.

Lustig. Ich setz hier mal ne Bildercollage rein, die sagt wahrscheinlich mehr als Worte.

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Also entgegen dem, was der Snapchat Filter da oben links im Bild mir ins Gesicht schreibt hab ich die besten Freunde, die sich irgendwer wünschen kann. Also noch viel besser. Das sind Menschen, die mich nach der Schule bis an die Wohnungstür bringen damit ich auch wirklich da ankomme, Menschen die ich nachts um drei anrufen kann, Menschen, die mich besser kennen als jeder andere Mensch zuvor. Menschen, die mir alle Freiheit der Welt geben und doch die, die mich mit beschützenden Armen festhalten. Ich liebe diesen Haufen Idioten mehr als irgendwelche Worte jemals beschreiben könnten.

Angst, den Erwartungen nicht zu entsprechen.

Die einzigen Erwartungen den ich eventuell nicht entsprechen könnte, sind meine eigenen… und das ist nun wirklich nix neues. Ich würde gern große Reden schwingen, aber jetzt gerade zieht der Stress an und die einzigen Erwartungen denen ich nicht entspreche sind meine eigenen und sich da irgendwelche Motivationsreden aus den Fingern saugen ist schwierig. Aber hey, wenigstens war die Angst unbegründet.

Angst, irgendwelche organisatorischen Dinge zu versauen.

Ach, schlimmer als in Deutschland ists auch nicht und ich glaub ich bin tatsächlich ein bisschen besser darin geworden, meine Termine im Blick zu haben.

Angst, Dinge hier in Deutschland zu verpassen.

Deutschland scheint so weit weg und ich weiß nicht, bis auf einzelne Geburtstage und besondere Events (Kunsttage, die Jugendweihe und co.) ist eigentlich nicht schrecklich viel da, bei dem ich Angst hab, dass ichs wirklich verpassen könnte.

Angst, dass Menschen hier für immer von mir gehen, denen ich nicht tschüss sagen konnte.

Ai. Schwieriges Thema, aber alle Beteiligten schlagen sich gut und wir halten alle zusammen durch.

Angst, dass mir in Schweden was passiert und niemand da ist.

Passieren kann mir natürlich was, aber allein wär ich im Leben nicht. Manchmal liege ich nachts im Bett, weil ich nicht schlafen kann, weil sich mein Kopf so dreht und dann sitzt man da, tränenüberströmt und man fühlt sich allein, einfach weil man natürlich physisch allein ist und man das Gefühl hat, dass niemand seine innere Panik nachvollziehen kann und dann ist da dieses Gefühl von Isolation. Die Realität ist aber – und daran  muss man sich dann mit aller Kraft erinnern (auch wenns manchmal nicht so ganz klappt) – dass die besten Freunde (und ja auch die Familie zuhause) nur einen einzelnen Anruf weit weg sind.

Angst, dass mich der Inhalt meines Kopfes auffrisst.

110% ja. Wer meinen Blog in den letzten Wochen gelesen hat weiß, dass genau das grade passiert. Aber hey, wird schon. Bis jetzt hab ich allen Mist irgendwie durchgehalten und auch wenns sich grade extra scheiße anfühlt, seh ich keinen Grund, warum genau das hier jetzt das Ende aller Dinge sein soll. Auch wenn mein Gehirn diesem Gedanken manchmal noch nicht ganz Glaube schenken will.

Angst, dass mich das Heimweh packt.

Nope. Wir leben im Zeitalter der modernsten Technik und wenn grad alles scheiße, alles episch oder irgendwo genau in der Mitte ist, kann ich die Menschen zuhause immer anrufen und das verhindert eigentlich jede Art von Heimweh.

Angst, in der Schule hier nicht wieder reinzukommen.

Da die schwedische Schule grade verdammt doll anzieht, glaub ich, dass ich eigentlich ganz gut vorbereitet bin, grade in meinen Leistungskurs-Fächern (aka Mathe, Chemie und Englisch).

Angst, dass die Schule in Schweden zu schwer ist.

