(01.03.2019) Auf nach Hause

Das ist die Quintessenz des Tages (und die Quintessenz der Sprache ist Gift, um hier mal ganz kurz Falco zu zitieren).

Als Lena uns heute Morgen geweckt hat, war das erste, was aus meinem Mund gekommen ist, ein Schrei. Mir tut alles weh und meine Knie haben inzwischen einen überaus gesunden Grünton angenommen.

Schlussendlich (und mit Hilfe) bin ich dann doch irgendwie aus dem Bett gekommen (eventuell stand jemand davor, der mich aufgefangen hat und eventuell bin ich trotzdem mehr oder weniger auf den Boden gefallen und ebenso eventuell bin ich dann halb lachend und halb weinend in die Küche gekrochen, aber das sind ja alles nur Eventualitäten).

Wir haben dann noch die letzten Sachen zusammengepackt und sie dann zum Auto geschleppt… und scheiße hatten wir viel Gepäck!

Ein Volvo XC90 hat laut Internet theoretisch Platz für 1900 Liter Gepäck (okay, wenn man nur zwei Menschen mitnehmen will, aber trotzdem) und trotzdem sahs da drin schlussendlich so aus:

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Es war kuschelig!!!

Und so haben wir da dann auch entspannte zehn Stunden gesessen.

Also mit kleineren Ausnahmen und minimalen Personenschäden, aber die sind ja verkraftbar.

Olle wollte zum Beispiel gerne aussteigen, aber ich so null und so hab ich mehr so nen Purzelbaum auf Ante drauf gemacht und hätte uns dabei beide fast umgebracht und als Lena dann auch noch die Tür, an die wir angelehnt waren, aufmachen wollte, da hätte das tatsächlich wirklich fast n böses Ende genommen. Aber ging ja alles gut.

Ansonsten hab ich verdammt viel Pokemon gespielt, hab ne halbe Staffel Blindspot geschaut und hab 3/4 eines Zitronenkuchens gegessen, den wir gekauft hatten und der dann vergessen wurde.

Wir sind auch wieder beim selben McDonalds gelandet, wie auf dem hinweg schon und der Prozess war genau so langwierig, aber ganz ehrlich? Mit den Menschen würde ich auch tagelang in nem leeren Raum sitzen und es würde nicht langweilig werden.

Schlussendlich waren wir dann irgendwann wieder in Stockholm und uns ist aufgefallen, dass Morgen ja wieder Melodifestivalen ist.

Traditionsgemäß gucke ich das ja immer bei denen und genau deswegen guckten sie mich dann auch alle vier an und fragten, ob ich vorbeikommen will.

Also wenn ich es noch nicht satt hätte, Zeit mit ihnen zu verbringen.

Sie schienen ernsthaft besorgt, dass das der Fall sein könnte, wo ich dann auch nur meinte „Asså jag är inte trött på er, men ni är kanske trötta på mig?“ (Ich hab euch nicht satt, aber ihr habt mich vielleicht satt), worauf sie dann alle in wilde Verneinungen ausbrachen und scheiße man, fühlt sich das schön an. Ich hab die alles so unendlich lieb, das kann man gar nicht in Worte fassen.

Nachdem ich meinen ganzen Kram morgen ausgepackt hab, muss ich mich dringend mal bei meiner alten Gastfamilie melden, die vermisse ich nämlich auch ein bisschen dolle.

Schlussendlich war ich dann aber erstmal zuhause angekommen und so gemein das auch klingt, ich war echt froh, dass ich weg war, denn die vier sind alle krank (und sehen zum Teil auch noch aus wie wandelnde Leichen) und überall röchelt und keucht es und ja nein, ich bin sehr sehr froh, dass ich da nicht mitten drin gesteckt hab.

Wir haben dann nur noch Abendbrot gegessen, ich hab ein bisschen vom Urlaub erzählt und dann haben sie all die kranken Hühner auch wieder hingelegt.

Ich werde jetzt noch ein bisschen Urlaubsbilder sortieren und mich dann auch hinlegen, mein Rücken tut weh.

Bis dann und wann, Jenna

 

(28.02.2019) Rasmus sista vers… äh Jennas sista dag!

Rasmus letzter Vers… äh Jennas letzter Tag. Rasmus sista vers ist nämlich ein Lied von Snook.

Genau so ist es, heute ist der letzte Tag.

Scheiße man, wie ich diese Familie liebe!

