(22.04.2019) Der letzte Ferientag

Und was könnte man da schöneres machen, als sich wieder in Schulstimmung zu bringen? Gar nichts!

Hust.

Mir blieb aber leider nicht wirklich ne Wahl, denn Mittwoch ist die erste Theaterprobe ohne Script und nachmittags hab ich nen Chemietest und am Donnerstag hab ich ne praktische Physikprüfung und bäh.

Ich hab mich dann heute also brav hingesetzt, hab an meinem Blog geschrieben, hab mich durch die Reaktionsmechanismen gelesen, hab den ganzen blöden „Var ska jag med min kärlek? Var ska jag rulla min kundvagn?„-Monolog gelernt und hab schlussendlich meine Nase ins Physikbuch gehängt. Juhu.

Eins ist mir heute nebenbei aufgefallen und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mich darüber hier schonmal ausgelassen hab. So oder so, ich machs jetzt trotzdem.

Umso mehr Sprachen man spricht, desto höher wird die Chance, dass man mehr als die 26 Standartzeichen zur Kommunikation braucht. Ich mein, selbst wir Deutschen haben uns zusätzlich noch ä, ö, ü und ß. Hat man jetzt ne Deutsche Tastatur, kann man sich in der Deutschen Sprache natürlich ausdrücken, man hat ja alle Zeichen, die man auch nur irgendwie theoretisch brauchen könnte, und fürs Englische reichts natürlich auch.

Kauft man sein Laptop in Deutschland, sind die Chancen groß, dass man ein Laptop mit deutscher Tastatur kriegt.

Sagen wir mal, man lernt jetzt irgend ne andere Sprache, dessen Alphabet ein paar andere Zeichen (oder Versionen von aus dem Deutschen bekannter Zeichen) beinhaltet. Ich bin ganz miserabel in Französisch, deswegen nehm ich stattdessen mal das Schwedische.

Die haben nämlich kein ü, stattdessen haben sie ein å und ein ß existiert bei ihnen auch nicht, dahingegen haben eine Pluralformen ein é. Joa, such die mal auf ner deutschen Tastatur. Da suchste vergebens.

Während man sich sein é ja noch ganz leicht basteln kann, durch Drücken von der Taste da rechts neben dem ß, gefolgt von welchem Buchstaben auch immer, kriegt man nen schicken Akzent. Sehr schön, ein Problem weniger. Nur mit dem å ist das nicht so leicht, denn das ° drücken und dann ganz schnell das a dahinter klappt nicht.

Dann hat man jetzt zwei Möglichkeiten, entweder man lernt die Tastatur-Shortcuts auswendig (å ist alt + 0229 und Å ist alt + 143), aber das wird irgendwann ziemlich unpraktisch und killt jeden Schreibfluss, denn irgendwie klappt das mit meiner Koordination nur bei jedem dritten Anlauf.

Option zwei ist, dass man sich ne neue Tastatur installiert. Von der Deutschen zur Schwedischen kann man ganz leicht welchseln, einfach in dem man die Windows-Taste gedrückt hält und dann die Leertaste drückt.

An der Stelle nur eine ganz kleine Vorwarnung die Schwedische Tastatur ist strange und wenn man die benutzen will, dann muss man erstmal ganz schön viele Dinge auswendig lernen. Y und z tauschen Platz, das + ist da, wo sonst das ß ist, die x im Deutschen beinhaltet jetzt das Apostroph, das deutsche + wird jetzt zu ¨ und das @-Zeichen liegt unter Alt Gr auf der 2. Wer das °-Zeichen will, kriegt jetzt ½ und wer irgendwelche Zahlen hochstellen will, kann sich stattdessen mit Paragrafen (§) befassen.

Das ist nur der Teil, der mir grade spontan einfällt. Ehrlich. Das ist beim Schreiben immer ein kleines Abenteuer.

Warum ich das erzähle? Weiß ich nicht. Anyway.