Inzwischen eine berechtigte Angst, allerdings trägt der Fakt, dass ich eben genau auf der Schule bin, auf der ich bin, gigantomanisch doll dazu bei. Diese Schule hat nämlich eine Einstellung von wegen „Ach, unsere Schüler packen das schon“ und dann kann man uns auch mal so etwa zehn Prüfungen (ein paar davon auch mal gerne vier Stunden lang und über den Inhalt des gesamten Buches) in knapp einen Monat drücken. Klar. Tötet uns halt. Wir sehen auch überhaupt nicht aus wie die letzten Zombies.

Angst, allein zu sein.

Unbegründet. Hochgradig unbegründet. Auch wenn ich manchmal gern allein bin (wenn ich durch die Weltgeschichte laufe), so sind meine Freunde (und allen voran Tara) immer da. Auch wenn mein Kopf mir manchmal, in dunklen Zeiten, ganz tief nachts, das Gefühl geben will, dass ich allein wär, so weiß ich doch, dass ichs nicht bin (denn meine Familie und Freunde zuhause in Deutschland hab ich ja obendrauf auch noch).

Angst von zu vielen Menschen umgeben zu sein, ohne wirklich von ihnen umgeben zu sein.

Ich verstehe, wo die Angst herkommt, und das Gefühl ist definitiv da, zumindest jetzt, in dieser letzten Wochen. Wenn dem Kopf dann irgendwie wegdriftet (oder was auch immer die deutsche Übersetzungen von to space out ist) und man dann fühlt, dass man lacht, dass man nickt, dass man redet, dass man gestikuliert, aber irgendwie steckt man nicht richtig drin. Es fühlt sich an als würde die Kamera von Egoperspektive zu third person wechseln und plötzlich guckt man sich selbst beim handeln zu. Ich weiß nicht ob jemand jemals dieses Gefühl gehabt hat, aber es ist strange. Es ist als ob man ein Live-Video seines Lebens guckt und genau das ist dann der Moment, wo man zwar objektiv von Menschen umgeben ist, aber irgendwie auch nicht wirklich.

Angst, dass Gefühl von Fremde nicht loszuwerden.

Das hier ist meine Heimat und das Gefühl kann mir so einfach auch niemand mehr nehmen.

Angst, zurück zu kommen und Schweden mehr zu vermissen als gesund ist.

Das wird zu 110% passieren und ich hab Angst davor.

Angst davor, vor Angst blind zu werden.

Jup. Berechtigt. Aber ich geb mein Bestes, nicht unnötig in Panik zu verfallen. Mir fallen die Haare eh schon aus, ich seh aus, als hätte ich die gottverdammten Masern und argh. Ne, keine unnötige Panik bitte.

Das wars für heute.

Bis dann und wann, Jenna

(04.04.2019) Dear head…

Jag kommer skriva det här i vilket språk som helst. Den enda anledningen varför jag skriva det här er ju att jag behöver ordna några grejer i mitt huvudet. Jag ber om ursäkt för att typ ingen kommer kunna förstå det här, men nu är det så att jag skriva för mig själv (och bara för mig själv) och av nån anledning hjälper det att inte skriva på tyska, eftersom… jag vet faktiskt inte, men på tyska låter allt so jävligt dramatiskt och svåråtkomligt (det är antagligen fel ordet men ändå).

Jag mår inte bra, det kan man väl säga helt rakt ut, och det går mig på nerverna!

Mitt huvud är lite funky ibland och när nånting har hänt som jag antingen kan inte eller vill inte hantera just nu, där öppna jag den stora skåpet längst bak i mit huvud, tar ut en ny låda och kastar allt in där som just nu får mig att inte mår bra och sen får den försvinna nånstans i skåpet igen och jag vill helst inte ens tänka på att den faktsikt existerar.

Sen tar det några dagar och vanligtvis har huvudverken försvunnit, ontet i kroppen blir mindre och mindre med varje dag som passerar och efter max en vecka är jag tillbaka till min gamla själv.

Men ibland är det tyvärr inte så att man kan bara öppna en låda, kastar allt som tynger och trycker in där och sen låser skåpets dörr igen. Att kunna göra det förutsätta att man åtminstone har en viss aning vad det egentligen är, som får dig att mår dåligt.

Precis nu är det så att min „viss aning“ (eller känsla eller vad som helst man vill kalla det för) är inte tillräckligt stor, bra, tydligt, belysande blablabla för att kunna gripa den och faktiskt kasta den i en låda. Det går inte. Jag kan inte.