Aber erstmal haben wir uns heute Morgen wieder in die Küche geschleift und haben gefrühstückt. Denn Frühstück ist wichtig, wenn man snowboarden will und da ist besonders Schokomüsli eine gute Wahl.

Tatsächlich sind die Faulpelze heute ziemlich schnell in die Gänge gekommen und ohne größere Umschweife siind wir auf der Piste angekommen.

An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, dass ich es bemerkenswert finde, dass mich die beide noch nicht stranguliert haben… jeden Morgen, wenn wir die Ski und Board erstmal zwei Geschosse runtertragen müssen, dann quer übern Hof und schlussendlich nen schneeigen Hügel hoch, da hab ich in meinen Snowboardstiefeln ja nen riesigen Vorteil, denn ich kann nämlich gehen wie ein normaler Mensch.

Und gemein wie ich bin, demonstriere ich das morgendlich durch eine gesunde Portion Gehüpfe, Getanze und Gerenne.

Andererseits, die beiden kriegen ihre Revanche jedes mal, wenn die Strecke ziemlich platt wird und ich einen Fuß abschnallen muss und mich wie mit nem Skateboard vorwärts schieben.

Andererseits erklären sich die beiden auch ganz schön oft bereit, mich zu ziehen… zumindest wenns nur n kurzes Stück ist… und dafür bin ich ihnen echt sau dankbar.

Oder aber ich krieg Olles Stöcke und kann mich damit fortbewegen.

Ansonsten war der Berg heute genau so schön wie gestern.

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Aber auf dem Bild kann man auch wirklich deutlich sehen, dass der Schnee schon am Verschwinden ist und das hier in n paar Wochen wahrscheinlich alles restlos weggeschmolzen ist.

Heute hingegen hatten wir tatsächlich Minusgrade und fürchterlichen Wind.

Der hat dafür gesorgt, dass die Pisten sich in eine einzige spiegelglatte Eisfläche verwandelt haben und das abgeschabte Eis und die Kunstschneebrocken, die darauf lagen, wurden wie Hagelkörner (bloß waagerecht) durch die Gegend geschleudert und taten tatsächlich auch echt weh.

Gut, dass ich mein ABBA-Halstuch umhatte!

Zum Mittagessen sind wir dann wieder nach Hause. Wir wollten absolut keine Zeit verlieren und so haben wir Lena schon oben vom Gipfel angerufen und Bescheid gesagt, dass wir jetzt auf dem Weg nach unten sind und wir mit dem Essen absolut keine Zeit verlieren wollen.

So wars dann auch.

Ante und ich hatten nicht mal unsere Ski- und Snowboarstiefel ausgezogen, sondern hatten uns direkt mit denen an den Tisch geworfen.

Und wie schon geplant, sind wir direkt danach zurück auf die Piste verschwunden, es war ja schließlich der letzte Tag.

Ich hab dann gleich auf der nächsten Abfahrt Olle verloren, der nämlich falsch abgebogen ist… und damit eine der – in Sachen Aussicht – schönsten Pisten verpasst hat.

Ansonsten sind wir eben so durch die Gegend gegurkt und haben den wahrscheinlich schlimmsten Running Gag des ganzen Urlaubs weiter ausgebaut.

„Men vi gör det demokratisk“ – „Men du är ju kommunist“

(Aber wir machen das demokratisch – Aber du bist doch Kommunist)

Es war einfach bloß glorreich, auch wenn mir der arme Olle echt leid tat, der ständig zum Kommunist deklariert wurde.

Weitere Events des Tages beinhalten:

  • Olle hat seinen Stock verloren
  • Ich hab ein kleines Kind umgefahren
  • Ante hat ein Billy’s-Pizza-Halstuch
  • Wir hatten unglaublich guten Kakao auf der Hütte
  • Irgendwer hätte sich fast die Hand gebrochen
  • Ich wär fast von einem Boxsack erschlagen wurden

Und so neigte sich der Tag dem Ende zu und wir haben die Skier und Boards noch wieder zurückgebracht.

Mein Board war doch ganz schön zerschrammt, was aber von dieser scheiß Piste herrührt, die wir gestern ins Stadtzentrum runter sind, die, die so vereist und furchtbar war.

Als der Typ im Verleihshop mich dann blöd angemacht hat, was ich denn mit dem Board gemacht hätte, da hab ich ihm dann auch nur erklärt, dass es definitiv nicht meine Schuld sei, wenn eine offizielle und nicht gesperrte Piste in so nem miesen Zustand ist.

