(29.10.2018) ES SCHNEIT, ES SCHNEIT, KOMMT ALLE AUS DEM HAUS

Du weißt, dass es ein guter Tag wird, wenn du fünf Stücke Kuchen zum Frühstück hast.

Ich hab meine Gastmama noch gefragt „Tycker du att man kan äta kaka till frukost?“ und sie meinte noch so „Ja“, völlig unwissend, dass sie nicht einem, nicht zwei, sondern fünf Stücken Kuchen den Weg ebnete.

So oder so, ein guter Tag.

Und es wurde besser, denn noch während wir beim Frühstück saßen, passierte das hier:

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Und alle (oder meine Gastmama und Gastschwester) erklärten mir noch, neee, das bleibt nicht liegen. Das schmilzt alles weg.

Und sie hatten recht…

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Etwa 12 Minuten lang!

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Denn innerhalb nicht einmal einer Stunde, sah Helsinki so aus:

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Und im Schneegestöber liefen wir dann also weiter. Ein zweites Mal ins Mumin-Cafe (das ich vergessen hab zu verlinken, deswegen jetzt hier und hier (zweiteres ist eine Folge Mumin auf Youtube))  und dann shopping. Meine Family wollte shopping betreiben. Wenn man mit mir im Schlepptau shopping betreibt, sehe ich dabei so aus (Bild ganz links).

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In der Mitte ist dann der Beginn unserer Rundfahrt, denn meine Familie ist ehrlich gesagt genau so faul wie ich. Oder zumindest meine Schwester und meine Gastmama mag bloß keinen Schnee (was sehr unpraktisch ist in Schweden). Ganz Rechts ist dann der Beweis, dass mein Egoland-Pulli dabei war, denn ich hab ja das Versprechen abgelegt, ihn durch die Welt zu tragen.

Das Schneevergnügen ging weiter, und während ich immer fröhlicher wurde, konnte man meier Gastfamilie das Leiden langsam ansehen. Ihnen geht Schnee auf den Puffer.

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Danach gings auch schon bald wieder aufs Schiff.

Während wir also zurück nach Schweden schipperten, hab ich versucht mit Weiki zu skypen. Wenn irgendwas überhaupt nicht ging, dann das. Nicht nur, weil das Internet ständig weg war, sondern auch, weil der einzige Ort, wo man genug Ruhe hatte, draußen an Deck war. Da war aber so viel Wind, dass man eigentlich auch wieder nix verstanden hat. Es war also ein absoluter Traum.

Abendbrot gabs dann auf dem Schiff in einem sehr niedlichen, kleinen italienischen Restaurant.

Aber geschlafen hab ich dieses Mal tatsächlich. Aber wen wundert das, wenn man die Nächte davor irgendwie vergisst zu schlafen.

 

(28.10.2018) Heyho Helsingfors (oder Helsinki, für alle die nicht aus Schweden kommen))

Als dieser Tag anfing, war ich immer noch wach. Ehrlich gesagt war ich die ersten fünfeinhalb Stunden dieses Tages noch wach. So hatte ich alles in allem so etwa zweieinhalb Stunden Schlaf. Schöne Sache das!

Der Kulturschock blieb aus, als wir von Board sind, es sieht doch alles ziemlich schwedisch aus (oder sieht Schweden Finnisch aus? Wer weiß das schon). Und so schleppten wir wir erstmal alles Gepäck ins Hotel. Oder ließen uns von der Straßenbahn hinfahren, wie mans nimmt.

Das Zimmer war noch nicht fertig uns so ließen wir erstmal allen Murks im Gepäckraum stehen und stiefelten durch Helsinki (oder Helsingfors, wie der Schwede sagt).

Wirklich lange gestiefelt sind wir allerdings nicht, denn wir hatten Brunch gebucht. Mit Blick auf den Dom (weißes großes Ding, Bild folgt) gabs Kuchen, Croissants, Obst und was-weiß-ich-ich-war-im-Fresskoma.

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Das andere Gebäude ist glaub ich die Uspenski-Kathedrale, zu meinem Erstaunen bin ich nicht direkt in Flammen aufgegangen (aber ein paar Verbrennungen hab ich dann doch davon getragen¹). Drinnen war sie ja auch ganz schick, muss ich zugeben.