Och nu är det så att jag får sitta här och titta på hur min kropp ger upp och det känns som att jag är helt maktlös. Det är min kropp, min hjärna, min allt, men de lyssna inte på mig längre och nu gäller det bara att inte får panik, eftersom om man får panik ovanpå, då blir det ju ännu värre.

Precis nu kan jag inte göra mycket förutom ligga i min säng och sova, eftersom om jag försöker att stå upp (eller faktiskt bara göra nånting annat än att vara i horizontalt läge), då känns det som att jag kommer svimma. Varje ben i min kropp gör ont, varje muskel är helt spänd och min mage har det svårt att behålla maten i sig.

Sammanfattningsvis: Inte jättekul.

Efter tisdag, där min kära lärare bogserade mig till skolans skuksköterska och efter jag hade pratat med henne in mer än en timme, kommer jag göra precis vad hon sa: Stanna hemma, fokusera på att må bra igen och sen på att reda ut och tar hand om mitt huvud.

Det känns inte speciellt bra och jag hatar det att ligga i min säng och känna mig som att jag bara hitta på ursäkter för att inte behöver göra grejer… men problemet är ju att det finns ingenting jag verkligen behöver göra och därför finns det ingen anledning att blir stressad över det eller hatar sig själv eller något.

Ändå, mitt huvud är fortfarande mitt huvud och det är som det är och det betyder att jag – undermedveten – hitta på sett och anledningar för att bli stressad och fml men det måste sluta.

Ibland kan jag vara rädd för allt och lite till och ibland känns det som att jag kan klara vad som helst. Ibland kan jag säga till mig själv „Men det här går ju ganska bra, bra jobbat Jenna“ och ibland kan jag inte få den lilla rösten längst bak i mitt huvud som säga „Men kollar på de andra, de klarar sig så betydligt mycket bättre än du“ att tystna. Men vad som händer, kunskapen att allt är bara i mitt huvud finns där och det är förbannelse och välsignelse samtidigt.

Det är ju bra när man är medveten om „Okej, orsaken till allt det här finns nånstans i ditt huvud“, men samtidigt betyder det ju också att man själv är den enda som kan göra nånting åt det, ock det är inte så bra.

Då hjälper det inte att byta land, byta medmänniskor, byta vad som helst, eftersom det underliggande problemet stanna kvar och man tar med sig det var som helst man går.

Nu får jag ligga här och tar hand om mig själv och jag kommer göra det, det vet jag. Livet är inte lika hemskt som jag trodde att det var och ibland, bara ibland, är det väl besväret värd.

Bis dann und wann, Jenna

(20.02.2019) Großes Theater und meine geliebte Chemie

Fangen wir doch mal mit Theater an.

Also erstmal zuhause.

Ich hab mich den ganzen Morgen schon gewundert, warum es verhältnismäßig still war, aber ehrlich gesagt war ich zu müde, um da mehr als nen halben Gedanken dran zu verschwenden. Und als ich dann grade in die Küche gelaufen bin um zumindest noch was zu trinken, bevor ich los musste, hatte ich dann den Geistesblitz, dass ich meine Gastmama ja zumindest mal fragen könnte, ob der Kiwihüter schon losgegangen wäre, es war ja so still.

Und sie nur so: „Fangt ihr heute nicht später an?“ und ich nur so „Äh ne, wir fangen in 35 Minuten an, aber Jarlaplan nicht Odenplan“ und sie nur so „Oh“ und ist dann los, den Kiwihüter aufwecken.

Sie hatte ihre beiden Kinder verwechselt, denn meine Gastschwester fängt heute später an, nicht wir.

Ich hab mich dann trotzdem schon auf den Weg gemacht, denn wenn man den Bus nehmen will, braucht das länger als wenn man zu Fuß geht (außer der Bus kommt genau dann, wenn man an der Haltestelle ankommt, aber das passiert ja nie),

Und tatsächlich, am Ende waren sowohl der Kiwihüter als auch ich pünktlich da.

Ich hatte heute echt nicht viel zu tun, denn die, mit der ich zusammen für die Szenografie zuständig bin, war krank und so war das mit dem Dinge absprechen doch -minimal schwierig.

Und so viele Szenen, in denen ich dabei war, haben wir heute gar nicht geprobt und so hatte ich ziemlich viel Zeit um lustige Chemie-Videos zu schauen.