In bester Jenna-Manier hab ich mich danach dann doch irgendwie schlecht gefühlt, aber andererseits war ich froh, dass ich das auf Schwedisch geklärt hab und außerdem werd ich diesen Shop wahrscheinlich nie wieder betreten.

Danach sind wir dann nur schnell in die Wohnung rein, haben die Skiklamotten gegen normale ausgetauscht und sind dann einkaufen gefahren.

Zum Abendbrot gabs Tacos und ich hab die armen Schweden (und allen voran Ante) völlig verstört, weil ich die Tortilla-Schalen entzwei gebrochen hab und dann mit Käse und Tomaten überbacken hab… offensichtlich ist das nicht die feine schwedische Art.

Danach stand essentiell nur noch Taschen packen an und nachdem das erledigt war, haben wir den Tag irgendwie auslaufen lassen… genau wie die undichte Dusche, aber das ist was ganz anderes!

Ich will an dieser Stelle nur noch mal danke sagen, danke an die unfassbar lieben Menschen, die mich mitgenommen haben!

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Bis dann und wann, Jenna

(27.02.2019) Året var 1943…

Sprach Olle und erzählte eine Geschichte.

Aber erstmal fing der Tag noch ein bisschen müder und ein bisschen weniger aufgeregt an, als gestern. Es war schon fast wie ein gewöhnlicher Abend.

Übrigens nehme ich Lena nicht ab, dass es ihr keine innerlichen Schmerzen bereitet hat, mein Frühstücksei 15 Minuten lang zu köcheln. Aber sie hats trotzdem gemacht und ich hab mich gefreut.

Und wie jeden Morgen brach die Diskussion aus: „Wollen wir nicht los?“ – „Näääää“ – „Komm schon“ – „Aber… nur noch ne Stunde“ – „Ne Viertelstunde?“ – „Na gut“ – „Aber nääää“ – „Kommt schon Leute“

Da schaltet sich dann für gewöhnlich deren Papa ein, der dann den Kopf in die Tür steckt und nur so fragte „Seid ihr nicht eigentlich zum Skifahren hier“ und das hilft dann meistens, um die Truppe in Gang zu kriegen.

Rückblickend möchte ich Morgen-Jenna gerne danken, dass sie dran gedacht hat, sich Sonnencreme ins Gesicht zu schmieren, ansonsten wär das definitiv sehr unlustig gewesen.

Ansonsten schmeiß ich hier jetzt erstmal ein paar Bilder vom heutigen Tag rein, denn wir hatten endlich Sonne und ich hab mich sehr gefreut!

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Wie man auf dem letzten Bild sehr gut sehen kann, wars manchmal ein bisschen steinig, einfach weils schon lange nicht mehr geschneit hat und es definitiv warm genug war, dass es langsam aber sicher taut.

Ich warte übrigens noch auf den Moment, in dem ich irgendwas fallen lasse oder mich im Lift auf die Schnauze lege, aber hey, dann haben wir wenigstens auch davon ein lustiges Video.

Zum Mittag sind wir dann wieder nach Hause gefahren… also wortwörtlich bis nach Hause gefahren. Wir sind auf dem Eis bis vor die Haustür geschliddert.

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Abgesehen davon ists sehr schön jemanden zu haben, der am Tisch sitzt und sich den Kopf zerbricht, ob er seine Nudeln mit Ketchup oder Bolognesesoße essen will. Und niemand verurteilt irgendwen. Das ist eigentlich noch viel mehr als schön. Da fühlt man sich gleich wie zuhause.

Wir hatten heute im Lift ne lustige Diskussion über die ganze Thematik.

Okay, die Diskussion begann, weil wir lauthals Country Roads gesungen haben, und irgendwie an der Zeile „Country roads, take me home to the place I belong“ hängengeblieben sind und uns dann gefragt haben, was denn ist, wenn „zuhause“ und „der Platz, wo man hingehört“ gar nicht der selbe ist.

Schlussendlich haben wir dann irgendwie beschlossen, dass zuhause genau das ist, was man zu seinem zuhause macht und der Platz, an dem man gehört, den muss man für sich selbst ausmachen, dass kann einem niemand vorschreiben.

Anyway, der Gedanke verfolgt mich noch immer und vielleicht schreib ich dazu die nächsten Tage noch was, je nachdem ob ich Zeit finde, drüber nachzudenken.

Ansonsten war besonders das im-Lift-sitzen meistens besonders witzig, vor allem weil Ante und Olle meistens durch schreien von einem Sessel zum anderen kommuniziert haben… ich hab das mal auf Video festgehalten und mit Untertiteln versehen.