Bis dann und wann, Jenna

(21.04.2019) Legolas, Schaukeln und Bilder, die der Welt nicht sehen sollte

Und deswegen kriegt sie die Welt auch nicht zu sehen, das wär unfair.

Das einzige, was mich heute Morgen aufgeweckt hat, war der Wecker von gestern, den ich vergessen hatte auszustellen, denn Tara würde mich nie im Leben aufwecken.

Wie ihre Mutter dann beim Frühstück nämlich erklärte „Ach Tara kam um sieben schon mal runter und ich hab gefragt, wo du denn bist und warum sie dich nicht aufgeweckt hat, aber sie meinte, dass du deinen Schlaf brauchst“.

Wir lagen dann also noch ein bisschen im Bett rum, bis uns aufgefallen ist, dass wir uns eventuell mal um Frühstück kümmern sollten. Und so haben wir – also die ganze Familie – uns dann zum Osterfrühstück versammelt. Hab ich mal erwähnt, wie unfassbar lieb diese Familie ist?

Als ich meinte, dass ich so gegen eins los müsste, weil ich noch zu Ante wollte, den ich seit Ewigkeiten schon nicht mehr gesehen hatte, klangen sie ernsthaft ein bisschen geknickt, dass ich gar nicht zum „easter dinner“ da bin… und haben mich prompt fürs nächste Wochendende eingeladen, wenn bei ihnen die ganze Verwandschaft kommt und sie das serbische Ostern feiern.

Ich verdiene so viele tolle Menschen gar nicht. Echt nicht.

Irgendwann waren wir dann fertig und nachdem ich mich kurz im Keller verlaufen hatte (beim Versuch das Eierkörbchen wieder an seinen dafür vorgesehenen Platz zu bringen), haben wir uns raus in den Garten geschmissen.

Ihr Vater hat uns dann irgendwann die Hängeschaukel für den Apfelbaum rausgeholt und wer wär ich denn, wenn ich mich nicht erstmal ne Viertelstunde im Kreis gedreht hätte… und danach bäuchlings aus der Schaukel gekippt bin… aber das erzählen wir einfach keinem.

Wir haben dann ein bisschen mit Legolas gespielt (und dem Nachbarsmädchen, denn die wollte auch mit Legolas spielen und war dann gezwungen, es mit uns auszuhalten).

Schlussendlich musste ich dann tatsächlich los und wir haben dann einen klitzekleinen Umweg über den Steg genommen, den mir Tara vor ein paar Tagen gezeigt hat.

Ich hab nicht ein einziges Foto gemacht heute und das einzige, was das Datum 21.04.2019 trägt, ist dieses ominöse Video:

Zurück in die Stadt zu kommen war dann doch mehr son Abenteuer.

Die Hälfte der Busse fuhr nicht und als ich dann endlich an der U-Bahn ankam, stand auf der Anzeigetafel plötzlich, dass zwischen Slussen und T-Centralen keine U-Bahnen dieser Linie mehr fahren.

Mir war das alles zu blöd und so hab ich mich schlussendlich in nen Bus geworfen und war dann irgendwie noch halbwegs pünktlich da.

Ante und ich haben Star Wars geschaut, über dieses und jenes geredet und dann hat sich mein Kopf wieder zu Wort gemeldet.

Ich hab seit Tagen wieder so lustige underlying (unterliegend? Ist das ein Wort) Kopfschmerzen, die einfach nicht weggehen. Egal was ich mache. Aber sie sind auszuhalten und Tara (die ja eh meine Gedanken lesen kann, glaub ich) muss mich nur angucken und weiß was grade hilft. In 97,3% der Fälle ist das übrigens einfach bloß mein Gehirn auf Trapp halten.

Aber wenn man bloß da sitzt und nen Film schaut, dann ist in meinem Kopf nicht viel los und dann wird das unspaßig.