Also nur so halb freiwillig… mein Lehrer verlinkt vor fast jeder Stunde ungefähr drei bis acht Videos, die wir zu Vorbereitungszwecken schauen sollen… das können dann auch mal gut und gerne eineinhalb Stunden Videos sein.

Wir erinnern uns an letzte Woche, als mein lieber Charakter mit dem tollen Namen D.Ä. sich so sehr danach gesehnt hat, geliebt zu werden? Und seinen Kumpel (namens T, der eventuell low-key verliebt in D.Ä. war) gefragt hat, ob er nicht jemanden finden kann?

Nun, T hat dann diesen tollen Gedanken entwickelt:

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„Ich werde jemanden finden. Ich werde jemanden finden, der dich mag. Ich liebe dich so sehr, dass ich jemanden finden werde, der dich lieben kann. Es ist so wichtig, dass du dich geliebt fühlst und weil du nicht begreifst, dass ich dich liebe, muss ich dadurch, dass ich jemanden finde, der dich lieben kann, zeigen, wie sehr ich dich liebe und wenn ich jemanden gefunden habe, der dich lieben kann, dann wirst du begreifen, dass ich das getan hab, weil ich dich liebe und dann wirst du nicht anfangen, die Person zu lieben, die ich gefunden habe, die dich lieben kann, sondern du wirst anfangen, mich zu lieben, denn mein Streben und meine „Kämpferglut“ haben gezeigt, wie sehr ich dich liebe. Hier. Der Mensch hier ist perfekt. (an Ä gerichtet). Wie läufts mit der Liebe?“

(Anmerkung Jenna: Ja, der Satz auf Schwedisch ist ähnlich verwirrend).

T hat also jemanden namens Ä gefunden. Ä hat einen Schallplattenladen.

Zwischendurch taucht jemand namens K auf, K’s Kumpel hat gesagt, dass er eventuell ein bisschen empathisch gestört ist, woraus K geschlussfolgert hat, dass er vielleicht ein Psychopath ist und ist dann zum Plattenladen gelaufen, um Musik aufzutreiben, die in ihm Gefühle hervorrufen.

An dieser Stelle ist nämlich wichtig anzumerken, dass K’s Partner (namens D.S.K.) mit ihm Schluss gemacht hat, weil K ein Lied, was D.S.K. ihm gezeigt hat „ganz gut“ fand. Daraufhin ist D.S.K. dann ein bisschen durchgedreht, hat gesagt, dass K ja alles immer „ganz gut“ findet. Alles ist immer nur „ganz gut“ und daraus hat D.S.K. dann geschlussfolgert, dass K ihn wahrscheinlich auch nur „ganz gut“ findet, hat dann beschlossen, dass ihm das nicht reicht und hat dann Schluss gemacht.

K hat das nicht sonderlich doll wehgetan, woraufhin K’s Kumpel dann das mit dem „empathisch gestört“ gesagt hat.

K hört Ä dann singen und tadaaa, da sind plötzlich Gefühle da.

Allerdings durchkreuzt das dann T’s Pläne und er macht ganz schnell klar:

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„Du darfst dich nicht in ihn [K] verlieben. Du sollst dich in den verlieben, in den ich verliebt bin. Und wenn es das letzte ist, was ich tue.“

Also alles in allem eine ganz simple Handlung. Hust.

Das Ganze geht dann übrigens wie folgt weiter:

Man könnte sagen, dass es nicht besonders prickelnd für T lief.

Irgendwie tut er mir ein bisschen Leid.

Irgendwann sind wir dann zurück zur Schule, wo das Mittagessen in Sachen Grausamkeit das von gestern ganz locker übertrumpft hat. Heiliger Gandalf, das war übel.

Den Rest der Mittagspause hab ich dann mit Chemie verbracht, schließlich hatte ich noch ein paar lustige Videos übrig.

Chemie selbst war dann äußerst amüsant und ich hab wirklich unendliches Glück, dass meine Muttersprache Deutsch ist, denn die ganze Nomenklatur ist ja komplett gleich und bis auf ein paar kleine Unterschiede in Sachen Rechtschreibung, ist das doch alles ganz schön gleich.