Ich werd die Tage, wenn ich Ruhe hab, mal n richtiges Video zusammenbauen und das hier irgendwo einfügen. Wir haben schon beschlossen, dass es den Titel „Året var 1943 – en historia berättat av Olle“ und direkt nach dem Titel folgt ein Zusammenschnitt von allen Schreien (und davon haben wir viele auf Video… holla die Waldfee).

Ansonsten tut mir inzwischen alles mittelmäßig doll weh,was aber nur ne Mischung aus blauen Flecken und Muskelkater ist… also nichts dramatisches und ich werde definitiv nicht sterben.

Zum Abschluss des Tages wollten wir uns dann so ne abseits gelegene Piste runterschlagen und so haben sich Ante, Olle, deren Papa und ich uns auf den Weg gemacht. knappe fünf Kilometer sollte die lang sein und direkt runter ins Zentrum gehen wo uns Lena dann mit dem Auto einsammeln wollte.

„Vereist“ wär eine Untertreibung. Es war entweder spiegelglatt (also wirklich so, dass man sich darin spiegeln konnte), oder es hat schon Dreck und Grasreste durchgeschaut. Es war ein echter Traum.

Keine 100 Meter vor dem Ende hats mich dann zum ersten Mal so richtig zerlegt.

Ante hat mir noch irgendwas zugerufen und ich hab mich umgeguckt um zu sehen, ob ich nicht falsch abgebogen war oder ähnliches, und genau in dem Moment bin ich auf dem Eis ausgerutscht und volles Brett auf die Knie. Die sind inzwischen schon so blau, dass ich tatsächlich angefangen hab, zu weinen.

Natürlich konnte ich fühlen, dass es meinem Knie an sich okay geht, nix verdreht, nix gebrochen und alles noch am Platz, es war wirklich nur der Schmerz, der auftritt, wenn man zum neunten Mal auf den selben blauen Fleck fällt und es einfach bloß unschön ist.

Sie haben mich dann in den Arm genommen, an die Seite geschafft und haben sich dann zu mir in den Schnee gesetzt und meinten bloß „Na dann warten wir jetzt einfach, bis es aufhört wehzutun, und jetzt ja nichts“.

Schlussendlich hats das dann auch irgendwann und Lena hat uns eingesackt und zurück zur Piste gebracht.

Wir drei sind dann doch noch ein bisschen gefahren, bevor wir uns schlussendlich alle auf der Hütte getroffen haben.

Zum Abendessen gabs dann die schwedische Version von Gulasch und auch wenn es bei weitem nicht an Omas rankommt, war es ganz gut.

Danach haben wir alle noch so rumgedölmert und jetzt ist der Rest schon im Bett und ich muss meinem Blogpost noch fertig schreiben.

Bis dann und wann, Jenna

 

(26.02.2019) Vill du verkligen tar fram din mobil?

Willst du wirklich dein Handy rausholen? Klar, ist doch wasserdicht.

Aber erstmal fängt dieser Tag an, wie der Tag gestern schon. Also fast. Quasi. Okay, ich war etwas mehr müde und etwas weniger aufgeregt.

Nach dem Frühstück haben wir uns dann in Skiklamotten geschmissen und schwupp waren wir drei dann auch schon wieder auf der Piste verschwunden. Okay, es hat sich eventuell etwas hingezogen weil, auch wenn ich definitiv kein Morgenmensch bin, die Zwei sind das noch viel weniger.

Irgendwann waren wir aber dann doch mal auf der Piste und scheiße man, die einzigen drei Worte, die das alles beschreiben können sind Sülz auf Eis.

Aber hey, das kann einem die Laune dann irgendwie doch nicht verderben und so waren wir doch recht schnell wieder ganz oben auf dem Berg und scheiße man, heut hats uns ein bisschen die Sprache verschlagen. Man konnte plötzlich gucken und zwar weit und da waren verdammt viele Berge und nur Berge und argh und so saßen wir dan dann erstmal ein bisschen rum (was rückblickend betrachtet nicht besonders schlau war, denn bei +5°C ist der Kunstschnee doch sehr sülzig und da weichen dann auch die besten Klamotten durch).

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So sind wir dann noch ein bisschen durch die Gegend gefahren und irgendwann kam dann der Hunger durch.

Wir sind dann kurzerhand nach Hause gefahren und haben da Tiefkühlpizza in den Ofen geworfen (wobei ich an dieser Stelle gerne anmerken möchte, dass ein tatsächlich ein Gemüse gegessen hab. Gemüse. Ich.)