[¹ = Anmerkung der Autoren (mir): Mein liebster Running Gag aka. der Behauptung, ich würde in Flammen aufgehen, wenn ich irgendein religiöses Gebäude betrete.]

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[Ich entschuldige mich übrigens für die Zusammensetzung der Collagen, die hab ich gebastelt, bevor ich was geschrieben hab, deswegen sind sie etwas ungeordnet. Oben links ist nämlich der Blick runter vom Dom und nicht von der Kathedrale]

Nachdem wir dann also Brunch hatten, folgte etwa zwei Stunden später auch schon Fika, wir sind ja Schweden after all!

Ich weiß nicht, ob Mumin irgendwem was sagt, ich schau mal, was ich finde, was ich dazu verlinken kann, aber das Ding ist einfach unendlich putzig und es gibt sogar ein Mumin-Cafe (in dem wir natürlich einkehren mussten).

Gegen drei konnten wir dann ins Zimmer (Video folgt) und holla die Waldfee, meine Gastfamilie ist ein kleines Bisschen durchgedreht. Ich bins ja gewöhnt, auf die Besuchercouch abgeschoben zu werden und plötzlich hatte ich das hier (Video folgt) für mich allein. Mitten in Helsinkis Innenstadt. Oh my!

 

[Also wen das da echt funktioniert, dann bin ich ein Genie. Jenna und Technik ey. WordPress meint, ich könne keine Videos hochladen, deswegen hab ich das als ungelistetes Video auf Youtube hochgeladen und dann den Einbettungscode hier irgendwie reingesetzt. Keinen blassen Schimmer, ob das klappt.]

Abends waren wir dann in irgendeinem kleinen netten Studentendings essen (also es war schon ein Restaurant, aber im Hipster-Studenten-Viertel und dementsprechend mit muffliger Bedienung, die eigentlich gar nicht hätte mufflig sein müssen, denn um Bestellungen aufzugeben, mussten man zu ihr an die Theke kommen, und sie nicht zu einem). Es war wirklich wirklich gut!

Nur geschlafen hab ich wieder nicht, auch wenn mein Bett absolut gigantomanisch war, und ich kein Wasser unter mir hatte.

Ganz vergessen, außerdem sind wir noch Riesenrad gefahren, nur die Fotos haben alle nen Blaustich, ich hatte nicht genug Zeit um dem Weißabgleich manuell zu erklären, dass er das blau wegmachen soll und der Automatikmodus hats nicht gepackt.

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(27.10.2018) Moi! (Nein, kein Ostfriese mit Sprachfehler, sondern hallo auf Finnisch)

Es folgt eine riesige Menge an Bildern, es tut mir fast leid.

Das Einzige, was mir grade leid tut, bin eh ich selbst, denn wer sein Laptop nicht mitnimmt, muss jetzt alles auf einmal schreiben, wenn er wieder zuhause angekommen ist.

Wir müssen dringlichst im Hinterkopf behalten, dass es (neben Nadeln und Hunden) relativ wenig gibt, vor dem ich so viel Angst hab, wie vor Booten. Nach Finnland fährt man aber Boot. Wir erkennen das Problem? Gut.

Wir sind ja Großstadtbewohner, so fährt man ganz entspannt mit der U-Bahn zum Hafen. U-Bahn. Zum Hafen. Das klingt irgendwie falsch. Wie irgendwas, was man vielleicht in New York machen kann, aber doch nicht in Schweden. Wie auch immer.

So wurden dann noch schnell die Tickets am Port ausgedruckt (die ausgedruckten Tickets waren auch gleichzeitig der Zimmerschlüssel und alles, denn der Automat druckt Karten mit Magnetstreifen. Wie auch immer er das macht).

Und so enterten wir am Nachmittag dann das Boot. Was ich hier immer so schön als Boot betitele, ist eigentlich ein ausgewachsenes Kreuzfahrtschiff, mit Einkaufsstraße, Restaurants, Casino, Showbühne, Klamottenläden, und Pool. Alle sehr schick und etwas überwältigend, aber nicht bling-bling genug, um mich vergessen zu lassen, dass ich auf einem Boot bin.