Nur mal so als Beispiel

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Der einzige Unterschied wäre, dass man „Hydroxi“ auf Deutsch mit „y“ am Ende schreibt und dass in „Metyl“ noch ein „h“ hinters „t“ kommt.

Organische Chemie ist übrigens wirklich das Spaßigste überhaupt. Ich glaub ich könnte stundenlang irgendwelche Moleküle aufzeichnen und dann versuchen, sie zu benennen.

Der Prozess lässt sich aber auch ganz ganz leicht abkürzen, schließlich gibts da so ganz tolle Seiten, wo man dann Moleküle zeichnen kann und dann spuckt dass Ding dir den Namen und ein 3D-Modell aus, aber das ist irgendwie ja geschummelt.

Als ich dann nach Hause gekommen bin, hatte der Kiwihüter nen Kumpel von den Pfadfindern da und wir haben noch ein bisschen rumgeblödelt bis die beiden irgendwann losmussten.

Oder der Kiwihüter musste los und sein Kumpel erst ne Stunde später und so haben wir einfach noch weiter dagesessen, über Gandalf und die Welt geredet und mit Schlümpfen Bowling gespielt.

Später am Abend wurdes dann irgendwie komisch.

Ich mags nicht, wenn die Familie Streitigkeiten direkt am Tisch austrägt und ich dann physisch mitten drin sitze, das ist irgendwie echt ungemütlich. Aber ich hab gestern gelernt, dass es auch nicht besser wird, wenn ich in meinem Zimmer sitze und den Mist aus der Entfernung höre. Noch schlimmer wirds, wenn man dann seinen Namen hört (allerdings aus dem Mund des Kiwihüters, nicht meiner Gasteltern) und man sitzt dann da und weiß nicht, was man machen soll.

Soll man sich drauf gefasst machen, dass gleich jemand in sein Zimmer kommt und dich ebenso anmault, oder sollte man lieber rausgehen und nachfragen, was passiert ist? Oder lieber solange im Zimmer bleiben, bis alle im Bett verschwunden sind, sodass man keinem begegnet?

Ich habe eine Mischung aus eins und drei gewählt.

Aber hey, ich glaub das ist in den meisten Familien so. Ich bins nur aus meiner ersten Gastfamilie einfach nicht gewöhnt, dass so Situationen entstehen.

Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass beide Familien ihre Kinder gleich doll lieben, aber meine alte Gastfamilie hatte definitiv ein anderes Level von Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Das sind oft nur so ganz kleine Dinge.

In meiner alten Family wars, wenn meine Gastmama irgend nen Frage an meine Gastschwester hatte, dann ist sie zu ihr hingegangen und hat gefragt und wenn meine Gastschwester grad beschäftigt war, dann war sie beschäftigt und dann hat meine Gastmama sie natürlich ihren Gedanken irgendwie noch beenden lassen.

Meine neue Gastmama, wenn die irgendwas von ihren Kindern will und zum Beispiel grade im Bett liegt und Fernsehen guckt, dann brüllt sie quer durch die Wohnung, dass meine Gastschwester doch mal bitte herkommen soll und zwar sofort.

Ich glaub das ist einfach so, wenn man irgendwo ganz ganz oben in nem Unternehmen arbeitet, dann ist mans gewöhnt, dass alle nach seiner Nase tanzen.

Das ist mir schon so oft aufgefallen irgendwie, dass hier der Kiwihüter und meine Gastschwester einfach nicht so eigenständig sind. Nicht, weil sie nicht das Potential dazu hätten, sondern weil man sie nicht wirklich lässt.

Wir hatten heute am Abendbrotstisch ne Diskussion über die Sommerferien, wer was wann wie wo machen will. Irgendwann ist die dann weiter in Sachen Jahresplanung abgedriftet.

Kurz zur Hintergrundgeschichte: Der Kiwihüter würde alles tun, um mit ins nächste Schulmusical zu kommen. In Vorbereitung dafür gibts wohl so „Trainingseinheiten“, aka nen Kurs wos eben einfach ums Singen und Tanzen und so geht und irgendwann danach sind dann die Auditions für eigentliche Musical.

Es ist dem Kiwihüter halt scheiße wichtig, dass es da reinkommt und deswegen will er – verständlicherweise – keins von diesen „Trainings“ verpassen. Er hatte sich auch schon die ganzen Termine rausgesucht und eins davon lag wohl direkt am ersten Schultag nach den Ferien oder sogar noch in den Ferien, ich bin mir grad nicht sicher.