Nach dem Essen kam dann die Sonne raus und mir hats aufs neue den Atem verschlagen.

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[Ich schmeiß hier jetzt einfach mal n Video rein – falls das funktioniert]

Ansonsten war heute Kvällsåkning, bedeutet, dass die Lifte bis 19:00 aufhaben und die Piste dann mit Scheinwerfen beleuchtet haben und ich muss an dieser Stelle einfach sagen, dass es doch verdammt magisch ist, im Sonnenuntergang im Lift zu sitzen. Also so richtig.

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Wobei, die Pisten sehen nicht weniger nach Winterwunderland aus. Also ohne scheiß, ich tausche meine Fähigkeit, Buckel und Eisflächen und Co. sehen zu können sofort gegen Snowboarden im Scheinwerferlicht ein. Keine Frage!

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Ansonsten haben wir gar nicht viel mehr gemacht. Wir sind alle halb tot nach Hause gekrochen… wobei, gekrochen ist vielleicht falsch. Man kann nämlich bis direkt vor unsere Haustür fahren, weil das nämlich alles volles Brett vereist ist und man da dann so lustig hinschlittern kann.

Es gab dann noch Abendbrot und jetzt hängen alle so halb tot irgendwo in der Wohnung.

Bis dann und wann, Jenna

(25.02.2019) Läuft. Also bergab. Also definitiv nicht bergauf. Also ne.

Als ich heute Morgen aus dem Bett gefallen bin, war mit mir echt nichts anzufangen. Also ohne Scheiß, das vorfreudebedingte Adrenalin stand mit schon sonstwo und so bin ich schon um sieben aus meinem Zimmer gestolpert.

Lena war wach und war schon dabei, Frühstück hinzustellen und so langsam erwachte dann zwangsweise auch der Rest. Okay, sie hatten nicht wirklich ne Wahl.

Wir haben dann beim Frühstück die Philosophie aufgestellt, dass man, weil Schokomüsli ja nicht grade viele wichtige Nährstoffe hat, man sehr viel davon Essen muss, um genügend Nährstoffe zu kriegen. Wir haben dann beschlossen nach dieser Philosophie zu leben.

Ansonsten haben wir  den Rest des Morgens irgendwie nur noch so ausgesessen und gewartet, dass es endlich neun wurde, damit wir runter zum Skiverleih gehen konnten und endlich ein Bord für mich und Ski für den Rest leihen können.

Dieser Skiverleih war definitiv ein Abenteuer!

Wir haben dann Wartenummern gezogen und schon als wir reinkamen, war es ziemlich voll. Ich war 007 (ernsthaft) und grade war 003 dran oder so. Und allein das hat schon locker-flockig 20 Minuten gedauert (okay, möglicherweise lag es manchmal auch an den Kommunikationsproblemen, da waren doch echt viele Dänen, nur leider sprach niemand da dänisch, sondern entweder Schwedisch oder Norwegisch.

[Kurzer Einschub in Sachen interskandinavische Verständigung aus Sicht eines schweden: Die Norweger und die Dänen sprechen komisch (Wir pflegen zu sagen, dass Norwegisch klingt (und auch aussieht, also wenns geschrieben ist) wie ein betrunkener Däne, der versucht schwedisch zu sprechen), aber aus irgendeinem Grund haben sie relativ wenig Probleme damit, Schwedisch zu verstehen. Schweden auf der anderen Seite verstehen leider so gut wie kein Dänisch und Norwegisch ist auch nicht viel besser.]

So, jetzt war also fast direkt vor mir eine dänische Familie, die – wahrscheinlich weil sie den schwedischen Skiverleihmitarbeiter verstehen konnte – gedacht hat, dass er sie auch verstehen könnte. Konnte er aber nicht. [Wir Schweden sagen übrigens meistens, dass Dänisch wie Schwedisch klingt, während man den Mund voller Wackersteine hat]

Aber wie auch immer, früher oder später war ich dann auch dran und ich bin einfach nur unglaublich happy, dass ich sowas wirklich wirklich entspannt auf Schwedisch und vor allem allein klären kann.

Im Endeffekt hatte ich dann keine fünf Minuten später ein Board und einen Skipass und während deren Papa mit all unseren Straßenschuhen zurück zum Haus gelaufen sind, haben wir uns direkt au die Piste verzogen. Also ernsthaft. Scheiße was hab ich mich gefreut.