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Rechts das Schiff von innen, links die erste Stadt, in der das Boot einem Zwischenstopp eingelegt hat.

Wie ich schon vor zwei Jahren auf dem Weg nach Norwegen gelernt habe, ist es für meine Nerven besser an Deck zu sitzen. Und ich bereu es absolut keine Sekunde, auch wenn ich fast irgendwo angefroren wär. Das einzige, was ich eventuell doch bereue, ist, dass ich meine Fingerlosen Handschuhe und meine Kamera im Zimmer hab liegen lassen, denn so ne Handykamera tut sich doch etwas schwer mit Fotos (bzw. zumindest meine).

Trotzdem, den Sonnenuntergang würd ich für nichts eintauschen und in Kombination mit den Schären und allem drum und dran, wars jedes Zittern und Bibbern wert!

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Ich sag ja, ganz große Scheiße, dass meine Kamera im Zimmer lag.

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Oben rechts sehen sie übrigens Jenna auf der windgeschützten Seite des Bootes, dort war es sehr glücklich. Unten links sehen sie Jenna auf der windigen Seite des Bootes, es war etwas weniger glücklich und hatte außerdem schreckliche Angst, dass wahlweise die Mütze, das Handy oder das ganze Jenna weggepustet werden. (Obwohl ich mir die Mütze schon mit meinem Schal festgeknotet hatte, dann meine Pullikapuze drüber hatte, gefolgt von der zweiten Kapuze und alles war bis oben hin zugeklettet. Ihr habt alle keinen blassen Schimmer wie windig da da war).

Falls sich jemand fragt, was mich beim Schreiben bei Laune hält: Kent, Kent und nochmals Kent. (Und kalter Kaffee. Aber kalter Kaffee ist eventuell auch einfach bloß der Titel des Liedes. Wer weiß das schon…)

Als ich irgendwann wirklich das Gefühl hatte, ein einziger Eisblock zu sein, bin ich dann doch mal unter Deck gegangen. Oder rein, oder was auch immer man sagt.

Essen gabs am riesigen Buffet und ich möchte nicht wissen, wie viele Leute ich versehentlich im Gedränge erstochen hab, weil sie versucht haben sich an mir vorbeizuquetschen, während ich Besteck in der Hand hatte.

Das einzige was gar nicht ging, was schlafen. Und so war ich, als dieser Tag endete, noch immer hell wach und hab mich im _ nicht sonderlich breiten – Bett gewälzt.

(26.10.2018) Zwischen Sport in der Bibliothek und Mamma Mia

Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, wenn man morgens auf den Stundenplan schaut und sieht „Sport in Raum 307“. Keine komisch außerhalb gelegene Sportplätze, kein ätzendes Rumgerenne, kein Verlorengehen auf dem Uni-Gelände, nein, ein Klassenraum.

Wir haben jetzt also die Aufgabe bekommen, unsere Testergebnisse zu evaluieren. Ich weiß echt nicht, wie sich bei mir da irgendwas verbessert hat, aber das hat es, und jetzt muss ich mir irgend ne tolle Begründung einfallen lassen, warum meine Kondition und co besser geworden sind. Wirklich laufen gegangen bin ich ja zwischendurch echt definitiv nicht.

Aber wir dürfen auch ein Video machen, wo wir das erklären, wenn wir nicht schreiben wollen und ich werde einfach ein Video zusammenbasteln, dass so schön ist, dass niemand merkt, was für Bullshit ich da schwafele.

Abgesehen davon folgte dann Mathe. In der Mitte der Mathestunde ist dann der Kiwihüter verschwunden und hat mich damit für den Rest der Ferien allein gelassen, er fährt jetzt nach Russland. Per Zug.

Mathe hab ich dann mit ganz viel Glück auch noch überstanden und danach folgten viele positive Überraschungen.

Tara ist, wie der Kiwihüter immer so schön sagt „the most precious soul on earth“ und damit hat er definitiv recht. Das ist die Sorte Mensch, die lieber Lebkuchenherzen und Sterne backt, damit sie dem Lebkuchenmenschen nicht den Kopf abbeißen muss.