Er hat dann also vorsichtig gefragt, ob sie nicht aufpassen könnten, dass sie rechtzeitig aus dem Urlaub (wo auch immer es dann hingeht) zurück sind, sodass er das nicht verpasst. Er würde notfalls auch einfach allein früher zurückkommen.

Und prompt hat meine Gastmama dann einen fünfminütigen Vortrag gehalten, dass  man ja wohl mal ein einzelnes Training ausfallen lassen kann, das wär ja nichts dramatisches, das ist ja wie ein Mal krank sein oder so.

Der Kiwihüter hat dann am Anfang noch versucht, irgendwie dagegen zu argumentieren, aber mit jedem neuen Redeschwall seiner Mutter wurde er einfach nur kleiner und hat dann schlussendlich aufgegeben.

Mit ganz viel Kraft und Selbstbeherrschung konnte ich meinen Kiefer vorm Runterklappen bewahren.

Also ganz ehrlich? Vielleicht hab ich einfach nur arsch viel Glück mit meiner Familie, dass sie mir so viel Freiraum geben und alles, aber seinem Kind n schlechtes Gewissen einzureden, nur weil es gefragt hatte, ob es möglich wäre, seine eigenen Wünsche in die Urlaubsplanung miteinzubeziehen, geht einfach mal null?!

Ich hab einfach noch meine alte Gastfamilie vor Augen und ich weiß, wie anders das dort abgelaufen wär.

Ich glaube daher rührt das Gefühl, dass ich mich da irgendwie noch n Stück freier gefühlt hab. EInfach weil ich wusste, dass da keine Moralpredigt auf mich zukommt, nur weil ich meine Meinung sage. (Weil ja, auch ich hab die schon abbekommen. Völlig egal obs um mein Essverhalten oder meinen Standpunkt in Sachen Gleichberechtigung, Feminismus, etc. ging).

Anyway, ich bin müde.

Bis dann und wann, Jenna

(05.01.2018) Moving

Umziehen ist strange. Also so richtig.

Ich bin in meinem Leben ja schon verhältnismäßig oft umgezogen, das ist halt so, wenn die Eltern getrennt sind. Das Ding ist dann aber auch, dass man nie vollständig umzieht. Also auch, wenn man dann sein neues Zimmer in nem neuen Haus kriegt, bleibt beim anderen Familienteil alles gleich. Wenn man das nächste Mal dort wieder hinkommt, steht alles noch am alten Fleck. Oh, und auf der Seite, die umzieht, da kommt ja der ganze Haushalt trotzdem mit.

Hier ist das nicht so. Hier ziehe nur ich um. Meine Familie bleibt in ihrer Wohnung.

Ich will nicht hören „dass es nun mal so ist“ oder „dass ich doch irgendwie nen Einfluss auf sie hatte“ oder was auch immer, denn man kann mir sagen, was auch immer man will, es ist verdammt, verdammt schwer, das hartnäckige „Du bist in ihr Leben getreten, bist ein bisschen geblieben, und jetzt gehst du wieder“ aus meinem Kopf zu kriegen.

Für mich waren sie meine Familie, die Menschen, die mir mein Leben dort ermöglicht haben, quasi die Grundlage für mein Glück.

Sie selbst haben ihr Leben gelebt, dann kam ich, sie haben ihr Leben weiter gelebt, dann bin ich gegangen und sie leben ihr Leben ganz normal weiter.

Diese Menschen haben gigantische Spuren in meinem Leben hinterlassen und es fühlt sich komisch an, zu wissen, dass es für sie nicht der Fall war. Ich bin gekommen und jetzt gehe ich wieder.

Ich gehe als jemand anders, als ich gekommen bin.

Ich glaube nicht, dass ich meine Gedanken auch nur annähernd in Worte fassen kann, aber das konnte ich noch nie.


Heute Morgen hab ich dann also meinen ganzen Kram ins Wohnzimmer gerückt, hab noch mal durch mein Zimmer gestaubsaugt und hab zum letzten Mal auf der Bank in der Küche gesessen und Schokomüsli und O’boy gefrühstückt.