Ich würde Hemsedal nicht gerade das spannendste Skigebiet der Welt nennen, so haben sie doch vermehrt grüne Pisten (grün ist nochmal ne Stufe einfacher als blau) aber das geht mir wirklich sonstwo vorbei, ich war einfach bloß unendlich froh, dass ich endlich wieder aufm dem Brett stehen konnte.

Es gibt hier fast keine richtig Langen Abfahrten. Die Meisten sind irgendwas zwischen 600 und 1500 Meter lang und so hat man einfach unendlich viele kleine Schlepplifte oder Zweier- und Vierersessel, was aber dazu führt, dass es sich fast nirgendwo staut, einfach weils so unendlich viele Lifts gibt (okay, und weils generell einfach nicht besonders voll ist).

Lena ist gar nicht gefahren heute, die hat Knie oder muss arbeiten oder sowas und mit deren Papa haben wir uns dann erst zum Mittagessen getroffen (und das war dann auch das erste Mal, dass ich mich echt full-on auf die Schnauze gelegt hab.

Ich wollte bremsen, dann war da aber nur Eis, dann ein lustiger Buckel und dann hats mich völlig ausgehebelt und ich bin irgendwie in Bauchlage gekommen und dann naja.. mehr so Bauchklatscher aber irgendwie auch dolle Knie und ja naja, die haben jetzt einen gesunden Blauton.

An dieser Stelle kurz ein Satz zu den norwegischen Preisen: Spaghetti Bolognese kosten mal ganz entspannt über 20€ (umgerechnet). Alte Scheiße.

Nach dem Essen ist deren Papa dann auch ganz schön schnell nach Hause, es hat ihm dann gereicht für ein Tag.

Auf der anderen Seite haben die beiden anderen auch irgendwie ziemlich schnell schlapp gemacht und so waren wir um halb drei (sprich zwei Stunden bevor die Lifte zumachen) schon wieder zuhause.

Immerhin, in der Zwischenzeit haben wir Norwegen noch kurz als Schweden deklariert (das geht ganz easy, man muss nur seine Ski in den Boden rammen und ganz laut „I declare this country to be Sweden“ rufen).

Ansonsten muss man schon sagen, dass ich die Berge einfach vermisst hab. Sie sind schon sehr schön.

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Wir haben dann also alle ein bisschen zuhause rumgeschlumpft, ich hab ein bisschen Tomb Raider gespielt, der Rest hat Netflix geschaut, gelesen, gespielt, was-weiß-ich gemacht und irgendwann wird man davon ja echt scheiße müde.

Ich bin dann, in völlig jenna-untypischer Manier, spazieren gegangen, denn ich wollte definitiv nicht einschlafen, ansonsten kann ich nachts nicht schlafen und beim Snowboarden müde zu sein, ist ne ganz beschissene Kombination.

Also scheiße man, wie hübsch das hier alles ist.

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[Da hatte ich mich grade ein bisschen verlaufen… also nicht verlaufen, aber irgendwie hab ich die Stadt gesucht und hab sie nicht gefunden.]

Wir haben dann alle noch ein bisschen rumgeschlumpft und irgendwann gabs Abendessen und jetzt sitze ich aufm Sofa, gucke den Kamin an und schreibe so vor mich hin.

Ach ws ist das Leben schön.

Bis dann und wann, Jenna

(24.02.2019) Vi drar till fjällen

Auf auf in die Berge. Sprich Norwegen. Sprich Snowboarden. SPRICH ROADTRIP!

By the way, sowohl Vi drar till fjällen als auch Roadtrip sind ganz wunderbare Lieder, die wir lauthals auf dem Weg hierher gesungen haben.

Aber fangen wir den Tag chronologisch an.

Um sechs hat mich dann mein Wecker aus dem Bett geschmissen und trotz der Tatsache, dass ich so etwa eineinhalb Stunden geschlafen hatte, war ich quasi sowas wie wach und ausgeschlafen.

Ich hab dann noch denn restlichen Elektrokram eingepackt, hab meine Snowboardklamotten in nen Beutel gestopft und hab dann mein Gepäck schon mal vorsorglich in den Flur geschmissen. Also leise geschmissen, schließlich wollte ich den Rest der Family ja nicht aufwecken. Und dann saß ich da ein bisschen blöd rum und hab einfach nur noch drauf gewartet, dass ich ne SMS kriege, in der dann steht „Wir sind jetzt da“.

Die kam auch und entgegen meiner eigenen Erwartungen, hat all mein Kram noch ziemlich easy ins Auto gepasst. Okay, Olle wurde eventuell in den Kofferraum gesteckt und stattdessen lag meine Tasche auf dem Mittelsitz, aber ansonsten wars super.