Wir wollten ins Kino, Tara wollte Mamma Mia sehen und wie könnte ich da bitte nein sagen? Halloho?

So hatten wir allerdings dann noch etwa gute drei Stunden totzuschlagen. Aber wenn man etwa stündlich beim Espresso House (dem schwedischen Starbucks-Äquivalent) einkehrt um Kakao mit Marshmallows zu kaufen, dann übersteht sich sogar Kälte ganz vorzüglich. SO wanderten wir durch Gamla Stan, drei bis 33 Runden durch die Innenstadt und auch wenn wir wirklich nichts, also gar nichts gemeinsam haben, können wir ewig reden. Ich frag mich bis heute worüber, aber so wars.

Morgen gehts dann nach Finnland. Ich weiß nicht ganz, ob ich mein Laptop einpacken soll… wenn ich hier für die nächsten Tage tote Hose herrscht, dann hab ich mich dagegen entschieden. Eventuell schreib ich dann was vom Handy aus oder schmeiß hier ein paar Bilder rein oder so. Wir werden sehen.

Bis dann und wann, Jenna

(25.10.2018) Ich habe jetzt eine ÄRMELDECKE und somit ist alles andere egal!

Die ganzen Leute haben heut Schwedisch Part zwei geschrieben. Den ich, wie Part eins auch schon, nicht mitgeschrieben hab. Mein Buch und ich haben uns dann im Flur über drei Hocker neben einer kuschlig-warmen Heizung ausgebreitet und so waren die zwei Stunden dann auch rum, bevor ichs überhaupt mitbekommen hab.

Es folgte Mittagessen. Darf ich kurz anmerken, dass Reis mit Bolognesesoße eine gewöhnungsbedürftige Kombination ist? Nicht per se schlecht, keinesfalls, aber gewöhnungsbedürftig!

Außerdem bemerkenswert: Auf jeden einzelnen Spiegel in unserer Schule steht irgendein komischer Spruch. Alles im Halloween-Style. Trotzdem. Hilfe. Das ist wirklich furchtbar.

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(Hier ein weiteres tolles Beispiel. Das ist übrigens mein natürlicher Gesichtsausdruck , jedes Mal wenn ich das Bad verlasse. Außerdem, können wir uns kurz anschauen, dass ich Armbänder an beiden Armen hab und sogar ne Kette um? Wer hätte das vor nem Jahr gedacht.)

Es folgte Physik, was nicht besonders spannend war, denn wir gucken uns jetzt Halbleiter an und das ist ja was ganz neues, was ich auf keinen Fall schon in Deutschland hatte. 

Abgesehen davon war der Tag etwas eigenartig. Keine Ahnung was in der Luft hing, aber ich glaube uns haben heut alle die großen Stimmungsschwankungen gepackt. In so Momenten ist man dann noch dankbarer für seine Freunde, die ähnlich bedröppelt aus der Wäsche schauen und am Ende kann man dann einfach zusammen im metaphorischen Wäschekorb sitzen.

Nach der Schule bin ich dann losgelaufen, mein Paket aus dem Supermarkt abholen, diesmal vorbildlich auf Schwedisch.

6Kilo. 6 Kilo wog das Ding. Darin waren, wie erwartet (an dieser Stelle ein utopisch großes Dankeschön an meine Family zuhause, die den ganzen Murks eingekauft und verschickt haben, ihr seit eh die absoluten Helden!) (Überhaupt danke für all die Pakete (okay es waren bis jetzt drei) die meine Familie hier herverschiffen lässt, ich freu mich jedes Mal wie als wär Weihnachten), Weihnachtsgeschenke für meine Gastfamilie (die ich hier jetzt nicht auflisten werde, mein Gastpapa hat nämlich heute bewiesen, dass sein Deutsch inzwischen schon wirklich gut ist und Fall sie hier mal zufällig draufstoßen, will ich nix verraten.