Schlussendlich musste ich dann eh los, meine Gastfamilie kam heute vom Land wieder und wollten indisch essen gehen.

Ich wollte eigentlich einfach bloß nach Hause laufen als dann irgendwie alles nur noch schlimmer wurde in meinem Kopf und weil ich jedes Aufsetzten des Fußes direkt oben im Kopf spüren konnte, hab ich mich dann doch erstmal auf ne Bank gesetzt und Mama angerufen, mit irgendwem musste ich ja reden damit die ätzende Leere in meinem Kopf weggeht.

Irgendwann war ich dann doch zuhause, hatte genug Zeit um irgendwas gegen die Kopfschmerzen einzuwerfen (auch wenns effektiv nicht besonders viel hilft, da ich mich grade nicht wirklich wieder ins Bett verkriechen konnte (und wollte), war das die beste Lösung) und grade als wir los wollten, hat Tara angerufen.

Die hat sich Sorgen gemacht, dass irgendwas passiert ist und wollte nur wissen, was los ist.

Ich sag ja, ich verdiene all diese lieben Menschen nicht.

Im Endeffekt hatte ich dann das gleiche, was ich immer esse, nämlich irgendwelches Hühnchen mit Reis und es hat auch geschmeckt wie immer, da konnte jetzt nicht viel schief gehen.

Zuhause hab ich mich dann aber doch direkt ins Bett geschmissen, ich war einfach nur noch durch mit den Nerven.

Bis dann und wann, Jenna

(20.04.2019) Back to the 50s

Welch Wunder, mein Tag hat damit begonnen, dass ich aufgewacht bin. Wär auch ein langweiliger Blogpost, wenn das nicht so gewesen wäre.

Wir haben dann alle zusammen gefrühstückt und irgendwann haben wir uns aufgerafft und sind ans Wasser gefahren um ein bisschen spazieren zu gehen, bevor sie mich dann irgendwann zurück zur U-Bahn gebracht haben.

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Irgendwie erscheint mir Stockholm immer noch wie son mystischer Ort, der einfach zu schön ist, um außerhalb von irgendwelchen Träumen zu existieren. Es ist auch kein weit entfernter Urlaubsort, es ist eine ganz normale Stadt, in der ganz normalen Menschen leben.

Okay, vielleicht sind die Stockholmer ein kleines bisschen netter als all die anderen Menschen, aber ich bin da eventuell auch ein bisschen befangen.

Ansonsten haben wir noch Vogelviecher gesehen.

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Irgendwann haben sie mich dann zurück zur U-Bahn gebracht und ich hatte dann tatsächlich noch genug Zeit, um zuhause vorbeizusprinten und einen Teil meines Gedöns abzulegen, bevor ich zurück zur U-Bahn gelaufen bin und mich auf den Weg zu Tara gemacht hab.

Die kam mir mit Legolas (dem weltflauschigsten und gleichzeitig einzig akzeptablen Hund) schon entgegen und so sind wir schlussendlich doch erstmal wieder zu ihr nach Hause gelaufen.

Ich glaub wirklich es gibt keinen zweiten Menschen auf dieser Welt der so anders und der doch auf exakt die selbe Art und Weise völlig bekloppt ist.

Wir sind dann aber erstmal mit ihren Eltern auf der Terrasse versackt und haben über Gott und die Welt geredet. Also wirklich. Ich hab diese ganze Familie so ins Herz geschlossen, samt allen ihren Eigenarten. Ich weiß gar nicht genau warum, vielleicht weil ihre Mama genau so Austauschschülerin in Schweden war und so all meine „exchange student struggels“ bestens kennt und sich daher jedes „Ah yea, I get it“ wirklich anfühlt als ob sie wirklich versteht was ich meine, oder vielleicht weil ihr Papa den trockensten Humor der Welt hat und liebend gern Witze auf Kosten anderer macht, aber in the best way possible. Ich kanns wirklich nicht erklären.