Dann hatte ich noch gut ne Stunde und die war strange.

Vom Gefühl her ein bisschen wie die letzte Stunde am Flughafen in Deutschland (natürlich nur weniger drastisch). Man sitzt da, neben seinen gepackten Taschen nd man weiß, dass sich gleich alles verändert.

Damals hab ich am Gate gesessen und auf die Uhr gestarrt, bis sie mit der Zeit auf meinem Flugticket übereinstimmte. Heute hab ich am Küchenfenster gesessen und gewartet, dass mein Handydisplay 13:00 anzeigt.

Schlussendlich wurde es dann eins und meine neue Familie erschien auf dem Hof, inklusive lustigem Lastfahrrad (oder wie auch immer man diese Fahrräder mit der großen Kiste dran nennt). Ich bin auf den Balkon geklettert und hab – so unschwedisch wie möglich – runtergebrüllt.

Innerhalb von 10 Minuten war mein Gepäck unten, meine Gastfamilie zum Abschied geknuddelt und wir waren auf dem Weg zu meinem neuen Zuhause.

Es ist schon etwas strange, wenn man zu Fuß umzieht. Aber gut. Was ist hier schon normal. Außerdem bin ich wirklich unendlich dankbar dafür, dass ich zu Fuß umziehen kann. das bedeutet nämlich, dass ich echt nicht weit wegziehe.

Schlussendlich hab ich dann alle meine Sachen ins Zimmer gestapelt gekriegt und man erklärte mir lachend „Na die Wohnungstour können wir uns wohl schenken“. Recht haben sie.

Die nächsten zwei Stunden hab ich dann erstmal ausgepackt und erstaunlicher Weise hab ich Platz für alles gefunden. Jetzt ist es hier wirklich wohnlich und es fühlt sich tatsächlich wie mein Zimmer an.

Mein schlechtes Gewissen, weil ich den Kiwihüter aus seinem Zimmer vertrieben hab, hat sich auch gelegt. Dem haben sie ein unglaublich schickes neues Zimmer gebaut.

Zum Abendessen kamen dann die Eltern meiner neuen Gastmama und ihre beste Freundin und es gab Tacos.

Nach dem Essen bin ich aus Reflex mit dem Kiwihüter zusammen aufgestanden, so wie ich das halt gewohnt bin von all den Malen, wo ich als Gast hier zum Abendbrot war. Während ich dann also mit dem Kiwihüter in seinem Zimmer saß, ist mir dann aber aufgefallen, dass ich eigentlich viel lieber in der Küche sitzen würde. Ich weiß nicht warum, aber ich mal Ansammlungen an Erwachsenen und außerdem ists wirklich nett, das „soziale Umfeld“ meiner Gastfamilie kennen zu lernen.

So bin ich dann also einfach wieder in die Küche marschiert, hab mich auf meinen Platz gesetzt und nach ein paar Minuten, in denen sie mich etwas strange angeguckt haben (frei nach dem Motto „Warum sitzt ein Kind freiwillig am Tisch mit lauter Erwachsenen“), haben sie das dann einfach hingenommen und es wurde ein wirklich netter Abend.

Irgendwann wurde es wirklich spät und ich bin dann auch mal ins Bett geschlurft (natürlich nicht, ohne mich vorher irgendwie ne Stunde mit dem Kiwihüter festzuquatschen, wie sollte es anders sein?).

Nur schlafen klappt irgendwie nicht. Aber das hab ich auch wirklich nicht erwartet, vor allem in der ersten Nacht.

Bis dann und wann, Jenna

(04.012018) Nächtliche Gedanken

Ich könnte jetzt unglaublich viel schreiben, darüber, wie komisch sich das anfühlt, neben meinen gepackten Taschen zu liegen, wie viel Angst ich hab, was mich für Gedanken plagen.

Aber ich glaube, ich lasse mich an dieser Stelle selbst erzählen.

Es folgt ein Video von einem Jenna, was nicht so richtig weiß, was es mit seinen Gedanken anstellen soll und das sich die Nacht um die Ohren geschlagen hat und das sich einfach bloß komisch fühlt.

Mir ist heute einfach nicht groß nach schreiben.

Der Ton ist unendlich leise, aber ich hoff, man versteht trotzdem irgendwas.

Bis dann und wann, Jenna