Und dann setzte sich die ganze lustige Reisegesellschaft schon in Bewegung. Einziges Ziel: Hemsedal, mitten im Nirgendwo irgendwo in Norwegen.

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Laut Navi werden das hier etwa neun Stunden, vermutlich ein bisschen mehr weil wegen Pausen und so.

Dass auf der Fahrt niemand ums Leben gekommen ist, ist definitiv ein Wunder. Also ohne scheiß, wir hatten unfassbar viel Spaß aber trotzdem ists ein kleines Wunder, dass alle das überlebt haben.

Irgendwo kurz vor der Grenze haben wir dann bei McDonalds angehalten und das war dieses Mal echt n Erlebnis.

Das war der letzte McDonalds vor der norwegischen Grenze. Weil er noch auf schwedischem Grund ist, ist es natürlich günstiger als in Norwegen. (Günstig bitte im Kopf mit großen Anführungszeichen versehen. Also ja, günstiger als Norwegen aber noch lange nicht günstig).

Es war scheiße voll. Und sie hatten drei Leute da. DREI. Einer für den Drive In, einer der die Bestellungen aufnimmt und EINEN in der Küche. Wir können uns ungefähr ausmalen, wie schnell das geht. Exakt, es hat weit über ne halbe Stunde gedauert. Aber hey. Mein Gandalf, wir hattens ja nicht schlecht… wir haben uns derweil schreckliche Videos auf dem geschätzten Internetz gezeigt.

Nach dem Essen sind  wir dann noch in der größten ICA (eine Supermarktkette), den ich jemals gesehen hab, gelaufen um lebenswichtige Lebensmittel einzukaufen. Und scheiße man war ich glücklich. Endlich gabs wieder O’boy, Nesquick Schokomüsli und so Krams. Was hab ich das vermisst.

Dann setzte sich unsere Reise logischerweise fort, wir wollten ja nicht an der schwedisch-norwegischen Grenzen Urlaub machen, da hätten wir nämlich wandern müssen, Schnee gabs keinen.

Den größten teil der restlichen Fahrt hab ich verschlafen, zugedeckt unter meinem ABBA-Handtuch und mit Nanne Grönvall auf den Ohren. Was sonst könnte man wollen? Exakt, nix!

Irgendwann kam dann so ganz langsam mehr Schnee und die Landschaft wurde echt bildschön!

[Anmerkung der Redakt… äh des Jennas: Manchmal benutze ich son Wort und dann merke ich so „Scheiße man, das hier war das erste Mal, dass ich dieses Wort auf meinem Blog benutzt hab. Ja äh nett.]

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Schlussendlich waren wir dann irgendwann da und ich bin um ein Haar einfach bäuchlings aus dem Auto gefallen. Uns allen tat echt jeder einzelne Knochen weh.

Wir wohnen in einem super gemütlichen Ferienwohnungsanlage keine 200 Meter von der Seilbahn entfernt. Das hier ist echt ein absolutes Träumchen und ich kann mit keinen gottverdammten Worten dieser Welt beschreiben, wie unfassbar glücklich ich gerade bin.

Wir haben dann unser ganzes Gepäck hochgeschleppt und jeder von uns musste ungefähr drei bis vier Mal gehen. Ja, wir haben scheißn viel Gerümpel angeschleppt, das ist ziemlich beeindruckend! Aber das ist genau meine Familie hier, die schleppen auch doppelt so viel Kram mit, wie sie eigentlich brauchen.

Irgendwie hat sich unser Abendessen sehr verzögert, weil wir noch dringend unseren Käsebällchen-werf-Wettbewerb austragen mussten. Also im Sinne von „Wer kann mehr Käsebällchen in einer Minute hochwerfen und mit dem Mund auffangen. Ich hab gewonnen. Mit 25 Stück.

Mir war dann irgendwann ein bisschen schlecht.

Zum Abendbrot gabs dann essentiell O’boy und Schokomüsli und once again, ich hätte nicht glücklicher sein können.

danach haben wir alle nur noch so rumgeschlumst, haben den morgigen Tag besprochen und so langsam verkrümeln sich jetzt schon alle ins Bett und ich glaub ich mach das auch, ich bin müde. Also schließe ich mich dem jetzt wahrscheinlich an, ich hab dringend Schlaf nachzuholen.