Na auf jeden Fall haben wir uns dann irgendwann Eis besorgt, ein bisschen im Garten rumgesessen und irgendwann hatte Tara da ein kleines Grinsen im Gesicht. Zum Glück kenne ich sie inzwischen gut genug, dass ich das deuten kann – und so fanden wir uns Sekunden später im Apfelbaum wieder.

Dann kam das Kind in uns durch und als wir irgendwann wieder ins Haus sind, weil uns ja aufgefallen war, dass wir eigentlich Pläne hatten, hat ihre Mutter uns direkt wieder vor die Tür geschickt, wir seien „voller Moos und Stöcker und das will sie nicht im Teppich“. Pah.

Ich glaube Tara hat dann ihren gesamten Kleiderschrank auf den Kopf gestellt und neben mir auf dem Bett stapelte sich ein Haufen mit dem Titel „passt farblich nicht zusammen“ (von dem ich bei etwa zwei Dritteln gesagt hätte, dass sie farblich identisch sind), schlussendlich hat mein Einfluss sich durchgesetzt und es wurde größtenteils schwarz. Ha. Das Leben kann so einfach sein.

Ihr Papa hat uns dann nach Haninge gefahren, denn dort haben sie Rollers & Bowlers.

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Da drinnen siehts aus wie son amerikanisches Dinner aus den 50s, und obendrauf haben sie – wie bei dem Namen wohl zu erwarten ist, witzig Jenna – Bowlingbahnen und ne Rollschuhbahn.

Wir haben dann erstmal das ganze Ding ausgekundschaftet und dann das Essen getestet, schließlich war das ja der Grund warum wir da waren… wir wollten schauen ob man da gut nen Geburtstag feiern könnte.

Ja kann man. Es gibt viel Essen. Und wars minimal schlecht.

Wir sind dann erstmal vor die Tür, denn niemand hatte die Absicht auf die Rollschuhbahn zu reiern.

Und dann war da wieder einer dieser Momente, in denen alles okay ist. Wenn man mit seiner besten Freundin auf einem Felsen sitzt, das Gesicht in die Abendsonne hält und den Kopf ausmacht, dann ist wirklich gnz kurz alles in Ordnung.

Irgendwann wurde es dann doch zu kalt und wir haben uns auf den Weg zurück zur Rollschuhbahn gemacht.

[Übrigens hatten die alles voll mit diesen Blechschildern hängen…dazwischen auch ganz viele deutsche.]

 

Ich sags mal so… niemand von uns konnte sich erinnern, jemals vorher Rollschuhe an den Füßen gehabt zu haben.

Zu meiner Überraschung ist das aber gar nicht so schwierig, man muss nur alles vergessen, was man beim Inlineskaten gelernt hat und dann geht das super.

Die Musik war ne lustige Mischung aus Elvis Presley, Michael Jackson und dem, was da im Video läuft… ich hab keinen Plan was das ist.

Nach dem wackligen ersten Versuchen aus dem Video wurdes dann aber tatsächlich nach und nach besser und irgendwann waren wir so weit, dass die ersten Pirouettenversuche starteten. Die Betonung lag am Anfang aber definitiv mehr auf versuchen, und wir lagen auf dem Boden.

Irgendwann waren wir dann definitiv fertig und wir haben uns auf den Weg nach Hause gemacht. Mit dem Bus. Beste Idee ever. Ähm ja.

Es ist ja immer n gutes Zeichen, wenn der Bus einfach beschließt „Hier ist Endstation“ und noch schöner ist das, wenn man dann plötzlich allein in Brandbergen Centrum steht und sich dann auch irgendwie fragt, wie man da bitte wieder wegkommen soll.

Im Endeffekt habens wirs dann ja nach Hause geschafft und dann saßen wir noch n bisschen mit ihren Eltern zusammen, bevor ihre Mutter auf dem Sofa eingeschlafen ist und wir dann hochgeschlichen sind weil uns irgendwie aufgefallen ist, dass wir eventuell vielleicht noch mal Laken aufs Bett ziehen sollten. Also nur ganz eventuell. Muss ja auch nicht.