In dem Paket war auch ein wirklich lieber Brief an meine Gastfamilie, und zwar auf Deutsch! (Weil mein Gastavter letztes Mal gemeckert hat, dass der Brief auf Englisch war, das wär ja eine Beleidigung). Jetzt hatte er den Salat und musste übersetzten. An dieser Stelle, scheiße bin ich beeindruckt. Wir haben etwa 20 Minuten gebraucht, was aber auch ein kleines bisschen meine Schuld war, weil ich versucht hab alle Vokabeln, die ihm fehlten, auf Schwedisch zu erklären, anstatt sie bloß ins Englische zu übersetzten,

Er hat sich wirklich grandios geschlagen, mein kleines Herz ist ziemlich stolz. (Auch auf mich, vielleicht sollte ich Lehrerin werden, ich hab ja offensichtlich voll die Qualitäten dazu!!).

In dem Paket war außerdem EINE ÄRMELDECKE. Eine Decke. Mit Ärmeln. SIE HAT ÄRMEL. ÄRMEL. Und eine Tasche. Der Kiwihüter hatte gleich die Tolle Idee, dass man die Tasche prima mit Popcorn füllen könnte. Äh ja.

Ich muss jetzt furchtbar schnell schlafen.

Bis dann und wann, Jenna

 

(24.10.2018) Die akkurateste Beschreibung wär wohl „eine Horde albino-Minions“

Kurzer Nachtrag zu gestern, ich hab Abends dann, mit meinem völlig toten Gehirn, meine Theateranalyse geschrieben. Die Vorgabe waren drei Seiten. Und tatsächlich, irgendwie hab ich das auch noch zustande gebracht, fragt mich bitte nicht wie.

Wobei, wenn mir dieser Blog bis jetzt irgendwas beigebracht hat, dann ist das Schreiben wenn man eigentlich kurz vorm Umfallen ist. Und was genau ich im quasi-Delirium eigentlich schreibe, ist dann auch halbwegs Schnuppe.

Aber Mittwochs ist ja generell mein Lieblingstag, einfach weil wegen Theater und Chemie, und so sollte es auch heute wieder kommen.

In Theater haben wir heute den absolut grandiosen (haha) Themenbereich „Status“ abgeschlossen und oh my, auch wenns wirklich Spaß macht (ich durfte so ziemlich alles spielen, vom Mafiaboss (der sauer war, weil des Kiwihüters Figur einen LKW Gold im Meer versenkt hat), zum Elternteil des Kiwihüters, der seinen Lehrer mit einem Buch beworfen hat (wichtig zu wissen, es wurde vorher festgelegt, wer den höchsten Status im Raum hat und wer den niedrigsten, es war in allen Fällen zufällig ich, also der mit dem höchsten), mein Lieblingssatz ist wohl noch immer „Ich finde, wir sollten keinen Unterschied machen, ob Kalle nun mit einem Radiergummi wirft, oder mein Sohn mit einem Buch. IST ES BLOß WEIL ICH ALLEINERZIEHEND BIN, DASS MEIN SOHN HIER VERURTEILT WIRD, SIE INKOMPETENTES PACK?“, zum Partygänger, der von Leoparden auf dem roten Teppich schwärmt), ich bin froh, dass es vorbei ist.

[Wer diesen Absatz verstanden hat, der verdient meine Hochachtung, es ist ein schreckliches Jenna-Satzgefüge]

Aber das Thema ist rum und das ist gut so. Mal schauen, was als nächstes so ansteht.

In Chemie stand heute Labor an. Und da hier alle Kittel und Schutzbrillen tragen, erklärten uns meine Lab-Partner kurzerhand zu albino-Minions. Was ne Vorstellung.

Und so bereiteten wir viele lustige Proben vor, mit vielen lustigen unterschiedlichen Konzentrationen, schickten sie alle durch ein Spektralphotometer und rechneten. Sehr lange und sehr viel.

Kein Mensch kann sich vorstellen, wie stolz ich war, als er schlussendlich meine Idee war, die richtig war. Und um ein Haar hätte ich mich nicht getraut, sie laut auszusprechen, weil sie bestimmt total dumm ist und die beiden anderen in meiner Gruppe sind Erwachsen, sprechen Schwedisch und machen dieses Jahr ihren Abschluss. Wär das also die Lösung, hätten sie das längst selbst gesagt.