Bis dann und wann, Jenna

(23.02.2019) Wenn ich eins gelernt hab, dann ist das, wie man effektiv packt

Fiesta, fiesta, det är det bästa! (Okay, jetzt zitiere ich De Vet Du… aber das war genau der Satz, der im Lied grade kam, als ich nen neuen Blogpost geöffnet hab).

Anyway.

Eigentlich war Koffer packen das Einzige, was ich heute machen wollte und mir somit vorgenommen hatte.

Im Endeffekt hab ich das jetzt, nachts um zwei, wo ich diesen Blogpost schreibe, immer noch nicht vollendet. Da sieht man mal, wie zielstrebig ich sein kann. Hust.

Aber zumindest meine große Reisetasche ist gepackt. Also die, die alle Klamotten, Bettzeug, Handtuch und son Kram enthält. Irgendwie ist es ja strange, wenn man mit ner „fremden“ Familie wegfährt, plötzlich muss man an so viel mehr denken.

Wenn man mit der eigenen Familie unterwegs sind, ist da so viel, über das man nicht nachdenken muss.

Sonnencreme? Wird Papa schon dabei haben. Nagelschere und Pflaster? Hat Mama bestimmt eingesteckt. Taschentücher? Hat sicherlich irgendwer irgendwo. Proviant? Das haben Papa und ich zusammen am Abend vorher schon gemacht. Ein extra paar Handschuhe und ne zweiter Powerbank? Hat auch jemand für gesorgt. All die Dinge, die mir jetzt grade nicht einfallen, die aber bestimmt wichtig sind? Natürlich hat irgendwer in der Familie sie und natürlich kann man sich sie ausleihen, es ist ja die Familie.

Natürlich geht das jetzt immer noch, wenn ich irgendwas vergessen sollte, kann ich die natürlich fragen. Aber prinzipiell ists erstmal gut, seinen ganzen Scheiß selbst dabei zu haben.

An dieser Stelle also ein dickes Dankeschön an meine Familie, die mir in der Hinsicht das Leben wirklich bequem gemacht haben. Jag uppskattar det!

So hab ich echt viel Zeit damit verschwendet, mitten in meinem Zimmer zu sitzen und drüber nachzudenken, was die Sachen waren, wo ich in vergangenen Skiurlauben in meinem Zimmer vor meiner Tasche gekniet hab und mir so gedacht hab „Ach ja scheiße, das liegt noch in Deutschland.“

Aber hey, alles was ich jetzt noch vergessen hab, kann nicht besonders viel sein.

Snowboardschuhe, Hose, Jacke, Helm, Brille, Handschuhe, Halstuch, Skisocken, Skiunterwäsche, Bepanthen (auch wenn ich Sonnencreme dabei hab, geh ich davon aus, dass ich mindestens nen leichten Sonnenbrand kriege), Wasserflasche, Snacks, Ladekabel und Powerbank, meine Chemiesachen, Bettwäsche, Handtücher und nen Stapel Klamotten (bei dem ich immer noch beeindruckt bin, wie klein ich die zusammengefaltet bekommen hab).

Ansonsten gabs heute Abend mal wieder Melodifestivalen, was ich aber nur so nebenbei geguckt hab.

Ich war nur so mäßig begeistert, wie diese Serie an Bildern zeigt.

Es ist vielleicht etwas gemein formuliert, aber die klangen echt wie so ne billige Herrey’s Coverband. (Verlinkt da sind die echten).

Wenigstens ist Ante meiner Meinung, was mich ein bisschen beruhigt.

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[J: Was War das denn?
A: Eine Enttäuschung
J: True
A: Nummer 1 ist rausgeflogen
A: Das Melodifestivalen kann sich selbst umbringen
J: Ne, das hat ne Art kulturellen Wert
J: Ich mochte die alte Frau da
[An dieser Stelle wurde grade verkündet, dass auch sie ausgeschieden ist]
J: Sie ist rausgeflogen. Jippie.
J: Es kan sich selbst umbringen]

Aber hey, morgen gehts nach Norwegen und dann wird alles wieder gut.

An dieser Stelle ein paar nette Worte an meinen werten Kumpel, der zur Hälfte Norweger ist: Ich vertrau dir in Sachen Handyvertrag und Kreditkarte und co. Wehe das funktioniert nicht!!11!!1111!!!!!11 Okej, jag skojar bara.

Abgesehen davon hab ich danach noch ein bisschen neben meinem halb-gepackten Kram gesessen und Youtube geschaut. Irgendwann wars dann fast zwei und mir ist eingefallen, dass dieser Blogpost noch geschrieben werden wollte.

In diesem Sinne.

Bis dann und wann, Jenna