Ansonsten haben wir nicht mehr viel gemacht und vor allem bin ich mir nicht mehr ganz sicher, was genau es mit folgender Liste auf sich hat:

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Ich glaub dabei belass ichs jetzt erstmal.

Bis dann und wann, Jenna

(19.04.2019) Family

Ich hatte mir heute Vormittag wirklich vorgenommen, produktiv zu sein. Hat natürlich nicht geklappt. Ich hab bis zwölf geschlafen.

Danach hab ich dann meine Tasche gepackt, hab mein Laptop angeguckt, hab mich kurz gefragt, wie das bitte in irgendeine Tasche passen soll und hab dann mein Schullaptop genommen, das passt wenigstens in ne normale Umhängetasche.

Schließlich hab ich mich in die U-Bahn geschmissen und bin bis nach Täby gefahren um… warte… ich kriegs zusammen… dem Bruder des Manns der Schwester meines Vater (samt Familie) hallo zu sagen, denn die wohnen da oben.

Mir ist dann mal wieder aufgefallen, wie viel Glück ich so im großen und ganzen mit meiner Familie hab, denn der Teil von dem ich weiß, dass er existiert, der ist richtig klasse. Okay, manchmal etwas eigenartig, aber hey, wessen Familie ist das nicht?

Und so haben wir zusammengesessen, ganz viel geredet und irgendwann gabs dann essen und danach haben wir noch ein bisschen zusammengesessen, bevor nach und nach alle ins Bett verschwunden sind.

Ich bin ihnen übrigens sehr dankbar, dass sie keine Menschen sind, die an freien Tagen krampfhaft früh aufstehen wollen.

Meine Gastfamilie war ja irgendwo in ihrem Landhaus und so wars dann super lieb, dass sie mir angeboten hatten, einfach über Nacht zu bleiben.

Schlussendlich hab ich mich dann – wie jeden Abend – aufgerafft um noch nen Blogpost zu schreiben (und hab mich ganz kurz gefragt, wie ich die ersten sechs Jahre meines Lebens (oder eher die ersten sechs Jahre, die ich n Laptop hatte) ohne Tastaturbeleuchtung ausgekommen bin. Das ist ja im Dunkeln völlig anstrengend.

Aber hey, wir wollen uns ja nicht beschweren.

Und so gibts über den heutigen Tag eigentlich gar nicht so viel mehr zu sagen, außer dass es mich sehr gefreut hat, meine Familie mal wieder zu sehen und dass es unglaublich strange war, mal wieder von Menschen umgeben zu sein, die fließend Deutsch sprechen. Ernsthaft. Voll strange.

Bis dann und wann, Jenna

 

(18.04.2019) Same procedure as last year… äh sunday

Es ist Donnerstag.

Donnerstag bedeutet, dass heute die Putzfrau (das klingt irgendwie so abwertend, aber alle von Google vorgeschlagenen Synonyme klingen auch mittelmäßig bekloppt… ich könnte vielleicht Raumpflegerin sagen?) kommt und deswegen müssen alle vor neun aus der Wohnung raus.

Das Wetter ist eh unglaublich schön und so hab ich mich – mit Proviant bewaffnet, ich bin ja nicht blöd – auf den Weg raus in die Scheren gemacht.

Streckenmäßig wars fast genau der gleiche Weg wie Sonntag, nur dass ich dieses Mal schlauer war, und gleich den Bus zur KTH (kungliga tekniska högskolan) genommen hab und da in die 670 gestiegen bin. Spart Nerven!

Als ich dann irgendwie in Rindö aufs Boot gestiegen bin, hats mir dann doch etwas die Sprache verschlagen. Baffled wär glaub ich das passende Wort.