Stellt sich raus, dass ich, grade weil mein Schwedisch noch nicht fließend ist, einfach wirklich lange bloß auf den Zahlensalat vor mir geschaut hab, anstatt der absolut verwirrenden Konversation neben mir zu folgen, die inzwischen mit lauter komischen Buchstaben rumjongliert hat, die keine Sau braucht. Und so lag die Lösung eigentlich die ganze Zeit vor uns.

Ich hatte ein dezentes Déjà-vu, zurück zu dem Tag an dem mein Chemielehrer in Deutschland über eine Aufgabe in der Abi-Klausur geredet hat (auch wenn es möglicherweise Mathe war), und davon berichtet hat, dass eigentlich alles wichtige in der Fragestellung steckte und man quasi nur alle Zahlen zusammensuchen musste, sie in eine Formel stecken und den Taschenrechner rechnen lassen.

Lesen ist die halbe Miete. Und was lernen wir? Hört auf eure Chemielehrer liebe Kinder, auch wenn es euch widerstrebt.

Als ich dann um etwa 16:30 aus der Schule stolperte, fragte der Kiwihüter ob ich nicht zum Abendessen rüberkommen will, er würde kochen.

Da sagt man doch nicht nein, sogar wenn man zum Zwiebelschneiden abkommandiert wird. Der Kiwihüter ist son Mensch, den behalt ich. Menschen mit denen man in jeder Situation reden kann und wo auch Stille nicht unangenehm ist, die sind rar und man sollte sie, wenn einmal gefunden, lieber ganz schnell festhalten.

Bis dann und wann, Jenna

 

(23.10.2018) Go Hefeteig, go! Oder auch: Der schnellste Streuselkuchen der Welt

Klausurtag. Juhu.

Allerdings für mich weniger als für alle anderen. Alle anderen haben nämlich zwei Klassenarbeiten, Schwedisch und Physik, am selben Tag geschrieben. (@PeopleInGermany, was haben wir Schüler doch für ein Glück!)

Und so haben sie um 8:30 mit ihrer Essay über 1984 angefangen, was mir wiederum exakt 2:45h gegeben hat, um nach Hause zu rennen, einen kompletten Streuselkuchen zu backen und allerspätestens 11:15 wieder in der Schule zu sein.

2:45h sind 165 Minuten. Von diesen 165 Minuten brauchen wir 10 zum hin- und herlaufen, dann brauch die Hefemilch 10 Minuten, der Hefeteig selbst erfahrungsgemäß 75 Minuten zum Gehen, gefolgt von 30 Minuten im Ofen. Die verbleibenden 40 Minuten wirken sehr entspannt, aber wer jemals Streuselkuchen mit Liebe und ohne Küchenmaschine gemacht hat, der weiß, dass all das Teig kneten verdammt viel Zeit braucht und die Streusel sollen ja auch Streusel werden und keine dicken Klumpen. Und überhaupt, ich wollte dann doch gerne vor meinen Freunden mit dem Kuchen ankommen, also wär Arrival vor 11:15 auch wünschenswert.

So war das ganze doch ein leicht schweißtreibender Akt und schlussendlich war ich aber relativ pünktlich mit dem Ding in der Schule und hab meine Lieblingsidioten auf dem Weg zum Essen abgefangen. Aus Zeitgründen (und weil der Kuchen noch sehr sehr warm war), hab ich ihn einfach wie Gandalf in schuf auf seinem Blech in die Schule getragen.

Die Konversation lief etwa wie folgt ab: „Jenna what did you do?“ – „I baked something very german“ – „YOU BAKED A FUCKING CAKE?“ – „Jep thats a Streuselkuchen“ – *jemand versucht mir das Blech zu entreißen* – „I’ll take that, thank you very much“.

Ich liebe sie alle so schrecklich sehr und schlussendlich hat sich die gesamte Klasse sehr über den Kuchen gefreut.

Es folgte Physik. Also erstmal ne normale Physikstunde. 2:45h Physikunterricht. Direkt im Anschluss folgten gut zwei Stunden Physikklausur. Das sind fünf Stunden Physik am Stück. Ich glaube das Gefühl danach, so fühlt sich Hirntot an.

Ich bin dann einfach nur nach Hause gegangen und schlafen gegangen. Jeder Mensch, der heute nix von mir gehört hat, weiß jetzt warum.

Bis dann und wann, Jenna