Mein Kopf kann noch immer, nach sage und schreibe ganzen acht Monaten, manchmal nicht ganz glauben, dass ich hier wirklich wohne, dass das keine Illusion ist. Das hier ist der schönste Platz auf Erden.

Irgendwann bin ich dann schlussendlich auf Värmdö angekommen und hab mich auf die Blanken am Wasser geworfen.

Und während ich da so rumgelegen hab, QualityLand (von Marc-Uwe Kling) gelesen hab und auf den Steinen am Wasser rumgeturnt bin, hat mir die Sonne auf den Dez geschienen… und dämlich wie ich war, dachte ich mir so „Neee, schwedische Sonne im April kann gar nicht so stark sein. Das wär ja strange“. Wie dumm ein einzelner Mensch auch sein kann!

Aber zurück zu QualityLand. Ich glaub das ist tatsächlich eins der besten Bücher, die ich je gelesen hab. Dystopie, Science-Fiction und Satire sind ja quasi meine drei Lieblingsdinge in Sachen und der Herr Kling hat sie wundervoll zusammengebastelt! Ernsthaft! Das grandioseste, was ich seit langem gelesen hab!

[Hier ein Link zu einer Lesung]

Ansonsten wär ich fast ins Wasser gefallen. Mehrmals.

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Aus dem ganz simplen Grund, weil ich die Steine angeguckt hab und mir so dachte hmmm, da kann man doch bestimmt super nen Handstand drauf machen… das muss ich mal testen!

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Ich hab nie gesagt, dass ich besonders schlaue Entscheidungen treffe. Echt nicht.

Abgesehen davon hab ich mich dann zum Yogi bekannt (hier bitte sarkastisches Lachen einfügen).

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Schlussendlich hatte ich mein Buch irgendwann fertig gelesen, meine Brötchen gegessen und meine Arme hatten langsam ne ungesunde Farbe. Unpraktisch.

Und so hab ich dann den Nachhauseweg angetreten.

Ich weiß nicht was genau da bei mir falsch läuft, aber irgendwie mag ichs, im Bus zu sitzen. Es schaukelt ein bisschen, man sieht ganz viel von der Walachei und schlussendlich kommt man am Ziel an, ohne auch bloß den kleinen Finger rühren zu müssen.

Viel mehr ist auch gar nicht passiert. Der Kiwihüter und ich haben Burger gemacht und ich hab danach meine Arme in Eiswasser gehängt, die waren doch mehr so leuchtend rot.

Bis dann und wann, Jenna

 

(16.04.2019) Ich möchte spontan meine Beine ampuieren

Abgesehen davon war heut einer der grandiosesten Tage seit langem! Oder genau deswegen. Also das eine war mehr so eine Nebenwirkung des anderen. Na wie auch immer.

Ich hab mich heute morgen aus dem Bett gerollt, hab mehr so nebenbei Frühstück in mich reingestopft, hab meine Tasche zusammengepackt und bin aus dem Haus gestolpert, immerhin hatten Tara und ich ja Pläne.

Ich hab dann festgestellt, dass Coop Kladdkaka verkauft und konnte natürlich nicht widerstehen und hab dann – zusammen mit einem Berg Keksen – einen ganzen Kuchen gekauft.

Was könnte man mehr vom Leben wollen?

Tara hat mich dann schon ne Station früher eingesammelt, denn so sind wir rein zufällig am Supermarkt vorbeigekommen und konnten praktischerweise noch mehr Süßkram kaufen. Na wir wollten uns ja eh bewegen.

Zuhause haben wir dann eigentlich nur noch die Rucksäcke gepackt, haben die Flaschen aufgefüllt und haben uns dann auf die Fahrräder geschwungen und schwupp waren wir auf dem Weg in den Tyresta Nationalpark.

Durch den Wald, wo wir neulich schon durch die Bäume gekraxelt sind, dann durch noch mehr Wald, dann durch ein bisschen Häuser, denn der Waldweg, den wir nehmen wollten, war wegen Bauarbeiten geschlossen.

Und irgendwann, nach langem herumradeln, waren wir dann in irgendeinem lustigen Naturreservoir und scheiße man, das war unglaublich schön da!

Es sah ein bisschen aus, als hätte jemand den Harz und den Salzgittersee genetisch vereint, das ganze Tyresta genannt und et voilà, da hätten wir den Nationalpark.

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Wir sehen doch alle diesen lustigen Berg da links oben in der Ecke, oder? Der ist höher als er aussieht und wir – blöd wie wir waren – wollten unbedingt oben drauf.

Gesagt, getan.

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Ansonsten saß man da oben wirklich nett… bis der Wind aufkam und uns Dreck in die Brötchen gepustet hat… das war dann der Punkt, wo wir unsere gesamte Picknickdecke en bloc angehoben haben und irgendwo rechts zwischen den Bäumen verschwunden sind.

Wenn man jetzt noch Dinge sehen wollte oder Sonne abkriegen, musste man sich in ein Äffchen verwandeln.

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Das großartigste Ding überhaupt ist übrigens die Tatsache, dass Tara genau so ist wie ich und dementsprechend ohne ein zweites Mal nachzudenken auch in den Baum gekraxelt ist. Und dann saßen wir da. Wie so wie Affen. Oder mehr so Faultiere.

Speaking of Faultiere:

Ich fotografiere doch jetzt wieder auf Film. Einfach bloß weil ichs kann.

Irgendwann sind wir dann doch auch wieder von unserem Berg runtergeklettert und haben – wie Menschen, die dieses Jahr noch 18 werden das so machen – das Klettergerüst beschlagnahmt.

Ja natürlich, ich bin völlig bereit für dieses ominöse „Erwachsensein“!

Tatsächlich sind wir dann aber doch irgendwann (mit Umweg zu den Ziegen) auf den Weg nach Hause gemacht. Taras Papa hats im Rücken und irgendwer musste ja deswegen mit Legolas rausgehen. Also wir. Wir haben das große Los gezogen.

Aber erstmal mussten wir ja irgendwie bis nach Hause kommen und das war irgendwie nur so mäßig cool. Da sind so viele Berge, das ist mehr wie die Alpen und nicht grade wie irgendwas, was man sich jetzt per se unter „Stockholm“ vorstellt.

Als wir dann tatsächlich zuhause waren, sind wir mehr so zusammengebrochen und als ihre Mutter dann raus gekommen ist, hat sie doch etwas besorgt ausgesehen… und uns dann Torte gebracht.

Schlussendlich haben wir dann doch irgendwann Legolas geschnappt und der hat heute so viel Zeit zum Dinge beschnüffeln gekriegt, wie er haben wollte… denn Tara und mir war nicht so wirklich zum Laufen zu Mute.

Und dann kamen wir an einem See vorbei… und Tara hat mir ihren kleinen Rückzugsort gezeigt. Also den Platz, wo sie sich hinverkrümelt, wenn sie allein sein will. Da, wo man keine Menschen mit hinbringt.

Und doch hat sie mich über den kleinen halb versunkenen Steg mit da raus genommen… hab ich schon mal erwähnt, wie froh ich bin, diesen Menschen in meinem Leben zu haben?

Sehr froh. Froher, als irgendwelche Worte auf dieser Welt beschreiben können.

Es folgen ein paar Bilder.

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Irgendwann, nachdem wir dann doch ne Stunde da draußen rumsaßen, haben wir dann doch mal auf den Weg gemacht, denn irgendwie wurdes dunkel und kalt da.

Ich dann hab ich bloß noch meinen Kram zusammengepackt und hab mich auf den Weg nach Hause gemacht… wir waren doch beide mehr so halb tot.

Aber glücklich. Ehrlich glücklich.

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Bis dann und wann, Jenna

(15.04.2019) Mamma mia, here we go again

My, my, how can I resist you?

Ich kann nicht, so einfach ist das.

Und so bin ich freiwillig um acht aus dem Bett gerollt, hab geistesungegenwärtig ein ABBA-Shirt aus meinem Schrank gekramt, dann ist mir aufgefallen, dass ein Mamma Mia Shirt wahrscheinlich angemessener wäre, schließlich haben sie ne neue Mamma Mia Ausstellung!

Ja, manchmal frage ich mich wirklich ob bei mir noch alles okay ist.

Speaking of Mamma Mia Ausstellung:

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Ich ziehe jetzt übrigens auf eine kleine griechische Insel und gründe ein Hotel!

Ansonsten hat mein kleines Fangirlherz fast einen Anfall gekriegt, sie hatten ganz viele Originalkostüme ausgestellt, unter anderem die schicken Outfits von Bill, Sam und Harry aus dem Abspann.

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Was könnte man sich denn sonst wünschen? Ach ja warte, eventuell Donnas Latzhose? Oder Sofies Brautkleid? Aber immer gern!

Ansonsten standen natürlich die übrigen Lustigkeiten an… und ich hab ganz schnell gelernt, dass der Greenscreen sich mit meinem blauen Shirt nicht vertragen hat, denn ich hab zwar noch Hände, aber keine Arme.

Aber hey, was solls.

Ansonsten hab ich glaub ich meinen persönlichen Rekord in Sachen „One Night In Bangkok“ gebrochen! Und ich hab ja noch zwei Monate Zeit, den noch ein bisschen mehr rauszupolieren. Höhö.

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Abgesehen davon, hier kommt das absolute Meisterwerk des Tages:

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Es heißt „Herzanfall“.

So, jetzt mal ganz kurz zurückspulen zum Anfang des Tages, denn ich stand nicht grundlos am Museum, fast ne halbe Stunde bevor es aufmachte.

Zu Osterzeit haben sie da nämliche ne Ostereiersuche und hey, das lass ich mir doch nicht entgehen.

Ich hab dann nur ganz schnell meine Tasche und alles en bloc in ein Schließfach gequetscht, hab die ersten zwei „Räume“ des Museums komplett übersprungen und hab mich dann auf die Suche nach Ostereiern gemacht, komplett ohne andere Menschen drumrum.

Irgendwie hatte ich ja gedacht, dass da Mengen kleine Ostereier versteckt sind und man die dann halt an der Kasse gegen nen Schokohasen eintauschen kann (oder sowas), aber nix da. Zwischendurch hab ich schon geglaubt, dass ich mich im Tag geirrt hatte, denn mir ist vieles begegnet, aber keine Eier.

Und dann… dann blitzte mich irgendwas oranges aus dem Winkel meines Auges an… Hinter den Kufen des Arrival-Hubschraubers lag ein Ei. Ha.

Äh ja. Ich bin danach dann zurück zum Anfang des Museums gelaufen und bin dann durch alles noch mal in Ruhe durchgegangen… jetzt musste ich ja nach nichts mehr Ausschau halten.

Im Shop hab ich dann mein Ei abgegeben und hab – entgegen aller Erwartungen – eine ganze Tüte in die Hand gedrückt gekriegt.

Ansonsten hab ich heute nicht mehr viel gemacht. Ich hab die Tüte ausgepackt und drin waren ein Mamma Mia Poster, eine Tasse und ein Block, ich hab ne halbe Ewigkeit mit Tara gequatscht und irgendwann hab ich mich dann in mein Bett geworfen und den fehlenden Schlaf nachgeholt.

Oh, und ich hab mal wieder versucht zu zeichnen und äh ja naja… es sieht zumindest aus wie ein Mensch.

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Andererseits, es war auch mehr so ne Nebenbeschäftigung beim Youtube schauen… während ich im Bett gelegen hab.

Bis dann und wann, Jenna